Streik Das lange EndeSeite 4/4

Stamm fürchtet, dass die Mitglieder ein Ergebnis, das für den Großteil von ihnen eine längere Arbeitszeit bedeutet, in der Urabstimmung ablehnen könnten. Schon in Hamburg war die Zustimmung, trotz des vielfach gelobten Abschlusses, mit 42 Prozent gering. Eine Niederlage bei der eigenen Basis will die ver.di-Führung um jeden Preis vermeiden. Denn das würde die Dienstleistungsgewerkschaft, nach dem ersten großen Tarifkampf seit ihrem Zusammenschluss vor fünf Jahren, weiter schwächen und wohl auch den Vorsitzenden Frank Bsirske beschädigen. Ihm werfen interne Kritiker wie der frühere ÖTV-Chef Herbert Mai ohnehin schon vor, den Streik zu schnell und unüberlegt begonnen zu haben.

Andere bemängeln den 2005 abgeschlossenen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst mit seinen Öffnungsklauseln, der zur jetzigen Lage erst geführt habe. »In einer Phase der Schwäche führt man keine Tarifverhandlungen«, kritisiert ein Personalrat im Südwesten.

 
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