Sein Lebenslauf deutet auf einen nüchternen Techniker hin: Als frisch gebackener Diplomingenieur geht Dieter Zetsche zu Daimler, arbeitet sich hoch und zieht schließlich in den Vorstand ein. Die Sanierung von Chrysler bereitet den Weg zum großen Karrieresprung: Nun ist er der Chef.

Nüchtern? Tatsächlich mag der 53-Jährige die Inszenierung. Auf der Detroiter Automesse posiert er schon mal im Jeep mit Cowboyhut, auf dem Genfer Autosalon lässt er mit der E-Gitarre Glas zerspringen oder fährt mit einem Tandem auf die Bühne. Vergangene Woche orderte er nun für eine Million Euro Daimler-Aktien – nicht über günstige Vorstandsoptionen, sondern wie jedermann an der Börse. Wieder so eine Symbolhandlung. Sie soll Mitarbeitern und Aktionären Vertrauen einflößen: Hier glaubt einer an seinen Erfolg. In derselben Woche kürt ihn das US-Magazin Time zu einem der hundert einflussreichsten Menschen des Planeten, und Bundeskanzlerin Angela Merkel holt ihn in ihren neuen Innovationsrat.

Für das ZEIT - Gespräch lenkt Zetsche nacheinander die drei Spitzenprodukte des Konzerns über die Straßen rund um Stuttgart: einen Chrysler, einen Mercedes und einen Sattelschlepper. Und zumindest am Steuer erlaubt sich der Chef nur einen Fehler.

DIE ZEIT: Herr Zetsche, sagt Ihnen die Zahl 40.800 etwas?

Dieter Zetsche: Nein.