Netzwelt Das Vitamin-B-NetzSeite 2/2
Neben den Kontaktadressen bietet openBC auch die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu suchen. Jedes unterstrichene Wort verweist auf alle anderen gleichen Stichwörter in sämtlichen Profilen der openBC-Nutzer. Ein Beispiel: Klickt man in einem Profil in der Rubrik »Ausbildung« auf »Duke University«, erhält man derzeit eine Liste von genau 172 Nutzern, die ebenfalls an dieser amerikanischen Universität studiert haben – und die sämtlich bei renommierten Unternehmen tätig sind. Auch Hobbys sind vernetzt – beim Stichwort »Yoga« zeigt das System mehr als 200 Personen, die diesen Sport ausüben.
Zur Gründung von openBC fühlte sich Hinrichs von der Theorie inspiriert, nach der jeder Mensch mit jedem beliebigen anderen Menschen auf diesem Planeten durch höchstens sechs Kontakte miteinander verbunden ist. Diese so genannte Small-World-Hypothese stellte der Soziologe Stanley Milgram in den sechziger Jahren auf, und Wissenschaftler der Columbia University in New York wiesen sie im Jahr 2003 mit 61.000 Versuchspersonen nach. »Mich haben schon immer die Kontakte meiner Kontakte aus dem Outlook (E-Mail-Programm) interessiert«, erzählt Hinrichs.
Den Erfolg des Netzwerks erklärt sich Nils Rüstmann, Eventmanager und Gründer der Firma imedianetwork, letztlich folgendermaßen: »Man sieht ein Foto, die Position und gemeinsame Bekannte. Leichter kann man keinen Kontakt anbahnen.« Man rückt dem andern schon näher, bevor man ihn angerufen hat. Rüstmann selbst zählt mit 5500 Kontakten zu den agilsten Netzwerkern bei openBC.
Für die schnelle Ausbreitung von openBC entscheidend ist nach Hinrichs Einschätzung, dass zufriedene Nutzer sein Angebot weiterempfohlen haben und das im Internet sehr schnell spürbar wird. Er nennt es »virales Marketing«. Schneeballsystem möchte er lieber nicht sagen, das sei so negativ behaftet. Und offenbar schätzen die Mitglieder das Netzwerk wirklich. Das zeigt die wachsende Zahl von openBC-Partys und -Empfängen. Schon beim ersten Treffen füllten 1200 Mitglieder das halbe Hippodrom-Zelt auf dem Münchner Oktoberfest.
- Datum 27.04.2006 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 27.04.2006 Nr.18
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open BC war eine gute Sache. Doch eben der Erfolg der Plattform macht sie nun zu einer Last, die es wenig erträglich macht, Mitglied zu bleiben - zumindest wenn man kein Interesse an abendlichen Headhunter-Anrufen oder entsprechenden Emails hat. Hoffnungslose Stümper erzählen von großen neuen Aufgaben und interessanten Tätigkeitsfeldern.
Und dass eben hier open BC überhaupt keinen wirklichen Schutz bietet führt zu einer "more harm than good"-Situation.
Man muss der ZEIT zum Glück nur selten eine schlampige Recherche vorwerfen, diesmal aber schon. Der Autor hat ein paar Sachen nur halb verstanden und entsprechend falsch wiedergegeben. So entsteht etwa der Eindruck, nur Premium-Nutzer könnten in OpenBC Kontakte zu anderen legen und wären per Mail erreichbar. Nach diesem Artikel muss man den Eindruck haben, die kostenlose OpenBC-Mitgliedschaft sei ziemlich nutzlos, aber das ist keineswegs der Fall.
Ich bin nicht sicher, ob man hier Links platzieren darf - wenn ja, dann ist hier ein Ciao-Bericht von mir zum gleichen Thema, der ein paar Sachen richtiger darstellt:
http://www.ciao.de/OpenBC...
Loben muss ich die ZEIT aber immerhin dafür, dass sie das interessante Thema überhaupt mal aufgreift.
Arbeitslose können sich bei openBC nicht "ehrlich" und kostengünstig registrieren. Erstelle ich "mein Profil", kann ich nur zwischen FreiberuflerIn, Selbstständig und noch anderen Optionen wählen. "Arbeitslos","Arbeitssuchend" als anklickbares Merkmal und wahrheitsgemäßen Stand ist anscheinend bewusst ausgelassen worden.
ch war bisher der Meinung, Journalismus heißt, sich kritisch mit einer Intitution auseinanderzusetzen. Das bedeutet, Positives und Negatives in einem Text über eine Institution zu nennen.
Der Verfasser des Artikels hat eine hymnische Arie über openbc geschrieben. Das was er geschrieben hat, unterscheidet sich in nichts von dem, was man auch in den Pressemitteilungen von openbc liest. Von einem unabhängigen Journalisten erwarte ich einen Mehrwert an Informationen. Dieser Mehrwert wird nicht gegeben. Hätten Sie sich mit Vielnutzern des Systems unterhalten, wäre ein anderes objektiveres Bild entstand.
Kritik ist nicht negativ. Vorschläge zur Verbesserung sind als eine freundliche Aufforderung von Nutzern zu verstehen, den Gebrauchswert eines Netzwerkes für die Mitglieder zu erhöhen.
Neues steht übrigens in dem Artikel nicht drin. Schauen Sie mal die Leute von Spiegel an: Die schreiben keine Werbebotschaften ab, die haben einen ganz toll recherchierten Artikel zum Thema unter:
http://www.spiegel.de/net...
ins Netz gestellt!
Lieber Herr Redakteur,
dieser Artikel ist dem Anspruch der Zeit unwürdig. Kennen Sie weitere Internet-Netzwerke? Wohl kaum. Passado beispielsweise ist Europas grösste Social Networking Community mit mehr als 4 Millionen Mitgliedern. Sie sprechen von amerikanischen Netzwerken, nennen aber keines beim Namen. Ein Blick über den Tellerrand hätte gutgetan. Wo die Zahl von 30 Prozent Premium-Nutzern herkommt (Branchenschätzung: Wer schätzt das?) können Sie nicht belegen. Einen Menschen anzuführen, der 5500 Kontakte hat, finde ich eher belustigend. Meinen Sie, dass der davon 2000 schon mal Face to Face gesehen hat? Oder ist der einfach fleißig im Anklicken? Einfach PR-mäßig übernommene Passagen "als europäischer Markt- und Technologieführer etabliert - Jetzt hat openBC die Chance, diesen Vorsprung weiter auszubauen und sich einen Milliardenmarkt zu erschließen" sind mehr als peinlich. Verraten Sie uns, wie dieser Artikel zustande gekommen ist? Vielleicht wegen der räumlichen Nähe in Hamburg? Dass hier kein Missverständnis aufkommt: Ich finde OpenBC eine ganz tolle Internetseite. Aber diesen Artikel für den gebildeten Leser eine Frechheit!
Wie sang Frau Hagen so schön in "TV-Glotzer"?: .. ist alles so schön bunt hier!..." Wahrscheinlich hat sich der Autor dieses OBC-Jubelartikels genauso gefühlt wie der von Frau Hagen persiflierte Glotzer, als er beim von der netten Agenturfrau anberaumten Termin bei Hinrichs auf dem Schoß saß. Oder war´s der Volo? Dann würd´ich mal sagen: ham uns alle schon mal verscheissern lassen. Aber daß der Herr Redaktor einen so schlecht ausrecherchierten Artikel durchliess (Wettbewerber! Gegenpositionen! Einordnung ins Web-Business!...) - das ist der Zeit nicht würdig.
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