Während im Irak der Zerfall des Landes weiter fortschreitet, haben Aufbau-Messen im angrenzenden Jordanien Hochkonjunktur. Unter dem Motto Rebuild Iraq findet bereits die dritte Ausstellung seit dem Sturz Saddam Husseins in Amman statt, die sich dem Wiederaufbau des Nachbarlandes widmet. Auf 26000 Quadratmetern versammeln sich diese Woche über 1000 Aussteller aus 48 Ländern, die alle ein Stück des Aufbau-Kuchens abbekommen wollen. Mit 56 Firmen, 48 Ständen und 950 Quadratmetern Ausstellungsfläche unterhält Deutschland den größten Pavillon. Made in Germany sei im Irak gefragt, erklärt der Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Bagdad, Jürgen Bubendey, die starke Präsenz der Deutschen. Trotz der schwierigen Sicherheitslage und des hohen Risikos für Entführungen hätten Exporte deutscher Firmen in den Irak im Jahre 2004 fast 400 Millionen Euro erzielt, was dem Niveau von vor dem Krieg im März 2003 entspricht. Wer im Irak Geschäfte machen will, müsse mittelfristige Strategien entwickeln, sagt Uli Burkhardt vom Messe- und Ausstellungsdienst (Imag) in München, der die deutsche Beteiligung in Amman organisiert hat. Mindestens eine dreijährige Perspektive und Mut zur Investition gehörten dazu, wenn das Engagement zum wirtschaftlichen Erfolg führen soll. Geschäfte im Irak lassen sich nicht per Fernbedienung steuern, weiß Wolf-Dieter Woelke von Terramar aus eigener Erfahrung. Seine Firma arbeitet im Auftrag von MAN Roland im Irak. Die Schulungsdruckerei, an der künftige Drucker auf Roland-Maschinen ausgebildet werden sollen, steht seit Wochen betriebsbereit auf dem Werkstattgelände in Bagdad. Die Inbetriebnahme ist derzeit aus Sicherheitsgründen jedoch unmöglich. Auch am Firmensitz im Bagdader Stadtviertel Mansur sind derzeit lediglich Wachmänner zugange.

Terramar weicht derweil in den sichereren Norden des Iraks aus. In Arbil entsteht eine Niederlassung, in Dohuk eine Werkstatt.