Kinderbetreuung Die Teilzeitkinder

Wenn man Krippenplätze teilt, können mehr Eltern ihren Nachwuchs unterbringen. Drei Beispiele

Die Zahlen zeigen die gewaltigen Lücken: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es Ende 2002 in den alten Bundesländern für 100 Kinder 2,7 Krippenplätze, in den neuen Ländern 37. Bis 2010 würden allein in Westdeutschland 246000 Betreuungsplätze fehlen, errechnete der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut der Uni Dortmund. 230000 Plätze, zeitlich flexibel, bezahlbar und vielfältig, in Kitas, Krippen und bei Tagesmüttern, will die Große Koalition bis dahin mit dem »Tagesbetreuungsausbaugesetz« schaffen.

Es könnte schneller gehen und ohne viel Aufwand, wären Deutschlands Krippen so organisiert wie das Starennest, die Krippe St. Josef oder die BioKids. Im Starennest in Starnberg teilen sich 92 Kinder 48 Plätze. In der Kinderkrippe St. Josef in Kaufbeuren kommen 44 Kinder auf 24 Plätze, bei den BioKids in München Martinsried sind es 48 Kinder bei 35 Plätzen. Und genau das ist die Lösung. Denn in den drei bayerischen Krippen herrscht keineswegs Überfüllung – die Plätze werden schlicht geteilt. Die Idee ist so einfach wie naheliegend: Die Eltern bestimmen selbst, wann und wie lange sie ihr Kind in einer Krippe oder Kita betreuen lassen möchten. Könnten alle Eltern so entscheiden, hätten mehr Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz. Bundesweit, und ab sofort. Denn längst nicht alle Eltern wollen und brauchen für ihr Kind einen Ganztagsplatz an fünf Tagen in der Woche. Die drei Beispiele fürs Krippenplatz-Sharing machen seit Jahren vor, dass Flexibilität funktionieren kann – so wie es seit diesem Schuljahr im Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz gefordert wird.

Mehr Arbeit für die Erzieher, mehr Flexibilität für die Eltern

Auf dem Schreibtisch von Starennest-Leiterin Regina Lang liegt für jede der vier Gruppen eine Liste, die wie ein großer Stundenplan aussieht. Für jeden Wochentag gibt es eine Spalte. Und jeden Tag ist genau eingetragen, welches Kind von wann bis wann da ist. Die grüne Gruppe zum Beispiel, 12 Plätze, 24 Kinder: Bei Maximilian steht in den Spalten von Montag, Mittwoch, Freitag: 8 bis 12 Uhr, bei Dienstag und Donnerstag ist eine Lücke. Tom kommt jeden Nachmittag von 14 bis 17.30 Uhr, die Zwillinge jeden Tag von 8 bis 17 Uhr, nur am Mittwoch erst um 12 Uhr.

Mehr als ein Dutzend Kinder sind nie gleichzeitig da, sieben von ihnen Vollzeitkinder. Unter allen 92 Starennest-Besuchern sind nur 21 Vollzeitkinder. Die Planung bei solch einem Modell, sagt Annelie Gräser, Leiterin der Krippe St. Josef in Kaufbeuren, sei natürlich sehr schwierig, aber ihr hilft inzwischen ein Computerprogramm. Ihre Kollegin Regina Lang sagt über ihre handschriftliche Listentechnik: »Wenn man das ein Jahr gemacht hat, pendelt sich das ein.«

Noch flexibler sind die Eltern der BioKids. Jeweils am Donnerstag teilt man für die kommende Woche mit, wann das Kind kommt. Theoretisch. Praktisch haben alle Familien ihren festen Rhythmus. Steht jedoch eine Geschäftsreise oder ein anderer wichtiger Termin an, so ist das bei diesem Modell kein Problem. Einzige Voraussetzung: Die gebuchte Betreuungszeit darf nicht überschritten werden. Der große Nachteil des Systems liegt auf der Hand – Mehrarbeit für Leitung und Erzieher. Ziemlich viel Mehrarbeit. Zum einen die Logistik: Wie erfüllt man die Wünsche der Eltern? Wie bekommt man die Kinder in den verschiedenen Gruppen geschickt unter? Und doppelt so viele Elterngespräche, doppelt so viele Beobachtungsbögen, die auszufüllen sind. Bei den BioKids steht jede Woche eine zweistündige Teamsitzung an.

Dagegen der große Vorteil für die Eltern: Flexibilität! Braucht der Arbeitgeber seine Mitarbeiterin plötzlich drei Nachmittage statt drei Vormittage in der Woche – kein Problem, solange das Kind keine schulpflichtigen Geschwister hat.

Wichtig ist, dass die Kinder zu festen Zeiten gebracht und abgeholt werden

Nach einer forsa-Umfrage vom März vergangenen Jahres beklagen 60 Prozent der berufstätigen Eltern unflexible Öffnungs- und Betreuungszeiten bei Kinderkrippen. Eine repräsentative Befragung des Instituts für Arbeit und Technik in Nordrhein-Westfalen vom Januar 2004, bestätigt den Wunsch der Eltern nach Betreuungsangeboten für einzelne Wochentage. Idealvorstellung vieler Mütter, so Eike Ostendorff-Servissoglou, Sprecherin des Verbands berufstätiger Mütter, sei ein Wiedereinstieg in den Job mit 15 Stunden, im Laufe der Zeit dann ein Aufstocken auf 30 Stunden. Und dafür wünscht man sich flexible Plätze.

Nächster Vorteil: Beim Platz-Sharing müssen Eltern ihr Kind nicht von Anfang an komplett abgeben und loslassen, sondern können mit wenigen Stunden beginnen. Zehn Stunden sind das Minimum, sonst können sich die Kinder nicht integrieren. Und der Platz würde nicht staatlich gefördert.

Und wo bleibt die Kontinuität? Wie wird das Kind in die Gruppe integriert? Versäumt es nicht etwas von den Angeboten, wenn es nicht den ganzen Tag da ist? Auch das ist kein Problem, schließlich geht es geht hier um Babys, Kleinstkinder, Wickelkinder – von sechs Wochen bis drei Jahren. Sie haben noch kein Lernpensum zu erfüllen, brauchen keinen Stundenplan. Man muss sie nicht via Vorschrift fünf Tage die Woche den Eltern entziehen.

Wohl aber braucht auch und gerade so ein kleines Kind Rhythmus und Regelmäßigkeit. Daher ist es richtig, dass die Krippen, die flexible Plätze anbieten, darauf achten, dass die Kinder zu Kernzeiten anwesend sind. Dass es feste Bring- und Abholzeiten gibt. Dass es feste Bezugspersonen und Betreuer gibt. Dass es einen Rhythmus im Tagesablauf gibt. Dass man den Eltern nahe legt, die Kinder möglichst an aufeinander folgenden zwei, drei oder vier Tagen in die Krippe zu geben.

Aber ein neun Monate oder zwei Jahre altes Kind kann nicht einschätzen, ob es nun an fünf Tagen pro Woche täglich von 9 bis 17 Uhr in die Krippe kommt. Oder nur an zwei Tagen von 8 bis 13 Uhr oder an drei Nachmittagen. Ein Gefühl für Zeit, für Minuten, Stunden und Tage entwickeln Kinder erst im Kindergartenalter.

Was zählt, ist, dass Eltern und Kindern die Möglichkeit gegeben wird, gemeinsame Zeit zu verbringen – wenn sie es möchten. Regina Lang, Erzieherin und Leiterin der Starnberger Krippe Starennest, spricht gar von Fairness – auf beiden Seiten: »Es ist uns und anderen Eltern gegenüber nicht fair, wenn Eltern fünf Tage buchen, obwohl sie nur drei brauchen. Es ist von uns nicht fair, wenn wir Eltern sagen, sie müssen ihr Kind fünf Tage dalassen, wenn sie nur drei Tage arbeiten und sich zwei Tage Zeit für ihr Kind nehmen können.« Dazu kommt, dass jede Krippenstunde Geld kostet, das erst einmal verdient werden will. Warum also jemanden, der nur 15 Stunden arbeitet, zwingen, für sein Kind 25 Krippenstunden zu bezahlen?

Kann es der Sinn sein, Eltern vor die Wahl zu stellen: Wenn du mit einem Kleinkind arbeiten willst, dann bitte jeden Tag? Und wenn dein Arbeitszeitmodell mit dem Krippenmodell nicht kompatibel ist, dann such dir eben eine Tagesmutter.

Was das Thema Integration betrifft – in jeder Gruppe gibt es Kinder, die immer da sind. Und Kinder unter drei Jahren spielen laut Pädagogen meist für sich allein, Freundschaften werden erst im Kindergartenalter wichtig. Und wenn die Kinder am Dienstag fragen: »Wo ist der Justus?«, der nur am Montag und Mittwoch kommt, heißt es eben: Der kommt morgen wieder. Das ist auch nicht anders, wenn ein Kind krank ist oder verreist. Eine Quote von Ganztagskindern hält Regina Lang nicht für sinnvoll, »denn da nehme ich den Eltern ja die Flexibilität«.

Und beim Thema Bildung heißt es: Kein Kind versäumt etwas. Alles, was am Vormittag passiert, wird am Nachmittag noch einmal genau so wiederholt. Und wer nur drei Nachmittage kommt statt fünf Vormittage, der singt das Osterhasenlied eben nur drei- statt fünfmal. Wenn Osternester gebastelt werden, dann führen die Erzieherinnen Listen, welches Kind schon gebastelt hat, welches nicht.

In Kaufbeuren zum Beispiel rotieren sogar die »täglichen Angebote« – so wird Yoga in der einen Woche montags gemacht, in der nächsten dienstags, dann mal mittwochs. Und wenn ein Fest gefeiert wird, dürfen alle kommen, egal welche Zeiten sie gebucht haben: Die Montagskinder am Faschingsdienstag draußen zu lassen wäre kleinlich.

Die Konzepte funktionieren, sonst hätten diejenigen, die sie umsetzen, schon lange wieder aufgegeben. In Kaufbeuren machte man vor sieben Jahren aus der Not eine Tugend: Damals war die Krippe mit ihren 24 Ganztagsplätzen nicht ausgelastet, es drohte die Schließung. Heute ist es andersrum: Im September wird eine zusätzliche Gruppe eröffnet. Zum Konzept des offenen Kinderhauses – wie das der BioKids in München-Martinsried (das die Firma Konzept-e ersonnen und in Bayern und Baden-Württemberg zehnmal umgesetzt hat) – gehört das flexible Modell seit etwa fünf Jahren. Weil immer mehr Eltern danach gefragt haben. In Starnberg legte man sich mit Öffnung der Krippe im Februar 2003 auf das Platz-Sharing fest, da klar war, dass irgendwann ein neues Kinderbetreuungsgesetz kommen würde, das flexible Betreuungszeiten fordert. Und dann haben es alle drei Krippen einfach ausprobiert – lange bevor die Politik sich dazu geäußert hat.

 
Leser-Kommentare
    • nzach
    • 26.04.2006 um 4:35 Uhr

    ist so etwas subjektives. wissen sie, was mich am meisten irritiert?! dass sie fast nichts ueber mich wissen und mich trotzdem persoenlich angreifen und in einer art und weise verunglimpfen, die jeder ernstzunehmenden debatte unwuerdig ist. ich dachte, in einem forum ginge es darum, ideen zu diskutieren, meinungen, und nicht darum, andere menschen durch den dreck zu ziehen, weil sie bestimmte auffassungen vertreten. vermutlich ist das der preis, den wir fuer sekundenschnelle, unpersoenliche kommunikation rund um den globus bezahlen.

    die wahrheit ... sie denken, ich bin eine verweichlichte, hasserfuellte feministin, die sich in ihrem kaemmerlein vergraebt, ausgediente buecher liest und mit unrelevanten leuten interviews fuehrt. d.h., die voellig an der realitaet vorbei lebt. die nie ein unternehmen von innen gesehen hat, ausser ihrer uni, die sich dem wettbewerb nie gestellt hat. wissen sie, wer so voller vorurteile ist, verdient es fast nicht, einblick in das leben eines anderen menschen zu bekommen. aber auch auf die gefahr hin, dass sie mir die gleichen luegen unterstellen, die die beteiligten in ihrem amerikanischen fragebogen nutzten, um sich besser aussehen zu lassen (ich will gar nicht darauf eingehen, was ihr nettes beispiel ueber den wahrheitsgehalt ach so 'objektiver' forschungsmethoden aussagt), so kann ich ihnen einen kurzen einblick in meine biografie geben: ich hatte einen mathe-lk in der oberstufe, der mir in meinem bwl-studium sehr geholfen hat (diplom-betriebswirtin, keine ingenieurin, aber zum glueck braucht eine gesellschaft nicht nur maschinen), das ich als beste meines jahrgangs beendet habe, zwischendurch im europaeischen ausland studiert und gearbeitet. und siehe da, ich war sogar 'in der industrie', bevor ich an die uni zurueck gegangen bin, als beraterin und assistentin der geschaeftsfuehrung (die verweichlichte feministin ... tsts). und weil ich jeden wettbewerb und jedes risiko scheue und vor faulheit nur so strotze habe ich mich dann fuer ein promotionsstudium in australien beworben. hier schaue ich gerade auf ein paar eukalyptus-baeume unter strahlend blauem himmel und frage mich, wer hier der verbitterte, hasserfuellte fanatiker ist...

    wie dem auch sei, meine zeit ist zu schade, um sie zu bekehren. glauben sie, was sie wollen und lassen sie anderen leuten deren version von wahrheit. kritisieren sie ideen, nicht die menschen dahinter, das wuerde eine diskussion mit ihnen erleichtern. nur ein bisschen online-etikette.

    so long.

    ps. ach ja, das patriarchat und sein bester kumpel, der freie markt. die unicef meldete kuerzlich, dass kinderarmut in den oecd-laendern waechst und nirgendwo so schnell wie in deutschland (http://www.unicef.de/kind...). aber bei der unicef, dass sind ja alles total ignorante nicht-ingenieure, die von mathe keinen plan haben, an solchen zahlen kann ja nix dran sein ... solche entwicklungen sind zu beobachten, wenn man dem markt freie hand laesst. im moment muss in deutschland niemand verhungern und wir beschweren uns auf sehr hohem niveau, aber dann schauen sie mal nach usa, wo der freie markt in seinem siegeszug schon weiter fortgeschritten ist (und die schere weiter auseinander klafft als in unserer 'solidargemeinschaft') oder nach sued-ost-asien und afrika, wo er den menschen aufgezwungen wurde und deren existenz vernichtet hat. der kapitalismus ist ein selbst-zerstoererisches wirtschaftssystem, das seine kosten outsourcen muss, um immer mehr profit und produktivitaet hervorzubringen. daran gibt es nicht viel zu ruetteln. marion graefin doenhoff, die langjaehrige verlegerin der zeit, hat dazu einen guten essay geschrieben ("wir muessen den kapitalismus 'zuegeln'"). aber entschuldigung, ich bin zurueck bei verweichlichten und hasserfuellten feministinnen; die in wahrheit gestandene frauen und starke persoenlichkeiten waren/sind. schade, dass sie das mit ihrer verfaerbten brille nicht sehen koennen.

    • nzach
    • 25.04.2006 um 3:37 Uhr

    es gibt einen unterschied zwischen luegen und die wahrheit nicht sehen wollen. ich schreibe seit ueber zwei jahren an meiner doktorarbeit zum thema 'work/life balance' und wuerde mich damit als qualifiziert und meine aussagen als fundiert bezeichnen. ich greife zurueck auf jahrzehnte feministischer forschung und neueste erkenntnisse in den gebieten der soziologie, bwl (bes. management), vwl und politikwissenschaften. autorInnen, die ich ihnen empfehlen kann sind sylvia walby, rosemary crompton, susan lewis, jane lewis, rhona rapoport, bob connell, barbara pocock. in deutschland sind es thomas gesterkamp und dieter schnack, birgit pfau-effinger und viele andere. sie muessen nur mal die seiten des familienministeriums besuchen, die eine hervorragende sammlung an publikationen zusammen getragen haben oder das wort 'elternzeit' in die suchmaschinen bei 'der zeit' oder 'der welt' oder sonst einer grossen tageszeitung eintippen. in der tat, im moment muessen sie nur zeitung lesen, um zu sehen, dass ich sie und andere zeit-leser nicht mit luegengeschichten ueberschuette.

    es tut mir leid ihnen diese illusion nehmen zu muessen, aber die zeiten aendern sich, gott sei dank, und deutschland bewegt sich langsam, aber in eine vielversprechende richtung. wenn sie das nicht sehen moechten und weiter in ihrer nostalgie verharren wollen, bitte, das ist ihre entscheidung. fuer den rest der nation waere es besser, mit vollem elan die reformen fuer mehr gerechtigkeit zwischen maennern und frauen zu unterstuetzen und alles dafuer zu tun, beiden geschlechtern echte optionen in ihrer lebensplanung zu ermoeglichen. so dass eltern als teilzeit-manager und muetter in fuehrungspositionen nicht mehr die absoluten exoten sind. das wuerde frauen wie maennern die entscheidung fuer kinder und familienleben leichter machen, weil sie sich nicht mehr gegen ihren job entscheiden muessten. und auch auf die gefahr hin, das ich mich wiederhole: das krippen-sharing ist ein fantastischer anfang!

    • nzach
    • 24.04.2006 um 9:04 Uhr

    oh mann! hier ist mal ein artikel in der ganzen emotionsgeladenen diskussion um kinder, frauen, vaeter, muetter, jobs, erziehung, eltern, maenner, geld, reformen, und so weiter, der mir richtig mut macht und dann wird er im ersten kommentar mit dem holzhammer der traditionellen frauenverachtung zerschlagen. aber erstmal zu den positiven horizonten des krippen-sharing! was fuer ein grandioses konzept, ich bin einfach nur begeistert. erzieherinnen setzen sich fuer erziehende ein, machen diesen eltern (muettern?!) das leben leichter, die kinderbetreuung finanzierbar, bauen wartelisten ab und schaffen ein effektives und effizientes system der kleinstkinderbetreuung. bravo!! allen beteiligten sei dank fuer ihren einsatz, ihr mitdenken und ihre unkonventionellen loesungsansaetze! warum koennen in deutschland nicht mehr 'probleme' auf diese art und weise geloest werden?!

    und jetzt kommen wir zum holzhammer. herr barkmann, haben sie sich in ihrer unglaublichen arroganz jemals darum gedanken gemacht, warum es in deutschland so wenige kinder gibt, so viele gestresste muetter und so viele unwillige vaeter?! eben weil sich die meisten vaeter wie sie darauf beschraenken, ihre kinder in der krippe abzuholen (und sich selbst einen erotischen ego-pusch ... das war echt der knaller!) um sie dann bei 'mutti' abzuliefern, denn fuer den ganzen rest ist sie ja nun zustaendig. aktive vaterschaft in deutschland ist weitgehend ein ammenmaerchen (mit wenigen ruehmlichen ausnahmen, die nur die regel bestaetigen).

    und um noch eine wohlbehuetete luege der maennerwelt zu entlarven: frauen brauchen und wollen keine ernaehrer mehr! wir sind besser ausgebildet, flexibler und trotz 'gender wage gap' annaehernd gut bezahlt wie unsere maennlichen altersgenossen. es ist erst, wenn frauen sich fuer kinder entscheiden, dass die maschinerie aus maenner-ego, manager-macht, antiquierter ideologie und kinder-unterbetreuung ihnen eine rueckkehr in den beruf (und damit ihren ernaehrerinnen-status) so schwer wie moeglich macht. und ja, wir brauchen forscherinnen, die diese versteckten mechanismus des patriarchats und des kapitalismus aufdecken, die frauen und kinder ueberproportional in die armut treiben (70% aller in armut lebender). und wir brauchen loesungen wie die der fantastischen frauen in den kinderkrippen, die diesen mechanismen entgegenwirken und bessere vereinbarkeit von kind, beruf und maenner-egos moeglich machen. frauen von heute (ich bin 27 und von daher representativer fuer frauenwuensche als ein macho, der das kinderbetreuungs-paradies im osten (welches es war) noch 'live' miterlebt hat), frauen von heute wollen keine ernaehrer und sonntags-papis mehr, sondern partner, die sie wie gleichberechtigte partnerinnen behandeln (und nicht wie sexy spielgefaehrtinnen, die ihren herrlichkeiten den ruecken frei zu halten haben), die familienarbeit teilen (kinder und haushalt), die bereit sind, auch eine weile teilzeit zu arbeiten, um ihren frauen die rueckkehr in den job zu ermoeglichen, die damit klar kommen, wenn frau mehr verdient oder hoeher qualifiziert ist als sie selbst (ich bin vermutlich nicht die einzige, fuer die der dr.titel zum beziehungsende wurde, da dieser mit einem maennlichen ego unvereinbar war) und die auch mal ihren partnerinnen den vortritt lassen (bei berufswahl, befoerderung und auslandseinsatz). ja, das ist furchtbar schwer von so einem hohen ross herunter zu steigen, dass maenner ueber jahre als selbstverstaendlich hingenommen haben, und ich ziehe vor jedem mann den hut, der es doch tut. denn so sehr er von der frauenwelt vergoettert wird (hier gibt es die wirklichen 'brownie-points' zu holen, nicht in der kindertagesstaette), sosehr wird er von anderen maennern verlacht. die maenner sind diejenigen, die heute wirklich stark sein muessen, die wachsen muessen und sich an veraenderte verhaeltnisse und erwartungen anpassen muessen. die maenner und die patriarchalen strukturen und institutionen, die sie in ihrem eigenen abbild geschaffen haben: ehen, jobs, firmen, schulen, steuergesetze, kinderkrippen, ... es macht mir solche hoffnung zu sehen, dass sich etwas bewegt im staate deutschland und die alten strukturen ins wanken gebracht werden. moegen sie krachend zu boden stuerzen und alle ausgedienten holzhammer unter sich begraben!! auf die zukunft!

  1. weshalb werden hier (von detlevbarkmann) meinungsäusserungen als "verlogen" und die person dahinter als "verbitert" abqualifiziert? bitte woanders mit dreck werfen, damit ich das nicht zur kenntnis nehmen muss.
    danke, trolinus.

  2. Krippenplätze teilen, wäre sicher ein schöner Ansatz. Nur muss der Kostenträger, in Nordrhein-Westfalen sind das die Jugendämter der Kreise, mitspielen.

    Wir haben es in unserer Elterninitiative ausprobiert: In einem Modellversuch - bei dem die Eltern für einen "Sharing-Platz" genau so viel zahlen mussten wie für einen ganzen - haben wir ein entsprechendes Modell mit Hortplätzen getestet. Nachdem der Versuch in anderen Modelleinrichtungen gescheitert war, durfte auch unsere Elterninitiative keine Sharing-Plätze mehr anbieten. Im Ergebnis müssen Grundschulkinder die Einrichtung verlassen, weil nicht genügend Plätze für alle vorhanden sind - und das obwohl einigen Eltern zwei bis drei Betreuungstage genügen würden, und obwohl die Lösung für das Jugendamt kostenneutral ist.

  3. Liebe nzach ,

    schön, dass Sie für Ihre Doktorarbeit in vergilbten Büchern lesen.
    Weniger schön, dass dieser Mist Ihnen den Blick auf die Wirklichkeit vollständig verstellt.
    Und gar nicht schön, dass Sie offenbar nicht zwischen der wirklichen Welt und diesem feministischen Dreck unterscheiden können.

    Bitte erlauben Sie mir, dass anhand von 3 Beispielen (weitere wären mühelos aufzuzählen) darzustellen.

    1.
    „In einem beliebigen Jahr tauschen rund vierzig Millionen Amerikaner intime Wahrheiten über sich selbst mit Menschen aus, die ihnen völlig fremd sind. Das alles geschieht auf den Dating-Seiten im Internet. ...
    Jede Seite funktioniert etwas anders, aber das Grundprinzip ist folgendes: Man füllt ein Raster
    mit persönlichen Angaben über sich aus, wozu typischerweise ein Foto gehört, Angaben zu
    Lebenslauf, Einkommensgruppe, Bildungsstand, Vorlieben und Abneigungen usw. Wenn sich jemand von dieser Darstellung angesprochen fühlt, wird er oder sie eine Mail schicken und vielleicht ein Treffen vereinbaren, um den Inserenten persönlich kennen zu lernen.
    Hier gibt es also zwei umfangreiche Datensätze, die genauer zu untersuchen wären: die Informationen, die Leute in ihr Persönlichkeitsprofil aufnehmen, und die Reaktionen, die das jeweilige Profil auslöst. ...
    Ali Hortaçsu, Günter J. Hitsch und Dan Ariely haben die Daten aus einer der Mainstream-Dating-Seiten analysiert, wobei sie sich auf rund 30.000 Nutzer konzentriert haben,

    Mehr als 4 Prozent der Online-Dater behaupteten, sie würden über 200.000 Dollar im Jahr verdienen, wogegen weniger als 1 Prozent der typischen Internetnutzer zu dieser Einkommensgruppe gehören. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass drei von vier angeblichen Großverdienern übertrieben haben.
    Männliche und weibliche Nutzer gaben typischerweise an, dass sie zweieinhalb Zentimeter größer waren als der nationale Durchschnitt. Die Gewichtsangaben der Männer entsprachen dem nationalen Durchschnitt, während die Frauen typischerweise erklärten, ungefähr 20
    Pfund weniger als der nationale Durchschnitt zu wiegen.
    Am stärksten beeindruckte, dass volle 70 Prozent der Frauen behaupteten, »überdurchschnittlich gut« auszusehen, einschließlich 24 Prozent, die sich als »sehr gut aussehend« bezeichneten.
    Damit bleiben nur 30 Prozent Nutzerinnen mit »durchschnittlichem« Aussehen, wovon 1 Prozent sich zu »unterdurchschnittlichem« Aussehen bekannte – was die Vermutung nahe legt, dass die typischen Online-Kontaktsuchenden entweder Märchen erzählen oder narzisstisch oder einfach resistent gegen die Bedeutung des Ausdrucks »durchschnittlich« sind. (Oder vielleicht sind sie alle einfach Realisten: Wie jeder Immobilienmakler weiß, sind die meisten Häuser nicht »reizvoll« oder »phantastisch«, aber wenn man es nicht behauptet, wird niemand sie auch nur ansehen.)
    28 Prozent der Frauen auf der untersuchten Webseite erklärten, sie seien blond. Dieser Anteil
    liegt weit über dem nationalen Durchschnitt und weist darauf hin, dass ziemlich viel gefärbt oder gelogen wird – oder beides.

    Die Merkmale hingegen, auf die viele Leute reagieren, werden kaum eine große Überraschung für jemanden sein, der auch nur die geringste Ahnung davon hat, was Männern bzw. Frauen wichtig ist. Die von den Online-Datern ausgedrückten Präferenzen entsprechen jedenfalls haargenau den üblichen Stereotypen über beide Geschlechter.
    ...
    Für Männer ist das Aussehen einer Frau von herausragender Bedeutung.
    Für Frauen ist das Einkommen eines Mannes von größter Wichtigkeit. Je reicher der Mann ist, desto mehr Mails bekommt er.“
    Nachzulesen in der Süddeutschen Zeitung vom 20.03.06 (http://www.sueddeutsche.d...)
    Ist die Süddeutsche frauenfeindlich? Nonsens.
    Die Alltagserfahrung ist, dass Männer die Frauen nach dem Aussehen bewerten, die Frauen die Männer nach ihrem Geld (oder bei jungen Männern dem Potential Geld zu verdienen).
    Und die in der SZ beschriebene Studie hat das bestätigt.
    Das ist die Wahrheit; sie mag einem passen oder nicht.

    Wobei diese Art von Untersuchung (das tatsächliche Handeln der Menschen untersuchen) regelmäßig zu Ergebnissen führt, die den feministischen Fanatikerinnen nicht in den Kram passen und deshalb dort rundweg abgelehnt werden. Dort arbeitet man lieber (Ihnen muss ich das nicht sagen) mit der Methode „Interview“.
    Und ich frage Sie: Woran soll man sich orientieren?
    Am tatsächlichen oder am behaupteten Verhalten der Menschen?

    Wenn Sie angesichts dieser jederzeit überprüfbaren Wahrheit behaupten:
    „frauen brauchen und wollen keine ernaehrer mehr! wir sind besser ausgebildet, flexibler und trotz 'gender wage gap' annaehernd gut bezahlt wie unsere maennlichen altersgenossen.“
    ist das ganz einfach gelogen.
    Oder wie würden Sie das bewerten?

    2.
    Die Alltagserfahrung zeigt genau wie die Statistik, dass sowohl am Gymnasium als auch an der Uni die Männer eher die schwierigen Fächer wählen, während die Damen sich lieber ins geisteswissenschaftliche Kuschelseminar verdrücken. Ist ja auch bequemer. Warum soll man sich mit Mathematik, Physik, Chemie, Elektrik usw. abquälen, wenn man die Zeit auch mit dem Lesen von sylvia walby, rosemary crompton, susan lewis, jane lewis, rhona rapoport, bob connell, barbara pocock rumkriegt.
    Logischerweise bekommen die meisten Männer dann einen Job in der Industrie und einige besonders ehrgeizige und talentierte machen Karriere. Die Soziologin oder Feministin bekommt in der Industrie keine Stelle.
    Das wird von vielen Damen als „versteckter mechanismus des patriarchats und des kapitalismus“ bezeichnet, der „frauen und kinder ueberproportional in die armut treiben“

    Ein klarer Fall von Wirklichkeitsverweigerung, denn jeder weiß, dass die Industrie Ingenieure und Naturwissenschaftler sucht, jedoch keine feministischen Hetzerinnen. Das eine keine Bosheit der „Kapitalistenschweine“, sondern eine Forderung des Marktes. Autos lassen sich verkaufen, feministische Hetze nicht. Deshalb füllen die Autobauer die öffentlichen Kassen, währen Feministinnen die Kassen leeren.

    Sie selbst sind der lebende Beweis, dass eigens Handeln und keine Unterdrückung die Ursache dafür ist, dass der Anteil der Frauen an den qualifizierten Stellen in der Industrie bedeutend geringer ist als der Anteil der Männer.
    Eigentlich ist Ihr Verhalten eine Unverschämtheit. Sie versuchen es nicht einmal unter behaupten trotzdem unterdrückt zu werden.

    Um einen Wettkampf zu gewinnen, bedarf es mehrerer Voraussetzungen. Die mindeste ist, das man an den Start geht. Wenn Sie sogar dazu zu faul sind, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn Sie das Ziel nicht erreichen. Ist das so schwer zu verstehen?

    98% aller Untenehmen im produzierenden Bereich werden von Männern gegründet.
    Mal sehen, was ihre Forschungsarbeiten dazu ergeben. Bin interessiert zu erfahren, welche versteckten Mechanismen des Patriachats und des Kapitalismus daran Schuld sind.

    3.
    Der größte Quatsch ist Ihre Behauptung, „versteckte mechanismen des patriarchats und des kapitalismus“ würden „frauen und kinder ueberproportional in die armut treiben (70% aller in armut lebender)“
    In Deutschland gibt es definitiv keine Armen.
    Es gibt lediglich eine Definition von Armut, die total abartig ist.
    Selbst nach diesen abartigen Kriterien gibt es in Deutschland keine Kinder, die durch das Patriachat in die Armut getrieben werden.
    Tatsächlich haben 30 Jahre männerfeindliche Hetze, männerfeindliche Gesetzgebung und männerfeindliche Rechtspraxis dazu geführt, dass Mittelstandmänner (d.h. Dipl.-Ing.) keine Kinder mehr kriegen.
    Kinder bekommen nur noch die ganz reichen (die haben Rechtsanwälte) und die Asozialen, für die Kinder ein lukrative Einnahmequelle sind.
    Nicht das Patriachat macht die Kinder arm, sondern unsere idiotischen Gesetzgebung verhindert Mittelstandskinder und produziert stattdessen arme Kinder.

    Aber entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie mit der Wahrheit belästigt habe. Lesen Sie nur weiter sylvia walby, rosemary crompton, susan lewis, jane lewis, rhona rapoport, bob connell, barbara pocock und was weiß ich noch für Dreck. Und lassen Sie sich Ihren klaren Blick bloß nicht durch Sachkenntnis verstellen. Lassen Sie sich bei ihren „wissenschaftlichen“ Arbeiten nicht irritieren durch die tatsächlichen Entscheidungen der Menschen. Nein interviewen Sie nur munter weiter – so wie das in ihren Kreisen üblich ist.

    Nur eins sollten Sie bedenken:
    Spätestens in 20 Jahren ist Schluss mit dem linken Narrensaum und dem feministischen Mist.
    Die Geschichte kennt kein Bespiel, dass eine matriachaische Gesellschaft längere Zeit stabil funktioniert hätte. Und wenn Sie die Fertilität der matriachaischen mit der der pariachalischen Gesellschaften vergleichen (und dabei beachten, dass die Fertilität in den matriachaischen Gesellschaften deutlich unter der Reproduktionsrate liegt) sollten selbst Sie das leicht begreifen.

  4. Das hat doch alles schon mal funktioniert.

    Es gab zeugungsfähige Männer und fruchtbare Frauen. Die haben Kinder bekommen, welche im ersten Jahr zu hause von Ihrer Mutti versorgt wurden und dann in die Kinderkrippe und Kindergarten gingen. Das alles war so selbstverständlich, dass keiner (außer der Staatspropagandamaschine) es für nötig hielt darüber zu reden. Niemand kam auf die Idee, diese Normalität zu hinterfragen.
    Die Kindergärten waren keine architektonischen Kleinoder sondern krachordinäre DDR-Plattenbauten. Aber das störte die Kinder nicht und die Eltern (wenn sie halbwegs normal ticken) auch nicht.

    Viel wichtiger waren solche Basics wie Sauberkeit, anständiges Essen und nette Erzieherinnen. Und das hat funktioniert. Der Beruf der Krippenerzieherin war schlecht bezahlt. Aber warum soll der Staat mehr zahlen, wenn die Zahl der Bewerberinnen für diesen Beruf viel größer war als die Zahl der freien Stellen? Damals waren die Frauen noch keine nach Selbstverwirklichung strebenden armen unterdrückten Opfer des Patriarchats – sondern ganz einfach Frauen. Und diese Frauen assoziierten mit „Kind“ keine finanziellen Belastungen oder „Karrierekiller“, sondern einfach „Kind“; und wollten Krippenerzieherin werden wie sie (es ist kaum zu glauben) Kinder lieben.

    Und dann gab es noch was: Väter sind sexy.
    Im Gegensatz zu den Behauptungen der feministischen Kampfgruppen suchen Frauen nämlich keine Sitzpinkler oder Frauenversteher, sondern Männer die die Familie versorgen und beschützen. Es gibt nichts was einen Mann attraktiver macht als eine ausgeglichene Ehefrau sowie körperlich und geistig gesunde Kinder. Die Krippenerzieherinnen waren scharf auf mich, bevor sie mich zum ersten Mal sahen. Ich hatte wenig Zeit für die Kinder, aber wenn immer es möglich war, habe ich die aus der Kinderkrippe abgeholt. Es war ein erotisches Erlebnis, es tat meinem Ego gut und ich habe gern die Streicheleinheiten für mein männliche Seele mitgenommen.

    Nein, nein, nein. Ich bin kein Mitglied der kommunistischen Plattform und will keine Ostalgie betreiben.

    Nur, irgendwas ist schiefgelaufen. Warum funktioniert das nicht mehr?
    Früher zeugten Männer Kinder. Heute werden Frauen von Männern penetriert und geschwängert.
    Früher gingen Männer und Frauen arbeiten um Geld zu verdienen. Heute wird von „Selbstverwirklichung“ geschwafelt.
    War die Einrichtung von Kindertagesstätten früher eine kommunale Aufgabe wie etwa das Reparieren von Schlaglöchern oder das Blumenpflanzen im Stadtpark, wird dieses Thema nun von ideologischen Kampfgruppen zum Politikum gemacht.
    Irgendwie kein Wunder, dass es nicht mehr funktioniert.

    Vielleicht sollten wir ein paar Lehrstühlinnen einrichten, um das Phänomen erforschen.

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