DIE ZEIT: Wie reagieren Leute, wenn man ihnen sagt, man will von Marokko bis nach Südafrika radeln? BILD

Kirsten Neuschäfer: Die meisten haben sich an den Kopf gefasst. Meine Mutter versuchte unter Tränen, mir dieses Abenteuer auszureden. Meine Freunde fanden mich völlig überdreht. Und der Berliner Fahrradhändler, bei dem ich für 250 Euro ein Mountainbike kaufte, wollte es am liebsten behalten.

ZEIT: Warum haben Sie die Warnungen in den Wind geschlagen?

Neuschäfer: Ich wollte unbedingt meinen alten Kindheitstraum verwirklichen. Nach dem Abitur in meiner Heimatstadt Pretoria habe ich vier Jahre lang in Europa gejobbt. Für die Heimkehr wollte ich mir Zeit lassen. Ein Fahrrad fand ich auch darum besonders geeignet, weil es keine Begehrlichkeiten weckt, weil man es selbst reparieren kann – oder einfach stehen lassen, falls das Unternehmen scheitert.

ZEIT: Wie haben Sie sich vorbereitet?

Neuschäfer: Per Internet. Ich druckte mir die Erfahrungsberichte von Reisenden aus, die schon einmal per Rad in Afrika unterwegs waren. Ich besorgte mir den Guide Sahara Overland von Chris Scott. Da stand alles drin: dass man Marathonreifen mit Gummiverstärkung braucht und wasserdichte Satteltaschen, mit denen man Wasser aus Brunnen schöpfen kann. 45 Kilo Gepäck schleppte ich mit: Zelt, Schlafsack, Benzinkocher, Landkarten, Tütensuppen, Medikamente, meine Digitalkamera, Ersatzteile wie Reifen, Speichen, Bremsbeläge. Nur auf den Kompass hätte ich verzichten können, weil ich eigentlich immer auf befahrenen Straßen radelte. Dafür waren Bargeld, Kreditkarte und Travellerschecks lebenswichtig. Insgesamt hat der Trip 6000 Dollar gekostet.

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