LÄNDERSPIEGEL »Nachts die Vorstädte meiden«

Rechte Gewalttäter ruinieren den Ruf Berlins. Drei Wochen vor der WM gelten selbst Vorzeigeviertel nicht mehr als sicher

Berlin

Angsträume in Berlin und Brandenburg - Wo sich Schwarze nicht hintrauen. Klicken sie auf das Bild, um den Film zu sehen Anfang der Woche sah sich Berlins Innensenator zu einer Klarstellung gedrängt. »Es gibt in der Stadt keine No-go-Areas«, erklärte Erhart Körting. Die meisten Berliner mögen das für selbstverständlich halten. Jenseits der Bundesgrenzen aber sieht man das anders. Drei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft stellt Deutschlands Hauptstadt mit einer Mischung aus Empörung und Entsetzen fest, wie sehr die gewalttätige rechte Szene ihrem Ruf geschadet hat. »Meide die östlichen Vorstädte, wenn du schwul oder nicht deutsch aussiehst«, heißt es in einem bekannten britischen Reiseführer. »Bei Nacht ist es in den Vorstädten, vor allem den östlichen Vorstädten Lichtenberg und Marzahn, ratsam, vorsichtig zu sein«, erfahren die Leser eines amerikanischen Ratgebers. Sogar das amerikanische Außenministerium hält warnende Worte über rechtsextreme Gewalttäter im deutschen Osten für nötig.

Vor dem Prenzlauer Berg hat bislang noch niemand gewarnt. Im Gegenteil, bislang gehörte ein Besuch in dem quirligen Stadtteil im Osten des Zentrums zum Pflichtprogramm eines jeden Besuchers. Und jetzt das! Ein schwer verletzter Italiener, genau dort, wo sich bei Tag und bei Nacht das kulturbeflissene, tolerante und weltoffene Berlin amüsiert! Drei kahle Muskelmänner hätten ihn als »Scheißausländer« beschimpft und mit einer Eisenstange oder einem Baseballschläger zusammengeschlagen, berichtete der 30-Jährige Gianni C. der Polizei. Einige Aspekte der Tat erscheinen rätselhaft – vor allem der Umstand, dass es für eine so brutale Gewalttat in einer auch des Nachts belebten Gegend keine Zeugen gibt und offenkundig auch das schwer verletzte humpelnde Opfer stundenlang von niemandem bemerkt wurde. Noch ermittelt die Polizei, doch die Aufregung ist groß. Italienische Zeitungen schlugen schon »Rassismus-Alarm« (La Stampa).

Was immer die Ermittlungen ergeben, der Vorfall wirft ein Licht auf das zweite Gesicht des Vorzeigestadtteils Prenzlauer Berg. Und da zeigt sich: Berlins Problem sind nicht nur vermeintlich oder wirklich gefährliche Gegenden, es ist die zunehmende soziale Spaltung der Stadt. Unweit der angesagten Clubs, der Designergeschäfte und Luxusdachgeschosse wuchern Arbeitslosigkeit und Altersarmut, gammeln marode Wohnungen und perspektivlose Jugendliche, wächst eine neue Unterschicht.

Rund 400 Millionen Euro Subventionen hat Berlin in den vergangenen 15 Jahren in den mondänen Süden des Prenzlauer Bergs investiert. Derweil verkommen ehemals intakte Wohngebiete, etwa die Plattenbauten nördlich des S-Bahn-Ringes, wo der einst begehrte DDR-Standard längst veraltet ist, ebenso wie Teile der »Grünen Stadt«, wo manche Wohnung seit 1930 nicht modernisiert worden ist. Wer es sich leisten kann, ist hier längst weggezogen.

»Wir haben viel Geld in die Sanierung der maroden Altbauten gesteckt«, sagt der Vorsteher der Bezirksverordneten-Versammlung, Jens-Holger Kirchner (Grüne). »Für andere Gebiete fehlt jetzt das Geld.« Vor zwei Jahren veröffentlichte das Land Berlin zuletzt seinen Sozialstrukturatlas. Danach genießt der Süden des Prenzlauer Bergs das höchste Prestige in der gesamten Stadt, gleichzeitig konkurrieren andere Viertel mit den schlagzeilenträchtigen Problemzonen in Neukölln, nur ohne Ausländer.

Ein Ausländerproblem hat der Prenzlauer Berg auch, freilich eines ganz eigener Art. In der Thälmann-Siedlung gibt es Wohnblöcke, da hält es sogar die Wohnungsbaugesellschaft für nötig, dunkelhäutigen Einwanderern in deren eigenem Interesse vom Zuzug abzuraten. Es gibt rechte Devotionalienläden und rechte Kneipen. Schon wird die Szene selbstbewusster, sie besucht Bürgerforen und sprengt Veranstaltungen. Mehrfach demonstrierten Neonazis in dem Stadtteil. Sie haben die soziale Frage entdeckt, fordern »mehr Gerechtigkeit für deutsche Jugendliche« und versuchen, die Weltbürger im südlichen Prenzlauer Berg zu provozieren. »Der Lack ist sehr dünn«, sagt Jens-Holger Kirchner.

Ausländerfeindliche Übergriffe können da nicht überraschen. Ende vergangenen Jahres verprügelten zwei Jugendliche auf der Schönhauser Allee einen dunkelhäutigen Amerikaner. Nur machte der Vorfall keine Schlagzeilen, bis zur Fußball-WM waren es ja noch etliche Monate.

Angsträume: Wo sich Schwarze in Berlin und Brandenburg nicht hintrauen. Eine Filmreportage und ein Interview mit dem Stadtsoziologen Hartmut Häußermann

 
Leser-Kommentare
  1. Mal ehrlich: Es gibt Probleme mit rechter Gewalt. Aber in welcher Grössenordnung? Es ist doch völlig übertrieben, von einer Gefahr für ausländische Fussballfans zu sprechen - man stelle sich mal vor, die WM hätte in Südafrika stattgefunden. Dort gibt es nun wirklich eine gravierende Gewaltkriminalität. Nein, es ist ganz anders: Die Politiker warnen zur Zeit hysterisch vor den Rechtsextremen um von den eigenen Versäumnissen abzulenken. Wer ist denn verantwortlich dafür, dass der Staat sein Gewaltmonopol an Teile der Parallegesellschaften abgegeben hat? Doch nur er selbst. Wer lässt es zu, dass gegen den Willen der Bevölkerung riesige Moscheezentren in ganz Deutschland gebaut werden, die unbestritten die Problemherde der Zukunft darstellen werden? Er doch ganz allein. Wer lässt es zu, dass überall - in der Schulpolitik, der Sozialpolitik - unsere Werte aufgrund einer immer stärker agierenden islamischen Lobby aufgegeben werden? Es ist dieser Staat selber, bestehend aus meistenteils Berufspolitikern ohne Tiefe und höhere Begabung - es ist dies auch ein Problem mangelnden Verantwortungsgefühles.
    Der Staat ist es doch auch, der im Laufe der Jahre dafür gesorgt hat, dass die Schwächsten unserer Gesellschaft mit den Problemen, die sich durch die unkontrollierte Einwanderung ergeben haben, allein gelassen werden. Und nun will er auf deren Kosten noch die Mehrwertsteuer erhöhen. Nein, die Scheinheiligkeit dieser Agitation ist zu durchschaubar, zu simpel. Anstatt die Ursachen für die rechten Strömungen zu untersuchen und endlich etwas gegen die Islamisierung und Kriminalisierung der Gesellschaft zu tun, schwingt er die altbekannte Nazikeule - um abzulenken. Es gibt wohl noch einen anderen Grund: Man will, dass die Deutschen sich schon im Vorfeld der WM ordentlich schämen, damit mittelfristig ein Klima entsteht, in dem man den Türkei-beitritt der EU nicht mehr sachlich diskutieren kann. Denn diesen haben die Politker bereits gegen ihre Bevölkerung beschlossen - deshalb brauchen sie ein Klima,in dem man wieder schnell den Vorwurf ein „Nazi" zu sein einsetzen kann - um jeden Kritiker von vornherein mundtot zu machen. Die Medien unterstützen dies grösstenteils, z.T. aus mangelnder Begabung der Journalisten, z.T. weil sie Klientelpolitik im Auftrag der Wirtschaft machen.
    Das einzig Positive an der ganzen Sache: Das einfache Volk durchschaut diese Zusammenhänge viel deutlicher, als die Politiker es ihrem Wahlvieh zugetraut hätten. Es lässt sich nichts mehr vormachen.

  2. der Kommentar war eigentlich zu dem interview mit Häussermann gedacht, passt aber hier auch.

    Etwas oberflächlich ist der Artikel denn schon – die soziologische Perspektive auf Stadt war ein Schlüssel in den 70er Jahren und bereits damals war offensichtlich, dass dieser Schlüssel nicht passt. Wie an allen Resultaten zu sehen ist.

    Gleich zur Praxis.

    Vor wenigen Jahren war ich überrascht, als mir eine erfahrene berliner Lehrerin auf meine Frage nach den schulischen Integrationsprogrammen antwortete, dass es diese Programme überhaupt nicht gibt, es handelt sich um Worthülsen. Das ist dann vielleicht sogar besser, weil – viel wichtiger – überhaupt keinerlei Konzepte vorhanden sind. Absolut nichts. Die lassen die Dinge passieren. Die Lehrerin sagte, es werde gar nichts getan. Ein anderer Lehrer zog aus Kreuzberg wegen seiner eigenen Kinder weg, die in einem anderen Stadtteil zur Schule gehen sollten.

    Pragmatisch gehen die Amerikaner ihren türkischen Freunden in Kreuzberg zur Hilfe. Weil die nicht abwarten. McKinsey organisiert dort Lehrprogramme für türkische Migrantenkinder – nach amerikanischen Lehrplänen – ins Deutsche übersetzt. Das zeigt das berliner Desaster auf. Damit ist Berlin quasi ein Notfallgebiet für UNICEF geworden, UNICEF heißt hier McKinsey. Die Migrantenfeindlichkeit kommt im hohen Maße aus der Politik, die viel zu wenig Geld locker macht – all diese Migranten wären Konkurrenz für die Kinder der besser verdienenden –das sind die so nicht – aber wenn die das wären – wäre dann nicht auch mit einer Migrantenfeindlichkeit aus den besseren Kreisen zu rechnen ?

    Ein Fehler von Häussermann – er übersieht, dass Berlin bei Weitem nicht den höchsten Migrantenanteil in Deutschland hat, Frankfurt bspw. hat einen wesentlich höheren Anteil.

    Und was dazu auffällt, in den unteren Schichten gibt es eine rege Vermischung deutscher und zugezogener nichtdeutscher Kids, Jugendlicher und langsam auch Erwachsener und das auch im Osten. Die cross culture Beziehungen liegen dort höher als in den besser gestellten Schichten. Das kann man auch aus der OECD Studie ablesen, die der PISA Studie folgte. Worin Sie lesen können, dass sowohl für die unteren Schichten als auch für die Migranten nichts getan wird, so was verbindet.

    Wenn Sie auf den Briefumschlägen der Institutionen lesen können, dass man hier nicht fremdenfeindlich sei, klingt das als seien damit Touristen gemeint und nicht Migranten. Denn Migranten und Einwanderer sind keine Fremden mehr, gegen die kann man gar nicht fremdenfeindlich sein.

    Hier wurde Häussermann befragt, dessen Gebiet diese Fragen gar nicht sind, was man leider sehr merkt.

    No Go Areas wie Heye sagt, er hat recht, mehr als es scheint, es gibt hier NO MONEY AREAS, dafür etwas zu tun, dass sich Dinge anders entwickeln. Und diese No Money Areas sind menschenfeindlich und zudem fließend und nicht auf Orte begrenzt

    Provokant müsste man fragen, waren Schwarze, besonders, 1936 zu den Olympischen Spielen sicherer als heute? Wenn man recherchiert, dann waren die 1936 sicherer als heute !

    • plural
    • 20.05.2006 um 17:39 Uhr

    Es ist schon interessant Parallelen zu ziehen mit unserer kollektiven braunen Vergangenheit.
    Viele Fehler von damals werden wieder gemacht.
    1er Fehler: Die Braunen sind ja nicht so schlimm.
    2er Fehler: Die Braunen sind ja gar keine Braunen.
    3er Fehler: Die Braunen werden gewählt, also sind sie Demokraten
    4er Fehler: Die Braunen verschwinden von selbst.
    5er Fehler: Eigentlich sin ja Braune nur Konservative.
    6er Fehler: Alle Braunen sind blöd.
    7-unendlicher Fehler: bitte selber einfügen.
    Irgendwann werden vermeintlich konservative Politiker wieder versuchen auf dem `Rücken der braunen Kamele`wieder an die Macht zu kommen. Aber auch schon damals sind danach die braunen Kamele im Sattel gesessen und Herr v. Papen war weg von Fenster. Und für alle die sich noch erinnern können oder schon mal was gelesen haben: den `Stahlhelm` gab´s dann auch nicht mehr. Naja im Moment sind wir noch am Anfang der Entwicklung; aber so wie sich die Diskussionen darstellen und Meinung gemacht wird gehen wir auf eine Wiederholung zu, die sicherlich ganz anders aussehen wird wie damals.
    Nur noch für die Bilhaftigkeit: Damals waren es Olympische Spiele. Mir würd` ja noch so viel einfallen. Aber ich denke da wird den Lesern ja noch einiges auf der Tastatur liegen.
    Bin ja gespannt.

  3. Uwe-Karsten Heye warnt Ausländer vor bestimmten Gebieten und spricht damit eine für die Deutschen sehr unangenehme Sache an, was die allgemeine und meiner Meinung nach völlig unberechtigete Empörung erklären mag. Schämen sollte man sich!
    Ich aber sage:
    Er sollte seine Warnung auch auf Deutsche ohne Bomberjacke und Springerstiefel ausdehnen!
    Ich selbst würde in manche Gebiete wegen der Gefahr für Leib und Leben auch nicht gehen, da ich nicht wie der Nazi-Durchschnittsproll aussehe. Da ist mir meine Gesundheit wichtiger als die Konfrontation und es hilft auch kein deutscher Ausweis gegen einen solchen Ausbund an Blödheit.
    Dass es sich bei den Rechten (hoffentlich) um eine Minderheit handelt verringert die Gefahr keineswegs! Denn diese Minderheit ist ja gerade auf Gewalt gegen Andersdenkende aus! (Wobei "Andersdenkende" schon zuviel gesagt ist den "Anders" setzt die Denkfähigkeit der ersten Partei voraus) Zudem steht die Allgemeinheit, übrigens auch im Westen, nicht gerade im Ruf einem Angegriffenen hilfreich zur Seite zu stehen, sei es aus Feigheit oder heimlicher Zustimmung.
    Heye spricht also berechtigterweise einen schweren Mißstand an der nicht toleriert werden kann. Wenn er dazu drastische Worte findet: Um so besser! So fällt es wenigstens auf!

    • plamen
    • 18.05.2006 um 12:02 Uhr

    Das Schlimme im Osten ist, dass hier die traditionelle DDR- (sozialistische) Menschenverachtung und die westdeutsche "knallharte Interssenpolitik" (ZEIT) samt Beamtenmentalität aufeinandertreffen. Den größten Vorwurf, den man den Wessis (insbesonders den in Osten lebenen) machen kann, ist dass sie die Ossi in ihren dummen Stolz und Unmündigkeit weiter verstärken. Die Zitadellen der Verdummung MDR, Super-Illu, der DDR-Propagandasender Deutschlandfunk, alldas führt zu Realitätsverlust. Wahrscheinlich gab es zu DDR-Zeiten mehr kritische Filme/Essays/Sendungen als heutzutage. Im Osten fehlt jegliche Leitfigur. Vergangenheitsbewältigung -- Fehlanzeige. (Ich habe mich damals in die dunkle Vergangenheit zurückversetzt gefühlt als ich ein Kind mit dem T-Shirt "Schulen laufen für Olympia" gesehen habe.)
    Die Medien können/wollen die Leute nicht aus der Unmündigkeit rauslocken, es fehlt die allgemene Wahrnehmung der Situation. (Die Eltern meiner Frau haben am 1. Mai aus Magdeburg angerufen, was bei uns in Leipzig los sei. Dass gleichzeitig dort der braune Mob ungestört stolzieren konnte, wurde weder von der Lokalzeitung noch von MDR berichtet.) Der Begriff "organisierte Fördermittelkriminalität" stammt auch von einem Wessi, und IMHO kommt es im Osten nur deswegen nicht zu wirtschaftsbedingten Morden, wie in den anderen Osteuropa-Ländern, weil das Geld halt unerschöpflich ist, trotz Milliarden-Grab-Vorwürfe.

    So ist es nicht verwunderlich, dass sich jetzt die Ossis wieder empören. Wie auch die ZEIT schreibt, völlig an die Realität vorbei. Nichts Neues. Schon damals wurden Stimmen laut, warum in Reiseführern Magdeburg-Olvenstädt unbedingt zu meiden empfohlen war.

    Es kann sich doch jeder (insbesoderes die Ossi-Journalisten und Politiker) an der Haltestelle "Alte Messe" in Leipzig abends stellen, wenn die Straßenbahnen voll aus dem Lok-Stadion kommen und übelegen, würde ich hier einem Schwarzhäutigen empfehlen reinzusteigen. Wenigstens könnten die Politiker die begleitenden Einsatzkräfte oder die Fahrer fragen, was da los ist.

    In diesem Sinne: Afklärung für die Ossis! Jetzt!

    P.

  4. denn dass es Gebiete gibt in die man sich nicht mehr traut stimmt fuer beinah alle -dass Gewalttaetigkeiten gegen Auslaender,Andersausehende gibt stimmt-dass es Gewalttaetigkeiten von Andersaussehenden gibt stimmt auch..leider spielt die Boulevard Presse alle Extremfaelle hoch um ihre Kaeseblaetter zu verkaufen- da gibt es den Italiener,der sich der Nazis bedient um zu erklaeren warum er im Suff auf die Gleise faellt-man fragt sich warum? Denke mir jemand der von den Nazi-Ersatz Deppen verpruegelt wird bekommt mehr Sympathien als jemand der besoffen einen Unfall hat (vielleicht auch weil er auf Spenden hofft) aber wenn in bestimmten Gegenden Menschen Angst um ihre Sicherheit haben muessen dann muss etwas geschehen und zwar sofort.

  5. Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt ist ein zunehmendes Problem. Es wäre falsch, diese Tatsache zu verschweigen oder zu verharmlosen, gerade wegen der bevorstehenden WM und dem Blick der Welt auf Deutschland. Deshalb meine Hochachtung für den Mut von Uwe-Karsten Heye, wenngleich seine Wortwahl drastisch ausfiel.

    Das Thema sollte jedoch nicht dazu missbraucht werden, einen Keil zwischen die Menschen in Ost und West zu treiben. Dieses Problem geht uns alle an und ist nicht typisch ostdeutsch. Es ist nicht die “ostdeutsche Mentalität”, es sind die wirtschaftlichen und sozialen Probleme in diesem Teil Deutschlands, die zu einem grossen Teil von westlichen Politikern und Wiedervereinigungsgewinnlern ( z. B. unseriösen Versicherungsvertretern etc.) zu vertreten sind. Auch völlig überzogene und unrealistische Erwartungen “blühender Landschaften” tragen zum heutigen Frust bei.

    Diese Situation kann dennoch niemals Rechtsextremismus rechtfertigen. Diesbezüglich muss in Bildung investiert werden. Wirtschaftliche und soziale Probleme können nie durch Fremdenhass gelöst werden. Diese Zusammenhänge sowie Toleranz müssen Schwerpunktthema in den Schulen sein. Die Beschäftigung mit anderen Kulturen und Lebensentwürfen engt nicht die eigenen Möglichkeiten ein, sie stellt im Gegenteil eine Bereicherung dar !

    • Karaya
    • 18.05.2006 um 11:39 Uhr

    es gibt in berlin und in anderen städten deutschlands schon lange no go areas.
    da es allerdings nur deutsche getroffen hat, interessiert sich dafür keiner.
    mich wundert es gar nicht, dass die bevölkerung nun anfängt sich zu wehren.
    die deutschfeindliche clique aus parteien und medien bereitet den boden für immer grösseren widerstand.
    auf das mehrheitenbenachteiligungsgesetz freue ich mich schon.
    ich selber habe es vorgezogen in eine vorstadt zu ziehen. zu den gutmenschen. ist ein wenig spiessig, aber man kann sicher leben. türken gibts da übrigens keine. komisch nicht?

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  • Quelle DIE ZEIT 18.05.2006 Nr.21
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  • Schlagworte Berg | Berlin | Jugendliche | Fußball-WM | Altbau | Brandenburg
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