Thailand Mörder ohne Namen

Eine Bombe, eine Kugel, eine Machete: Im tiefen Süden Thailands wandelt sich ein lokaler Konflikt zum Terrorkrieg. Schuld ist die Weltpolitik

Pattani

Wenn heutzutage irgendwo auf der Welt Menschen geköpft werden, nimmt man sofort an, al-Qaida stecke dahinter oder eine andere Organisation, die im Namen des Islams mordet. Das ist in Thailand nicht anders. Wird im tiefsten Süden des Landes, an der Grenze zu Malaysia, wieder einmal ein Mensch mit abgetrenntem Kopf gefunden, fragen sich Behörden in Bangkok besorgt: Haben wir internationale Terroristen im Land? Werden sie demnächst an den Stränden von Phuket oder Pattaya eine Bombe legen, so wie sie es 2002 im indonesischen Ferienparadies Bali getan haben?

Die Fragen haben sich die Behörden in der jüngsten Zeit häufig stellen müssen, denn in der Region Pattani sind innerhalb von drei Jahren mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen. Bauern, Beamte, Polizisten, Soldaten, buddhistische Mönche und muslimische Geistliche. Eine Bombe, eine Kugel, eine Machete, es kann jeden jederzeit treffen. In Pattani ist niemand sicher, weder die 1,8 Millionen malayisch-stämmigen Muslime noch die 600000 buddhistischen Thais.

Warum?

Man könnte sagen, weil Bangkok in mehr als hundert Jahren es nicht verstanden hat, seine muslimische Minderheit zu integrieren. Man könnte auch behaupten, die Muslime Pattanis wollten sich einfach nicht integrieren. Und schließlich ließe sich feststellen, dass sich in diesem Kleinkrieg alle Frontlinien verwischen, weil es zu viele Täter gibt, Rebellen, Terroristen, Todesschwadronen, Gangster. Alle diese Antworten kann man hören, je nachdem, mit wem man spricht. Die Täter zeigen ihr Gesicht nicht. Das ist das Furchterregendste an ihnen. Namenlose Mörder lähmen eine Gesellschaft.

Das von 3000 Buddhisten bewohnte Dorf Tashi zum Beispiel macht auf den ersten Blick einen sehr friedlichen Eindruck. Drei Straßen gibt es hier, zwei improvisierte Teehäuser zwischen Bergen mit Dschungelgrün rundherum. Tashi ist verschlafen schön, und hätte es einen Streifen Strand, passte es gut in einen Thailand-Reiseprospekt. Die Dorfmilizen machen diese Vorstellung schnell zunichte. Sie tauchen plötzlich auf, kontrollieren die Papiere und fragen so intensiv nach, dass es wie ein Verhör wirkt. Diese Männer tragen schwere Waffen, die ihnen die Regierung gegeben hat, und doch können sie ihre eigene Nervosität nicht verbergen. »Nachts«, sagt einer von ihnen, »nachts ist es am schlimmsten!« Irgendwo da draußen lauert der unsichtbare Feind.

Am 4. Januar dieses Jahres, um halb vier Uhr morgens, ist der 38-jährige Tian Saiyasath aus dem Hinterhalt erschossen worden. Er war auf dem Weg zu seiner Kautschukplantage, die vierzig Minuten Fußmarsch entfernt auf einer bergigen Anhöhe liegt. Tian hatte keine Feinde. Er war ein kleiner Kautschukpflanzer, Vater zweier Kinder und nach Auskunft der Dorfbewohner ein friedlicher Mensch, der mit dem wenigen, das ihm das Leben gab, zufrieden war. Im Dorf Tashi war er das erste Opfer dieses Kleinkriegs, das einzige bisher. Das reichte, damit Tashi vor Schreck erstarrte.

Tians Eltern erleben den Verlust ihres Sohnes wie eine fortgesetzte Strafe. Jeden Morgen müssen sie nun selbst zu der Kautschukplantage hochsteigen, niemand sonst kann die Arbeit erledigen. Täglich durchleben sie so aufs Neue das Ende ihres Sohnes – und seine Angst. Sie lauschen in den Urwald hinein, sie drehen sich auf ihrem Weg immer wieder um, sie bleiben wie erstarrt stehen und gehen dann weiter, geduckt; alle Sinne sind gespannt. Jedes Geräusch kann Gefahr bedeuten, jeder Schatten eine tödliche Bedrohung sein.

Wer Separatist ist, wird in den Augen des Staates zum Terroristen

Tian fehlt den Eltern, auch in den kleinsten, alltäglichsten Tätigkeiten. Seit er nicht mehr da ist, müssen die beiden zweimal im Monat mit dem Motorrad in die Kreisstadt Yaha zum Einkaufen fahren. Das ist gefährlich, denn Herr Prakaab Saiyasath hat sehr schlechte Augen und ist fast taub. Also dirigiert seine Frau Kij ihn vom Rücksitz des Motorrads durch den Verkehr. Unfälle haben sie auf diese Weise bisher vermeiden können, oft war es knapp. Immerhin, sie leben noch. Und wenn man mit ihnen über diese Einkaufsfahrten redet, dann vergessen sie ihren Tian für einen Moment und lächeln über das eigene Schicksal, das sie zu solch waghalsigen Kunststücken zwingt.

Das kann man als Zeichen zähen Lebenswillens nehmen, denn die Menschen in der Region Pattani haben im Laufe der vergangenen Jahrzehnte vieles erlebt, mordende Soldaten, folternde Polizisten, Todesschwadronen und Rebellen, die für die Befreiung Pattanis vom Joch Bangkoks kämpfen. Das eigenständige Sultanat Pattani ist 1902 Thailand zugefallen. Seitdem ist es eine verwirrende und ziemlich unheimliche Gegend – die Konfliktlinie freilich ist über die Jahrzehnte dieselbe geblieben. Hier eine ethnisch-religiöse Minderheit, die ihre Rechte einklagt, dort ein Staat, der versucht, diese Minderheit zu assimilieren, mal mit Gewalt, mal mit Überredung, immer jedoch im festen Glauben, dass es keine Alternative zur Assimilation geben dürfe. Buddha – Monarchie – Nation: Wer sich dem nicht unterwirft, gilt als Separatist – und wer einmal Separatist ist, wird in den Augen des Staates schnell zum Terroristen. Seit dem 11. September 2001 ist es nur mehr ein Schritt zum gefürchteten Dschihadisten.

Zwei Autostunden vom Dorf Tashi entfernt liegt Kuan Nori, eine zwischen Kautschukplantagen verstreute Siedlung. Wie das buddhistische Tashi ist auch das muslimische Kuan Nori ein trügerisches tropisches Idyll. Es sieht aus wie das Paradies, und doch ist es voller Abgründe.

Der Staat hat hier eine Schule gebaut, einen Spielplatz, ein Fußballfeld, und er hat gute Straßen verlegen lassen. In den Augen Bangkoks gibt es nichts, worüber die Bewohner klagen könnten. Sicher, sie sind nicht wohlhabend, aber sie sind auch nicht ärmer als andere Bewohner Thailands. Würde man die Kinder fragen, die hier spielen, sie würden glaubwürdig versichern, dass sie die glücklichsten Menschen der Welt seien. So ausgelassen flattern sie umher, so überschwänglich laufen sie unter dem lichtdurchfluteten Himmel dahin.

Und doch ist Kuan Nori, glaubt man den Behörden, eine Terroristenhochburg. Neun Bewohner dieses Dorfes sind im Oktober 2004 von Soldaten erschossen worden. Die Männer befanden sich zusammen mit 23 anderen in der ehrwürdigen Krue-Se-Moschee, in der Hauptstadt Pattani. Sie hatten sich dort verschanzt, nachdem sie, nur mit Messern bewaffnet, eine Polizeistation angegriffen hatten. Sie sollen sich für unverwundbar gehalten haben. Aber das ist nur eine der vielen verstörenden Geschichten, die sich um die Krue-Se-Moschee ranken.

Da ist zum Beispiel der sechzigjährige Kautschukpflanzer, der sich in Kuan Nori von seinem Sohn Maludi unerwartet mit den Worten verabschiedete: »Ich gehe in die Krue-Se-Moschee, um Gebete zu verrichten. Ich bleibe über Nacht« und nach dem Gebet die Polizeistation mit einem Messer angreift und sich niedermetzeln lässt. Auf die Frage, ob er denn geahnt habe, was sein Vater unternehmen wollte, zuckt Maludi mit den Schultern.

Wusste er, wussten die Menschen im Dorf Kuan Nori, was die neun Getöteten vorhatten? Gehören sie zu der »Bewegung«, wie manche muslimische Malayen ausnahmslos alle nennen, die sich gegen die thailändischen Behörden wehren. Maludi lacht nur. Es ist seine Art zu schweigen – und vielleicht auch zu verbergen, was er weiß. Sicher ist, dass sich seit drei Jahren auch das Leben dieses Mannes verändert hat. Maludi besitzt ein kleines Kautschukfeld, rund dreißig Kilometer von Kuan Nori entfernt. Vor drei Jahren noch fuhr er mit dem Motorrad dorthin und blieb mehrere Tage, um das Feld zu bearbeiten. Die Nächte verbrachte er in einer Palmhütte. Das macht er nicht mehr. Es ist zu gefährlich, zu viele Kautschukpflanzer sind ermordet worden. Wenn Maludi überhaupt noch auf das Feld fährt, kommt er am selben Tag wieder ins Dorf zurück. Vor wem er Angst hat? Diesmal lacht er nicht, sondern fragt: »Würden Sie sich nicht fürchten?!«

Dabei kann es gut sein, dass Kuan Nori eines Tages als eine Art Dorf der Helden in die Geschichte Pattanis eingehen wird. Denn für viele Muslime ist die Krue-Se-Moschee ein Symbol für die grausame Unterdrückung durch Bangkok. »Krue Se hat gezeigt, in welchem Staat wir leben!«, sagt ein Lehrer aus Pattani, »Krue Se hat uns aufgerüttelt!«

Krue Se war nicht das einzige Fanal in den vergangenen drei Jahren. Am 4. Januar 2004, um zwei Uhr nachts, stürmten über hundert Angreifer ein Waffendepot der Armee in der Provinz Naratiwath und stahlen 400 Waffen. Die Polizei verhaftete Dutzende von Männern. Einige wurden gefoltert, um ihnen Geständnisse abzupressen, welche die These vom internationalen Dschihad in Pattani stützen sollten. Schlüssige Beweise blieben aus. Bangkok wollte auch vom eigenen Unvermögen ablenken. Denn niemand hatte mit einer derart gut koordinierten Attacke auf eine Kaserne gerechnet. Bangkok wiegte sich bis zu diesem Tag in dem Glauben, das »Problem« Pattani gelöst zu haben. Die Gewissheit ist dahin. Ratlosigkeit macht sich breit. »Selbst wenn die Regierung mit jemandem verhandeln möchte«, sagt Tepchai Yong, stellvertretender Chefredakteur der englischsprachigen Zeitung The Nation, »sie wüsste nicht, mit wem. Niemand hat politische Forderungen gestellt!«

Dieses Argument hört man oft in Bangkok. Es unterschlägt freilich, dass diejenigen Muslime aus Pattani, die Forderungen gestellt haben, zum Schweigen gebracht, ins Exil getrieben oder ermordet wurden. Der Prominenteste unter ihnen war Hadschi Sulong. Er gründete 1947 die Pattani People’s Movement. Sulong war ein islamischer Reformist, kein Fundamentalist – 1952 verschwand er. Wahrscheinlich ist er von der Polizei ertränkt worden. Mehr als fünfzig Jahre ist das her, aber die Muslime von Pattani verlangen immer noch, was er wollte: Autonomie, Selbstständigkeit – jedenfalls Distanz zum fremd gebliebenen Bangkok.

»Niemand ist bisher vorgetreten und hat politische Forderungen gestellt«

Forderungen stellen, verhandeln, dazu muss man erst in der Lage sein. Die Reisbäuerin Zeinab Suleyman zum Beispiel hätte das bis vor kurzem nicht tun können. Sie lebt in dem Dorf Praiwan, nahe an der malayischen Grenze, hat acht Kinder und kann ununterbrochen reden »Wie hätte ich denn etwas fordern können? Was denn? Ich kannte nicht einmal meine Rechte!« Bis die Sache in Tak Bai geschah.

Am 25. Oktober 2004 ging Zeinab Suleyman in das Provinzstädtchen Tak Bai, um einzukaufen. Es war ein sonniger Tag, Zeinab spazierte durch die Straßen, im Schlepptau ihren Sohn. Die beiden kamen an der Polizeistation vorbei. Sie sahen eine Menschenmenge und schlossen sich ihr an. Sie wussten nicht, dass die Demonstranten gegen die Verhaftung von sechs Menschen protestierten. Zeinab sagt, sie wollte nach einiger Zeit weitergehen, aber es gab keinen Ausweg mehr. Die Polizei hatte die Menge von drei Seiten umstellt. In ihrem Rücken war der Fluss. Was dann geschah, ist auf einem Video festgehalten. Polizisten und Soldaten begannen zu schießen. Sie verhafteten Hunderte Demonstranten, traktierten sie mit Schlägen und Tritten. Dann wurden sie auf Lastwagen gestapelt wie Reissäcke. Nach fünf Stunden Fahrt kamen die Lastwagen in der Provinzhauptstadt Pattani an. 78 Festgenommene waren tot. Ein Untersuchungsbericht stellte fest, dass die meisten erstickt waren. Bis heute ist dafür niemand schuldig gesprochen worden. Zeinab und ihr Sohn kamen davon.

An diesem Tag erlebte Zeinab ihre Erweckung. »Ich wusste bis dahin nichts. Was zum Beispiel ein Anwalt macht oder ein Gericht und was ich selbst verlangen kann. Das war eine fremde Welt für mich!« Menschenrechtsorganisationen halfen ihr, sich zurechtzufinden. Heute zieht sie stolz eine Akte hervor. Es ist die Klage, die sie mit mehr als siebzig anderen wegen des Vorfalls in Tak Bai gegen die Regierung eingereicht hat. Seit Zeinab ihre Rechte kennt, lebt sie und mit ihr das Dorf weniger in Angst. »Wenn heute Soldaten hierher kommen, gehen sie zuerst zu mir. Ich frage sie nach Namen, Dienstgrad und Auftrag. Die behandeln mich mit Respekt!«

Es ist nicht sicher, ob solche Geschichten in Bangkok Gehör finden – vor allem nicht im Augenblick. Das Land befindet sich seit dem vom König erzwungenen Rücktritt des Premiers Thaksin in einem politischen Vakuum. Es wird bald Neuwahlen geben. Die Politiker sind mit sich selbst beschäftigt. Derweil geht der hässliche Kleinkrieg in Pattani weiter, und immer noch bleiben die Täter ohne Gesicht. Das schwächt die Menschen und könnte sie auf Dauer vielleicht empfänglich für die Dschihadisten machen, die keine Aussöhnung, sondern nur Chaos stiften wollen. Es gibt keine handfesten Beweise für eine Verwicklung internationaler Terrororganisationen in Pattani. Doch auch hier ist mit dem 11. September eine neue Zeit angebrochen. Auch hier drückte die Weltpolitik ganz plötzlich diesem lokalen Konflikte ihr eigenes Tempo auf.

Es kann eine Zeit kommen, in der die Muslime aus Pattani nicht mehr unterscheiden zwischen der Regierung in Bangkok und den Mächten des Westens. Wenn diese Zeit käme, hätten die Dschihadisten ihr Ziel erreicht. Noch aber bewahren sich die Menschen in Pattani ihren gesunden Menschenverstand. Sie wissen um die Unterschiede, um Widersprüche und Verlogenheiten der Politik – und auch um die ihr mitunter innewohnende bittere Ironie. Der lokale muslimische Politiker Amad Somboon Bualuang ist einer dieser Vernunftbegabten. »Die Regierung in Bangkok schickt Truppen in den Irak, um für die Muslime Krankenhäuser und Schulen zu bauen«, sagt er. »Gleichzeitig schickt sie ihre Soldaten nach Pattani, um Muslime zu töten. Das verstehe ich nicht!«

 
Leser-Kommentare
  1. @kb26919: wodurch wachsen die muslimischen Gemeinden in USA dann, wenn nicht durch Einwanderung?
    Zur Auswahl stehen
    a) die vielen Kinder der schon vorhandenen fremdstämmigen Muslime;
    b) Re-islamisierung dem Islam fernstehender Personen muslimischer Herkunft;
    c) Konversionen von Andersgläubigen Personen zum Islam.

    Ist die "Nation of Islam" hier mit berücksichtigt? Sind diese Konvertiten dementsprechend überwiegend Afroamerikaner, oder auch Hispanics oder Caucasians?
    Wenn Sie über entsprechende Informationen vefügen, wäre nett, wenn Sie diese mit uns teilen könnten.

  2. Sehr geehrte Zensur!

    Mit Erstaunen mußte ich feststellen, daß mein Kommentar von der Liste gestrichen worden ist.
    Mein Artikel war weder islamophob noch in irgendeiner Weise
    verletzend. Stellt sich mir also die Frage, warum.

    In der Hoffnung das diese Kopie, die ich vorsichtshalber angefertigt hatte, bestehen bleibt, verbleibe ich

    Mit freundlichen Grüßen

    János R. Sin, Budapest

    Es wird mir ganz warm ums Herz wenn ich all diese Kommnentare lese. Kein einziger Gutmensch darunter, keine political- correctness und auch sonst sehr klar analysiert.

    Halten wir fest, mit Kreuzberger Multi-Kulti- Festen und Peace/Pace- Fahnen, die von Gescheiterten geschwenkt werden, die dann auch noch meinen, ihr eigenes Scheitern mit der Umarmung jedes noch so armen, vorsicht böses Wort, Ausländers irgendwie vor sich selbst zu rechtfertigen, geht es in diesem Land nicht weiter.

    Ich habe nichts gegen Dönerbuden, Pizzarien und sonstige wie auch immer geartete Vielfalt, bereichert unser leben und sollte für aufgeklärte Deutsche kein Problem sein.
    Wogegen ich sehr wohl etwas habe, sind Menschen, die sich partout nicht fügen wollen, 30 Jahre in Deutschland und noch immer nix sprechen deutsch, ja wo sind wir denn.
    Sobald sich ein Politiker traut dagegen aufzubegehren, naja, wir wissen es schon.....

    Wenn es als "cool" gilt "kanakisch" zu sprechen und an manchen Schulen deutsche Kinder sich diese "linguale Diarrhoe" aneignen müssen um

    1) verstanden zu werden,
    2) nicht verdroschen zu werden,

    ist das schon arg befremdlich und hat mit Völker-u. Kulturverständnis aber absolut rein gar nichts mehr zu tun.

    Mein Vater ist Ungar und kam Anfang der 70'er nach Deutschland, daß er innerhalb eines Jahres perfekt deutsch sprach, brauch ich nicht zu erwähnen. Jetzt kann man natürlich einwenden, ist ja kein Moslem, ist auch egal, und wenn er Marsianer wäre, es ist einfach eine unumstößliche Tatsache, daß in Deutschland immer noch deutsch die Amtssprache ist und nichts anderes.

    Seit einem Jahr lebe und arbeite ich nun in Budapest, und auch der letzte angolanische "Student" hat verstanden, daß er ohne ungarisch verhungern würde. Also lernt er sie,die Sprache, zumal die Ungarn was Sprachkönnen anbelangt, die letzten in der EU- Statistik sind. Hier wird einfach gnadenlos "eingeungarischt". Beispiel gefällig, na gut.

    Cappuccino= kapúcsínó

    Das sollte es dann bitte nun wirklich nicht sein. Erfreuen wir uns an der Vielfältigkeit.

    Aber bitte, wenn man in Deutschland lebt oder leben möchte, auf deutsch.

    In diesem Sinne

    János R. Sin, Budapest

  3. 3. Schuld

    "Schuld ist die Weltpolitik"
    Bei solch einer Schlagzeile wird mir inzwischen übel. Wieviel liberale Verblendung ist angesichts der Faktenlage eigentlich möglich? Es gehört schon sehr sehr viel politisch und intellektuell verbrämte Ignoranz dazu, für all die lokalen Kleinkriege, darum geht es doch? die politische Großwetterlage, dabei meint man doch wohl den Sündenbock USA, par excellence BUSH, verantwortlich zu machen. Wie man Ursache und Wirkung vertauschen kann???
    Ich habe die ZEIT abbestellt. Das tu ich mir nur noch selten an, wie heute mal wieder online....

  4. "..weil Bangkok in mehr als hundert Jahren es nicht verstanden hat, seine muslimische Minderheit zu integrieren. .." kommt mir irgendwie bekannt vor.

    Bin neugierig, wann werden in Berlin-Kreuzberg die ersten Deutschen geköpft. Schließlich haben wir es auch nicht geschafft die Moslems (gegen ihren Willen) zu "integrieren".

  5. Ich für meinen Teil finde keine höfliche Erwiderung. Folgern Sie doch mal, der Herr.

  6. "Das schwächt die Menschen und könnte sie auf Dauer vielleicht empfänglich für die Dschihadisten machen, die keine Aussöhnung, sondern nur Chaos stiften wollen."

    Schön zu erfahren, dass das Abschlagen von Köpfen nach Meinung des Authors eine Form des Chaos darstellt.
    Und das ist, wie der Author weiter insinuiert, schliesslich auch noch ein Produkt der Weltpolitik und damit wieder einmal der USA (der übliche Verdächtige, wenn es um Weltpolitik geht).

    Dadurch, dass der Author hier den Islamisten ohne Not und Zwang jegliche Eigenverantwortung und damit Schuld für ihr Tun abspricht erhält der Artikel einen äußerst schalen Beigeschmack.
    Den totalitären Herrschaftsanspruch des Islam blendet der Author dagegen - politically correct verblendet - völlig aus.
    Meist geht der ja mit der Forderung nach Einführung der Scharia und einer noch stärkeren Unterdrückung der Frau sowie der Eliminierung aller Ungläubigen einher.
    Das dürfte in Thailand auch nicht anders sein. Nicht anders als in Nigeria, auf den Philippinen, in Kaschmir, im Sudan, in Tschetschenien, in Indonesien etc. Inzwischen reicht ja auch schon ein aufgeklärter Blick ins Nachbarland Holland..

    Aber daran ist ja wieder einmal nur die Weltpolitik schuld..

  7. "Man könnte sagen, ...behaupten..."???
    Lassen Sie doch die Fakten sprechen! Das Köpfen von Gegnern, in der westlichen Welt Gott sei Dank" lange abgeschafft, ist heute ein Monopol der islamischen "Gotteskrieger". Gesellschaftliche Ingegration, wie von unseren Politikern immer wieder naiv gefordert, steht dem Selbstverständnis der islamischen Gesellschaft völlig entgegen.
    Jüngste Ereignisse (Ermordung von Herrn Van Gogh, Ehrenmorde, Anschläge in London von eingebürgerten Muslims, Krawalle in Frankreich) müssen den Politikern endlich die Augen öffnen.
    Einzelne mag es geben, die den Schritt in eine moderne aufgeklärte Welt wagen wollen. Sie verdienen unsere Unterstützung. Darüber hinaus muss Schluss sein mit falsch verstandener Toleranz.

    • sfi
    • 29.05.2006 um 3:02 Uhr

    Sehr geehrter Herr/Frau Saalpeter,

    ihre Behauptung, die USA naehmen keine muslimischen Einwanderer mehr auf, ist kompletter Schwachsinn. Im Gegenteil, der Islam ist die am schnellsten wachsende Glaubensgemeinschaft hier. Statt falscher Behauptungen auf Stammtischniveau sollten Sie lieber auf den hoechst interessanten Artikel ueber politische Gewalt in Thailand eingehen. Schade, dass Leute wie Sie das Angebot der Zeit zu Kommentaren derart missbrauchen.

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  • Quelle DIE ZEIT 24.05.2006 Nr.22
  • Kommentare 17
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  • Schlagworte Thailand | Irak | Bangkok
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