Internet Surfen ohne StolperfallenSeite 2/2

Doch schon an einer korrekten Programmierung, die den Standards des in diesen Fragen maßgeblichen World Wide Web Consortiums (W3C) entspricht, scheitern viele, die im Internet Geschäfte machen wollen. So ergab im vergangenen Jahr eine Untersuchung des nichtkommerziellen Validome.org-Internet-Projekts, dass nicht einmal vier Prozent der deutschsprachigen Internet-Seiten in vollem Umfang den W3C-Regeln gerecht werden.

Gleichwohl seien viele Online-Shop-Betreiber in Sachen Barrierefreiheit sensibler geworden, beobachtet Ulrike Peter. Dazu beigetragen hat der öffentlichkeitswirksame BIENE-Award, der zusammen von der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen jährlich für besonders gelungene barrierefreie Internet-Auftritte verliehen wird. So gewann im Jahr 2004 die Postbank die Auszeichnung in Gold für ihren Zugang zum Online-Banking.

Dass sich auch 30.000 verschiedene Artikel ohne Hindernis präsentieren lassen, stellte der IT-Fachhändler Logiway aus Berlin unter Beweis. »Selbst einen Shop dieser Größenordnung kann man barrierefrei gestalten«, sagt Dietrich Boelter von der Online-Agentur A&B.face2net, die den Auftritt entworfen hat. Der Lohn der Mühe: ein BIENE-Award in Bronze.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. ???

    Also folgendes: Ein Screenreader ließt dem Nutzer nichts vor. Die Übersetzung "Bildschirmleser" ist natürlich wirklich leicht falsch zu verstehen. Darum wird es nicht nur hier sondern auch in vielen anderen Quellen falsch interpretiert. Es sieht aber so aus, dass der Screenreader an sich nur die Inhalte der Oberfläche "ließt" und sie dann an eine Sprachausgabe oder Braillezeile oder Großschriftausgabe oder andere Ausgabegeräte weiter gibt.
    Zweitens sieht es so aus, dass die Internetseiten von "Die Zeit" auch nicht wirklich barrierefrei ist. Irgendwie unglaubwürdig. Finde ich zu mindestens.
    Aber cool, dass hier ein großes Problem mit wirtschaftlichen Aspekten erläutert wird. (Die Seiten des Bundes, die ab den 01.01.05 eigentlich auch alle "barrierefrei" sein sollten, weisen immer noch große Hindernisse auf)

  2. Nur 4 % der deutschen Webseiten wirklich barrierefrei - da muss aber noch einiges getan werden! Anfang September findet in Erlangen ein Kongress zur Barrierefreiheit statt:
    http://www.webkongress.un... Da gibt es für Web-Entwickler und andere Interessierte sicher einiges an Lernstoff und Anregungen.

  3. Recht hat er, der Herr Hammer. Selbst mir als "nicht Behindertem" fällt es manchmal schwer zu entscheiden, wo ich denn nun klicken muss, damit das passiert, was ich will. Da passt es doch, dass der Text unter "Wirtschaft" steht (und nicht unter "Wissen"): Wer die Bedienung erschwert, wer Informationen versteckt (ich sage nur: Flash-Grafiken!), der soll sich doch nicht wundern und hat dann auch die wirtschaftlichen Konsequenzen zu tragen ...

    Wer wissen will, wie und warum man es besser machen kann, kann sich beispielsweise auf der Website www.mehr-wert-fuer-alle.de informieren. Der Trägerverein hält nächste Woche (10./11. Mai 2006) eine öffentliche Tagung in Kaiserslautern.

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