Der Erbe eines Unternehmens in den Vereinigten Staaten muss eine fast zehnmal höhere Erbschaftsteuer zahlen als in Deutschland. Dies ergibt sich aus einem internationalen Vergleich der Erbschaftsteuerbelastung, der in einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei enthalten ist. Danach müsste der deutsche Nachkomme, der ein typisches mittelständisches Modellunternehmen mit einer Bilanzsumme von 5,9 Millionen Euro und einem Jahresgewinn von 0,2 Millionen Euro erbt, 168000 Euro an den Fiskus überweisen. In den USA würden dagegen 1,596 Millionen, in Japan 1,325 Millionen und in den Niederlanden 1,110 Millionen Euro fällig. Völlig steuerfrei bleiben solche Erbschaften in Irland, Luxemburg, Großbritannien und seit 2004 in der Schweiz (Kanton Genf). Wenn die schwarz-rote Koalition ihre geplante Erbschaftsteuerreform zum 1. Januar 2007 verwirklicht, müssen auch deutsche Unternehmenserben keine Steuer mehr an den Fiskus entrichten, sofern sie den Betrieb mindestens zehn Jahre lang fortführen.