Fluggesellschaft Das fliegende Raucherzimmer

Ein Gespräch mit Alexander W. Schoppmann, Chef von Smoker's International Airways, einer neuen Fluggesellschaft speziell für Raucher, die im Oktober an den Start gehen will

Herr Schoppmann, als Chef von Smintair sind Sie sicher Kettenraucher?

Nein, anderthalb Schachteln am Tag. Ich habe sogar mal acht Monate lang gar nicht geraucht.

Der Trend geht eindeutig in Richtung Rauchverbot – auch für deutsche Gaststätten könnte es ja kommen –, die allermeisten Fluglinien sind längst qualmfrei. Werden Sie mit Ihren Raucherflügen nicht gegen das Gesetz verstoßen?

Es gibt keinerlei Gesetze, die das Rauchen an Bord verbieten. Die Fluggesellschaften haben sich diese Regeln selbst gemacht, weil Nichtraucherflüge einfach billiger sind: Da muss man die Lüftungsfilter nämlich seltener wechseln. Das ist der Grund, warum es nur noch ein paar ganz kleine Airlines gibt, die das Rauchen auf manchen Strecken nicht verbieten.

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Glauben Sie genug Kunden zu finden, die ohne Zigarette Langstrecken nicht aushalten?

Da geht es nicht ums Aushalten. Es geht darum, dass man rauchen kann, wenn man will. Außerdem wollen wir nicht nur Raucher gewinnen, sondern auch Menschen, die Luxus schätzen. Wir wollen die Concorde-Klientel, die keine Lust hat, mit den Kniescheiben in den Nasenlöchern dazusitzen und zwölf Stunden zu leiden.

Eine »Holzklasse« bieten Sie gar nicht erst an.

Nein, wir haben nur First und Business Class. Außerdem werden wir eine Lounge an Bord einrichten, in der man gehen, stehen und sich setzen kann. Wir haben in der Boeing 747-400 genug Platz, um sogar einen Laufsteg einzurichten, wir können »Modenschauen im Himmel« machen, neue Autos vorstellen oder künstlerische Events ausrichten. Der lange Flug soll kurzweilig werden.

Was soll der Spaß denn kosten?

Nicht mehr als zum Beispiel bei der Lufthansa: Hin und zurück nach Tokyo in der Business Class so etwa 6500, in der First 10 000 Euro. Die Strecke gehört zu den bestbezahlten Frachtrouten, daran werden wir auch verdienen, außerdem setzen wir stark auf Sponsoring. Teuer sind natürlich die beiden Maschinen, der Treibstoff und das Personal, weil wir mindestens fünf Mannschaften brauchen.

Wie viele Angestellte wird Smintair haben?

Rund 100.

Leser-Kommentare
  1. da will man Luxus bieten und gleichzeitig wird alles voll gequalmt! Für mich ist das ein Widerspruch in sich.

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  • Quelle DIE ZEIT, 27.04.2006
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