ZeitgeschichteLogik des Grauens

Was wissen wir heute wirklich vom Holocaust? Eine Bestandsaufnahme 20 Jahre nach dem Historikerstreit von Götz Aly

Ähnlich wie Journalisten fragen Historiker aus der Gegenwart heraus, nur eben rückwärts. Die meisten ihrer Bücher erreichen das Verfallsdatum rasch. Die Erben werden Goethe, Benn und Grass noch lesen, wenn Treitschke, Stürmer oder Nipperdey im Regal verstauben. Aber Raul Hilbergs unhandlicher Dreibänder Die Vernichtung der europäischen Juden wird bleiben. Der Grund ist einfach. In diesem Werk materialisiert sich die Arbeit eines Mannes, der sich ein Leben lang darum bemühte, etwas zu erkennen, was viele seiner Zeitgenossen nicht erkannten und nicht erkennen wollten. Hilberg urteilt nicht, er rekonstruiert politische Prozesse.

Sechs Jahre lang blieb sein Manuskript ungedruckt, bis es 1961 in einem kleinen amerikanischen Verlag erschien. Die Autoritäten in Jad Vaschem hatten es 1958 abgelehnt, weil es der israelischen Staatsdoktrin vom kämpfenden Juden nicht entsprach; 1959 hatte Hannah Arendt ein negatives Gutachten geschrieben, weil die Arbeit »als Fallstudie nicht bedeutend genug« sei, obwohl sie sich später durchaus sinnwidrig daraus bediente. 1967 lehnte der Rowohlt-Lektor Fritz J. Raddatz eine deutsche Ausgabe ab, weil man mit Sachbüchern – sprich: mit der literarischen Munitionierung der sich formierenden 68er-Bewegung – ohnehin stark »belastet« sei.

Als Hilbergs Werk endlich durchgesetzt war, erlahmte der empirische Eifer des Autors nicht. Bis heute wird von ihm jede Ausgabe auf den neuesten Kenntnisstand gebracht; so atmet das Werk ebenfalls bis heute die ungebrochene Wahrheitssuche des Autors, der an diesem 2. Juni seinen 80. Geburtstag feiert. Das Datum kreuzt sich nur zufällig mit dem 20. Jahrestag des altbundesdeutschen Historikerstreits, an dessen Einzelheiten kaum noch Interesse besteht, der aber die große offene Frage hinterließ: wie das überragende Massenverbrechen des 20. Jahrhunderts, der Holocaust, in die deutsche und europäische Geschichte eingeordnet werden soll.

Wie die Frage beantwortet werden könnte, lässt sich vielleicht am besten anhand von Jacob Burckhardts Cultur der Renaissance in Italien erläutern, das ebenfalls zu den raren historischen Werken gehört, die ihre Ursprungszeit mühelos überlebten. Anders als Hilberg hob Burckhardt zwar den Blick vom Detail auf den größeren Zusammenhang, um den Bruch zwischen Mittelalter und Neuzeit zu analysieren. Aber er theoretisierte den Stoff, ohne die empirische Basis zu verlieren. Selbstverständlich erklärte er an der »frühzeitigen Ausbildung des Italieners zum modernen Menschen« die Gegenwart; er zeigte und zeigt noch heute, wie sich Europa aus dem fest verwobenen Schleier von »Glauben, Kindsbefangenheit und Wahn« befreit hatte.

Das 20. Jahrhundert zwingt freilich zu der Annahme, die Europäer seien auf dem Weg ihrer Emanzipation am Ende der eigenen Moderne erlegen und mehr als nur einem neuen Wahn verfallen. In Weltkriegen, in Revolutionen und auch in Friedensschlüssen ließen sie zwei alte Ideen zur blutigen Praxis werden: die nationale und die soziale Homogenisierung. Beide Konzepte – nicht selten in explosiver Kombination – beflügelten die Massen, sich aus dem Elend, der Enge des Hergebrachten zu erlösen und den Weg in ein besseres Leben mit Gewalt zu beschleunigen. Die Gleichheit in einer genau umrissenen Großgruppe versprach Sicherheit, individuelle Freiheit galt als bedrohlich. Die Unverletzlichkeit des einzelnen Menschen oder ganzer als feindlich eingestufter Menschengruppen wurde der kollektiven Regression geopfert.

So gesehen, drehte sich der von Jürgen Habermas und eben nicht von einem Historiker begonnene, dann aber so bezeichnete Historikerstreit um ein richtiges Thema: die übergreifende geschichtliche Einordnung des Holocaust. Doch mussten die Erklärungsmodelle, die dazu insbesondere Ernst Nolte anbot, als ungenügend, weil empirisch mangelhaft fundiert zurückgewiesen werden.

In seinem – vom Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 6. Juni 1986 gedruckten – Aufsatz über die Vergangenheit, die nicht vergehen will hatte er den Klassenmord der Bolschewiki mit dem Rassenmord der Nazis verglichen. Dagegen wäre noch nichts zu sagen, doch behauptete er, in Frageform leicht verhüllt: »War nicht das Archipel Gulag ursprünglicher als Auschwitz? War nicht der Klassenmord der Bolschewiki das logische und faktische Prius des Rassenmords der Nationalsozialisten?« Um das zu untermauern, erklärte Nolte die Gaskammern zum bloßen technischen Anhängsel. 1993 verstieg er sich in seinem Buch Streitpunkte gar zu der grotesken These, den Erfindern der Gaskammern sei es nach deren eigenem, durchaus wörtlich zu nehmendem Bekunden um ein »humanes« Verfahren gegangen, mit dem »ein schmerzloser Tod intendiert« gewesen sei.

Derart offensichtlicher Unsinn, in dem sich noch dazu eine unerhörte Gefühlsrohheit gegenüber den Überlebenden ausdrückte, machte den prinzipiell richtigen Versuch zunichte, den Holocaust vergleichend zu historisieren. Darüber hinaus war der Versuch aber auch zu früh gestartet worden. Es fehlte noch ganz entschieden an notwendiger Kenntnis der Fakten. Das Halbwissen der 1980er Jahre reichte zur Verdrängung oder zur Theologisierung des historischen Faktums »Endlösung der Judenfrage«, nicht jedoch zu gewissenhaften Aussagen darüber, wie es gewesen ist. Selbst einfache Zahlen, wie viele Menschen wann und wo ermordet wurden, standen noch nicht fest. Schon gar nicht war das arbeitsteilige Wirken der Mittäter erforscht. Erst Hunderte von empirisch angelegten Einzeluntersuchungen, die in der Folgezeit im Geiste Raul Hilbergs erarbeitet wurden, haben Vergleichspunkte aufscheinen lassen.

Denn die Frage nach geschichtlichen Kontexten lässt sich nicht mit philosophischen Mutmaßungen über irgendeinen historischen Nexus beantworten, sondern nur mit Ansatzpunkten im Faktischen. Allein zur historiografischen Sicherung der Tatsachen mussten nach 1945 sechs Jahrzehnte vergehen – was nicht auf die Unfähigkeit der Forscher deutet, sondern auf die Schwere des Verbrechens, das eben nur langsam, Schicht für Schicht bearbeitet werden konnte.

Raul Hilberg vermochte das nicht allein. Vielmehr induzierte er einen losen, über die ganzen Welt verteilten, informellen Club von Historikern, die in seinem Geist zu arbeiten begannen. Vielleicht konnte er das, gerade weil er nie über akademische Macht verfügte, nie einer Doktorandenfarm beibog, wer zitiert werden darf und wer nicht. Er wirkte und wirkt allein durch sein Vorbild. Und weil im weiten Hilbergschen Umkreis keine Frage verboten ist, darf dort auch von Ernst Nolte etwas gelernt werden. Man sollte es sich mit ihm im Übrigen auch nicht zu leicht machen. Immerhin habilitierte er 1963 – als bereits 40-jähriger Studienrat für Latein und Griechisch – mit der bis heute richtungweisenden Studie Der Faschismus in seiner Epoche. Die Nürnberger Gesetze interpretierte er darin als »etwas ganz Neuartiges in der Geschichte« – in ihrer biologischen Konsequenz und Ausnahmslosigkeit nicht vergleichbar mit den Maßnahmen zur politischen Entrechtung einzelner Bevölkerungsschichten in der Sowjetunion.

Den Verfechtern eines von der deutschen Vorgeschichte losgelösten Museums für das Leid der deutschen Heimatvertriebenen ließe sich heute mit Nolte entgegenhalten: »Weil der Nationalsozialismus den Juden nicht einmal die Rechte einer nationalen Minderheit gewährte, machte er virtuell auch die deutschen Minderheiten in Osteuropa schutzlos.« Nolte thematisierte die »brutale Austreibungs- und Umsiedlungsaktion« im besetzten Polen und fügte an: »All das blieb jedoch weit hinter dem zurück, was für die Zeit nach dem Kriege geplant war.« Den Krieg gegen die Sowjetunion charakterisierte er als den »ungeheuerlichsten Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt«.

Vor mehr als 40 Jahren sorgte Ernst Nolte in der Hochzeit des Kalten Krieges für klare Worte. Damals hingen noch in jeder westdeutschen Schule die Plakate »Dreigeteilt, niemals!«, die NS-Verbrechen wurden peinlich beschwiegen oder hemmungslos instrumentalisiert. Vor allem aber bleibt Der Faschismus in seiner Epoche wegen des Ansatzes lesenswert. Nolte vergleicht darin die Action française, den italienischen Faschismus und den Nationalsozialismus, er bezieht verschiedene Kulturräume mit ein, die bolschewistische Revolution und die Massenerfahrungen des Ersten Weltkriegs. Darin liegt seine Stärke – und die Schwäche seiner Kritiker, die es bis heute versäumten, solche geschichtlichen Kontexte zu beschreiben. Die Herausforderung besteht darum nicht mehr darin, den 84-Jährigen zur Unperson zu erklären, sondern die von ihm aufgeworfenen Fragen anders zu beantworten.

20 Jahre nach dem Historikerstreit, mehr als 16 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Zeit reif, die Epoche des gewalttätigen Nationalismus, der ethnischen Segregations-, Enteignungs- und Vernichtungspolitik im 20. Jahrhundert neu und übergreifend zu fassen. Solche Versuche sollten aber, anders als es Noltes Obsession war, gerade nicht mit der russischen Oktoberrevolution beginnen, weil das nur zu der geschichtsoptimistischen Illusion führt, die widerwärtigen Seiten des 20. Jahrhunderts ließen sich auf die totalitären Großdiktaturen reduzieren und seien von all dem, was wir heute als Fortschritt und Erfolg ansehen, konsequent zu trennen.

Es war nämlich zum Beispiel das republikanische Frankreich, das die Selektionskriterien erfand, nach denen später auch die so genannte Deutsche Volksliste in den von Deutschland annektierten Gebieten Polens aufgestellt wurde. Im Jahr 1919 wurde die Bevölkerung des wiedergewonnenen Elsass in vier Gruppen sortiert: in Voll, Dreiviertel- und Halbfranzosen sowie in Deutsche. Auf dieser Grundlage wurden Elsässern die Bürgerrechte gewährt, beschränkt oder entzogen. Im Fall der Zugehörigkeit zur Gruppe IV, also zu den Deutschen, verfügten die französischen Behörden die Vertreibung über die Rheinbrücke. 1923 folgte die unter Führung von Frankreich und England verhandelte Lausanner Konvention als der erste große Fall von völkerrechtlich gestützter ethnischer Homogenisierung. Sie beendete den griechisch-türkischen Krieg mit dem zwangsweisen Bevölkerungsaustausch.

Die Potsdamer Friedensordnung von 1945 war nur die Fortschreibung der Pariser Friedensordnung von 1919 nach völkischen Gesichtspunkten und bezog die Ergebnisse des Hitler-Stalin-Pakts stillschweigend mit ein. 1946 kommentierte Willy Brandt die Vertreibungspolitik der Siegermächte unter der Überschrift Hitler’s Spirit Lives on. Es war die weichende britische Kolonialmacht in Indien, die 1947/48 den nach religiösen Kriterien vollzogenen Bevölkerungstransfer zwischen dem späteren Pakistan und der indischen Union in Gang setzte. Unter dem von englischen Strategen erdachten Codewort »Aktion Balkan« entwurzelte auch in Südosteuropa ein Vertreibungsprojekt zwölf Millionen Menschen. Und die Parallelen gehen noch weiter. Ohne genaue Zusatzinformationen könnte niemand sagen, wo und unter welchen Umständen die folgende von einer Überlebenden notierte Geschichte im 20. Jahrhundert stattgefunden hat: »Der Unformierte forderte uns auf, ihm zum Bahnhof zu folgen. Mein alter Vater starb auf dem Weg dorthin, eines meiner fünf Kinder erfror während der Fahrt.« (So geschah es 1940 bei der Sowjetisierung Ostpolens.)

Auch die Arisierung von Vermögen und Habseligkeiten der Juden gehört in die säkulare Kette der Eigentumsrevolutionen. Wer genau hinsieht, erkennt die innere Verwandtschaft von Begriffen wie Arisierung, Polonisierung, Magyarisierung, Nationalisierung oder eben Sozialisierung. Es ist fragwürdig, die Judenenteignung – sei es in Deutschland und später in vielen Ländern Europas – hauptsächlich auf die antisemitische Vorprägung der Beteiligten zurückzuführen.

Mit Datum vom 15. August 1968 schildert Uwe Johnson in den Jahrestagen eine Szene aus der DDR: »Nun mußte ich noch ansehen, wie in Gneez die Möbel von Elise Bocks Schlafzimmer versteigert wurden. Sie waren Volkseigentum, seit Elise umgezogen war nach Westberlin. Da drängten Leute einander in einem schmalen, schmutzigen Hof vor den offenen Flügeln von Elises Fenstern. Darin trat auf ein Mann in abgewetztem Anzug, am Revers das Abzeichen der Einheitspartei, und hielt der Versammlung Bilder hin, einen Sessel, Lampen. Die Bieter, Alfred Fretwurst voran, johlten ihre humorigen Anmerkungen, als seien sie jugendlich, oder angetrunken.«

Der Ablauf erinnert an die Arisierungen jüdischen Eigentums. Am 7. und 9. Dezember 1942 »tobte«, wie Victor Klemperer berichtet, »die Auktion der Jakobyschen Besitze« durch das von ihm und anderen dort einquartierten Sternträgern bewohnte »Judenhaus« in Dresden. Versteigert wurden die Hinterlassenschaften der gerade Deportierten: »Man muß die Zimmer verschlossen halten, denn überall wimmelt es von besichtigenden Leuten. Am ersten Tag wurde in der Halle versteigert – ich sah das (von der Galerie aus) zum ersten Mal mit an. Es ging um kleinen Hausrat und die Bietenden waren menu peuple. Danach teurere Gegenstände und etwas besseres Publikum.«

Auch 1945 in der Tschechoslowakei betrachtete Edvard Beneš die Nationalisierung deutschen Eigentums »als Beginn eines großen sozialen Umsturzes«. Und im Banat waren die 637.000 Hektar Land der Deutschen schon während des Krieges als hauptsächliche Verfügungsmasse für die kommunistische Landreform in Jugoslawien eingeplant worden; sie kamen dann serbischen Neusiedlern aus den Armutsregionen des Karsts zugute. Während in Westungarn im März 1945 noch jüdisches Eigentum an notleidende ungarische Flüchtlinge verteilt wurde, ordnete die bereits installierte Provisorische Ungarische Nationalregierung in Debrecen die Enteignung der Deutschen an. Ausgeführt wurde sie von denselben Beamten, die eben die Juden enteignet hatten. Die Verordnung trägt die Unterschrift von Imre Nagy, dem späteren Helden des Volksaufstands von 1956. Das Gesetz zur Vertreibung der Deutschen aus Ungarn wurde im Dezember 1945 von dem linksbürgerlichen Politiker Zoltán Tily unterzeichnet, den die Kommunisten 1948 verjagten und der 1956 ebenfalls zu den Führern des antistalinistischen Aufstands gehörte.

Eine Geschichtsschreibung, die solche Fakten aufnimmt, darf den Holocaust und die zentrale Verantwortung der Deutschen nicht relativieren; das je Spezifische ist zu unterscheiden: Die einen flohen nach West-Berlin, die anderen wurden aus dem Sudetenland nach Bayern deportiert, die Juden aber wurden ermordet. Dennoch muss eine Geschichtsschreibung, die sich ernst nimmt, die Muster erkennen und auch Fäden der Gewalt- und Fortschrittsgeschichte Europas im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts aufnehmen, um Auschwitz historisch zu lokalisieren.

Das wird Missverständnisse hervorrufen und neuen Streit. Er wäre jedoch produktiver als eine Geschichtspolitik, die Zusammenhänge ignoriert und die unterschiedlichen, aber untergründig verbundenen Gewaltgeschichten gegeneinander und von den vermeintlichen oder auch tatsächlichen Fortschritten abschottet. Eine Prise Nolte wird dabei nicht schaden, aber vermutlich zu ganz anderen Ergebnissen führen, als sie sich der monokausal fixierte »Geschichtsdenker« träumen lässt.

Die Antworten auf Nolte setzten die Lust am Fragen und feste empirische Grundlagen voraus, wie sie von Raul Hilberg gelegt worden sind. Im Zentrum einer umfassenden historischen Einordnung hätten die verschiedenen Formen der ethnisch und sozial begründeten Massenmobilisierungen und »Säuberungen« zu stehen. Ihre äußerste Form erreichten sie in den Angriffskriegen des nationalsozialistischen Deutschlands und dem damit verbundenen Mord an den europäischen Juden. Historisch gehört der Holocaust in dieses politische Kraftfeld. Deshalb bleibt er der Fluchtpunkt für jede Analyse der gewalttätigen Bruch- und Übergangsepoche der europäischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der Autor lehrt derzeit als Gastprofessor für interdisziplinäre Holocaust-Geschichte am Fritz Bauer Institut in Frankfurt/Main

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Leserkommentare
  1. Dann war Rassinier eben ein in der Wolle gefärbter Antisemit. Aber offensichtlich haben Sie seine Bücher ja auch nicht gelesen, sonst könnten sie seine Thesen ja hier zur Diskussion stellen. Und was sollen in diesem Zusammenhang "Skeptiker" sein?

    Raul Hilbergs Bücher sind für Leute die am Detail interessiert sind, sicherlich die richtige Adresse. Mich interessiert mehr die Frage, wie das Motiv entstand den Holocaust zu verüben. Daraus könnte man nämlich einiges lernen. J.S.

    • hago
    • 11. Juni 2006 8:14 Uhr

    Es ist beschämend, dass die ZEIT die Plattform aber auch die passenden Steilvorlagen (z.B. durch diesen Artikel, der den mindestens "revisionistisch" angehauchten Historiker Nolte nicht entschieden genug in Frage stellt) für offen antisemitische Positionen stellt. Hier werden die typischen rechtsextremen Verschwörungstheorien (Zahlen in Frage stellen, eigene Schuld relativieren, etc.) angedeutet oder offen ausgesprochen und Holocaust-Leugner wie Rassinier zitiert und die ZEIT Redaktion hält sich bedeckt...

    • Anonym
    • 09. Juni 2006 9:42 Uhr

    Meine Aussage war genau diese: Dass Ihre "Stockhom-Syndrom-Theorie" Rassiniers "Lügen des Odysseus-Theorie" an Abstrusität wohl nicht nachsteht...

    Aber das gleiche Schema ist wieder und wieder zu erkennen: Etwas wird pauschal abgelehnt, es wird nicht weiter untersucht, mit der Begründung, dies sei eben pauschal abzulehnen...

    Hier scheint sich die Katze in den Schwanz zu beißen.

    Warum etwas pauschal abzulehnen ist, wird nur leider nie mit Fakten untermauert, sondern einfach festgelegt, Nachfragen unerwünscht.

    Diese Methodik ist mit Sicherheit nicht dazu geeignet Skeptiker zu überzeugen.

  2. Da sind sie wieder, die mit dem Finger-Zeiger, die Denunzianten und Verleumdner. Das gipfelt dann in dieser Aussage:

    "Ausserdem hat er behauptet, Martin Hohmann habe sich mit seiner Rede von den Juden als "Tätervolk" "um die freiheitliche Demokratie" verdient gemacht."

    Ja ist das nicht doll? Dieser Hohmann, warum hat man den nicht erschossen? (Außerdem stimmt das nicht. Nolte hat gesagt, wegen der REAKTION der linken PC-Welt auf seine Rede vom Tätervolk habe er sich um die freiheitliche Demokratie verdient gemacht! DAS-IST-EIN-UNTERSCHIED.)

    Und dann natürlich folgender Satz. "Zuhörer und Zustimmung findet Nolte derzeit nur noch in rechtsradikalen Kreisen".

    Distanzierung, Ausgrenzung, Propaganda, Mundtotmachung! Pardon wird nicht gegeben, rufen die Oberlehrer der Nation (es sei denn Pardon für sich selbst, so wie Joschka Fischer, Chef der Putztruppe).

    Hier ist DER Satz für die Hagos dieser Welt, zum Hinter-die-Ohren-schreiben:

    "Ich kann keinem Ihrer Worte zustimmen mein Herr, aber ich werde Ihr Recht diese auszusprechen, ein Leben lang verteidigen."

  3. genügt sowieso nur ein Mord...und die Hetze dazu die ja auch Mord ist, oder kann Mobbing nicht zum Tode führen?
    Schdenfreude ist zB auch ein niederer Gedankengang !

    • hago
    • 07. Juni 2006 12:28 Uhr

    Um sich ein Bild von dem "Licht" zu machen in dem Paul Rassinier den Holocaust erscheinen lässt, lohnt sich ein Blick auf die Seite des Informationsdienstes gegen Rechtsextremismus (IDGR). Rassinier wird hier unter den "Leugnern" geführt, pflegte enge Kontakte zu zu rechtsextremen Gruppen in Frankreich und Deutschland und war bis zu seinem Tod Mitarbeiter der antisemitischen Publikation "Rivarol".

  4. Sind wir Deutschen endlich so weit ... um einen angemessenen Blick auf die Geschichte zu werfen. Diejenigen die kleingeistig, gebetsmühlenartig die Schuld der Deutschen herunterbeten sind genau des selben spießigen Kleingeistes, wie diejenigen, die Menschen vertreiben und ermorden. Nur der intellektuelle Blick auf die historischen Zusammenhänge macht uns zu moderne Menschen, die verstehen. Und nur wer verstehen kann, kann trauern. Es darf keine Ermordeten zweiter, dritter oder vierte Klasse geben. Ein ermordetes jüdisches Kind soll in uns die gleiche Trauer wecken wie ein ermordetes Kind aus dem Sudetenland oder ein von Nazis ermordetes polnisches Kind. Und wenn wir die großen geschichtlichen Zusammenhänge erkannt haben, dann haben wir vielleicht auch erkannt, dass wir Deutsche, eben doch eine besondere Schuld auf uns geladen haben. Wir waren die größen aller Bestien. Ich bin zwar nach 1960 geboren und besitze die "Gnade der späten Geburt". Aber nur wenn ich mich auch zur dunkelsten deutschen Geschichte bekenne, kann ich mich auf die "guten" historischen Wurzeln der Deutschen berufen. Wie gesagt: Trauer setzt umfassenes Wissen voraus. Wir sind noch lange nicht an der Trauer angelangt.

    • WIHE
    • 16. Juni 2006 9:25 Uhr

    Sehr geehrter Herr Moderator,

    gestern Abend habe ich Sie auf einen kleinen Beitrag über Götz Ali im CDU-Forum aufmerksam gemacht, den ich dort eingestelt hatte, und sie angeregt, mal zu verfolgen, wie lange dieser Hinweis auf Zitate von Götz Ali und auch die Behandlung dieser Zitate in der Zeit im CDU-Forum wohl Bestand haben würde.

    Vielleicht haben Sie es bemerkt, der Beitrag ist gelöscht, Ich hätte darauf einen größeren Schein darauf gesetzt, dass es so kommt.

    Ich habe zwei Kinder, beide besuchen ein Gymnasium Hamburg, sie sind knapp 16 und 18 Jahre, intelektuell voll auf der Höhe, beide lasse ich an dieser Diskussion teilhaben.

    Es soll ihren Sinn dafür stärken, wie Meinungsfreiheit und noch wichtiger die Informationsfreiheit in Deutschland behandelt wird, wenn es um den Holocaust und diesbezügliche Zahlen geht.

    Mit freundlichem Gruß

    Ihr WIHE

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  • Schlagworte Ernst Nolte | Raul Hilberg | Logik | Willy Brandt | Holocaust | Imre Nagy
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