Energie Spezial Angst vor der zweiten HalbzeitSeite 4/4
Dass die Optimisten Recht hätten, würde er zu gern glauben, sagt Robert L. Hirsch. Er versicherte es neulich auch Abgeordneten des amerikanischen Repräsentantenhauses, den Mitgliedern des Unterausschusses für Energie und Luftqualität. Hirsch ließ sie aber auch wissen, die Risiken eines Irrtums lägen » beyond imagination« – jenseits menschlicher Vorstellungskraft.
Hirsch ist ein alter Hase im Energiegeschäft. In den 1970er Jahren leitete er das Fusionsenergieprogramm der US-Regierung, später stand er unter anderem in Diensten der Ölfirma Arco und war für den Think Tank RAND tätig. Heute ist er Energieberater von SAIC, einem Forschungskonzern mit weltweit mehr als 43000 Mitarbeitern.
Vor gut einem Jahr lieferte Hirsch dem US-Energieministerium einen Bericht über den bevorstehenden Höhepunkt der weltweiten Ölförderung ab. Seine Botschaft: Peak Oil markiert nicht einfach die nächste Energiekrise; es verursacht eine Megakrise. Irgendwann, »bald«, vielleicht in 20 Jahren, so genau weiß Hirsch das auch nicht. Er glaubt aber zu wissen, dass viel Zeit braucht, wer sie entschärfen will. 20 Jahre vorher sollten die Vorbereitungen schon starten, meint Hirsch.
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- Datum 20.04.2006 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 20.04.2006 Nr.17
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Den Fehlinformationen bezüglich einer schlechten, oder gar negativen Energiebilanz regenerativer Energiequellen muß ich hier entgegentreten.
Immer noch halten sich diese Märchen, die entweder aufgrund von Unkenntnis, Dummheit oder Absicht immer noch anzutreffen sind.
Hier gibt es eine umfangreiche Liste über die aktuellen Energiebilanzen:
[ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ]
Kaum jemand wird bestreiten, daß die Photovoltaik die zweifellos teuerste Methode der regenerativen Energiegewinnung ist. Zumal, da ca. 40-50% des Gesamtenergieverbrauches zum Heizen verwendet wird, was viel effizienter von Solarthermie bedient werden könnte.
cu
"Unzweifelhaft ist jedoch, dass es noch längst keine Alternative gibt. Der große Irrweg Photovoltaik vernichtet zwar zum Glück nur einen kleinen Teil der Energie (PV verschluckt 20 mal mehr Energie, als sie zurückliefert), weil zum Glück weltweit nur Wenige dem Irrtum unterliegen,
Solarenergie sei ein Ausweg,
Windkraft schafft man eben 1:1, produziert also knapp die Menge an Energie, die hineingesteckt worden ist (immerhin aber mit guten Aussichten, dieses Verhältnis zu verschieben),
auch die Umwandlung von Biomasse in flüssige oder gasförmige Energie verschlingt immer noch weit mehr Energie, als wieder nutzbar ist,
alle weiteren Spielereien dito.
(alles anhand der Preise kalkulierbar)."
Genau das wird in solchen Debaten von den Befürwortern gerne unterschlagen. Wir brauchen Alternativen zu Öl und Gas, gar keine Frage. Aber im Moment sind wir noch unglaublich weit davon entfert. Wenn eine Solarzelle mehr Energie kostet, als sie jemals wieder einbringen kann, und nur durch Subventionen wieder z.T. refinanziert wird, dann sehe ich da keinen Unterschied zu den Steinkohlesubventionen - beides ist ineffizient.
Besser wäre da schon das Subventitionsgeld in Forschung umzuleiten, um Technologien zu entwickeln, die wirklich das bringen, was sie sollen, nämlich Energie.
Leider ist das Thema ideologisch viel zu vermint, dass man hier eine ernsthafte Kosten-Nutzen Diskussion starten könnte.
Auch Sie träumen von der angeblich billigen Solarenergie?
Dann erklären Sie doch bitte, warum diese Energieform seit vielen Jahrzehnten hochsubventioniert werden muss - ohne dass ein Ende absehbar ist!
Die elt. Kilowattstunde aus einer Solaranlage kostet 1 Euro,
und zwar schon (fast) immer.
Vergleichbarer konventioneller Strom kostet nur 5 ct.
(Und, wohlgemerkt: Die Solaranlage wurde genau mit diesem billigen und umweltschädlichen Strom fabriziert!! Ergo: Die Umweltverschmutzung ist bei PV 20fach höher bereits geschehen, BEVOR die Anlage Strom produzieren kann!)
Die TU-Berlin lügt (ganz simpe+frech), wenn sie der PV eine positive Energiebilanz bescheingt:
Sie betrachtet nur den reinen Materialanteil einer Solarzelle,
nicht jedoch all die Energie, die zusätzlich investiert werden muss (Gebäude, Maschinen, Arbeit fff).
So ähnlich lügt auch die Atomindustrie, wenn sie behauptet, Atomkraft wäre sauber.
Tatsache ist:
In Photovoltaik wird in größerem Maßstab NUR noch da investiert, wo sie hochsubventioniert wird (also praktisch nur noch in Deutschland),
in ärmeren Staaten mit sehr viel Sonne (z.B. Afrika) wird PV als viel zu teuer NUR da eingesetzt, wo noch kein Großkraftwerk bzw. Leitungsnetz existiert.
Mit der PV-Subvention in Deutschland wird nicht die deutsche Industrie unterstützt, sondern PV-Fabriken in Südostasien.
Da werden PV-Zellen nämlich wegen billigerer Arbeit billiger produziert und hier verkauft.
Wie gesagt: ein Milliarden verschlingender technologischer Irrweg. Nicht ohne Grund von der Atomindustrie gesponsort.
Ich meine, der Ölpreis sei immernoch deutlich zu niedrig. Deshalb, weil ein grosser Teil der Bevölkerung zwar über die Preise meckert, aber nur wenig Änderung im Verhalten zeigt. Die Preise müssen weiter steigen, um eine Änderung im Verhalten zu bewirken, gleichzeitig werden Alternativen (außer den regenerativen leider auch kanadischer Ölsand) attraktiver, so dass sich die Diskussion um Subventionen erübrigt.
Meine persönlichen Eindrücke zum Verhalten:
1. Die Effizienzsteigerungen in den Automotoren werden vorwiegend in zusätzlichen PS umgesetzt und weniger in reduziertem Verbrauch. Die Industrie könnte auch sparsame Autos bauen, die sind aber anscheinend schwer abzusetzen.
2. Von sparsamer Fahrweise kann trotz gestiegener Benzinpreise kaum eine Rede sein. In einer Fahrstunde kann man beim ADAC lernen, wie man ohne Schleichfahrt über 15% sparen kann. Wird wenig nachgefragt und ist nicht im Pflichtprogramm der Führerscheinausbildung.
3. Strom wird in zentralen Anlagen erzeugt, dabei bleiben thermodynamisch unvermeidbar je nach Temperatur ein Grossteil (meist mehr als die Hälfte) der Energie als Abwärme übrig. Die werden zu oft einfach in die Luft geblasen.
Die Idee, Strom in vielen dezentralen Häuserkellern zu erzeugen und die Abwärme zur Heizung zu nutzen setzt sich gegen das Gezeter der Stromindustrie erst allmählich durch. Dabei ist Strom viel leichter zu transportieren als Fernwärme.
Auch wenns noch in der Zukunft liegt: Die Abwärme von PKW Motoren schiesst hinten durch den Auspuff. Stiege die Leistungsfähigkeit von Batterien bzw der Brennstoffzelle, könnte man die Autos elektrisch antreiben und durch Kraftwärmekopplung selbst diese Abwärme zum Heizen nutzen.
4. Ein Teil meiner Bekannten hat nichtmal Energiesparlampen montiert.
5. In fast jeden elektrischen Gerät sitzt der Schalter hinter dem Trafo, so dass der trotz Ausschalten weiter seine Blindleistung durch die Hysterese zieht. Völlig sinnlos, spart wenig bei der Herstellung und kostet viel im Betrieb. Der Käufer selektiert jedoch vorwiegend nach dem Anschaffungspreis, daher wenig Besserung in Sicht.
6. Kaum einer setzt Wärmepumpen ein. Dabei kann dieser umgekehrt laufende Motor aus einer Kilowattstunde mechanischer Energie ein Vielfaches and Wärmeenergie erzeugen, denn hier wirkt sich die Inneffizienz von Punkt #3 als Effizienz aus. Zudem braucht man warmes Abwasser nicht einfach ablaufen zu lassen, sondern könnte mit einer Wärmepumpe ihm vorher die Wärme entziehen.
7. Ein Grossteil meiner Bekannten ist nicht in der Lage, aus dem Stand seinen jährlichen Strom-, Wasser- und Ölverbrauch zu beziffern. So können sie schlecht Sparpotentiale entdecken.
Anstatt das gewaltige Potential der physikalisch möglichen Effizienz auszureizen, durch die man zum guten Teil sogar mehr als an Investition nötig einsparen könnte, verheddert sich die Diskussion lastig in Glaubenskriege um die beste Energieversorgung. Die eine beste wird es vermutlich nie geben, sondern eine Mischung von unterschiedlichen Technologien, bei der jede ihre Berechtigung hat.
Wären wir sparsamer, hätten wir bis zum Ausbrennen der konventionellen Quellen mehr Zeit, bei gleichzeitig reduzierten Kosten wegen reduzierter Kapazität. Wir könnten physikalisch und technisch deutlich sparsamer sein ohne unseren Lebensstil wesentlich zu ändern.
Kaum einer wirtschaftet an der Grenze des physikalisch und technisch Möglichen. Und deshalb sind die Preise auch heute noch deutlich zu billig. Obwohl mich die Steigerungen auch persönlich treffen freue ich mich auf das Ende der billigen Energie, denn sie ebnet endlich den Weg für intelligentere Lösungen auf breiter Front.
FR
Den Gedanken, dass die Verknappung des Öls eine wirtschaftliche Megakrise auslösen kann, halte ich für unbedingt richtig. Fast unser gesamter Wohlstand beruht auf der Automobilindustrie, die wie keine andere vom Erdöl abhängig ist. Es wäre einmal interessant herauszufinden, was passieren würde, wenn unsere Automobilindustrie zusammenbricht. Arbeitslosigkeit in zweistelliger Millionenhöhe, Staatsbankrott, soziale Verelendung usw. .
Die Gesellschaft sollte sich am besten schon jetzt Gedanken darüber machen, wie man ein Zusammenleben ohne grenzenlose Mobilität bewerkstelligt. Von den letzten 50 Jahren abgesehen ist die Menschheit in ihrer Geschichte bisher gut ohne Autos ausgekommen. Das automobile Zeitalter geht seinem Ende entgegen und das muss nicht unbedingt schlecht sein. Es kommt bloß darauf an, ob man es schafft, sich auf dieses Ende vorzubereiten.
Hallo
Genauso wie heute niemand mehr mit Kohle sein Wohnhaus heizt wird dies in 30 Jahren wohl keiner mehr mit Heizöl machen. Auch dies hätten unsere Eltern in den 60 Jahren wohl kaum erwartet.
Ob nun Öl und Gas nach 40 oder 80 Jahre zu ende geht ist unerheblich.
Wenn mann alles zurückführt geht alle Energie (ausgenommen Uran-Atom) auf die Sonne zurück, also kann es doch nur am sinnvollsten sein dies direkt zu nutzen.
Diese Diskussionen über Energierücklaufzeiten und Wirkungsgrade sind doch 2-rangig wenn keine andere Versorgung da ist, wird sich jeder über günstigen PV Strom freuen.
Es muss umgesteuert werden und zwar möglichst schnell.
Mfg Ralf Sparwel
Ich bin mir nicht sicher wohin das führen soll? Ich sagte bereits, das es völlig unmöglich ist, Erdöl UND Atomkraft durch Nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen und jetzt möchten Sie auch noch die Kohle ersetzen!
Bis die Fusionsreaktoren kommen, ist die Deutsche Volkswirtschaft schon längst Geschichte, und selbst wenn das doch schneller gehen sollte, wird die Erdöl-Lobby den Bau verhindern, ganz zu schweigen von der Frage ob wir das Geld für den Bau noch hätten. Ich muss Ihnen noch etwas sagen, die Wertschöpfung beim Erdöl findet zum großen Teil beim Deutschen Staat statt. Glauben Sie wirklich, unsere Politiker hätten ein Interesse sich diese Einnahmequelle kaputt zu machen? Nein, so gut wie alles, was getan wird, ist reine Augenwischerei. Ein bisschen Kernkraft wird durch ein bisschen weniger Nachwachsende Rohstoffe ersetzt. So etwas geht leicht und stört die Erdöl-Lobby natürlich auch gar nicht. Unter Rot-Grün sind die Erdölimporte gestiegen und nicht gefallen, obwohl eine Menge Geld in angebliche Alternativen gesteckt wurde. J.S.
JdotSdot, Sie haben folgendes geschrieben:
"JS:Ich bin mir nicht sicher wohin das führen soll? Ich sagte bereits, das es völlig unmöglich ist, Erdöl UND Atomkraft durch Nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen und jetzt möchten Sie auch noch die Kohle ersetzen!"
Der einzige Streitpunkt ist nicht ob, sondern wann wir diese Energiequellen ersetzen müssen. Das ist Fakt, alleine aufgrund der Endlichkeit fossiler und atomarer Energieträger.
Das dies nicht in den nächten 50 Jahren der Fall sein wird, ist imho unstrittig. Das bedeutet, daß wir auch 2050 noch Kraftwerke haben werden, die Kohle und Öl, aber vor allem Gas verfeuern.
Und im übrigen bin ich durchaus der Meinung, daß wir Atomenergie UND Erdöl durch regenerative Energie ersetzen könnten. Aber nicht innerhalb der nächsten 20 Jahre und nicht mit hier und da mal ein Bauernhof mit Biogas-Anlage. Dies erfordert deutliche Kraftanstrengungen.
Und wie ich schrieb, werden wir nicht unseren gesamten Energiebedarf aus Regenerativen Energien decken können, selbst wenn wir große Erfolge in Sachen Energiesparen feiern könnten.
Diese Lücke kann - und sollte - die Fusionsenergie decken.
Ferner haben Sie geschrieben:
"JS:Unter Rot-Grün sind die Erdölimporte gestiegen und nicht gefallen, obwohl eine Menge Geld in angebliche Alternativen gesteckt wurde."
Bei gestiegenem Gesamtenergieverbrauch ist das nicht verwunderlich.
Es ist auch nicht verwunderlich, da im selben Zeitraum andere Kraftwerke (KKW Stade, alte Stein - Braunkohlekraftwerke) vom Netz genommen wurden.
Es ist nicht verwunderlich, da das Gesamtverkehrsaufkommen steigt.
cu
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