In Pankow wollen Muslime eine Moschee bauen. Die deutschen Bürger sind dagegen. Die Muslime gehören zu einer Konfession des Islams, die mit Gewalt und Fanatismus nichts am Hut hat. In Pankow will man sie nicht haben. Es wäre die 121. Moschee für Berlin. Aber in Pankow heißt es: Hier wohnen keine Muslime. Warum müssen die hier bauen? Diese Frage hat ein Mitglied der CDU gestellt, und der ganze Kreisverband hat einen einstimmigen Beschluss gegen die Moschee gefasst. Es gibt im Osten keine Moscheen. Dies wäre die erste.

Die Ostdeutschen sind als Freunde der Kulturvielfalt nicht bekannt. Die Ahmadi-Muslime hatten mit Widerstand gerechnet. Aber die Heftigkeit hat sie dann doch gewundert. Der Schatzmeister des CDU-Ortsverbands Pankow-Nord wurde dann sogar auf einer NPD-Demonstration gegen die Moschee gesichtet. Das war die einzige Möglichkeit, meine Kritik an dem Bau öffentlich mitzuteilen, sagte er danach - und trat grummelnd aus der CDU aus. Was für die Partei vielleicht ein Verlust war, andererseits aber nicht so ins Gewicht fällt, weil es in der CDU ja noch ganz viele Lasinskis gibt. Und außerdem ist sogar Friedbert Pflüger gegen die Moschee. Und der will immerhin Berliner Bürgermeister werden. Nicht der richtige Standort.

Um die Wahrheit zu sagen, stehen Pflügers Chancen für die Wahl nicht gut.

Nicht mal bei der Kriminalitätsbekämpfung traut der durchschnittliche Berliner ihm mehr zu als dem amtierenden Bürgermeister Wowereit. Und dabei ist der schwul und regiert mit Exkommunisten. Ernüchternd für eine bürgerliche Partei wie die CDU ist das. Pflüger hat sich darum auf das letzte Mittel besonnen, das einem Unionspolitiker zur Verfügung steht: Ausländer.

Mit denen geht in der CDU immer was. Die Partei macht es sich da leichter als andere. Das liegt nicht an den Wählern. Die Wähler von SPD und PDS sind nicht weniger anfällig für Fremdenfeindlichkeit als die der CDU. Aber die linken Parteien tun sich schwer, auf diesem Klavier zu spielen. Das hat vermutlich etwas mit Überzeugungen zu tun, mit Prinzipien. Die CDU agiert da, wie die Unterschriftenlisten- und Fragebogenwahlkämpfe von Roland Koch und Günther Oettinger zeigen, viel unbeschwerter. Klaus Mertes, Jesuitenpater und Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, schrieb dieser Tage über die CDU und ihr Verhältnis zu Religion und Ausländern: Wenn es ihr um Integration ginge, müsste sie ihre Rhetorik gegenüber den Muslimen schlagartig ändern. Sie müsste Muslime als religiöse Menschen, als gläubige Menschen ernst nehmen.

Und sie müsste dann auch das Christentum als eine Religion respektieren lernen, die sich der Instrumentalisierung für integrationspolitische Zwecke verschließt, ebenso wie für alle anderen Zwecke außer dem einen: Gottes- und Nächstenliebe. Amen.