Die EU könnte den Zugang für (iranische) Naturwissenschaftler und Studenten verknappen. Diese publikumswirksame Forderung würde leider auch die Interessen der deutschen und europäischen Forschung hart treffen. Nachdem erstklassige chinesische und indische Nachwuchswissenschaftler Deutschland seit einigen Jahren fernbleiben, weil sie in Shanghai oder Bangalore bessere Studien- und Arbeitsbedingungen vorfinden, sollte man die solide ausgebildeten und hoch motivierten Absolventen iranischer Eliteuniversitäten nicht aktiv von unseren Unis fernhalten.

Zudem stehen sie überwiegend in Opposition zum Regime, sodass man mit solchen diplomatischen Nadelstichen einmal mehr die Falschen bestrafen würde.

Schließlich tragen die Rückkehrer die Idee akademischer und bürgerlicher Freiheit ins Heimatland. Das haben schon die osteuropäischen Gastwissenschaftler zur Zeit des kalten Krieges erfolgreich getan.

PROF. FLORIAN MÜLLER-PLATHE TECHNISCHE UNIVERSITÄT DARMSTADT