Integration Die Straßen von MoabitSeite 5/5

An einem der darauf folgenden Tage taucht Pepe, der Deutsche, wieder auf. Schlecht gelaunt läuft er durch die Straßen Moabits. Die letzte Nacht musste er in der Gefangenensammelstelle verbringen. Die Polizei hatte ihn mit 15 Tüten Haschisch im Park erwischt. »Wie soll ich das meiner Mutter und meiner Ex erklären?«, jammert er. Zwei Jungs spazieren vorbei. »Mittagessen!«, ruft Pepe ihnen zu. Er hat schon wieder ein paar Tüten dabei. »Ich muss Geld verdienen«, sagt er. Und da ist so ein ungutes Gefühl. Fünf Jahre hatte er sich noch gegeben, dann wollte er aussteigen. Nun muss es früher kommen, das letzte große Ding.

Ins Kubu geht Pepe an diesem Tag nicht mehr. Dort sitzen ein paar Jungs am Tresen und spielen mit ihren Handys »Happy Tree Friends«, dabei werden kleine süße Monster massakriert. Einer zeigt seine Freundin auf dem Display, sie ist nackt. Er grinst: »Sie dachte, es bleibt unter uns.«

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Amschads kleiner Bruder Achmed trainiert im Fitnessraum. In der Schule war er nicht, stattdessen hat er seinen Reisepass abgeholt. In drei Tagen fährt er mit einem Freund in die Türkei. »Zum Erholen.« Seinem großen Bruder hat er erzählt, er habe frei. Amschad fragte nicht weiter nach. Ihn hat die Polizei am Ende doch noch in der Wohnung gefasst und mitgenommen. Es ging um das Fahren ohne Führerschein und eine Körperverletzung, an die sich Amschad nicht erinnern konnte. Dann ließen sie ihn wieder gehen. Nun schaut er den Jüngeren im Kubu beim Durchdrehen zu. Asraf ist gerade angekommen. Er nimmt Schaum aus dem Spülbecken der Bar und pustet die anderen voll.

Dann kippen sie gemeinsam einen Ständer um, boxen einander und nennen sich gegenseitig Kanaken. Leiterin Kühn wirft sie hinaus. »Aber nur für eine Stunde«, betteln sie.

Das Kubu ist einer der wenigen Orte, wo sie willkommen sind. Manchmal.

 
Leser-Kommentare
  1. fuer Immigranten Nachwuchs der nur Probleme fuer das Gastland ist.Nach dem ich nun diesen Beitrag gelesen habe,ist meine Frage: warum sind diese Leute noch hier...
    denn es ist doch nicht damit zu rechnen dass diese jungen Maenner je eine Bereicherung der Gesellschaft sein werden.Im Gegenteil.

  2. Frau Simon,

    meine Hochachtung! Ich war ja erst skeptisch, aber das ist ein ganz feiner Artikel geworden!
    Toll! Danke und weiter so!

    Markus
    jfh kubu

  3. 3. Bravo!

    Endlich mal was "Lesbares" zu diesem Thema! Mutig auch die Einblicke, aber dringend notwendig!
    Glückwunsch!

    Markus

    • ggbler
    • 27.04.2006 um 13:36 Uhr

    Es ist schön einfach solche Feinbilder aufzubauen: Die Eltern sinds. Doch das bringt uns nicht weiter. In Duetschland gibt es eine Schulpflicht und die haben diese Jungs nun mal genossen. Deutsche Sozialarbeiter haben sich auch um sie gekümmert usw. Ich würde mir wünschen, dass sich Menschen mehr um die multivarianten Probleme solcher junger Menschen scheren würden und endlich auch die eigen Verantwortung sehen würden. Das tut natürlich weh...
    By the way: Definieren Sie doch bitte einmal "Versager". Darf ich das im Sinne von "für die Gesellschaft nicht gewinnbringend" verstehen ? Spitze Hirnareale kommen da ganz schnell auf den Gedanken Rentner auch kasernieren oder vielleicht gar abschieben zu wollen... ?
    Der Artikel legt Tatsachen vor. So kann leben in Berlin-Moabit aussehen. Sind dafür nur die Eltern verantwortlich?

  4. fuer die Erziehung ihres Nachwuchs.Ganz offenbar haben die Eltern dieser Jugendlich auf ganzer Linie versagt.Sicherlich war der Umzug in ein total fremdes Umfelt auch nicht gerade foerderlich aber trotzdem kann man nicht behaupten dass Deutschland diese Versager gemacht hat.

    • ggbler
    • 18.04.2006 um 10:20 Uhr

    Die jungen Männer sind in Ihrer Sozialisation das Ergebnis unseres Landes. Leider nimmt auch im Bereich Mensch mittlerweile nicht die Tendenz zu Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen sondern einfach das wegzuschmeißen, was einem nicht mehr passt ... Sehr schade.

  5. Der Benutzer "ggbler" schrieb:
    "Ich würde mir wünschen, dass sich Menschen mehr um die multivarianten Probleme solcher junger Menschen scheren würden und endlich auch die eigen Verantwortung sehen würden."

    Die Freunde aus dem linken, politischen Lager machen sich es immer so einfach. "Multivariate Probleme"? Es gibt viele Einwanderer, inbesondere Einwanderer aus europäischen Ländern, die keine Probleme mit der Integration haben. Jeder hat verschiedene Probleme, auch Deutsche. Braucht dort eine Mehrheit Sozialarbeiter für ihre "multivariaten Probleme"?

    Warum sollte man immer nur Nachsicht walten lassen? Da wir das in den letzten Jahrzehnten getan haben, sind wir nun an diese Stelle gekommen. Im PISA-Test weit abgeschlagen, rechnen wir die Problemfälle in der Schule aber heraus, so ergibt sich ein gänzlich anderes Bild. Die Angebote zur Integration sollen verbessert werden, aber wer diese missachtet sollte kein Bleiberecht haben. Warum sind diese Leute in Deutschland? Man sollte meinen, dasselbige eine gewisse Affinität zur deutschen Sprache und Kultur haben, das sie das Land der "Dichter und Denker" schätzen. Man sollte meinen, das die Einwanderer interessiert an deutscher Ingenierkunst und an deutscher Klassik sind, aber oft finden sich keine Bücher in ihren Haushalten, wie auch, wenn man kein Deutsch spricht, geschweige denn lesen kann.

    Diese nicht zu missachtende Minorität lebt gerne hier, weil man hier so einen liberalern Staat hat, der alles durchgehen lässt, wo man sich nicht anpassen muss und seine Kultur leben kann. Wenn wir dem nicht einen Riegel vorschieben, dann gibt es bald kein Deutschland mehr, da diese Leute nicht in der Lage sind einen Job zu finden, da Arbeit eben immer kopflastiger wird. Selbst der türkische (türkischstämmige) Arbeitgeber in Deutschland stellt lieber einen (ethnisch) Deutschen ein. Das ist doch ein klares Zeichen. Viele Migranten sind einfach nicht in der Lage exzellentes Deutsch zu sprechen und zu schreiben. Diese Leute sollen mal unsere Rente zahlen. Wie soll das gehen?

    Spezielle Programme für extreme Problemfälle der Integration kosten viel Geld, welches sinnvoller eingesetzt werden kann, da bei diesen Jugendlichen nur eine schlechte Rendite herauskommt, sprich viele von ihnen werden sich dennoch nicht eingliedern, sprich Deutsch sprechen, damit sie einen Arbeitsplatz finden können. Die Eltern vernachlässigen ihren Nachwuchs, keiner weiß wo der Sohn sich gerade herumtreibt. Wie sollen diese Kinder auch einen Weg finden auf dem sie gehen können, wenn die Eltern ihnen den nicht zeigen? Das kann der deutsche Staat nicht leisten, er kann etwas unterstützen, z.B. durch Ganztagsschulen, aber die Eltern müssen mitarbeiten.

    • mbt21
    • 15.11.2007 um 21:51 Uhr

    warum sind türken nach dtl. gekommen? weil die deutschen sie als arbeitskräfte gebraucht haben!warum sind araber nach dtl. gekommen ? weil es konflikte mit israel gab.eines der hauptgründe des entstehens israels war der holocaust durch die dt. nazionalsozialisten! und jetzt wo ihr die türken nicht mehr als arbeitskräfte braucht denkt ihr ihr könnt sie einfach abschieben?sind die araber glücklich dass sie aus ihrer heimat flüchten mussten? denkt erst mal nach weshalb die ausländer hier sind und beschwert euch dann! abschieben wäre doch zu banal oder?

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