Jeden anderen Fünfzigjährigen würde man fragen, ob er es nicht langsam an der Zeit fände, bei Mama auszuziehen. Warum nicht auch den Bundesnachrichtendienst? Seltsam, gerade jene Behörde, die in der Welt nach dem 11. September als wichtigstes Werkzeug der Terrorismusverhütung gilt, besteht auf einem Rest Nestwärme. Zum BND-Jubiläum wird die Kanzlerin verkünden, 1500 Mitarbeiter des Geheimdienstes dürften nun doch in Pullach und anderen bayerischen Standorten bleiben, doppelt so viele wie bisher geplant. Ein Drittel des Dienstes, die technische Beschaffung, darf also zu Hause die Stellung halten, während die Auswerter sich in Berlin einrichten.

Eine falsche Entscheidung, denn der Umzug sollte einem guten und richtigen Zweck dienen: Um die vielen Reibungsverluste zu beseitigen, sollten Pullach und Berlin endlich zusammenziehen.

Ohnehin drängt sich trotz entspannter Geburtstagsparty der Eindruck auf, für den BND gölten schlichtweg höhere Gesetzlichkeiten, die Außenstehende nicht verstehen können oder dürfen. So verweigert die Bundesregierung jeden Kommentar zu den Vorwürfen, der BND habe das Geiseldrama im Irak in die Länge gezogen, weil er partout nicht von einem windigen Vermittler lassen wollte.

Dies aufzuklären würde mitnichten die Sicherheit der Nation gefährden. Im Gegenteil, sie würde erhöht. Genauso wie dies ein Komplettumzug des BND an die Spree täte. Ein bisschen mehr kann der Dienst schon noch ankommen im Berlin ohne Mauern.