Zum berühmten Jakobsweg, der Pilger nach Santiago de Compostela bringt, führten in Deutschland früher eine ganze Reihe von "Zubringerstraßen". Diese Routen folgten historischen Fernhandelswegen und bekannten Pfaden zu Kirchen, Klöstern und Hospitälern. So unter anderem von Paderborn nach Köln, dem damaligen Zentrum des deutschen Reliquienkults, oder weiter nach Aachen, wo sich die Pilger vor ihrem Weiterzug durch Frankreich sammelten. Beschrieben werden die wichtigsten Stationen und Strecken, die sich seinerzeit vor allem durch den Westen und Süden Deutschlands zogen. Wo genau sie verliefen, zeigen eine Übersichts- und mehrere Teilkarten. Der Autor bringt dem Leser die Stätten nahe, die heute noch einen Besuch lohnen, auch wenn ihre frühere Bedeutung oftmals in Vergessenheit geraten ist. No

Jürgen Kaiser: "Jakobswege in Deutschland"
Theiss Verlag, Stuttgart 2006; 160 S., 29,90 €

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Die Seidenstraße sei "das bedeutendste Band, das es je auf Erden zwischen Völkern und Kontinenten gab", meinte der schwedische Entdecker Sven Hedin. Durch China und Zentralasien, durch Städte wie Samarkand und Buchara führte dieses Band Bruno Baumann. Sein Buch Abenteuer Seidenstraße verbindet Reisereportage mit Hintergrundberichten über Geschichte und Kultur, wobei die spannenden Schilderungen der persönlichen Abenteuer dominieren. Baumann schreckte nicht einmal vor einsamen Wüstendurchquerungen zu Fuß zurück, auf den asphaltierten Strecken stieß er auf moderne Karawanen: knallbunte Lastkraftwagen – teilweise mit Seide beladen. TV

Bruno Baumann: "Abenteuer Seidenstraße. Auf den Spuren alter Karawanenwege"
Frederking & Thaler Verlag, München 2005; 288 S., 11,– €

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Die Statue der Uta schien Goethe beim Besuch des Naumburger Domes gar nicht wahrgenommen zu haben. Aus dem vermodernden Gebäude, so schrieb er an Christiane Vulpius, hätte er allenfalls "gern einiges durch Kauf, Tausch oder Plünderung" an sich gebracht. Sachkundig und mit feinem Gespür für unterhaltsame Details schildert Rolf H. Johannsen die Geschichte dieser mittelalterlichen Skulptur. Der Kunsthistoriker, der für die Reihe 50 Klassiker des Gerstenberg Verlages bereits zwei Bücher verfasst hat, stellt im Skulpturen- Band 49 weitere Meisterwerke der europäischen Bildhauerkunst vor. Eindrucksvoll führen sie den Wandel des Menschenbildes von der Antike bis ins 19. Jahrhundert vor Augen. Auftakt bildet die Kore von der Athener Akropolis, Auguste Rodins monumentaler Balzac beschließt das Buch, das große Lust auf Bildung macht. H. K.

Rolf H. Johannsen: "50 Klassiker – Skulpturen"
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2005; 280 S., 19,95 €

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Die Alhambra im spanischen Granada ist nur eines von vielen grandiosen Bauwerken, in denen der Einfluss des Islams auf die Länder rund ums Mittelmeer bis heute sichtbar blieb. Der Band Schätze aus dem Morgenland stellt jedoch nicht nur imposante Bauten vor, er wirft auch einen Blick auf die Kunst im Kleinen, seien es Miniaturmalereien aus der Zeit des Sultans Süleiman oder farbenprächtige Fassaden- und Kuppelfayencen. So ist ein Prachtband entstanden, der zugleich daran erinnert, dass islamisch-orientalische Kunst, Architektur und Geisteswissenschaften auch Teile des christlichen Abendlandes geprägt und beeinflusst haben. No

Henri Stierlin: "Schätze aus dem Morgenland. Orientalische Baukunst von Damaskus bis Granada"
aus dem Französischen von Werner Kügler; Frederking & Thaler Verlag, München 2005; 296 S., 68,– €