Wissenschaft Geld lehrt beten

Wie die amerikanische Templeton Foundation ihren Reichtum einsetzt, um die Wissenschaft auf den Weg des Glaubens zu bringen

Nun haben sie Europa erreicht. Die spätmodernen Ritter von der religiösen Gestalt führen ihren Kampf um die spirituelle Optimierung der Spezies auf dem Kontinent fort. Die John Templeton Foundation aus Philadelphia ist zu einem Feldzug angetreten, um das westliche Weltbild des aufgeklärten Rationalismus zu retuschieren . Ihr Ziel ist eine Bewegung gegen die säkulare Welt, ihre Methoden sind Agenda-Setting und Massensponsoring.

Die Foundation verfügt über mindestens 800 Millionen Dollar, von denen sie jährlich 40 Millionen in wissenschaftliche Projekte investiert, um »Kraft und Potenzial des menschlichen Geistes« erforschen und entdecken zu lassen. Im fundamentalistischen Sinne christlich wird man sie nicht nennen können, da sie einen überkonfessionellen Begriff von Spiritualität und Gott vertritt. Selbst Atheisten werden gefördert, und ein Glaubensbekenntnis hat niemand abzugeben. Ebenso wenig lässt sich der Stiftung gezielte Subversion unterstellen, ihre Aktionsfelder sind so ideologisch unverdächtige wie wissenschaftliche Konferenzen, Tagungen, Studienprogramme und Schulkurse.

In Templeton verschmelzen amerikanischer Pragmatismus und spirituelle Frömmigkeit zu einer metaphysischen Legierung, die nicht allein der vermeintlichen Auflösung der Werte entgegenwirken soll. Sie zielt überaus geschickt auf eine Diffusion der Disziplinen, im Mindesten auf die Durchlässigkeit von Hardcore-Naturwissenschaften für spirituell-religiöse Anliegen. Templeton will den Dialog zwischen Naturwissenschaften, Theologie und Religiosität; zweidimensionale Forschung (flat science) fördert die Stiftung nicht.

Wer Geld beantragt, verpflichtet sich gewissermaßen, in die dritte, die spirituelle Dimension zu gehen. Systematisch sponsert die Foundation jene Forschung, die sich, mit dem klaren Ziel eines wissenschaftlichen Transzendenz- und Gottesbeweises, dem spirituellen Fortschritt verschreibt. Geht es nach Templeton, soll weltweit und demütig danach gestrebt werden, die heilende Kraft des Glaubens empirisch zu beweisen und die Bedeutung des Religiösen für die Welt objektiv zu vertäuen. Rationalistische Grenzziehungen zwischen Wissen und Glauben erachtet die Foundation als überholt.

Der spirituelle Feldzug hat inzwischen Deutschland erreicht

Der Feldzug der Philanthropie begann Ende der achtziger Jahre in den USA. Immer öfter taucht seitdem, versteckt oder offen, auch in Deutschland der Name Templeton auf der akademischen Agenda auf. Im Juni 2005 etwa richtete die Evangelische Akademie im Rheinland in Bonn eine »Kooperationstagung« mit dem Titel Theologie und Naturwissenschaften – Neue Ansätze der Forschung und des Dialogs aus; gefördert wurde die Tagung »mit Mitteln der John Templeton Foundation«. Vergangenen September ist der freie Journalist Tomas Gärtner aus Dresden mit dem John-Templeton-Preis European Religious Writer of the Year 2005 ausgezeichnet worden, vergeben durch die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK).

Kürzlich hat das Forschungszentrum Internationale und Interdisziplinäre Theologie der Universität Heidelberg um Bewerbungen für seinen John Templeton Award for Theological Promise gebeten. Angesprochen fühlen dürfen sich Postdoktoranden aus aller Welt, von denen zwölf jeweils 10000 Dollar für die beste Dissertation oder das erste Postdoktoranden-Opus erhalten, das dem Thema »Gott und Spiritualität« gewidmet ist.

Mitte Dezember 2005 stemmte die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main die internationale Fachtagung Ich denke, also bin ich Ich? – Das Selbst zwischen Neurobiologie, Philosophie und Religion. Forscher von höchster Reputation waren eingeladen, unter vielen Hans Goller, Jürgen Habermas, Hans-Dieter Mutschler, Michael Pauen und Wolf Singer. Die Tagung war Auftaktveranstaltung der mit 500000 Dollar dotierten Templeton Lectures, die das Institut für religionsphilosophische Forschung der Frankfurter Universität eingeworben hatte.

Die Theologie der Demut ist stark verbunden mit der Person des presbyterianischen Christen Sir John Marks Templeton. Er wurde 1912 in Winchester im ländlichen Tennessee geboren, wollte Missionar werden und begann nach dem Studium in Yale und Oxford 1931 eine faszinierende Karriere an der Wall Street. 1954 gründete er den Templeton Growth Fund, einen der erfolgreichsten Investmentfonds der Welt, und vervierfachte sein Vermögen innerhalb kurzer Zeit. In den Sechzigern gab er seinen amerikanischen Pass ab, wurde britischer Staatsbürger und wurde 1987 für seine philanthropischen Dienste von der Königin zum Ritter geschlagen. 1972 tat er mit der Ausschreibung des Templeton Prize for Progress Toward Research or Discoveries About Spiritual Realities einen ersten Schritt vom Investor auf dem Aktienmarkt zum Investor auf dem Markt der spirituellen Forschung.

Der Preis ist mit 1,3 Millionen Dollar der weltweit höchstdotierte für eine Person und wird im Buckingham-Palast in London übergeben. Die Gewinner waren unter anderen: Mutter Teresa (1973), Billy Graham (1982), Carl Friedrich von Weizsäcker (1989), Paul Davies (1995), Holmes Rolston III (2003), John D. Barrow (2006).

1987 gründete der Milliardär schließlich die John Templeton Foundation, brachte große Teile seines Vermögens ein und rief überall in der Welt Forschungszentren, Lehrstühle und Publikationen ins Leben. Er schrieb Bücher über die 200 weltweit gültigen spirituellen Prinzipien, über »Agape Love«, und er formulierte den so genannten Templeton-Plan: 21 Schritte zu persönlichem Erfolg und wahrem Glück. Sir Johns Grundüberzeugung ist, neben der Heilkraft bedingungsloser Liebe, die Hoffnung, dass Spiritualität, Theologie und Religion die gleiche Karriere machen werden, wie Medizin, Wissenschaft und Kosmologie es in den vergangenen 300 Jahren getan haben. 1992 verkaufte er seinen Fonds für 440 Millionen Dollar an die Franklin Group und wurde zum Vollzeit-Philanthropen. Er lebt in Nassau auf den Bahamas. Die Foundation wird heute von seinem Sohn John M. Templeton junior geleitet.

Ihrem Ziel einer verwissenschaftlichten Universalspiritualität sucht die Foundation seit Anbeginn durch erklärte Forschungsschwerpunkte näher zu rücken: Unlimited Love, Spirituality and Health, Character Development, The Power of Purpose, Free Enterprise, Forgiveness.

Eines von Templetons großen Programmen war das 1997 begonnene Projekt über die Psychologie der Vergebung und ihre vermeintliche Wirkung auf die individuelle Gesundheit. In fünf Jahren Arbeit will Templeton nicht nur die psychologische Wirksamkeit eines theologischen Konstruktes wissenschaftlich abgesichert haben; ganz ohne Zweifel hat Forgiveness Research eine Welle von Publikationen und Studien angestoßen und eine idealistische Saat ausgeworfen, deren Ernte peu à peu eingefahren wird. Wenn man in der indizierten Datenbank des PsycINFO der American Psychological Association nachsieht, wie oft das Wort »Vergebung« oder »vergeben« in den Titeln psychologischer Periodika auftaucht, so lässt sich eine verblüffende Steigerung feststellen: 1984 tauchte »Vergebung« oder »vergeben« in 8 Titeln auf, 1994 in 14, 2004 in 66. Das ist eine Zunahme von 800 Prozent.

Ein ähnliches Ergebnis erreichte der Begriff »spirituell« beziehungsweise »Spiritualität«: 1984 führten ihn 25 Artikel im Titel, 1994 waren es 92, 2004 dann 322 – eine Verdreizehnfachung. Der Wortstamm »religio« tauchte 1984 in 126 Titeln auf, 1994 in 195, 2004 in 468 – was eine knappe Vervierfachung ist. Die Potenzierung legt nahe, dass Psychologen, Religionswissenschaftler und Soziologen »Vergebung« wissenschaftlich vermessen können und ihre Wirkung also objektiviert haben. In einer Gallup-Umfrage zeigten sich über 80 Prozent der Amerikaner überzeugt, dass es Gottes Hilfe bedarf, um gnädig sein zu können.

Die Heilkraft des Betens soll wissenschaftlich erwiesen werden

Bis heute gibt es in den USA eine Lawine von etwa 1200 Studien, die der These nachgehen, Gottesglaube und Spiritualität seien gesundheitsfördernd: Fürbittgebete aus der Ferne hätten heilsame Effekte, die Kraft des Betens reduziere Herzinfarkte und Schlaganfälle. Spiritus Rector dieser Religiomedizin ist der Vielpublizierer Harold G. Koenig, Direktor des Center for the Study of Religion/Spirituality and Health an der Duke University in Durham, North Carolina. Er hat rund 18 Bücher und 160 wissenschaftliche Aufsätze über den vermeintlichen Zusammenhang von Gesundheit und Religion verfasst. In seinem »Sir John Templeton« gewidmeten Buch The Healing Power of Faith will Koenig den Beweis erbracht haben, dass religiöser Glaube vor Depressionen schütze und die Haupttodesursachen des Menschen durch die heilende Kraft des Glaubens bekämpft werden könnten. Die empirischen Beweise sind dünn, und gerade sind im American Heart Journal die Ergebnisse einer groß angelegten Langzeitstudie der Harvard Medical School erschienen, welche die Annahme, Fürbittgebete seien gesundheitsfördernd, deutlich widerlegen.

Wenn Templeton nicht direkt als Sponsor und Auftraggeber auftritt, werden die Gelder von Organisationen wie dem Fetzer Institute, dem Institute for Research on Unlimited Love, dem Office of Prayer Research, dem National Institute of Health Care Research und dem Metanexus Institute on Religion & Science verteilt, die, wenn sie nicht gar als Tochterorganisationen bezeichnet werden können, mindestens eine in ideologischer und personeller Hinsicht beachtliche Nähe zur Foundation haben. Metanexus gibt es seit 1998. Bis 2002 hieß die Organisation Philadelphia Center for Religion and Science. Eines ihrer Mottos lautet: »Gott ist im Detail«. Metanexus betreibt unter anderem ein internationales Online-Forum mit Nutzern in 57 Ländern und strebt die weltweite Vernetzung von Gruppen und Forschern und deren Zugang zu einer Meta-Bibliothek an. Der Vorstand hat 36 Mitglieder, unter ihnen ist auch Andrew Newberg, jener hirnforschende Radiologe der University of Pennsylvania School of Medicine, der in den vergangenen Jahren Aufsehen erregte, weil er mit Hilfe von Studien bildgebender Verfahren den Beweis antreten wollte, dass Gott im Gehirn sei, wofür er die Gehirne betender Franziskanernonnen und buddhistischer Mönche im Augenblick religiöser Ekstase untersuchte.

Die wissenschaftlich höchst zweifelhafte Neurotheologie hat inzwischen Schule gemacht. In The Spiral, dem Newsletter von Metanexus vom März 2004 gibt dann Mario Beauregard, Associate Professor in the Department of Radiology and Psychology at the Université de Montréal in Canada, Auskunft über seine Teilnahme am Spiritual Transformation Research Project von Metanexus. Beauregards Projekt trägt den Titel Neurobiology of the Mystical Experience. Bei der Untersuchung von Karmeliternonnen in einem Kloster in Montreal will er neurochemische Korrelate für die mystische Union mit Gott gefunden haben. Beauregard trifft sich mit Newberg und dem streitbaren Genforscher Dean Hamer in der naturalistischen Absicht, neurobiologische Evidenzen für die Spiritualität des Menschen beizubringen. Diese »Neuro-Theologen« sind überzeugt, dass es einen gemeinsamen biologischen Ursprung aller spirituellen Sehnsüchte gibt – was bedeutet, dass Spiritualität, zu Teilen zumindest, vererbbar ist. Hamer hat vergangenes Jahr gar behauptet, ein Gottes-Gen geortet zu haben.

Um ihr Anliegen zu forcieren, hat das Metanexus vor vier Jahren einen überaus verführerischen Köder ausgelegt: die so genannte Local Societies Initiative (LSI). Dahinter steckt die Idee einer globalen Vernetzung gleichgesinnter Forscher. Der technische Fortschritt soll durch die diskursive Verflechtung von Wissenschaft und Religion kulturell, das heißt stets: spirituell reflektiert werden. Über Broschüren, E-Mail-Rundbriefe, Newsletter, Fachverbandsinformationen wirbt Metanexus möglichst viele Institute oder Teams an. Nach einer genehmen Absichtserklärung erhalten sie pro Jahr 5000 Dollar und verpflichten sich, 5000 zusätzlich aus anderen Quellen beizusteuern, was auf drei Jahre gesehen 30000 Dollar pro Projekt bedeutet.

Durch Modalität und Methodik ihrer Ausschreibungen erhält die Stiftung einen willkommenen Überblick über thematische Interessen und Projektideen von Fakultäten in aller Welt, zudem Zugangsdaten zu jenen Forschern, die fürs Netzwerk von Interesse sein könnten. Für Einzelförderprojekte wie das Programm Spiritual capital kann sich jeder Forscher mit einem letter of intent bewerben. Die besten vierzig kamen in die Endauswahl und durften ein Proposal einreichen. Zehn erhielten schließlich den Zuschlag in der für den Wissenschaftsbetrieb ungewöhnlichen Höhe von insgesamt 150000 Dollar. Die Stiftung ist straff organisiert und an Effizienz interessiert, jeder Dollar soll sich spirituell auszahlen.

Wer wie die Templeton-Ritter am naturwissenschaftlichen Transzendenzbeweis arbeiten lassen will, setzt den Hebel am Drittmitteldiktat der Universitäten an und schleust seine Trojanischen Pferde auf elegante Weise in die Hochschulfakultäten ein, die gezwungen sind, projektbezogene Forschungsgelder bei nichtuniversitären Institutionen oder Organisationen einzutreiben. Seit 1998 an der University of California in Berkeley eine von der Templeton Foundation gesponserte Konferenz zum Thema Science and the Spiritual Quest über die Bühne ging, bieten amerikanische Hochschulen Hunderte von Seminaren zum Thema Naturwissenschaft und Religion an; seither bekennen sich immer mehr Physiker, Chemiker und Biologen öffentlich zu den Grenzen ihres Wissens; seither halten sich, auch in Europa, finanziell ausgeblutete Akademien mit Templeton-Geld über Wasser.

Bislang waren die geisteswissenschaftlichen Fakultäten europäischer Universitäten die letzten Reservate einer weitgehend interessefreien, will heißen: ergebnisoffenen Forschung. Durch die generalstabsmäßige Unterstützung und subkutane Einflussnahme der Templeton Foundation scheint die wissenschaftliche Unabhängigkeit Schritt für Schritt zur Disposition zu stehen. Die sukzessive Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften hat in der dritten Dimension eine höhere Legitimation erhalten. Auch wenn auf den ersten Blick all dies rückhaltlos, transparent und legitim scheint – die Gefahren der Templetonisierung liegen im Subkutanen.

Erstens, lässt sich einwenden, verzerrt und beeinflusst die zielgerichtete Förderung den Lehr- und Forschungsplan. Weil sie die finanzielle Unterstützung braucht, wird eine Fakultät ohne weiteres auch ein Seminar oder eine Vorlesung im Sinne von Templeton auf den Lehrplan setzen. Wer an seiner Universität einen Kurs über Wissenschaft und Religion abhielt, bekam in der Vergangenheit vom Center for Theology & the Natural Sciences in Berkeley, einer Untergruppe von Templeton, dafür 10000 Dollar. Je mehr Institute und Gruppen solche Kurse anbieten, desto stärker wächst der Eindruck großflächiger, bedeutsamer Forschung an einem Paradigmenwechsel. Auch wenn hier und da nur wenig valide Erkenntnisbröckchen herausspringen – in Hinsicht auf das Ziel der Akademisierung der spirituellen Dimension sind sie allemal verwertbar, zumal Templeton über eigene publizistische Truppen und ein überaus zeitgemäßes Marketingkonzept verfügt.

Die Zweckbindung der Forschung gefährdet ihre Unabhängigkeit

Zweitens verlangt Templeton, dass ein bestimmter Lektürekanon abgedeckt wird, den die Stiftung gerne vorgibt. Das Programm Books of Distinction listet 39 Empfehlungen der Templeton Foundation Press auf, die das Bewusstsein von Spiritualität schärfen sollen, von John Barrow über Paul Davies und John Polkinghorne bis zu V. S. Ramachandran. Obschon die meisten Wissenschaftler sich als Atheisten bezeichnen, insinuiert die von Templeton favorisierte Liste, Wissenschaft und Religion harmonierten geradezu ideal.

Drittens öffnet metaphysisch motivierte Forschung eine schlecht zu schließende Tür. Wenn eine private Stiftung wie Templeton das wissenschaftliche Curriculum derart beeinflussen kann – wann wird es rassistischen Stiftungen gelingen, IQ-Projekte zu fördern und den Beweis der Überlegenheit der weißen Rasse zu erbringen?

Über die im Prinzip löbliche Subventionierung von Studien, Symposien, Tagungen, über Ausschreibungen diverser Preise und das Sponsoring von Forschungskomitees erkauft sich Templeton nach und nach ein spirituelles Weltbild, das schließlich über die geistige und kulturelle Elite, über Universitäten und Medien in die Gesellschaften einsickert. Dahinter muss weder propagandistischer Wille noch messianischer Eifer stehen. Die Konsequenz liegt in der schleichenden Theologisierung der Wissenschaft und im Ausverkauf religions- oder gottkritischer Forschung durch christlich imprägniertes Mäzenatentum. Das heißt im Umkehrschluss aber eben, dass kritische Forschung über negative Einflüsse der Religion auf das Leben so gut wie unmöglich gemacht wird.

Die Templeton-Aktivitäten erhalten besondere Brisanz im Hinblick auf die fortschreitende ideologische Kontroverse von Kreationisten und Evolutionisten in den USA. Kreationisten sind konservative Apologeten der christlichen Schöpfungslehre, die gegen die darwinistische Entstehung der Arten zu Felde ziehen und, statt mit Genealogien zu argumentieren, auf Wunder verweisen. Die Unterstützung für die Existenz eines Schöpfergottes hat in den vergangenen Jahren im new creationism insofern eine neue Qualität erhalten, da Naturwissenschaftler die theistischen Prämissen zur Ausgangslage ihrer Arbeit gemacht haben. Stichwörter sind Irreducible Complexity und besonders Intelligent Design (ID). Letzteres ist wissenschaftlich legitimierter Kreationismus und zielt auf die Überzeugung, ein »intelligenter Designer« habe das Leben nach seinem Bauplan erschaffen, was nach Lage der Dinge nur (ein) Gott sein kann. ID kann weder geprüft noch verifiziert, noch widerlegt werden, aber die ID-Bewegung ist finanziell bestens ausgestattet und wird maßgeblich von Templeton unterstützt.

Die Foundation hat die zeitgemäße Sehnsucht nach seelischem Wachstum, spiritueller Hingabe und mystischer Identitätsstiftung erkannt und beeindruckend aufgefangen. Im Kampf gegen die säkulare Welt befindet sie sich in bester Gesellschaft: Die manichäische Denkstruktur der derzeitigen amerikanischen Regierung – Reich des Lichtes gegen Reich der Finsternis, Achse des Guten gegen Achse des Bösen – hat die Ordnung der äußeren Welt bereits nachhaltig verändert; Templeton verändert die Zugangskoordinaten zur inneren. Es ist der antiaufklärerische Versuch, ausdifferenzierte Systeme zu entdifferenzieren, den Wissenschaftsbetrieb metaphysisch zu vereinnahmen und formale Evidenz nachprüfbarer Resultate auf die substanzielle Evidenz einer verifizierten Transzendenz zu reduzieren.

So entsteht gerade jetzt, da der religiöse Fundamentalismus sich ausbreitet und wissenschaftlich-unabhängig beobachtet werden müsste, das Paradigma einer Glaubensforschung, die auf positive Psychologie statt auf kritische Reflexion setzt. Templeton aber organisiert Forschung nicht um der Forschung, sondern um der Wirksamkeit willen. Die Foundation hat einen langen Atem. Das Geld wird ihr nicht ausgehen.

 
Leser-Kommentare
  1. ... can be followed in verbatim under www.edge.org

    incl. opinions by Dennett, Dawkins, Dyson, and so on.

    Enjoy!

  2. @iceman: Spielschulden? Geldsorgen? Ungünstige Schufa? Kein Problem! Bewerben Sie sich um eine Festanstellung bei den Temple(ton)-Rittern! Senior oder Junior – egal. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn man Sie nicht beschäftigen würde – bei dem intellektuellen Potential...! (;-D)

    Für alle anderen: Falls es noch eines Beweises dafür bedurft hat, dass Materialismus und Idealismus einander wechselseitig bedingen – hier ist er! Aus Idee mache Geld, aus Geld mache Idee, aus Idee mache mehr Geld und immer so fort. Einmal mehr frage ich mich, wie es überhaupt zur uralten und partiell gewalttätigen Rivalität zwischen den Vertretern beider Richtungen kommen konnte. Bei Materie und Bewusstsein haben wir es ganz offensichtlich mit geistig zurückgebliebenen siamesischen Zwillingen zu tun, von denen mit Sicherheit keiner das Primat hat und die ihre operative Trennung mit aller größter Wahrscheinlichkeit nicht überleben würden. Jeder, der in der Überzeugung, einziger Sieger werden zu können, diese Trennung betreibt, ist ein hoffnungsloser Idiot.

    • fbm
    • 08.05.2006 um 21:06 Uhr

    beim zahlenbeispiel fiel mir leider erst jetzt eine andereinterpretationauf. ich nahm ursprünglich an, es handle sich um den gesamtbestand zu einem bestimmten zeitpunkt.

    sollte dem nich so sein, sondern eine art "inzidenzrate" gemeint sein, so wäre der anstieg schon bemerkenswerter. allerdings würde es sich dann um drei mehr oder weniger willkürliche gewählte messzeitpunkte handeln. kein mensch weiss dann, ob in der zeit dazwischen nun ein gleichmäßiger trend erfolgte oder eine starkeschwankung. weiterhin ist nicht bekannt, ob sie die relation zur gesamtheit der veröffentlichungen verändert hat. im jahr 2005 wären das bei psycinfo übrigens maleben 110000.
    (die 60000 scheint nur ein durchschnitts wert o.ä. zu sein)

    • iceman
    • 09.05.2006 um 0:00 Uhr

    Iceman kann beweisen, dass es keinen Gott gibt.
    Mir ist der Gottesbeweis gelungen über das Roulettespiel.

    So hört denn, meine Freunde:

    Als Roulettespieler habe ich lange Zeit gearbeitet mit der Theorie von Roger Verdade.
    Diese Theorie besagt, dass man im Roulette regelmässig gewinnen kann, wenn man nach "Persönlichen Permanenzen" spielt anstelle von "Tischpermanenzen".
    Eine Tischpermanenz bedeutet:
    Ich sitze am Tisch, beobachte die Zahlen, und versuche dann antizyklisch zu agieren (also: nach sechs mal Rot setze ich z.Bsp. auf Schwarz).
    Tut das bitte nicht, ich habe schon erlebt, das ZWÖLF MAL hintereinander Rot gekommen ist (und ein Mal elf mal)!

    So verfahren die meisten - so verlieren die meisten.

    Verdade hat nachgewiesen, dass diese Art des Spielens zu Verlusten führt.
    Er glaubte, der Grund dafür sei, dass der Tisch seine EIGENEN Permanenzen hat.
    Das heisst: Ich als Spieler kann niemals vorhersagen, welche Ergebnisse der Tisch am vorherigen Abend, oder über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Jahren gebracht hat.
    Auf "Ausgleich" zu spekulieren - an nur einem Abend - ist demnach ein zu kleines Zeitfenster (aus Sicht des Tisches), um verlässlich zu gewinnen.

    Verdade dachte, man könne eine Persönliche Permanenz aufbauen, indem der Spieler permanent die Tische wechselt, und sich jedesmal seine Ergebnisse notiert - und zwar von Anbeginn an (oder zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt, mit konsequenter lückenloser Buchführung).

    Natürlich bedingt jedes System sehr viele Spiele, und der von vornherein einkalkulierte Verlust durch ZERO muss aufgefangen werden, und auch eine Reihe anderer Gewinnoptimierungsmassnahmen waren nach Verdade nötig, um einen "mathematischen Vorsprung" herauszuholen (statistisches Verhalten bei Kettenbildungen usw.).

    Doch Verdades Theorie ist falsch, und das hat etwas zu tun mit dem Mysterium der Zeit, das gar kein Mysterium ist, weil es sie nicht gibt.
    Grundsätzlich gilt:

    Die Zeit ist etwas Fiktives, und hat daher auch keinen Einfluss beim Roulette!

    Da es keine Zeit gibt, gibt es auch keine Zeiträume.

    Räume gibt es übrigens auch nicht - auch die sind fiktiv.

    Die fiktiven Vorstellungen von Zeit und Raum erfüllen beide eine ähnliche Funktion wie die Null in der Mathematik.
    Sie sind bloss ein Hilfsmittel, ein gedankliches Konstrukt, ohne reale Existenz, und somit ohne jede Wirksamkeit.

    Lediglich die Art, Anzahl und Interaktion von Materie hat eine direkte Auswirkung auf das Sein und Werden (das Sich- Verändern) materieller Einheiten.

    In ihrer Nichtexistenz besitzen Zeit und Raum die Eigenschaft des Absoluten - nämlich die Eigenschaft der ewig konstanten Gesetzmässigkeit der absoluten Unwirksamkeit (logisch, oder?).

    Hier ein praktisches Beispiel dafür:
    Stellt euch einen Roulette-Spieler mit unendlich langer Lebensdauer vor, der jedesmal, wenn hunderttausend Jahre vergangen sind, ein Spiel macht.
    Nach hundert Spielen hätte er die gleiche statistische Ergebniserwartung wie jemand, der diese hundert Spiele an einem Tag spielt.

    Jeder Roulettespieler, der nicht einfach bloss "drauflos" spielt, versucht, mittels einer Permanenz (welcher Art auch immer) ein relativ geschlossenes Raum-Zeit-Kontinuum herzustellen.
    Anders formuliert: Er fantasiert sich etwas zusammen, das nicht real existiert, weil es aus den weiter oben angeführten Gründen nicht existieren KANN.

    Und genau da liegt der Fehler Verdades (der mich schrecklich viel Geld gekostet hat, mich aber mit weit über 2 Promille, und fast bankrott, in der absoluten Finsternis des Daseins das Licht der Wahrheit erblicken liess):

    JEDE Form von Permanenzbildung beruht auf einer Fiktion.
    Zwar gibt es Gesetzmässigkeiten nach der Wahrscheinlichkeitstheorie (irgendwann gleicht sich alles aus) - ABER: Diese Gesetzmässigkeiten lassen sich eben in keinerlei Permanenz fassen, eben auch nicht der Persönlichen.
    Die Raum-Zeit-Fiktion versagt bei der Tischpermanenz genau so wie bei der Persönlichen.
    Umso länger der Spieler nach einer dieser Permanenzen spielt, desto mehr verliert er - zwangsläufig, zumindest der Wahrscheinlichkeit nach.

    Noch einmal etwas einfacher:
    Dem Spiel nach Permanenzen liegt der Irrglaube zugrunde, es gäbe so etwas wie Zeit, aus der man sich quasi ein "repräsentatives Stück" herausschneiden könne.
    Also ein Stück, das gleichsam die Gesamtheit der Roulette-Ergebnisse entweder der Lebensdauer eines Tisches/ Kessels oder eines eigenen Lebensabschnitts, oder gar der Gesamtheit aller jemals gespielten Roulette-Spiele der Menschheit in einem kleineren Raum darstellt.
    Das ist aber nicht der Fall, denn ein solcher kleiner Ausschnitt - im Angesicht der Unendlichkeit - kann niemals ausreichen (isoliere ein Atom von einer Schwarzwälder Kirschtorte - es wird kaum Rückschlüsse auf das Ganze liefern können).

    Es funktioniert aus drei Gründen nicht:

    Erstens ist jeder Ausschnitt, sei er auch noch so gross, im Angesichts der Unendlichkeit immer nur ein Teil einer nicht eingrenzbaren fiktiven Gesamtheit (s.o.).

    Zweitens gibt es das brutale Element des ZERO, das unweigerlich die Taschen leert (die Grünen sind die Bösen, bitte glaubt es mir).

    Drittens wird durch das Limit des einsetzbaren Kapitals verhindert, dass man auf relativ kurzer Strecke eine positive Gewinnwahrscheinlichkeit erreicht (mit der Keule durchbrechen und zwanzig mal hintereinander auf Rot oder Schwarz setzen erlauben die Regeln des Casinos nicht - es gibt einen Mindesteinsatz und ein Einsatzlimit, und würde man zwanzig mal hintereinander den Anfangseinsatz von 5 Euro verdoppeln, so käme man auf einen Einsatz von satten 2.621.440 Euro).

    (Auf Gott komme ich später, einen Moment noch).

    Beim Roulettespiel geht es allen "vernünftigen" Spielern darum, mit Hilfe von (auch miteinander kombinierten) Kausalketten auf einen "Ausgleich" zu spekulieren, also sog. ECARTS zu suchen, die Hinweise darauf geben, welche Ergebnisse beim Roulette in der Zukunft am ehesten zu erwarten sind.

    Kausalketten müssen aber, um Wirksamkeit zu erlangen (und jetzt wird es spannend!) IMMER auf der GESCHLOSSENEN Einheit einer ausreichenden Anzahl von Indizien zurückgeführt werden können, gleich einer PERLENKETTE, wobei die einzelnen Perlen dann die Indizien wären.
    Ist diese Indizienkette lückenhaft oder nicht geschlossen, so ist das Ganze nichts wert (das weiss jeder einfache Jurist).

    Auch das Spiel nach Persönlichen Permanenzen bietet keine ausreichende Gewinnerwartung, da die vollständige Analyse (die komplette geschlossene Einheit) auch hier nicht möglich ist, denn die Persönliche Permanenz ist ebenso fiktiv wie die Tischpermanenz.
    Selbst wenn wir bei der Persönlichen Permanenz den Faktor Vergangenheit (die Zeit vor Spielbeginn oder vor dem eigenen Leben) nicht in Betracht ziehen, so ist die zukünftige Entwicklung dennoch nicht eingrenzbar (die unendlich vielen Spiele und ihre Ergebnisse bei einem unendlich langen Leben).
    Das heisst: Es gibt stets ein offenes Element nach einer "Zeit-Seite" hin.

    Auch die Persönliche Permanenz bietet also kein höheres Mass an Eingrenzbarkeit.
    Begründung:
    Für eine wirkliche EINGRENZUNG bedarf es immer mindestens zweier definierter Grenzseiten, welche einen Körper oder einen Handlungsablauf dem Durchmesser oder (bei unendlich vielen gedachten Punkten) dem Umfang nach umfassen.

    Es ist wie bei einer Perlenkette, die im Falle der Persönlichen Permanenz an "nur" einer Stelle reisst - es fallen ebenso alle Perlen ab, wie wenn man die Perlenkette mit einer 6-Kilo-Bombe in die Luft sprengt.
    Man muss sich das vorstellen wie in der Mathematik:
    1 x 0 ist genauso Null wie 0 x 0.
    Und ein Koordinatensystem, also ein Bild, lässt sich nur binär darstellen, durch Addition, nicht aber durch Multiplikation!

    Nun zu Gott selber:
    Wenn die einzige theoretisch vorstellbare Konstante (das ewige Sich-Nicht-Verändern, das allumfassende ES) die NICHT-Existenz von Zeit und Raum ist, dann ist ausserhalb dieser Nicht-Existenz (des Nicht-Seienden) Absolutes nicht denkbar, da nichts, was existiert, von einer ewig gleich bleibenden Gesetzmässigkeit gekennzeichnet sein kann (das heisst: Sich nicht verändern kann).
    Und genau deshalb ist die Existenz Gottes selber eine Fiktion, es sei denn (Vorsicht: Ironie), Gott manifestierte sich im "gedachten Zwischenraum" von Materie.
    Dann aber wäre der Mensch der Schöpfer Gottes (und in gewisser Hinsicht ist er das) - und nicht umgekehrt.

    Moral von der Geschicht: Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, darf einem kein Preis zu hoch sein.

  3. Wer die intellektuellen Ausdünstungen religöser Eiferer kritisiert, sollte selbst nicht den Nebelwerfer anwerfen. Zwar steht der Artikel vordergründig im Dienste der Aufklärung, tatsächlich ist die Argumentation aber unlogisch, widersprüchlich und ideologisch motiviert – all das Kritikpunkte, die eigentlich den oben genannten religösen Eiferern vorgeworfen werden sollten. Ein Beispiel: "Die Potenzierung legt nahe, dass Psychologen, Religionswissenschaftler und Soziologen »Vergebung« wissenschaftlich vermessen können und ihre Wirkung also objektiviert haben. In einer Gallup-Umfrage zeigten sich über 80 Prozent der Amerikaner überzeugt, dass es Gottes Hilfe bedarf, um gnädig sein zu können." Besteht zwischen diesen beiden in einem Absatz eingeschlossenen Informationen ein Kausalzusammenhang? Wahrscheinlich nicht, es wird auch keiner behauptet. Stattdessen wird vieldeutig angedeutet. Damit wird nun eine Kritik an der Vermischung von Wissenschaft und Religion begründet.
    Nun kann man vernünftigerweise der Meinung sein, dass Wissenschaft und Religion zwei Denksysteme darstellen, die nicht zusammen gehören, weil sie unterschiedliche Gegenstände und Ziele haben. Man könnte also der Meinung sein, die Wissenschaft sollte sich um Wissenvermehrung kümmern, die Religion um das Seelenheil. Tatsächlich wird aber als Beleg für den unheilvollen Einflusses von Templeton angeführt, dass sich "immer mehr Physiker, Chemiker und Biologen öffentlich zu den Grenzen ihres Wissens" bekennen.
    Wenn Studien aufhören, ergebnisoffen zu sein, wenn Theorien weder geprüft noch verifiziert, noch widerlegt werden können, dann ist dies keine Wissenschaft mehr. Wenn auf der anderen Seite die Langzeiteffekte von Gebeten auf die Gesundheit und die neurologischen Grundlagen von religiösen Empfindungen einer wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen werden und die Ergebnisse vorgestellt und der Überprüfung durch andere Forscher preisgegeben werden, dann hat das nicht mehr mit Religion zu tun. Insofern ist es schizophren, erst zu bemäkeln, dass Begriffe wie "Spiritualität" oder "Vergebung" in der Datenbank der APA auftauchen, um im nächsten Abschnitt eben eine solche Studie heranzuziehen, die widerlegt, dass Fürbittgebete gesundheitsfördernd seien.
    Man sollte die Wissenschaft da nicht für zu schwächlich halten – sie hat schon geeingnete Möglichkeiten, sich gegen die Vereinnahmung durch die Religion zu wehren. Entweder die Studien berücksichtigen wissenschaftliche Kriterien wie Nachprüfbarkeit oder sie werden immer ein Nischendasein führen und von ernst zu nehmenden Wissenschaftern ignoriert werden. Genausogut hat die Religion die Möglichkeit, sich gegen die Vereinnahmung durch Wissenschaft zu schützen – die Wirkung von Fürbittgebeten auf die körperliche und psychische Gesundheit kann man widerlegen, die Wirkung auf das Seelenheil wird man nicht widerlegen können.
    Wenn nun Wissenschaftler neurochemische Korrelate für die mystische Union mit Gott finden oder das Gottes-Gen gefunden wird, so wird man damit doch niemals einen Gottesbeweis begründen können. Im Gegenteil, Christen werden sich durch diese Befunde ebenso bestätigt wissen wie Atheisten, die sich über Studien amüsieren, die zeigen, dass Gehirnläsionen und Geisteskrankheiten ebenfalls manchmal zu gesteigerter Spiritualität führen können.

  4. dieser artikel ist ein ernsthafter konkurrent für den seinerzeitigen "zeitläufte"-artikel über ernst moritz arndt im kampf um das intellektuelle allzeittief in der zeit.

    wenn sie sich das erscheinen religiöser themen in der forschung nur durch die finanzierung durch finstere institutionen ereklären können, dann stellt sich im gegenzug die frage: wer, herr schüle, bezahlt sie eigentlich?
    die verbreitung von soviel substanzlosem unfug nur auf das stichwort "religion" hin, muss doch irgendwie honoriert werden!

    erst die alberne pseudeo-debatte um das "intelligent design", einer theorie, der sich die anhänger des atheismus in der zeit anscheinend nur diffamierung und generalverdächtigung sämtlicher christen erwehren können (wievile christen sind in der zeit zu worte gekommen zum thema id? wieviel christen kennen die redakteure und wievile davon sind der meinung, dass id substanz hat? ich kenne eine menge christen und darunter _keinen_, für den id mehr als ein achselzucken werrt ist).
    nunmehr als die templeton-stiftung. die zeit selber ist ausserstande, das weltanschauungsspektrum ihrer leser voll zu erfassen -- christentum und theologie kommen bestenfalls am rande bzw unter verdacht vor (bsp aktuelle zeit: "eine frau für freud" -- warum schreibt kein theologe zum thema, wohl aber ein hirnforscher? wann kommen in den "chancen" mal theologen vor? ich lese die zeit seit über 10 jahren -- bis dato maximal 2 mal! was ist mit dem dauer-topos "hirnforschung"? die ergüsse der hirnforscher stehen in keinem verhältnis zu den kargen beiträgen von theologen.)

    vor wenigen jahren brachte zeit ein dossier über religiöse musliminen in istanbul mit hochschzulabschluss, die sich weigerten, das kopftuch abzulegen und daraufhin vom türkischen staat diskriminiert und in jobs getrieben wurden, die weit unter ihrer qualifikation lag -- war das für die zeit ein skandal? nein! der skandal war, dass die frauen sich weigerten, ihrer religiösen überzeugung zuwiderzuhandeln.
    wie ernst kann man die liberalität einer zeitung nehmen, die beim thema religiöse weltanschauung ernstghafte probleme mit ihrer liberalität hat?

    es irritiert schon, dass die kulturkampf-fraktion in der zeit-redaktion so unbeschwert ihre hass-aufrufe verbreiten darf, vor allem aber nervt, dass (wie auch bei den themen "preussen" und "e m arndt") eine ernsthafte beschäftigung mit der materie schlicht unerwünscht ist -- statt dessen werden unterstellungen und halbwahrheiten ideologisch aufgeladen als objektive fakten unter die leserschaft gebracht.

    einfach nur peinlich ...

  5. Vor dem Aufkommen der modernen, auf dem Verstand beruhenden Wissenschaft, hat eigentlich nur die Kirche die Forschung finanziert. Mit denselben Zielsetzungen wie der Herr Templeton. Trotzdem hat sich die Vernunftbasierte Wissenschaft durchgesetzt, eben weil sie zutreffende Voraussagen machen konnte, was den Mönchen verwehrt war.

    Wir brauchen also keine allzugrosse Angst vor den Geldern Templetons haben, obwohl die Stiftung wohl teilweise unsere Universitäten verrotten lassen wird.

    Christer Nykopp

  6. Please, dear European friends, believe me that Templeton has not yet taken over America's science scene. It is hoped by many of us that the present fad and the whole Busch episode will soon vanish from our country and the world. M.Bergmann, M.D.

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