Wie stehen sie zu Frauen?

10. Woher kommen die Bräute?

Nicht nur türkische Männer suchen ihr Eheglück im Ausland. Bei Deutschen besonders beliebt sind Polinnen, Russinnen, Thailänderinnen – und hiesige Türkinnen, denen angesichts der Vorlieben der Türken kaum etwas übrig bleibt, als sich Deutschen zuzuwenden. (Für die Grafik wurden hier und im Ausland geschlossene Ehen addiert.)

11. Schlagen türkische Männer ihre Frauen häufiger als deutsche?

Vermutlich ja. Allerdings hat das statistische Material zu dieser Frage lediglich Indizienwert. Das Bundesfamilienministerium veröffentlichte 2003 eine Repräsentativbefragung, in der 25 Prozent aller Frauen in Deutschland angaben, körperliche oder sexuelle Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt zu haben. Doch wie viele dieser Opfer sind Migrantinnen? Um das zu erfahren, befragte das Ministerium zusätzlich 250 türkische Frauen. Ergebnis dieser (nichtrepräsentativen) Zusatzstudie: 38 Prozent berichteten, ihre Partner hätten sie körperlich oder sexuell misshandelt – und auch das Ausmaß und die Intensität der erlittenen Gewalt waren deutlich höher (Prügel, Würgen, Bedrohung mit Waffen, Drohung mit Ermordung). Der Anteil der Migrantinnen in Frauenhäusern lag im selben Jahr bei 47 Prozent. Dieser überdurchschnittlich hohe Wert ist aber sicher auch darauf zurückzuführen, dass Ausländerinnen kaum andere Zufluchtsmöglichkeiten, wie Freunde oder Verwandte, bleiben.

12. Gibt es mehr Machos unter Ausländern?

Darf sich der Vater in der Familie auch mal mit Gewalt durchsetzen? Dürfen Frauen auch mal geschlagen werden? Türkische, aber auch russlanddeutsche Jugendliche stimmen solchen »gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen« viel häufiger zu als Deutsche ohne Migrationshintergrund. Vor allem ausländische Hauptschüler hegen Sympathie für diese »Kultur der Ehre«, und sie geraten selbst auch besonders oft in den Teufelskreis der Gewalt: Privat bleiben sie meist unter sich, sie schauen mehr Gewaltvideos und erleben viel härtere familiäre Gewalt als Deutsche. Fast jeder dritte Türke wird in der Kindheit schwer gezüchtigt, und junge Türken erleben im Vergleich zu deutschen Altersgenossen viermal so oft prügelnde Väter. Die Freundschaft zu gleichaltrigen Machos, so hält das Kriminologische Institut Niedersachsen fest, erhöht für ausländische Jugendliche die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Täter zu werden. Dort, wo sich viele Migrantenkinder aus einem bestimmten Milieu in einer Klasse ballen, neigen sie auch verstärkt zur Gewalt.

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