Ausländer Auch wir sind Deutschland
Sie selbst oder ihre Eltern sind eingewandert: Ein Software-Unternehmer, eine Juraprofessorin, ein Musikproduzent, ein Gastronom und ein Universitätsgründer erzählen, wie sie es nach oben geschafft haben
In der Welt, in der ich mich herumtreibe«, sagt Mousse T., »spielt es eigentlich keine Rolle, woher du kommst – solange du cool bist.« Der Discjockey und Produzent aus Hannover gilt in seiner Welt – der internationalen Popmusikszene – ohne Zweifel als cool. MousseT. wurde 1998 als erster europäischer Produzent aus Europa für einen Grammy nominiert, die höchste Auszeichnung der Musikindustrie. Er hat mit Michael Jackson und Quincy Jones gearbeitet. »Dass ich ein deutscher Türke bin, war lange kein Thema«, sagt der Mann mit dem eleganten Kinnbart, der eigentlich Mustafa Gündogdu heißt und 1966 als Sohn eines türkischen Arztes in Hagen geboren wurde. Er schätzt die Popkultur nicht zuletzt dafür, dass man dort nicht auf seine Herkunft festgenagelt wird. Doch die Frage, woher er kommt, wird zurzeit wieder wichtiger.
Nicht ohne Stolz erzählt er, dass man ihn in Amerika für einen Engländer und in England für einen Amerikaner hält. Aber in jüngster Zeit gibt es häufiger Momente, in denen die Flucht in die Coolness nicht gelingen will. Für seine vielen türkischen Fans in Deutschland wird immer wichtiger, dass er einer von ihnen ist. Sie nennen ihn Abi – »großer Bruder« – und sind stolz darauf, dass ein Türke es auf die ganz große Bühne geschafft hat. Je mehr von Bildungsversagen, Parallelgesellschaften und Integrationsproblemen die Rede ist, umso mehr klammern sie sich an Erfolgsgeschichten wie seine. Herr Gündogdu ist ein mittelständischer deutscher Unternehmer, der in seinem Tonstudio auf dem ehemaligen Expo-Gelände in Hannover 20 Festangestellte beschäftigt.
Warum aber ist er bei der Mehrheit im Lande nicht bekannter? Er hat für Tom Jones einen Welthit (Sex Bomb) geschrieben und produziert – und wurde doch bei der Echo-Preisverleihung nicht einmal erwähnt. »Man sieht mich nicht als deutschen Künstler«, sagt er. Er bekennt ohne Zögern, er sei »stolz, ein Deutscher zu sein, weil dies ein kreatives Land ist«. »Wenn ich Deutschland wäre«, wundert er sich, »würde ich mir die Erfolge der Einwanderer an die Brust heften.«
Wenn Mousse T. im Konjunktiv von Deutschland spricht, liegt ein Hauch von unerwiderter Liebe und versagter Anerkennung in der Luft. Wer mit erfolgreichen Unternehmern, Künstlern und Akademikern spricht, die als Migranten nach Deutschland kamen, wird immer wieder auf diesen Ton stoßen. Die deutsche Öffentlichkeit hat nämlich nicht nur die Misserfolge vieler Zuwanderer viel zu lange ignoriert. Sie hat auch versäumt, die beeindruckenden Aufsteigergeschichten gebührend zu feiern und ihrem Selbstbild einzuverleiben. In Ländern, die mit Einwanderung mehr Erfahrung haben, wie etwa die Vereinigten Staaten, Kanada oder Australien, werden solche Erfolgsgeschichten an die große Glocke gehängt. Aufsteiger unter den Migranten werden als Vorbilder – auch für die Einheimischen – gepriesen. Ihre Geschichten werden zum Bestandteil der offiziellen Mythologie: Kein Einwanderungsland kann ohne Werte wie Tüchtigkeit und Unabhängigkeitsstreben erfolgreich sein.
In ihren Augen ist Deutschland ein Land der Chancen und Ideen
Es ist nicht schwer, solche Geschichten auch in Deutschland zu finden. In der Kulturszene gibt es immer mehr erfolgreiche Türken – wie den Schriftsteller Feridun Zaimoglu, den Filmemacher Fatih Akin oder den türkisch-arabisch-deutschen Comedian Kaya Yanar. Man kennt vielleicht noch den Vorzeigeunternehmer Vural Öger und Fußballprofis wie die beiden Altintops oder Yildiray Bastürk. Und dann wird es allmählich dunkel.
Doch in dem toten Winkel des öffentlichen Bewusstseins tummeln sich viele interessante Figuren. Die Geschichten der Zuwanderer, die es zu etwas gebracht haben, erzählen von Deutschland als einem Land der Chancen und Ideen – fast wie in den Imagekampagnen, mit denen sich das Land derzeit selbst beweihräuchert, ohne den Beitrag eines einzigen Einwanderers zu würdigen.
Da ist zum Beispiel Erman Tanyildiz, der 1970 als Student an die TU Berlin kam. Mit seinen zahlreichen Unternehmensgründungen – vom Catering über Spezialschweißtechnik bis zum Anbieter beruflicher Bildung – hat er ein großes Vermögen erworben, von dem sein fliederfarbener Bentley beredt zeugt. Nun hat er nach einem Intermezzo als Biobauer auf Ibiza eine eigene private Fachhochschule am Ernst-Reuter-Platz gegründet. Der erste Jahrgang von Bachelor-Studenten an der OTA-Hochschule wurde erfolgreich verabschiedet. Edzard Reuter und Rita Süssmuth – Letztere als Präsidentin der Hochschule – unterstützen das Projekt. Erman Tanyildiz hat sich eine Hochschule geschaffen, wie er sie selbst gern erlebt hätte – praxisnah und campusorientiert, mit Anwesenheitspflicht für Studenten wie Professoren. Es geht nicht ohne Studiengebühren, aber Einwandererkinder können besondere Förderung bekommen. Tanyildiz sagt, Schröders Green-Card-Initiative habe ihn zu dem Projekt getrieben: »Wir können unsere Bildungsprobleme doch nicht über Import lösen! Während hoch begabte Migrantenkinder am deutschen System scheitern, konkurrieren wir um die Inder, die nicht kommen wollen – so geht es doch wirklich nicht!« Über das Wort »Migrationshintergrund« kann er sich in Rage reden. »Ich spreche seit 46 Jahren Deutsch, habe einen deutschen Pass, eine deutsche Frau, deutsche Kinder, und ich habe viele Millionen Steuern bezahlt. Und nun«, fügt er schelmisch hinzu, »habe ich das Schwerste überhaupt vollbracht – in Deutschland eine Hochschule zu gründen. Was muss ich noch tun, bis ich einfach nur ein Deutscher bin, der zufällig aus der Türkei stammt? Ich bin kein Migrant mehr, ich habe keinen Migrationshintergrund, ich bin ein türkischstämmiger Deutscher! Auch das ist Deutschland. Auch wir sind Deutschland.«
Auch diese strahlende junge Frau gehört dazu, die im Alter von 28 die jüngste Professorin wurde, die jemals in Deutschland einen Lehrstuhl bekam. Als wäre ihre Jugend nicht erstaunlich genug, hat sie auch noch drei Üs im Namen und kommt aus einer kinderreichen türkischen Arbeiterfamilie im Wedding. Zümrüt Gülbay, zurzeit an der Fachhochschule Anhalt in Bernburg, ist spezialisiert auf Wirtschafts- und Medienrecht. Der Vater arbeitete in einer Schokoladenfabrik, die Mutter am Band, und doch machten alle vier Töchter Abitur. Frau Gülbay scheut vor Pathos nicht zurück, wenn sie von Deutschland spricht: »Ich kann diesem Land nicht genug dafür danken, dass es mir durch das kostenlose Studium eine Chance gegeben hat.«
Für sie waren Schule und Universität keine Zwangsanstalten, sondern Freiräume. Wenn die deutschen Mitschüler und Kommilitonen sich über das Pensum beklagten, meldete sie sich freiwillig für Zusatzaufgaben. Gegen die »Vereinnahmungstendenz der türkischen Familie« (Gülbay) baute sie sich durch Bildung ihre eigene Welt. Die Eltern unterstützten sie, doch als sie eines Tages einen deutschen Freund hatte, kam es zum Eklat: »Ich musste mich zwischen meinem Glück und meiner Familie entscheiden.« Der Vater sprach jahrelang nicht mehr mit ihr, und sie mied den Wedding.
Zümrüt Gülbay glaubt, dass nicht zuletzt solche Konflikte sie zu der erfolgreichen Frau gemacht haben, die sie heute ist. »Wenn sie so früh lernen, existenzielle Entscheidungen zu treffen und sich zu behaupten, gehen sie mit Ernst und Entschlossenheit durchs Leben.« Sie habe die deutschen Mitschülerinnen beneidet, die freier aufwuchsen als sie: »Aber Christine Müller, deren blonde Haare und deren Namen ich so gern gehabt hätte, steht bei Edeka an der Fleischtheke.«
Sie möchte kein Postergirl für gelungene Integration werden. Eigentlich äußert sie sich überhaupt nicht gern zur Ausländerpolitik: »Fragen Sie mich doch zum europäischen Wettbewerbsrecht, möchte ich manchmal sagen.« Es beunruhigt sie, dass die Türken sich immer stärker zurückziehen. »In meiner Schule gab es damals kein einziges Kopftuch. Heute sehen sie immer mehr davon.« Oft fragen türkischstämmige Studentinnen sie um Rat, ob sie ihren deutschen Freund vor der Familie geheim halten oder sich lieber zu ihm bekennen sollen. »Ich kann ihnen die Entscheidung natürlich nicht abnehmen. Wenn ich heute in der Integrationsdebatte diese scharfen Töne höre, man müsse sich klipp und klar für Deutschland oder für die Parallelgesellschaft entscheiden – dann kommt mir das sehr lebensfern und ungnädig vor.«
Für ihre Studentinnen ist Zümrüt Gülbay ein Idol, ob sie es nun mag oder nicht. Sie träumt von einem weltoffenen Deutschland, in dem eine Professorin mit drei Üs im Namen keine Exotin mehr wäre. Wie weit der Weg dahin noch ist, hat sie bereits bei ihrem Staatsexamen erlebt: »Der Vorsitzende konnte es sich nicht verkneifen, mich am Ende zu loben, wie gut ich Deutsch spreche. Fast hätte ich gesagt: ›Sie aber auch.‹«
Sandeep Singh Jolly, Gründer und Chef der Berliner Software- und Telekomfirma teta, wird nach 24 Jahren in Deutschland immer noch gelegentlich gefragt, wann er denn »wieder mal nach Hause« fahre. »Ich sage dann gern: ›Jeden Abend!‹« Der 38-Jährige betreut mit seiner Firma hunderte Arztpraxen. Früher hat er die Abrechnungs-Software selbst programmiert. Heute bietet die teta GmbH einen Rundum-Service für die computerisierte Praxis – von der Installation über die Mitarbeiterschulung bis zur Hotline. Mit einer zweiten Firma namens it India vermittelt er Wirtschaftskontakte zwischen Deutschland und Indien.
Wenn er mal U-Bahn fährt, wird über seinen Bart und seinen Turban getuschelt. Er geht darüber lächelnd hinweg, aber es verletzt ihn doch, nach all den Jahren. Er fährt allerdings nicht mehr oft U-Bahn. Herr Jolly lebt mit seiner Familie in einem eigenen Haus am Grunewald. Und wenn er in Maßanzug und Turban im Porsche Cabrio oder in seinem neuen S-Klasse-Mercedes von der Arbeit kommt, sieht er aus wie der wahr gewordene Traum vom Green-Card-Inder, der die deutsche Wirtschaft ankurbelt. Zum indischen Gewürztee reicht er selbstgebackenen deutschen Apfelkuchen: Herr Jolly ist so etwas wie der Idealmigrant, den sich derzeit alle wünschen – hoch gebildet, unternehmerisch erfolgreich, kulturell integriert.
Er muss schmunzeln, wenn er so etwas hört. Seine Geschichte mit Deutschland reicht weit zurück – in eine Zeit, da Inder in Deutschland nicht als Boten der High-Tech-Globalisierung, sondern einfach nur als arme Schlucker galten, die lieber draußen bleiben sollten. Als er 1982 nach Deutschland kam, wurde sein Schulabschluss von einer Elite-High-School in Bombay nicht anerkannt. Nachdem er in Windeseile Deutsch gelernt, die Hochschulreife nachgeholt und nebenbei noch das Charlottenburger Gewürz- und Gemüsegeschäft der Familie geführt hatte, ließ man ihn wegen einer Ausländerquote ein Jahr lang warten, bis er endlich Informatik studieren durfte. Doch Sandeep Jolly ließ sich nicht ausbremsen. Während des zweiten Semesters gründete er mit Kommilitonen eine erste Firma, die Spezial-Software für den Pharmahandel entwickelte. Und dann ging es eigentlich immer so weiter.
Zurückgehen war keine Option, Scheitern kam nicht infrage
Was ist das Geheimnis seines Erfolgs? »Ich habe mich von Anfang an für Deutschland entschieden«, sagt er. Zurückgehen war keine Option, und Scheitern kam nicht infrage. Er musste um jeden Preis in dem fremden Land zurechtkommen. »Die Deutschen haben mich zu Anfang bemitleidet, als ich fast ohne Deutschkenntnisse das Geschäft meines Vaters führen musste. Der arme Junge muss den Laden schmeißen und auch noch Deutsch lernen! Ich habe das nie verstanden. Für mich war es toll. Ich war mein eigener Chef und durfte auch noch eine neue Sprache lernen.«
Fragt man Herrn Jolly, der längst deutscher Staatsbürger ist, nach seiner Identität, dann sagt er: »Ich bin Deutsch-Inder.« An der deutschen Unternehmenskultur liebt er das rationale Planen und Projektieren, an der indischen die Flexibilität und Gelassenheit. Es falle ihm oft schwer, die »deutsche Zaghaftigkeit, den mangelnden Kampfgeist und den Sozialneid« zu verstehen. Wenn er über die Auswüchse des deutschen Sozialstaats klagt, klingt Herr Jolly manchmal fast wie Hans-Olaf Henkel. Auch eine Form der Integration.
Vo Van Long ist im selben Jahr wie Herr Jolly eingewandert – allerdings in das andere Deutschland. Er kam als vietnamesischer Kontraktarbeiter in das Werkzeugmaschinenkombinat »7.Oktober«. Nicht einmal die DDR hat seinen Unternehmergeist einschüchtern können. Herr Long handelte schon im Sozialismus mit allem, was nicht niet- und nagelfest war – unter der Hand natürlich. Heute ist Herr Long ein Tycoon der Asiengastronomie in Deutschland. Unter dem Namen Thang Long, was so viel bedeutet wie »Himmelsdrachen«, betreibt er Imbisse in ganz Deutschland, vom Bodensee bis nach Rügen. Und nun hat er unter demselben Namen in Berlin-Karlshorst das erste vietnamesische Hotel eröffnet. Bei der Innengestaltung stand ein Saigoner Hotel Pate. Baumaterial und Einrichtung wurden aus Vietnam importiert – von den tonnenschweren Granitlöwen am Eingang über den roten Marmor für die Fußböden bis zu den kunstvoll gezwirbelten Rattan-Möbeln. Herr Long zielt mit dem Hotel vor allem auf asiatische Geschäftsleute, die bei Akupunktur und traditioneller Massage, asiatischer Küche und Kulturangeboten ihr Heimweh vergessen wollen. Und natürlich zielt er auf die ungebrochene Begeisterung der Deutschen für gebratene Nudeln und Ente kross, die er schon seit Jahren erfolgreich damit bedient.
Das Hotel, sagt er, solle sein Land repräsentieren. Damit meint der asiatische Preuße, der lange schon deutscher Staatsbürger ist, immer noch Vietnam. Er werde im Alter »sicher zurückgehen«. Es klingt ein wenig pflichtschuldig. Die Mehrzahl seiner 43 Jahre hat er in Deutschland zugebracht. Kürzlich hat Herr Long erfahren, dass das Gebäude an der Treskowallee in den Fünfzigern und Sechzigern die vietnamesische Botschaft in der DDR war. Kann das ein Zufall sein? Wenn es demnächst vollständig fertig gestellt ist, wird es auf seine Art wieder eine Botschaft sein – für den Erfolg des vietnamesischen Geschäftsgeistes hierzulande, und damit auch für ein neues Deutschland.
- Datum 04.05.2006 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT 04.05.2006 Nr.19
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Grundsätzlich bleibe ich dabei, daß es sehr gute Integrationsbeispiele gibt - diese sind nicht sehr bekannt und sie kommen meist auch nicht aus der geschlossenen islamischen Fraktion. Vor allem Osteuropäer integrieren sich oft vorbildlich - denken sie an das Ruhrgebiet mit seiner starken polnischen Fraktion. Diese integrieren sich ganz natürlich und es gibt so gut wie keine Probleme, weil sie grundsätzlich unserer Kultur auch nicht feindlich gegenüber eingestellt sind. Es macht nun keinen Sinn, pauschal alle in einen Topf zu werfen. Das spricht allerdings nicht für eine strenge Quotierung der Zuwanderung, d.h. nach dem Vorbild der USA die Einwanderung aus der islamischen Welt zu unterbinden und die Familienzusammenführung ganz zu stoppen.
Darum wir Europa nicht herumkommen, die Pöbelaufstände in Paris haben dies ja allen verdeutlicht.
Heute in den Nachrichten des NDR hörte ich zum allerersten Mal aus dem Munde des Sprechers das Wort " Einwanderungen " und nicht die aus Berlin angeordnete Bezeichnung, " Zuwanderugen ", die ja kritik- und rückratlos von sämtlichen Medien übernommen worden ist. Na hoffentlich gibts dafür nicht gleich Schelte oder Patschen mit dem Rohrstock vom Intendanten Jobst Ploog für diese kecke, sprachlich eigenwillige ABweichung von der Norm. Aber was hat das denn mit den geschilderten Erfolgsmenschen im Artikel zu tun, höre ich fragen. Eine ganze Menge.
Klar doch, ich verlange von niemandem mehr zu wissen als es jedem individuell möglich ist. Was man aber wirklich von den so genannten Qualitätsblättern und ihren Machern verlangen kann, ist doch wenigstens ein Minimum an kritischer Nachdenklichkeit. Gell. Ansonsten kann ich mir gleich die blonde Köpfchennickerin Sabine Christiansen und ihre infantile Stammtischrunde ansehen.
Wir sehen hier Menschen, oder deren Eltern, die bereits vor 30 oder 40 Jahren ins Land gekommen sind. Was aber bedeutet das? Ein Griff zum " Fischer Lexikon" oder einen Blick ins "...Harenberg" geworfen und schon stellen sich grell leuchtende Erkenntisse ein: Im Jahr 1978 lebten hier insgesamt grad mal 2, 4 Millionen Ausländer. Vielen wurden einigermaßen hohe Abfindungen geboten, wenn sie wieder in ihre Heimatländer zurückkehrten, im Jahre 1982 lebten dann läppische 1,8 Millionen Menschen aus dem Ausland bei uns.
Und nun den banalen HInweis an unsere lebensfremden Berliner Polit-Kardinäle und an den Autor: Wenn sich nur sehr wenige Menschen einer gleichen Volksgemeinschaft im Umfeld befinden, ist es fürs Überleben nötig, sich den Gepfogenheiten des Gastlandes anzupassen. Es ist ein Muss. Tja, und je mehr Menschen einer Kulturgemeinschaft einen umgeben, wozu sich dann um Anpassungen bemühen? Es gibt dazu keinen Grund. In einem Bericht über das Hamburger Karacho -Viertel " Wilhelmsburg" kam ein Türke zu Wort;"...hier ich leben unter Türken und muss nicht lennen Deitsch. Jeder verstähen mech" ! Stimmt. Recht hatte er. So einfach können Lichtblicke sein, dazu muss man wirklich nicht die Bertelsmann Stiftung beauftragen und 500 000 Euro ffür eine Studie zahlen, um diese verblüffend naheliegenden Tatsachen zu erkennen.
Kritiklose Gefälligkeitsforschung und die aus dem Blickfeld geratene political correctness sind keineswegs aus den Köpfen und aus den Medien verschwunden. Im Gegenteil, sie sind lebendiger denn je.
Schauen wir wirklich nicht auf die Erfolge der wenigen ausländischen Einwanderer? Halten wir hier mal fest: Wenn eine winzige Minderheit der Deutschen Mist baut, hat keiner Probleme damit, den Unsinn auf alle zu übertragen und Schuld ´über Generationen weiter zu vererben und zu verallgemeinern. Das ist auch deshalb erlaubt, weil ja hier der gutmenschliche deutsche Selbsthass das Fundament der Identifikation bildet.
UNd schließlich haben eben jene Gutmenschdeppen es den Einwanderern eingeredet, die Deutschen seien durch die Bank meuchelmordende Ungeheuer, Nazis oder mindestens Rechtsradikale.
Wenn dagegen aber fast eine Mehrheit der süd- oder osteuropäischen Einwanderer Polizi, Gerichte, die Sozialämter belasten, immer wieder negativ auffallen, dann darf man dies, so das Reinheitsgebot der kuscheligen Fremdenfreude , nicht verallgemeinern. Dafür sorgen schon die zig Interessenlobbys der Einwanderergruppen oder der behütenden Sozialpädagogen.
Zwischendurch: Mir gefällt es überhaupt nicht, wenn irgendwer irgendwen abmurkst, erschießt, den Kopf abschlägt oder Töchter oder Söhne nach Strich und Faden verprügelt.
Bleiben wir aber mal bei den Zahlen. 1982 lebten hier also nur schlappe 1, 8 Millionen Ausländer.
2005 brüstete sich die gelernte Gutmenschin Renate Künast lautstark damit, "...in Deutschland leben 14 ( Vierzehn !) Millionen Menschen mit Migrationshintergrund...". Davon arbeiten 1,4 Millionen Menschen selbstständig. Die meisten sicher kleine Gemüsehädndler oder Besitzer von Döner-Buden.
Rechnet man dann noch rund 600 000 Arbeiter und Angestellte hinzu, dann sind wir wieder nur bei den 2 Millionen, die hier schon in 1980 arbeiteten. 90 % sind unter- oder nixqualifiziert. Alles unverdächtige Zahlen von staatlichen Stellen erfaßt. Selbst wenn man, wie ich oft, nur das wiedergibt was jedem zugänglich ist, werde ich als "...fremdenfeindlich " etikettiert. Ist mir aber piepegal.
Mir gehts um Land,Leute und um die bis auf den heutigen Tage NIEMALS veröffentlichen Zahlen, die aufgelaufenen und immer weiter ansteigenden Kosten, die uns dieser Zustrom von Menschen seit Mitte der achtziger Jahre über den Kopf wachsen . Derweil hier immer noch so getan wird, als würden die Ausgaben einfach keine Rolle spielen, als koste hier kein Einwanderer auch nur einen müden Cent.
Im Jahre 2005 wurde ich beauftragt das Image eines Vereins aufzupolieren, der sich um die Wiedereingliederung von ehemaligen Knackis kümmert. Drei Monate lang las ich dann beinahe alles rund um Kriminalität und wie es um Strafdelikte in Deutschland mittlerweile bestellt ist: Kein einziger Bereich, der nicht seit 1990 beinahe Jahr für jahr manchmal zweistellig vorm Komma gewachsen ist. Und die Knäste samt und sonders gefüllt mit 1. Osteuropäern, 2. Türken, 3. Südeuropäer.... Zusammen rund 70 bis 80 %.
Und das war die grandiose Überraschung schlechthin: An letzter Stelle der Insassen stehen die Asiaten mit nicht mal 4 % der Insassen! Wss daran so umwirft und übersehen wird, das sollte die " ZEIT " sich mal unter ihre Nase reiben, unter Asiaten wurden Chinesen, Inder, Vietnamesen, Pakistanis und, und, und zusammengefasst. In Asien lebt fast die Hälfte der Menscheit, und von all den Menschen, Einwanderern aus dem Erdteil , fällt hier KEINER unangenehm auf. Darüber würde ich viel lieber reden und schreiben.
ÜBrigens dürften uns die Einwanderungen seit 1988 bislang an die 400 bis 500 Millarden Euro gekostet haben. Kein Wunder, dass man sich nicht getraut diesen Irrsinn den Deutschen vorzurechnen. Wir aber sollen gefälligst die - winzigen " Einnahmen" sehen. Was genug ist, das ist genug.
Herzliche Grüße- und jetzt gehe ich aber in die Sonnne :), gell :), Jürgen E. Gesang, Hamburg
Danke fuer Ihren Beitrag,so eloquent habe ich die Tatsachen schon lange nicht mehr lesen koennen.
Ich las eben grad Ihre Antwort. Na immerhin.
Eigentlich wartet hier eine Menge Arbeit auf mich.
Lieber Herr Saalpeter: Ich schrieb an keiner einzigen Stelle von " Sozialmißbrauch", den Ost-oder Südeuropäer begehen! Einfach nur lesen. Mehr nicht. Es scheint eine deutsche Unart, etwas in Texte reinzuinterpretieren, wofür es nicht den geringsten Anlass gibt.
Jetzt sage ichs mal überdeutlich.
Bei der - und mir liegen Beweise vor - klaren Ungleichbehandlung deutschen Mitbürgern gegenüber handelt es sich schlicht und einfach um die täglich sachlich korrekte Abwicklung und Arbeit der Ämter.
So schauts aus: In der Rechtsprechung ist bei jeder Gelegenheit die Rede vom " Gleichheitsgrundsatz", den es allen Bürgern gegenüber nicht zu verletzen gilt. Allen ?
Eben nicht.
Geschont und beschützt und behütet und eindeutig bevorzugt in dieser heiklen Sache der Rundum-Finanzierungen sind vor allem die so genannten " Aussiedler". MIttlerweile über 4 Millionen. Ist einfach so.
Und das widerum bedeutet: Deutsche Mitbürger werden gegenüber den " Aussiedlern ", auch gegenüber anderen Einwanderer-Gruppen, seit mindestens 15 Jahren schon UNGLEICH behandelt.
Weils genügend HInweise und Beweise und nachweisbare AMtshandlungen gibt ( seit 1987/ 1990), wäre dies schon längst ein Fall, der nach Karlsruhe getragen gehört. Es findet sich aber weit und breit kein mutiger Jurist.
So, und sonst kann ich nur sagen, ich kenne Russen, Polen, massenhaft Türken, Na und? Auch nette Leute. ABer deshalb werde ich nicht so naiv sein, die Haltungen Weniger auf alle zu übertragen. Es geht ums Geld. Mit staatlich derart großzügigen Gaben liesse es sich selbst für Deutsche gar wunderbar leben. Gell.
Abschlussbemerkung: Seit 1990 haben wir hier einen knallharten Bevölkerungszuwachs von 16, 5 Millionen Ostdeutschen + 11 Millionen Einwanderern finanziell und sozial hinnehmen müssen. Das macht einen erdrückenden Zuwachs aus von über 44 % . In Worten: vierundvierzig Prozent Bevölkerungszuwachs.
Und die Stütze für Eingewanderten wird ausschließlich von den immer wenigeren Arbeitnehmern und Lohnsteurzahlern und den 9 Millionen Arbeitslosen ( WirtschaftsWoche 29, 2004)aufgebracht. Also HIlfen werden hier lediglich zwischen diesen Gruppen hin- und her gebucht. Arme empfangen von verarmten Deutschen. Das ist hier der praktizierte
" Gleicheitsgrundsatz" der Zumutungen.
Theoretisieren Sie bitte mal weniger, bringt nichts und löst nichts.
Theoretisiert und vernebelt wird in D auch schon viel zu lange - mit Erfolg muss ich dazu sagen.
Herzliche Grüße, Jürgen E. Gesang, Hamburg
"Ich habe mich von Anfang an für Deutschland entschieden", sagt der Herr aus Indien in dem Artikel.
Es wäre schön, wenn wir Deutschen das auch sagen dürften.
Das stillschweigende Motto der " Zeit" scheint immer noch zu lauten: Das sind zwei Seiten derselben Münze oder auch (akademisch belehrend ), man müsse nun aber auch mal das Positive betonen. In diesem Fall also positive Beispiele gelungener Erfolgsgeschichten von Einwanderern darstellen. Nichts dagegen, ehrlich nicht, ich gönne diesen Leuten ihren Erfolg von ganzem Herzen.
Hier aber haben wir es mit der betulich bildungsbürgerlichen " ZEIT" zu tun, da stelle sicher nicht nur ich mir die Frage, wieso zum Beispiel genau diese " "ZEIT" sich seit fast 15 Jahre lang viel zu fein dafür war und ist, uns doch mal etliche der zu über 90% hoffnungslos unqualifizierten Einwanderer ebenso nett und anschaulich in fast poetischer Form darzubieten, wie es in dem Artikel über diese wenigen Hochqualifizierten zum Ausdruck kommt? Sollte ich etwa zynisch feststellen, dass die Redkateure der " ZEIT" sich also lieber mit ihresgleichen beschäftigen. Selbst Liebespartner suchen und finden einander nach Mustern der Ähnlichkeiten, nicht der Gegenseitigkeiten. Oder meint die " ZEIT" nun gar profan, sie müsse nun aber auch mal nette Ausländer vorstellen.
Vergessen wir aber alle dabei mal nicht, dass auch die noch so kleinste und noch so berechtigte Kritk an Einwanderen fast 20 Jahre lang äußerst erfolgreich strikt unterdrückt worden ist und erst seit nicht mal 2 Jahren einige so mutig sind, sich um die Normverbote der Kritik einen Teufel zu scheren.
Selbstverständlich gibts in allen Völkern und Gemeinschaften Begabte und Talentierte. Das ist banal. Jeder weiß es. Bei der " ZEIT" sitzen, wie in den meisten Redaktionen auch, Pädagogen, Belehrer und Bevormunder und meist geht deren Rechnung mit Blick auf die Leser ja auch auf: Man greife sich einen oder zwei Erfolgstypen einer Gemeinschaft raus, dann strahlt deren Image treffsicher auf die übrigen 93& ab. Das klappte bei den Brüdern Klitschko, das funktioniert bei Kaminer, Özdemir, Kaya Yanar, der einzige, der Türken kritisieren darf, aber nur deshalb, weil er Türke ist. Wehe ein deutscher Comedian wäre so dreist, da kennen die Rundfunkräte dann aber kein Pardon.
Am Ende mal das Absurde und Aberwitzige der deutschen Verkrampftheiten dargestellt: Wenn 10 oder 20 vollbekloppte Besoffene in 1992 brutal Asylunterkünfte abfackelten, wurde damals wie heute (Potsdam) die Gesamtschuld allen 79 Millionen Deutschen in die Schuhe geschoben. Fast ausnahmslos streiften sich alle das Büßergewand drüber, geißelten sich selbst. Nicht anders geschah es als in Lübeck eines späten Abends vor ca. 11 Jahren ein Asylheim in Flammen aufging.
Der Fall war insofern für uns selbst, besonders aber für sämtliche Pressorgane im Lande weitaus perfider, als sogar noch am gleichen Abend damals sämtliche TV Nachrichten, TV Magazine ohne den geringsten Funken eines Hinweises sofort die Schuld und die Verantwortung des Brandes irgendwelchen Rechtsradikalen zuwies. Nirgend trat ein verantwortungsbewußter Chefredakteur in Erscheinung, diese grundfalsche Bericherstattung zu stoppen. Keine Entschuldigungen hinterher. Nichts.
Murksen irgendwelche Ausländer Menschen ab, kommen sofort die einflußreichen Gutmenschen daher und reden von "...nur ein Einzelfall ". Insgesamt, das sei gesagt, summieren sich die Einzelfälle allerdings und türmen sich seit Jahren auf.
Ein Musikproduzent ist ein Musikproduzent. Ein Kaminer ist ein Kaminer und macht nicht aus rund 4 Millionen Russen schwupp-di-wupp gleich vier Millionen Kaminers.
Aber aus 200 oder 300 vollbescheuerten Knallschoten und Brandstiftern können scheinbar nach wie vor 79 Millionen " Rechtsradikale" widerspruchslos gezaubert werden.
Da spiele ich nicht- mehr - mit.
" Tatort Deutschland" hatte die unbelehrbare "taz" kürzlich wegen des Vorfalls in Potsdam getitelt und Land und Leute damit zu Nachfolgenazis unverschämt ernannt.
Lassen wir einfach mal schön die Moschee im Dorf und uns nicht weiterhin vordiktieren, wie wir was und mit welcher Optik zu erkennen haben.
Herzliche Grüße, Jürgen E. Gesang
"In ihren Augen ist Deutschland ein Land der Chancen und Ideen" ! AHA!
Dieser Artikel sollte aber nicht in Der ZEIT, sondern in den von den eventuell Betroffenen gelesenen Blättern in jeweiliger Landessprache abgedruckt werden.
Anbei noch eine Bemerkung über den "Mitfühl"artikel der türkischen Soziologin :
Zum einen bin ich erstaunt, denn eigentlich gibt es doch keine Probleme (säkuläre Lebensweise) und nun doch ?
Zum anderen : In Frankreich haben gerade gebildete Frauen muslimischer Herkunft das Kopftuchverbot vehement unterstützt. Verständnis und Duldung dieser Zustände mit Hinweis auf freie Religionsausübung be/verhinderten gerade die Integration und Selbstbestimmung der Frau. Man tue ihnen damit keinen Gefallen.
Was macht die in dem Artikel genannten Personen zu Gegenbeispielen mißlungener Integration?
Es ist doch wohl ihre Haltung, die Chancen, die Ihnen ihr Heimatland eröffnet hat, nutzen zu wollen, und zwar trotz der Schwierigkeiten und Hemmnisse, die eben die Chancen spiegeln. Das bedeutet aber doch, daß diese Chancen ganz offensichtlich bestehen. In welchen Kontext soll man dann aber das Gejammere mancher Eingewanderter setzen, das Land ihrer Wahl (!) biete ihnen zu wenig Chancen? Übrigens ist auffällig, daß unter den bekannten selfmades der eingewanderten Deutschen wie Zaimoglu oder Akin kein einziges Exemplar seinen Glauben betont (und umgekehrt von der Öffentlichkeit darauf reduzuiert wird) sondern ihn als Privatsache betrachtet. Gewisse Formen pratizierten Islams (Stichwort: Burka, Kopftuch, Geschlchterrollenverständnis) sind unter empirischen Gesichtspunkten offenbar bildungsfeindlich und hindern das persönliche Fortkommen.
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