Heine-Preis Darf groß irren, wer groß dichtet?
Peter Handke ist kein Einzelfall. Immer wieder haben sich Schriftsteller politisch verrannt. Dennoch erwartet die Öffentlichkeit von ihnen eine höhere Wahrheit. Warum nur?
Wer groß denkt, muss groß irren«, hat der Philosoph Martin Heidegger gesagt, als man ihm seine Verstrickung in den Nationalsozialismus vorhielt. Der Satz, anstatt Reue zu zeigen, verrät herrischen Hochmut. Zugleich beschreibt er ein Dilemma, dem nicht wenige Dichter und Denker erlegen sind. Wer sich gedanklich in den Bahnen des moralisch und politisch Gebotenen bewegt, ist weniger irrtumsanfällig als der große Denker, dessen Größe eben darin besteht, dass er das Gehege der praktischen Vernunft und der gesellschaftlichen Übereinstimmung verlässt, um an den Rändern der Existenz Position zu beziehen. Er gleicht Caspar David Friedrichs Wanderer im Nebelmeer , der von seiner Felsspitze hinab etwas sieht, was wir nicht sehen. Dass er abstürzen könnte, ist gut möglich.
Peter Handke, der zu den außerordentlichen Schriftstellern deutscher Sprache zählt, ist ein Wanderer im Unwegsamen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Und wie bei den meisten großen Dichtern ist sein gelegentliches Straucheln oder gar Stürzen nur die andere Seite verwegener Erkundungen. Wer seine Bücher gelesen hat, ist durch eine Schule des Wahrnehmens gegangen, wie sie schöner, anschaulicher nicht zu finden ist. In seinem Schreiben gewinnt die vernutzte und verschmutzte Sprache wieder einen reinen Klang, der uns, den zumeist gedankenlos Sprechenden, ungewohnt oder fremdartig erscheinen mag.
Der Bilderflut das eigene Bild, der Formlosigkeit die eigene Form entgegenzusetzen ist Handkes Ziel. Er spricht vom »Gesetz«. Als Motto seines Dramas Zurüstungen für die Unsterblichkeit (1997) verwendet er eine Passage aus dem Deuteronomium: »Das Gesetz, das ich dir gebe, geht nicht über deine Mittel. Es ist nicht in den Himmeln. Es ist nicht jenseits der Meere. Das Gesetzeswort ist ganz nah bei dir. Es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, damit du es umsetzt in die Tat.«
Seit alters wohnen die Dichter nahe beim Wahnsinn
Diese Vorstellung ist auch Botho Strauß, dem anderen großen Außenseiter unseres literarischen Betriebs, sehr vertraut, und das ist sicherlich der Grund, weshalb er im Streit um die Frage, ob Handke den Heinrich-Heine-Preis verdient hat und ob das Votum der Jury, ihn damit auszuzeichnen, gelten soll, für Handke Partei ergriffen hat. In einem Beitrag für die FAZ stellt er Handke in eine Reihe mit Carl Schmitt, Ezra Pound, Heidegger und Brecht. Deren politisch-moralische Verfehlungen (also auch Handkes Eintreten für Slobodan Milošević) erscheinen Botho Strauß geringfügig im Vergleich zu den denkerischen und literarischen Leistungen, die sie uns hinterlassen haben. Wer Handke kennt, wird erstaunt sein, ihn in diesem Zusammenhang betrachtet zu sehen. Wahr ist aber leider, dass ihn sein proserbischer Furor in der gegenwärtigen Debatte zu einer Persona non grata gemacht hat, die jeder Unkundige glaubt attackieren zu dürfen.
Botho Strauß sagt: »Wer Schuld und Irrtum nicht als Stigmata (im Grenzfall sogar Stimulantien) der Größe erkennt, sollte sich nicht mit wirklichen Dichtern und Denkern beschäftigen.« Er sieht also im großen Irren nicht allein den bedauerlichen Fehlgang großen Denkens, sondern geradezu dessen Bedingung.
Der Gedanke ist weniger abwegig, als er zunächst erscheint. Wenn wir auf die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts blicken, dann ist die Liste der Schriftsteller, die sich auf sie eingelassen haben, erstaunlich lang. Knut Hamsun, einer der großartigsten Erzähler der Moderne, hat für Hitler Partei ergriffen; Ezra Pound, eine gewaltige Stimme im Strom der Poesie, für Mussolini. Gottfried Benn, Heimito von Doderer haben mit den Nazis sympathisiert. Brecht hat in der berüchtigten Maßnahme die Opferung des Individuums für das kommunistische Projekt plausibel gemacht. Lion Feuchtwanger hat, während die Moskauer Prozesse tobten, das Loblied der Sowjetunion gesungen.
Und wenn wir einen Schritt weiter zurücktreten, dann sehen wir Baudelaire und Mallarmé als Denker des Exzesses, Edgar Allan Poe als den Erforscher des Wahnsinns, sehen den Menschenhass bei Flaubert oder Robinson Jeffers, den Antisemitismus bei Céline oder Richard Wagner, wir erschrecken vor den Gewaltfantasien Kleists in der Penthesilea oder Kafkas in der Strafkolonie.
Das politisch und moralisch Bekömmliche ist in der Regel nicht der Ort, wo große Geister sich aufhalten. Das ist nichts Neues. Umso erstaunlicher aber, dass die Öffentlichkeit ihre Nähe, ihren Rat immerzu sucht. Warum werden Schriftsteller, von Hause aus unzuverlässige Kandidaten, zu allem Möglichen befragt? Warum hält man sie in fundamentalen Fragen für kompetenter als Taxifahrer oder Apotheker? Eben deshalb, weil wir ahnen, dass sie sich in jenen Abgründen auskennen, deren Existenz uns zuweilen unangenehm bewusst wird. Die Rationalität unserer Selbstwahrnehmung und Selbstorganisation wird erschüttert, wenn das Ungeheuerliche – Mord, Kannibalismus, Genozid – brutal vor Augen tritt. Dann wollen wir wissen, woher das kommt. Dann richtet sich unser Blick auf die Dichter, die seit alters nahe beim Wahnsinn wohnen.
In der ersten Szene von Büchners Drama über die Französische Revolution Dantons Tod (1835) sagt Julie: »Du kennst mich, Danton.« Und der entgegnet: »Ja, was man so kennen heißt. Du hast dunkle Augen und lockiges Haar und einen feinen Teint und sagst immer zu mir: lieb Georg. Aber (er deutet ihr auf Stirn und Augen) da, da, was liegt hinter dem? Geh, wir haben grobe Sinne. Einander kennen? Wir müßten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren.«
Im Dschungel des Menschlichen gibt es keine Wegweiser. Wer sich hineinbegibt, kann darin umkommen. Und nicht selten ist er dann in der Wahl seines Weges nicht mehr frei. Denn das entfesselte, von Konventionen befreite Denken stößt von selber vor ins Niemandsland des Denkbaren – so wie die legendären Entdecker in See stachen, ohne zu wissen, ob und wo sie je ankämen.
Dass die Literatur in ihren größten Augenblicken Expeditionen gleicht, deren Ergebnis dem Konsens nicht entspricht, könnten wir eigentlich wissen, und doch gibt sich die Öffentlichkeit immer wieder empört, wenn sie im Werk bekannter Autoren das Unzuträgliche, das Unheimliche entdeckt. Das ist der Grund, weshalb jene Schriftsteller, die Günter Grass einmal »Unterschriftsteller« genannt hat, weil sie gerne unter Aufrufe ihre Unterschrift setzen, hohes Ansehen genießen. Jede Redaktion kann sie jederzeit anrufen und wird ihren Beitrag zur aktuellen Frage pünktlich erhalten.
Insofern nimmt es nicht wunder, dass jetzt, wie in einem Reflex, viele dieser Autoren Kritik an Handke und der Preisvergabe üben, während sie doch im Sinne ihres Auftrags, nämlich dem herrschenden Diskurs zu widerstehen, eigentlich hätten sprechen müssen. Sie haben eingestimmt (um den absichtsvoll hässlichen Sprachgebrauch von Botho Strauß aufzunehmen) ins »allgemein Richtige – ein Gezücht unserer konsensitiv geschlossenen Öffentlichkeit«. Und wenn er hinzufügt: »Einige andere müssen sich in der Höhe härter ausbilden und werden selbst aus einer Verrannt- oder Verstiegenheit heraus mehr Gutes unter die Menschen bringen als je tausend Richtige zusammen«, dann bricht sich hier der Wunsch nach einer Gefahr Bahn, von der wir nicht wissen, ob ihr das Rettende zuwächst.
Der Verrat des Intellektuellen beginnt, sobald er nach der Macht greift
Unweigerlich stellt sich also die Frage nach der Verantwortung der Intellektuellen. Das einmal Gedachte, Geschriebene und Veröffentlichte nimmt seinen Weg in die Welt und sät sich aus. Die Scheidelinie ist dort, wo sie der französische Schriftsteller Julien Benda in seiner berühmten Schrift Der Verrat der Intellektuellen (1927) gezogen hat: Sie wird überschritten, wenn der Intellektuelle politische Handlungsmacht erwirken will und gewinnt. Da beginnt die Verantwortung, und deshalb haben Schmitt oder Heidegger oder Benn Rechenschaft ablegen müssen. Gerechtigkeit hat es hier nicht gegeben, was besonders für jene gilt, die dem kommunistischen Terror gedient haben. Sie wurden vergleichsweise milde beurteilt.
Die Gedanken aber sind frei. Auch ihre Veröffentlichung ist es, darauf muss man bestehen, weil sonst die Gesinnungspolizei freie Bahn hätte. Der in der damaligen RAF- und Sympathisantendebatte ins Feld geführte Begriff des Schreibtischtäters ist irrig, weil alles, was gedacht werden kann, irgendwann auch gedacht wird. Intellektuelle, und Schriftsteller insbesondere, tun generell gut daran, von dem Versuch abzulassen, in die Befehlszentralen vorzudringen. Platons Politeia, wo die Philosophen Könige werden, ist nicht umsonst Utopie.
Auch deshalb ist die Reihe, in die Botho Strauß seinen Kollegen Handke stellt, überaus fragwürdig. Denn Carl Schmitt und Martin Heidegger haben politische Wirkungskraft im Dienste der Nazis gewollt und zeitweise auch gehabt. Ezra Pound und Knut Hamsun haben sie vielleicht gewollt, aber nicht erhalten. Für Peter Handke gilt, dass er seine proserbischen Texte auf eigenes Risiko geschrieben hat, zunächst klagend und fragend, dann die in seinen Augen einseitig unterrichtenden Medien anklagend. Er handelte als Einzelgänger, ohne Bündnispartner, vollkommen unstrategisch, unvernünftig, sich selber am meisten schadend.
In seinem Gespräch mit der ZEIT (Nr. 6/2006) spricht Handke von der »anderen Geschichte« und bezeichnet sie als »die Historie der Farben, des Versmaßes, der Formen – japanischer Tuschzeichnungen etwa oder romanischer Skulpturen, auch des Geschichtenerzählens. Das ist nicht zu realisieren, außer eben im poetischen Machen.« Frage: »Ist Ihnen das einmal gelungen?« Handke: »Ich erzähle davon. Darauf geht alles hin, was ich schreibe. Es ist nicht nur Utopie, es ist auch real, das Realste überhaupt. Es ist ein Vorschlag, ein Traum von Geschichte. Sonst gäbe es ja auch die Evangelien nicht, gäbe es das Buch Hiob nicht, wenn das Erzählen nicht auf eine andere Welt zuginge, auf eine Hinterwelt im besseren Sinne, wie eine Hinterglasmalerei.«
Dies Wort in Handkes Ohr. Was immer seine Verfehlungen im jugoslawischen Tohuwabohu gewesen sein mögen: Wir sollten ihn loben für das, was er uns von seinen Expeditionen in die Länder des Himmels und der Erde mitgebracht hat, und ob er dafür den Heine-Preis bekommt, ist am Ende vollkommen gleichgültig. Sollen doch die Düsseldorfer Gremien samt Bürgermeister und Jury, die sich hinreichend blamiert haben, selber sehen, wo sie nun bleiben.
Seit 1972 verleiht die Stadt Düsseldorf einen Kulturpreis zu Ehren Heinrich Heines. Eine unabhängige Jury wählte als Preisträger 2006 Peter Handke. Weil der im Jugoslawien-Krieg mehrfach die Partei der Serben ergriffen und jüngst an der Beerdigung von Slobodan Milošević teilgenommen hat, will eine Mehrheit im Rat der Stadt gegen die Auszeichnung des österreichischen Dichters stimmen. Daraufhin erklärten bereits zwei Mitglieder der Jury ihren Rücktritt. Eine endgültige Entscheidung über die Preisvergabe soll am 22. Juni fallen.
- Datum 08.06.2006 - 14:22 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.06.2006
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"Immer wieder haben sich Schriftsteller politisch verrannt." So eröffnet Ulrich Greiner - gewichtiger Name für Die Zeit - seinen Artikel zu Peter Handke.
Parallele aus der Vergangenheit:
Der Physiker Max von Laue wird von Albert Einstein zu seinem Kommentar über Einsteins politisches Verhalten so korrigiert (brieflich im Mai 1933):"... Denn diese Dinge gehen weit über das Persönliche hinaus in ihrer Bedeutung. ... Deine Ansicht, daß der wissenschaftliche Mensch in den politischen, d.h. menschlichen Angelegenheiten im weiteren Sinne, schweigen soll, teile ich nicht. Du siehst ja gerade an den Verhältnissen in Deutschland, wohin solche Selbstbeschränkung führt. ..."
Ulrich Greiner steht hier mit Max von Laue auf der Seite der Kritiker, Albert Einstein mit Peter Handke auf der Seite der Initiativen.
Was die Kritiker trennt, ist nur Zeit, Zeit in ihrem Lauf: Von Laue in seiner damaligen Gegenwart urteilend, Greiner in der heutigen Nachwelt urteilend.
Darf groß irren, wer im Nachhinein urteilt ?
Vielleicht irrt Handke ja gar nicht, und er hat in der Stilisierung der Serben als das Böse, die Instrumentalisierung erkannt, die man auch hierzulande brauchte, um den Einsatzbefehl zu erhalten.
Den Einsatzbefehl zu einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Pünktlich zum 50. Nato-Geburtstag konnte man es mal richtig krachen lassen. Dass die USA Jugoslawien seit 90/91 zur Auflösung aufforderten, wird in Medien, wie diesem, gar nicht erst erwähnt...
Falls sich dann noch jemand wie Handke wagt aus dem verbrecherischen Konsens des Schweigens und Wahrheitsverdrehens auszubrechen wird er angeprangert. Damit die Menschheit gar nicht erst auf den Gedanken sich mit den Fakten zu befassen, wird auf der hochintellektuellen Ebene von anderen verworrenen Großgeistern geschwätzt.
Meine Damen und Herren, nicht alles, was in der Tagesschau kommt ist automatisch wahr, genauso wie die Zeit nicht die alleinige Deutungshoheit über die Zeitgeschichte hat.
Zu guter letzt erinnere ich nur an die traurig makabre Aufführung des Bühnenstücks "Hufeisenplan", von und mit Rudolf Scharping, seinerzeit oberster Befehlshaber der Bundeswehr, von dem kein Stück wahr gewesen ist. Was soll's? Für die Bombardements hat's allemal gereicht!
Der Geschichtsverdrehung und Meinungsmonopolbildung allmählich leid, Gott zum Gruße!
Das Dichten und Denken richtet sich zu Grunde, wenn es sich dem Politischen, dem Machbaren und der Macht zuwendet - im Guten wie im Bösen. Es hat dort nichts verloren, und wenn es sich dort doch verliert, verliert es alles. Mag es vielleicht etwas anderes finden, selbst wird es dort vollständig aufgehoben und vernichtet zugunsten eines anderen. - Und vielleicht viel viel später, wenn all dies Äusserliche endlich verwittert ist, kommt das Eigene wieder zum Vorschein im Lichte der Spätergeborenen.
Der Beitrag von Greiner hat meines Erachtens etwas ganz eigentlich Wahres hervorgehoben, was nun zwar durch die Handkediskussion ausgelöst wurde, aber mit Handke an und für sich nichts mehr zu tun hat, ausser, dass auch er sich dieser Gefährdung ausgesetzt hat und sein Denken an dieser Mauer der Gewalttätigkeit zerbrechen liess zugunsten eines für mich äusserst fragwürdigen Anderen. Ich verstehe diesen Mann nicht sowenig wie ich Heidegger verstehe, der sein Zerbrechlichstes in den Dienst des Nationalsozialismus stellte und vermessen genug war, den Führer höchstselbst zu führen. War ihnen Denken nicht genug?? - Mussten sie es darauf ankommen lassen, es am harten Stein des unbezweifelbaren Zwiespalts darauf ankommen zu lassen? -Worauf ankommen lassen? - Ich verstehe das nicht, ich verstehe nicht, wie man das heilig Erdachte, notgedrungen wohl, der Vergewaltigung preisgeben mag, wie als ob man es wegwerfen will und sehen will, ob es dieser Erniedrigung standhalten mag.
Und noch etwas letztes: Im Denken wie im Dichten mag man gross irren, da geschieht auch nichts weiter als die Einsicht, geirrt zu haben, wenn auch dieses Nichts ganz und gar nicht nichts ist, aber im Gemächte der Welt ist das Irren ein Schulden, ein Schulden der Schuld, für die Schlächter und Kriegstreiber Partei ergriffen zu haben. Wann wird Handke das begreifen?? - Jener, der ins exgrossserbische Braunau reiste, um der Beisetzung des Mannes beizuwohnen, der auf europäischem Boden jene fast vergessenen Kriegsgreuel wieder zum Leben erweckte? Jener, der noch immer von dem böse endenden Traum träumt, der da Jugoslawien heisst? - Mögen ihm die Götter wohlgesinnt sein und ihn zur Einsicht bringen! Mögen die irdischen Realmoralisten ihn in die Verbannung schicken oder auch nicht, das tut nichts zur Sache. Möge er wieder die Kraft gewinnen von fernherwehenden Winden zu dichten und uns allzuirdischen und allzugewöhnlichen erzählen von der Verletzlichkeit und Zärtlichkeit und Einzigartigkeit des Seins!
Mutig abwägend haben Sie, Herr Greiner, alles Notwendige gesagt. - Gehört dazu heute schon Mut? Ich fürchte ein wenig, ja.
"Der wahre Heilige, ist derjenige, der das Volk peitscht und tötet, zum Besten des Volkes", äusserte einst Baudelaire.
Einen solchen Satz habe ich von einem unserer besseren deutschsprachigen Schriftsteller nie gelesen und nie gehört. Eher Vieles, was meinen Horizont weitete und mich vielleicht ein wenig nachdenklicher und empfindsamer werden lies. - Ganz im Sinne von Heinrich Heine, dessen Werk ich einigermaßen kenne.
-Handke verzichtet auf den Preis und tut gut daran. Die Wächter des allzu korrekten Sprechens und Schreibens jagen jetzt die, angeblich in den ehemals kakanischen Provinzen vermehrt auftetenden, "fehlerhaft" und "falsch" auswählenden Juroren.
Meines Erachtens lesen die Düsseldorfer diese Artikel.
Herr Greiner geht etwas sehr bildungsbürgerlich vor und verfehlt die Höhe der Zeit ich denke, Namen wie Deleuze oder Jameson sind mittlerweile mehr als Wissen unter den Lesern verbreitet im Kontrast als eine ganze Liste alter genannter Namen dann bitte, soll das doch mal auf der Höhe der Zeit verstanden werden, konstruktiv. Man könnte noch Rorty nennen. Und mehr.
Da findet sich ein ganz wichtiger Tool (Werkzeug). Im Umgreifen, im Umgriff von der poetischen oder poetologischen Arbeit in das, was Politik genannt wird, wird oftmals der Ort verloren, von dem aus man spricht in den Texten zu Serbien, erschienen bei Suhrkamp, hat Handke den Ort nicht verloren. Das war eine Leistung. Wie Handkes Freund Wim Wenders hat sich Peter Handke auf den Weg zu den locations gemacht, an die Orte. Anschließend gelang ihm die Umsetzung in die Arbeit.
Ich glaube, das Problem liegt hier ganz anders, nämlich mal umgekehrt haben die Düsseldorfer nicht im umgekehrten Griff, den Ort verloren dann wäre das hier nicht beim Schreiben und Artikulieren dem Schriftsteller passiert, sondern wäre auf Seiten der Rezeption eingetreten. Mittlerweile ist bekannt, dass es sich dabei großteils noch um Leute handelt, welche die Texte nicht gelesen haben also dann geht es auf jeden Fall daneben bei dem Finden des sense of place in the world sprich im Begreifen des Inhalts nicht nur intersubjektiv, sondern interlokativ. Das Verstehen einer Terminologie im Umgriff durch eine Diskursschleuse.
Die Texte von Peter Handke sind überhaupt kein Problem (Bei der Aufregung gewisser Leute inkl angeführter Beispiele scheint viel eher durch als würden die sonst Literatur kaum lesen, und wenn, dann eher unreflektiert zur Unterhaltung).
Das Problem tritt dann auf, wenn Peter Handkes Kontakte zu Milosevic anders codiert werden als sie codiert sind oder waren. Rorty sagt, ein Teil der Menschheit verstehe idR nur ein Sprachspiel, während ein anderer Teil der Menschheit, zu der Rorty bspw. Schriftsteller zählt, mehrere Sprachspiele beherrschen. Bei Politikern würde ich sagen, handelt es sich um Leute, die, euphemistisch ausgedrückt, nur wenige Sprachspiele beherrschen (Leute wie Helmut Schmidt gehören sicher zu denen, die mehr Sprachspiele beherrschen). Dann haben wir ein ganz großes Problem. Wenn für gewisse Menschen das Beherrschen mehrer Sprachspiele ein Tabu ist oder ein Problem, haben diese Menschen an sich Probleme den Schriftsteller zu verstehen, wenn der nicht da bleibt, wo die Ordnung ihres Sprachspiels den haben will.
Vielleicht hat die Sache den Düsseldorfern eine Eigendynamik bekommen und sie wissen real gar nicht, weshalb sie die angekündigten Schritte gegen Peter Handke unternehmen wollen. Man muss das nicht wissen, wenn man dabei sein Sprachspiel verteidigt; dann geht es aber in erster Linie ohnehin darum, dies Sprachspiel zu verteidigen. Man könnte fasst sagen, es handelt sich dann bei den Kontrahenten um Begriffspersonen des jeweilig eingenommenen Sprachspiels. Blamieren tun sich auf jeden Fall diejenigen, die in ihrem Sprachspiel gefangen bleiben, das drückt sich dann in Unbeholfenheiten aus. Dem Schriftsteller kann dies auch passieren, wenn er den Ort verliert, von wo aus er spricht, nämlich dann, wenn er Orte wechselt.
Peter Handke war bei Milosevic nicht als Politiker codiert aufgetreten, während Politiker dies jedoch scheinbar nur so codiert lesen können. Die Sache mit der Beerdigung geht mich nichts an, jeder soll bei jedem dürfen. Es gibt Leute, die so was gezielt missbrauchen, Peter Handke hat das nicht getan. Eine Beerdigung ist ein sozialer Schutzraum die drohenden Verhaftungen von Milosevics Angehörigen in dem Zusammenhang fand ich geschmacklos, völlig egal was die getan haben, und ein Zeichen dafür, dass da gewisse Sprachspiele wichtiger sind. Wo ich eben von Orten schrieb, eine Beerdigung ist von diesen Ortsbegriffen nicht betroffen, es kann somit gar kein Ort verfehlt werden, geht man dort hin. Es ist nicht gesagt, dass alle dieses Sprachspiel teilen (können).
Peter Handke hat niemals gesagt, dass er das gut fand, was in Ex-Jugo-Slawien passierte (zu Milosevics Umgang mit Wahlergebnissen wäre ebenso ein Punkt, über den es Kommentare geben müsste). Welches Verhältnis Peter Handke zu Vertretern der jüngeren serbischen (soll man sagen usw.) Kultur hat, weiß ich nicht, das wären wichtige Fragen, die dem nie gestellt werden. Mir ist bekannt, dass da einige große Probleme mit allen serbischen Lagern hatten, da sie diese allesamt eher als nationalistisch befanden (das war zu anderswo vergleichbar). Vielleicht gibt es noch einen ganz anderen Peter Handke.
Ich nehme an, dass Ibrahim Rugova und Peter Handke eines gemeinsam haben (bzw. hatten), nämlich alle Bücher von Nathalie Sarraute im Regal. Die beiden hätten wesentlich angeregter miteinander plaudern können, so war es aber nie, so viel ich weiß, gekommen. Man muss hinzufügen, dass Rugova sich nicht so zu Milosevic geäussert hat, wie es die NATO gern haben wollte. Seine Post hat er trotzdem nicht ins Kosovo bekommen da war Novi Sad die Endstation. Novi Sad, wo Peter Handke ausdrücklich war- aber davon nichts wusste. Ich denke ebenso, dass die Mehrzahl der Düsseldorfer Stadtverordneten die Bücher von Sarraute nicht nur nicht haben, sondern überhaupt nicht kennen. Ich glaube auch, dass sie Rugova keine Briefe geschrieben haben und hoffentlich was tun, wenn in das Kosovo abgeschoben werden soll still und heimlich sind die Kosovaren hier überhaupt nicht mehr erwünscht um die Dinge vom Kopf auf die Beine zu stellen, Peter Handke hat niemanden da hin abgeschoben (und das meine ich nicht sarkastisch). Ich verstehe den Ärger nicht, wenn er aber hätte, mit Greiner sollen die Schriftsteller der Macht bloß fern bleiben Winston Churchill selbst hatte den - wohlgemerkt Literaturnobelpreis, wenn er also aber dahin abgeschoben hätte (oder anderswo hin), dann könnte ich den Ärger, der Peter Handke nun wieder gemacht wird eher verstehen.
Der Artikel suggeriert, Handke irre "gross". Wer sagt das denn? Wer bestimmt das? Wer legt das fest? Herr Greiner bleibt die Erklärung schuldig. Er glaubt, Handke vor sich selbst beschützen zu müssen.
Ihn vor dem Vergleich mit Heidegger oder Carl Schmitt in Schutz zu nehmen, um ihn dann trotzdem mit Hamsun zu vergleichen, mutet merkwürdig an (Sie haben Hauptmann vergessen, Herr Greiner!).
Trotz dieser Ungereimtheiten rechne ich es Herrn Greiner hoch an, dass er einen respektvollen Ton anschlägt.
Als ehemaliger Handke Übersetzer, jetzt Handke "Kenner", oft Bewunderer,von seinem Werk geistig "genährt" in den letzten zwanzig Jahren wie von keinem anderen in dieser schlimmen Zeit, stimme ich in dieser Hinsicht mit Botho Strauss ueberein wenn er schreibt: "Was bleibt schließlich von dem angeblichen Sänger des grossserbischen Reichs, Peter Handke? Nicht nur der sprachgeladenste Dichter seiner Generation, sondern wie nur Überragende es sind, ein Episteme-Schaffender (nach dem Wortgebrauch Foucaults), eine Wegscheide des Sehens, Fühlens und Wissens in der deutschen Literatur ." Selten am Werk enttäuscht[ z.b. an der Untertagsblues wo Herr Handke auch noch seine bewußt hässlichste Seite, seinen selbst-eingestandenen Haß, dessen Quelle die überreizten nicht genuegend gefuetterten Narzisischte Beduerfe, Misanthropie, des traumatisierter Kinder schöner Mütter besonders unstillbare Sucht nach beruhigender Schönheit [des Analytiker eine seiner Thesen von der Geburt des oft fatalen Schönheits Sinns] in ein ziemlich monotones, störend, übernachtet, grelles, ewiges schlafloses Nacht-Neon-Bild setzt ohne aber dass ihm als Dramatiker irgend etwas besonders Neues - ungewoehnlich bei ihm - zu der "Standup" "One Man Show" beigefuegt hat... aber vielleicht liegts einfach nicht in dieser Ader drin; eine karge Rippe aus Ueber die Doerfer, dem Werk von dem beinah alles spaeter-kommende gediehen ist; und verkaufen möchte, aber dann schnellstens vom Preiswettbewerb zurückzieht wenn es so aussieht er würde nicht gewinnen - da es der Preise angeblich genug sind![2]. Mit der Person des Autors reich an ambivalenten Erfahrungen, sehr schlimmen und äußerst generösen: er war so beglückt von meiner Übersetzung von nicht verrückt geworden, trotzdem ich schon so ziemlich wusste was die Arbeit an seinem Text, nämlich das Beste, aus mir herausgeholt hatte, [siehe Notiz über jemand der so ernsthaft wie verspielt veranlagt ist, in dem mir wichtigsten Handke Buch, Der Geschichte des Bleistifts, weil Arbeitsbuch in dem man die Arbeit, das Handwerk der Fantasie, des Planens, der Verwandlung verfolgen kann - schaffen würde; aber insbesonders mit meiner jetz gut geschulter Sicht auf Nerven und Gehirn und die Tricks die sie mit uns spielen können - ja wie man sich so durch die Jahre hin kennenlernt - möchte ich versuchen ein wenig Klarheit, ein Soupçon, wirklich nur ein klein wenig, von Verstehen in die so wundersame ewige Wiederkehr der Handke Skandale zu bringen.
Ich bin Überlebender der Gruppe 47 Tagung 1966 in Princeton, wohl Platz des ersten, wirklich öffentliche Handke Skandals; saß, und nicht aus Zufall, neben dem Spiegel Berichterstatter Ernst Kuby, als der, der von jung auf auf dem Spiegel Cover zu erscheinen träumende, der immer im Bild bleibende sogar denn wenn er seine Idiotarie dann auch schmollend aus der Öffentlichkeit entfernt [3-link], an zu wettern fing... ["Handke!" - Hatte nie von ihm gehört.] woran die Aufregung die diese nicht vollkommen ungerechte Tirade in dem Deutschen Literaturbetrieb auslöste, mich, als Amerikanischen "creative writing" Schüler, ziemlich unterkühlt ließ; und langweilte. Hans Werner Richter, der Sargent als Gouvernante. Manieren, Manieren!
Und so ist's weiter gelaufen: Verallgemeinerungen gröbster Sorte, "apple cart turning over time," und alle kommen gelaufen! Heraus aus der grossen Langeweile die sie ihr Leben heißen, die Medien kommen gelaufen, Skandal Skandal um den Filmstar, usw., vielmals... z.b. bis zum leidenschaftlichen Fehlspruch während der damalign Amerikanischen "Shock + Awe" Zerstörung der Serbischen Infrastruktur zur Zeit des Kosovo Krieges, einer, wortwörtlich genommen, Fehlleistung mit dem die "Humanitäts Hyänen" [die sonst niemand helfen] in Frankreich sowie Deutchland den Handke dann am Strick der ach so Deutschen perfekten Gerechtigkeit erhängen möchten. - Handke, Projektionsplakat.. des Neides, sowie des Hasses... Trotzdem es mir nie einfallen wuerde, dass Handke, Medien Kenner wie wenige Andere, nicht vorhergesehen hat dass "im Bild" vor dem Bild von Miloscevics aufzutauchen nicht das alte Skandal wieder aubrausen lassen wuerde.
Emotional aber kein Fehlspruch: da der Aufschrei ja nur von Handkes tiefst verwundet Liebe für Yugoslavien, ja seiner Idee von Yugoslavien, es ist ein Schmerzensvergleich; Schmerz bleibt Schmerz. Woher diese Uebertragung seines Wesens, seiner Liebe - Pervesitaet ist es nicht, den Versuch einer Grossvater/ Mutter Erklaerung, kommt bald. Man kann sich in einen Esel verlieben im Sommernachts Traum. Das ist keine Relativierung, trotzdem Handke nicht so verrückt und es wohl satt hat sich dieser blutsüchtigen Meute selbstgerechten Medien Schreiern und Politikern weiter auszusetzen zu wollen anstatt das auf meine Art zu erklaeren. Deswegen wurde/ wird dieser Schrei dann als Verrutscher zurückgezogen. Was ist ehrlicher: das socialisierte Bewusstsein oder das verruchte Unterbewusste? Hat nicht der Autor Buch zusammen mit Madelaine Albright sich zu der selben Zeit die fashistoiden einstigen Juden Fresser, die Kosovo Albanier Gorillas als sein Lieblings Kuschel erkoren? Warum durfte/darf jeder dieser Stämme eigentlich wahnsinnig nationalistich sein ausser den Serben fällt mir noch dazu ein. Und ein jeder hat das Recht an der Welt, wie sie schon lange beschaft ist, irre zu werden. Ich spreche hier von Media eingetrichterten unbedachten Denkweisen.
Um auf die aller erste Handke Vorstellung zurückzukommen: was ist sonst darüber noch zu bemerken, außer "er hat recht oder unrecht," ist manierlich oder nicht;" "verallgemeinert ja ganz toll": Leidenschaft, Gereiztheit, Mut, sich selbst dar stellen wollen... diese wären alle bemerkens-, verwunderung- und bedenkenswert. Ich hab diesen ersten Vortrag nicht als auftrumpfend in Erinnerung, eher zaghaft, zögernd, mit eher sanfter Stimmer vorgetragen. Schmerz. Ja, und eben dieses sich zeigen wollen, gehört werden wollen, Wunsch nach Kommunikation.Sehnsucht... seinen Buecher von Anfang an haben die "Letter in a bottle" Qualitaet. Warum eigentlich diese Plackerei, meine morgentliche Vogelschar mit ihrem Zwitscher Konzert scheint's einfacher zu haben.
Bei den ersten von zwei Gesprächsversuchen mit dem verbeatelten Östreicher, auf einer Zusammenkunft für die Gruppe 47 und Amerikanische Schriftsteller, eingefädelt von Jakov Lind und mir und Pannah Grady, in ihrer groß-räumigen/ Wohnung in dem Dakota in New York, die später an John Lennon verkaufte, erfuhr ich folgendes: daß der mit einer Nelke und gelbgeschecktem Hemd und Beatles Haarschnitt eine dunkle Brille trug nicht weil er geistig in irgendeinem N.Y. Mafia Film Fantasy verfangen war, sondern daß er überempfindliche Augen habe - also wenn ein Sinn überempfindlich dann wahrscheinlich alle notierte ich schon zu dem Zeitpunkt - und zwar überempfindlich auch unter äußerst angenehm Honig-golden belichteten, sanften Verhältnissen; beim zweiten Versuch - Handke, nicht gerade gesprächsfreudig, schien mir auszuweichen, ich, der einiges über die damals kontemporaine Deutschsprachige Literatur wusste, wahrhaft nur einiges, aber die Sache seit Jahren Ernst nahm, war erpicht auf Spezifisches seiner Klage, "a bill or particulars, por favor, Mien Herr," [was ja auch Hans Werner Richters Einwendung hätte gewesen sein können: und wenn der Handke dann keine Antwort fertig im Revolver gehabt, wäre er viellecht von dem Podium weg mit dem selben hochgeröteten Kopf anderer die da durchgefallen waren]- Ich steuerte auf ein ernsthaftes Gespräch über Literatur, ich kannte ja auch einiges was da gerade in östreich gemacht wurde, jedenfalls was Rowohlt-Raddatz verlegten; und, beim diesem zweiten, nicht an ihm fehlschlagenden Versuch, an seiner Reaktion auf ein Verlangen Alan Ginsbergs,[wer sieht da sonst noch aus den Augenwinkeln... auf wie vielen der frühen Bildern scheint Handke wie ein schuldiger Hund zur Seite zu schielen... und wer weiss das es sich bei diesem zur Seite sehen in diesem Fall um Augen Linderung handelt... und erinnert sich nach all dieser langen Zeit], daß ich es mit einem grinsenden Dorf Idioten zu tun hatte, und dass man Handke im gewissen Sinn auch auf der Art des Idioten im King Lear weiter plappern lassen sollte ZITAT das naehmlich ist schon die tiefere Wahrheit; und mit wahrscheinlich nur gering gezähmtem Schuß von Sadismus. Ja,wie oft heisst es "Handke lacht." Ungehemmt, zum falschen Zeitpunkt lacht, grinst das Biest. Und dieser, "Der Geruch," ...wie es so treffend in Über die Dörfer, einer von Handkes größten Verdichtungen - man könnte dieses Stück-Poem auch mal lesen als differenziertem und selbstkritischen, absolut vollkommenen, selbst-veräußerten Selbstportrait, wenige Schriftsteller haben sich so eine Selbstvorstellung so öffentlich geleistet [und eine wahrere ist's als die "nackte Ego Darstellung" im Das Gewicht der Welt, und was der manchmal "so pathetic" - wie er sich da bezeichnet - sonst noch vorzeigt kann man ja in Der Stunde der Wahren Empfindung lesen] durch dessen Übersetzung der Übersetzer, tief erregt, auch sich selbst veräußern konnte, seinen eigenen tieferen Spiegel, und Wiedersprüche - wer sagt da, der Handke kenne sich nicht?, Über-setzungen, da ja alles [siehe Freud's Traumdeutung]Über-Setzung ist: Wie gesagt of gut Amerikanisch "Der Geruch... The smell it sticks." Besonders in einer durch die Psychoanalyse [dieses Versprechen hällt diese Praxis] trotz Zigarren und Pfeife, wieder-geborenen Nase! Nach all diesen Jahren!
Daß der Idiot auch ein ganz großer Savant war: wußte Herr Kolleritsch das? Der Priester bei dem er sich anwarb um weg von dem unmögliche Keusche Haushalt in Griffen ins Priester Internat? Einer der Lehrer schon, so scheint es meinen Eruierungen. Den Intendanten am östreichischen Funk woh er ja das erste Geld verdiente? Wer sonst vielleicht? Noch jemand beim Stadtpark Forum? Neuwied/ Luchterhand, ihm vorlieb Suhrkamp, hat Die Hornissen abgelehnt: ich auch, hätte ich nicht einen Haufen Geld um auf so einen so schwierigen Als Ob Versuch zu setzen. Unseld? für den ich zur Zeit als Scout arbeitete hatte Handke nicht erwähnt; Handke's Auftauchen in Princeton scheint eher ein Einfall der letzte Minute gewesen... Und zu dieser Zeit wußte ich schon wer großes geleistet und könnte. Das Handke sich ent-wickelt hat wie kein anderer, seine Entwickelung erarbeitet hat wie selten einer Trotz der genialen Anlage und der Ambition von der Keusche weg oben rauf zum Fürsten oder der Kardinals Burg, von Phase zu Phase, so dass ein Buch wie der Tormann im nachhinein stümperhaft vorkommt...vieleicht auch weil er nur gesund ist wenn er am schreiben ist, er der Logosheiler.. und vielleicht haben wir es dem Valium zu verdanken, diese grosse Veränderung nach der Pariser Krise in den frühen 70ziger Jahren, daß er nicht mehr so der Angst ausgesetzt ist wie am Anfang, sich nicht mehr als Suicid Kandidaten presentiert, dass er nicht mit der ungeheuren Angst spielt um sie immer wieder zu besiegen, seit frühester Kindheit - die ihn zum Fehl-Angeber: "Ich bin der Neue Kafka" machte - und dass die Brillen hellere geworden sind. Und wanderte nach Jackson, Mississipi, und bewunderte das Faulkner Haus.
Die Popanzartige Idiotarie im persönlichen Benehmen, der Manieren, auf seiner und Libgart Schwartz und Kolleritschs USA Reise 1971- einige Germanisten hierzuorts lecken sich noch die Wunden - was ein anderer Idiot, der Reich-Ranicki, als Handkes Tölpelhaftigkeit bezeichnet - samt Arroganz, habe ich dann nur hautnah zu empfinden bekommen, als Suhrkamp Vertreter in New York, Übersetzer der Stücke, Lektor, sowie erster Regisseur der frühen Stücke in New York, Besuche in Berlin, Paris, wobei einem auffiel, daß Herr Handke eine frappierendes x-Ray Gespür für böse Leute hatte; und das Verbleiben mit einem anderen, besonders einem Mann, allein in einem Zimmer, schnellsten klaustrum phobisch macht, außer das es, nicht scheinbar, ein wirklicher Interviewer ist - Handke gibt gutes Interview. Und das haessliche macht ihn leich uebel.
Auch muss man es ja, da was man sich die Mühe macht zu schreiben im allgemeinen missverstanden wird, verhunzte Sachen über einen losgelassen werden von Feuilleton Redakteuren die die weissen Seiten ausfüllen müssen, von einer Misere von Theater Kritikern die sich weder einfühlen können in einen Text noch... und die damit eine Schuttabladung schaffen durch ihre eine unendliche Serie von Korrekturbedürftigen Angelegenheiten... wodurch die Literaturhistoriker dann ihre Arbeit bekommen, eine andere Art von Enzensberger's "alte Frauen" die die Ziegelsteine von den kaputtgeschossenen Häusern putzen um sie wieder aufzubauen. Und wie wortgewandt der sonst oft um Wort ringende dann den Interviewers ganz leicht Handke vorspielt! Zuletz dem Herr Greiner von Der Zeit, trotzdem Handke doch auch gerade vor ein paar Jahren sagte: genug der Interviews. Diese neueste Interview Serie fing zaghaft an mit einem zum Erscheinen der Französischen Übersetzung des Del Gredos Supermonstrums. Wovon handelte das Interview: Über das "beinah perfekte Verbrechen das Nato Deutschland, Frankreich" am Unheil von Yugoslavien verübt hatten.Jedenfalls war das all was ich davon zu lesen bekam. Na ja, zu der Zeit weilte Handke ja viel beim Tribunal in DeHaag. Sein Buch über seine Erlebnisse dort enhält schöne Beobachtungen, aber frappierend wenig über Medias Res, und er hat ja das Jura studium beinhah absolviert.
Von welchem Autor sonst gibt es Photos in der Menge von Filmstars? Ich, der eine große Website Kmplex über Handke mache
http://www.handke.sciptam...
die ihn und sein Werk von den dreizehn Gesichtspunkten der Amsel von Wallace Stevens [Thirteen ways of looking at a Blackbird , irgendwie das richtige für einen Amselfeld trächtigen] zu betrachten versuche, hab an die hundert, und es fehlen mir an die Tausende.
Die Korrespondenz, wie Handke's Schrifttum, war verblüffend beruhigend, in kein Verhältnis zu stellen mit der Person. Das Werk, besonders wenn man sich mit ihm als Übersetzer oder Regisseur befaßt, bringt durch Handke's speziellem Verhältnis zur Sprache, mich jedenfalls, in einen Glückszustand, weil er die Welt leicht macht, er wohnt im inneresten Inneren von Naom Chomskys Syntax Machine weil, da er sich ja scheinbar selbst, und auch den Leser, immer wieder es schafft aus der Angst und Depressionen heraus zu schreiben, durch sein Schrifttum, Satz für Satz, ihre Summa auf ungewöhnliche, auf tiefer-greifende Art Künstler als Stellvertreter, weil es bessere Medizin als all andere Anti-Depressiva, er der Chef Arzt der Sprache überhaupt, erst deprimiert es ein wenig, dann wenn man weiterliest bemerkt man wie der Autor sich und auch mich als Leser aus der Depression herausschreibt, eine Impfung. Weil er es mit einigen Stücken - Bodensee, Stunde, Dörfer, Vormund , und ganz besonders mit Der Kunst des Fragens - ja "Bozo" Bozonnet, wie wir ihn in New York nennen, Sie haben dass größte Theaterstück, ein wahres Drama Spiel, der letzen 50 vielleicht 100 Jahren von ihrem Spielplan abgesetz,wahrscheinlich gar nicht mal gelesen als es von der Comedie Francaise in dem Spielplan angenommen wurde, so geht's ja bei diesen nur Namen aber nicht mal Tierhändlern zu - den erlebenden Zu und mit Schauer in den paradiesischen Zustand der Widergeburt bringt, alle Sinne säubert, auf ein paar Stunden sind alle Sinne neugeboren, wahre Verwunderung auslöst, was sonst Jahre der Psychoanalyse dauert, dieses "puzzlement", sehr nah der dunklen Aufklärung, nicht wahr? und das sonst von Ideen-strotzende Gehirn erweitert; mehr ist ja nicht herauszuholen aus der Misere, außer für die Billionen von wahnsinnigen Religions Süchtigen... Er ist ein Idiot Savant und seine Kunst mit dem Bleistift ist sein Schutzengel - wenn man aber doch einen Maulkorb für seine Schnauze hätte, die schon roher ist als die der Berliner.
Hätte ich in den 80ziger Jahren nicht in Handkes ausführlichen Gesprächen mit Herbert Ganscher [seinem Eckermann, Aber Ich Lebe doch nur von den Zwischenräumen ] gelesen, daß er an Anflügen von Autismus leidet [und woher kommt das zusammenbringen von Autismus mit Miloscevics das Handke in einer seiner Statements erwähnt?, ich hatte davon bis jetzt nichts gehört, oder, dass Autismus als Schimpfwort auf M. angewendet wurde], wären mir einige Handke Erlebnisse vollkommen unerklärlich, wahrscheinlich hätte ich kaum schärfere geschliffen Linse bekommen, trotz der andern 12 Amseln, um klarer zu sehen mit was für einem sprachlichen Dorf Idioten Savant Genie ich da tun hatte. Nicht wahr: was Wissen geschafft seit Goethe geht um einiges weiter als die berühmten zwei in meinem Brustkorb - Verständnis zu bekommen von dem Verhältnis, dem Missverhältnis, das besteht zwischen einem so vielsagenden Satz wie: "Ich bin so erregt, aber was ich schreibe ist dann so ruhig," und daß das Auslesen der Unterscheidungen im Lateinischen Strafgesetzbuches [er hätte auch auf Wittgensteins Philosophischen Überlegungen weisen können], wie man es in der auf dem auf 1000 Seiten mit 250 Worte per Seite ausgedehnten Monstrum, ein Jahres Marathon Zapata, einer Art die er doch einst hasste, aus teils der allerschärfsten Flechten in ein Ganzes zusammen bastelte, dem Mein Jahr in der Niemandsbucht, erfährt: Differenziertheit in den dunkel wütenden und einer Anlage zum nicht unddifferenzierten Wutausbrüchen und Grobitäten brutalster Art denen Handke als Kind ausgesetzt war - sollen doch all die Leser deren Handke's Lieblingsbuch dies sie vorgeben es sei, sich mal wirklich ans Lesen setzen des Wunschlosen Unglücks und mit ein wenig Fantasie zwischen die Zeilen schielen, auch welch Riesenglück er hatte das Liebeskind dieser schönen Mutter gewesen zu sein! Daß dem Herrn Handke verbale und andere Ausrutscher sein Leben lang begleiten werden ist vorauszusehen, da besteht keine Kluft zwischen Privatem und der Öffentlichkeit wenn er als Grund für das Verlassen von dem VDA angibt die Leute seien "Faschisten," das glaubt er wohl nicht mal im defensiven Schuldgefühl von der Mannschaft, Bruderschaft weg zum Grossmacher Unseld hingegangen zu sein. Herr Handke, besonders in seinen vielen Momenten des Zorns, ist Haudegen der dörfischsten Art. Er könnte ein leichtes wegen Kindestodschlags ja zu viele Jahre Zuchhaus verurteilt worden sein - siehe Kindergeschichte, ein wirklich ehrliches Buch, sowie ich, der zu der Zeit in öfters in Berlin, Paris und New York sah, es beurteilen kann.Schwierig fiel ihm nicht fantasieren zu dürfen, nicht schön zu lügen - und wie der Kerl fantasieren-weben kann, und was für ein Lügner er ist darauf werde ich noch zurück-kommen.Was die ehmahlige Salzburger Lebensgefährtin Schauspielein in über ihn schrieb während er beinahe so viele Tiraden während des Kosovo Krieges und der Handkeschen Seitenschlacht von sich ausgehen lies wie die NATO Bomber Raketen... das da über "Stiefel auf ihrem Kopf und so": I don't doubt it for the moment. Aber die "self-absorbtion" mit sich selbst, die Sie auch erwaehnte: das gehoert zur Sache, und man soll sich nicht mit solchen, besonders mit Schriftstellern einlassen ohne diese ihre Notwendigkeit das zu bedenken.
Handke ist Machtmensch, Natürlich und von Kribbe aus ist Handke megaloman [siehe Ueber die Dörfer, siehe sein Verständnis von Macht in der Niemandsbucht, er hat seine Kriegbueche gelesen, den Clausewitz], und war mit dem megolomanen oft vertragsbrüchigen Großgauner Unseld verbündet, Grossgauner für die A-List Autoren, muss man ja sein, dem Vorbild, samt eigener Megalomanie, für den Herr Quitt in den Unvernünftigen, grossgauner fuer die Arbeit an der Deutschen Kultur!
Es kommt darauf an was dabei rauskommt, und um vielleicht nicht allzu viele Scherben. Ausserdem: etwas das mit Magalomie und der Machtsucht nichts zu tun hat: Autismus ist nicht heilbar, man sieht anders und mehr und empfindlicher, man ist einfach anders, so wie'ne Fledermaus mehr hört, mein Hund schnuppert auch als meine durch die Psychoanalyse wiedergeborenen Geruchsinn. Aber bei anderen Kognitiven Kapazitäten hinkt es dann ein bisserl, ein Klotzfuss anderer Art. Herr Tourette und Herr Autismus sind auch mit einander oft verwandt, die Wut, sei sie heilig oder nicht, die da aus dem kaum Bewussten, dem verwundeten, hervorstießt ist aber vollkommen ehrlich, hat ihren eigenen Anspruch... darauf, dass sie langsam, vielleicht, Stück für Stück, abgebaut, verdünnt, ich weiss nicht was, wird. Deswegen auch, daß Herr Handke aus und mit ganzen Augen mehr sieht und soviel mehr bemerkt als der größte Teil dieser Affenzucht. Daß Herr Handke dann noch den Zorn verheiligt um ihn sich selbst zu erlauben ist ein Mißverständnis und Überheblichkeit die so komisch wie traurig ist. ===== Jetzt aber zu Medias Res der in der Welt und FAZ und vielen:
Ich war eher skeptisch als ich ersten Wind von seinen Serbischen Abenteurn bekam. Er hat aber nie etwas verneint, ist zu der Seite, auf etwas anderes aufmerksam machen beschoenigen, oder Alternative darstellen. Dass er sich gegen die einseitige Verteuefelung der Serben kaempfte, fand ich mutig, und es wurde mir egal ob sein grosses Beduerfnis immer gesehener alle uebertrumpfender Star zu sein damit reinspielte. Ich glaube was die Deutschen ihm nicht so leicht vergeben sind die ad hominem Angriffe, sagen wir: auf Habermas, auf Enzensberg. Kerl ist eben nicht vollkommen ziviliesiert, vielleicht bedeuted di Diagnose Autist/ Idiot das selbe wie nicht volkommen Ziviliesiert. Seine Arroganz stammt jedenfalls aus Ueberheblichkeit so wie aus Defensiveness; seine Misantrophie aus der Ueberempfindlichkeit, und dass er wahrhaft ein besseres Radar Geraet hat als sogar die von gut Geschulten Pyschoanalytikern. Ausserdem, bleibt er ja noch immer schoen naif. Wenn die lieben Leut doch mal wieder all dan von Anfang - Die Hornissen -- bis jetz: don Juan mal wieder lesen wuerden
=== II ===
Jetzt aber zu Medias Res der in der Welt und FAZ und vielen anderen Deutschen Feuilletons in letzten Wochen erschienenen Artikel, über Handkes Begräbnis Besuch, die Affaire Bozonnet, den Heine Preis.
Als M. in De Haag starb wettete ich, mit mir selbst, daß der Handke beim Begräbnis auftauchen würde und wieder ins Bild steigen - der ewig hungrige muß ja immer von der Spiegel Reflektions gefüttert sein genau so wie die Zeitschrift selbst, des Autisten besonders, schon von Säuglingszeiten an, is' ja auch so'ne Dialektik, von der liebauegelnden Mutter am allerliebsten; wäre dieser Drang zum im Bild bleiben nicht so stark, wäre das Werk auch nicht so groß,so definiert, hätte er sich nicht so ziemlich vollkommen veräußert; "Advertisment for Myself" heißt es bei Norman Mailer, mit dem riesen Unterschied, dass bei Handke wirklich etwas vorzustellen ist. Trotz dem ins Bild treten vor dem Bild des angeblich aller-bösesten der Slawischen Wölfe stimme ich überein mit Handke's eigenen, vom Suhrkamp weitergeleiten Erklärung [1] ZITAT / LINK man erzählt sich ja die schönsten Geschichten in der Welt während das abgeschiedene Unterbewusste schlafwandelnd einen zum eigentlichen Ziel steuert!
Ich hatte aber nicht vergessen während meiner Wette, daß Handke doch noch letztes Jahr in der Zeitschrift Literaturen [LINK] mit seiner Damiel Schrift uns - auch teils mit großem Witz - über seine eigene Veranlagung zur Selbstgeerechtigkeit - schreibend, schreibend, am Schreitisch sitzend klar machte warum er nicht als Verteidigungzeuge bei dem M. Prozeß in DeHaag auftreten würde; es gab da wohl doch Zweifel, zu einem vielleicht tagelang dauernden Auftreten vor der Kamera dazu reicht der Vorzeigendrang dann nicht vielleicht nicht! Ausserdem, hat er schon vor Jahren mal geschrieben wie miserable er glaubte sich jemals vor Gericht verteidigen zu koennen. Zeugen werden dann unter mehr als vier Augen verhoert!
Ob der schlimme Milo eine tragische Figur war/ist, bin ich nicht in der Lage zu beurteilen: dafür war die westliche Berichterstattung, besonders in der USA, viel zu oberflächlich, trotz meinen Versuchen mich besser informieren, um nur das Wort "oberflächlich" unter vielen anderen Schimpfwörtern zu benutzen. Oder ob M. Gauner unter Gaunern war wie sie auf Handke's Quodlibet auf der Bühne mit ihren Huren und Geheimagenten herumstolzieren; und unter diesen Herumspazierern sind in der Zwischenzeit auch noch die "Kultur Schaffenden" zu finden, Susan Sontag, Salmon Rushdie, Finkielkaut, etc etc....
aber daß weder Herr Tjudman oder Isobegevitch besser Wichte waren, daß hat ja jedenfall der spezial Abgesandte Mr.Holbrooke bemerkt. Und für Außenminister Jim Baker war der ganze Laden kein der wirklich schönen sage ich der diese Hunde kennt - Texas hound dog wert nachdem Yugoslavien so unnütz wurde wie die Mujahadeem in Afghanistan. Ja, daher stammen, aus diesem Vakuum, dem hervortauchen vieler vernachlässigten Höllenhunde, scheinen die von Enzensberger so exzellent beschriebenen Civil Wars. Konsequenzen, am Rio Grande gibts sogar eine Kleinstadt namens Truth and Consequences, just a few miles up from the bridge with a "touch of evil" von El Paseo zur Ciudad Juarez, mit der Herrn Handke scheinbar [ Niemandsbucht] sowie ich und auf keinen Fall fiktiv, interessante Bekanntschaft gemacht haben. Wieder so ein Buch, wie Der Kurze Brief zum lange Abschied, wo der Held von einer wütend vernachlässigten Frau verfolgt wir, auf dieser Brücke. Ja, man merkte schon in 1971, wie Herr Handke sich emotional von seiner spaeter weggelaufenen Frau sich distanzierte, wie vergruebelt er war mit Kolleritsch in mir akribisch erscheinende Literatur Gespraeche. Verwundete Sehnsucht. Ihm laufen die angeheiraten Frauen weg... er ist zu sehr bei der Arbeit am Logos, zieht sich dazu immer wieder zurueck, und hat erst mit der Zeit gelernt nicht mit der Geliebten in dem selben Haus, noch in dem selben Ort zu leben.
Etwas das mich, der sich dann wegen meiner Riesen Handke Arbeit auch dann die Detour mit dem Object der Obsession durch die ganzen miserable Stammesablschlachten im "tiefsten dunkelsten Serbien" [Handke, Das Spiel zum Film ueber den Krieg ]wenigsten per web und Lesen mitschleppen musste, a la la, auch dass noch,
ist das die Deutschen Diskussion über die Disintegration zwar den berühmten Schuss in Sarajevo manchmal erwähnt, aber weder den Italienischen noch den Deutschen Wehrmacht's Hilf Feldzug in dieser Gegend manchmal trifft man zwar auf einen alten Kämpfer, so in Kaernten oder Doerfer irgendwo, jetzt nich mehr herumschimmendes Treibholz, ganz fest im Sand der Zeit steckt es, das einem die schönsten verknöcherten Wahn: "ja, wenn wir nicht da verzögert worden waeren, wenn nicht die Italiener... dann nicht im Russischen Schnee stecken geblieben" Geschichten erzählt. Ich liebe besonders solch verwittertes Holz.
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Handke ist schuldig nicht mit der Masse in die von den Massen Medien vorbereiten Kerbe immer der selben Platitude zu hauen in der die dumpfe Masse lebt [noch so'ne Dialekik die zu so wenig führt man fängt an der Kraft der Dialektik an zu zweifeln, aber die Masse hasst es wenn eine solche Kerbe dann angezweifelt wird, Zeichen der weltweiten Psychose], und mit schönen groben, aus Schmerz bestehenden Wort äußerst er Schreie, Hilferufe, da seine Idee von Jugoslawien ja mit der selbstgeschaffenen Vaterfigur seines Großvaters verbunden ist. Er, den sein besoffener, ewig schlagenden Stiefvater ja zu nerven zerreissenden todlangweiligen Jahrelangem Deutschhasser gemacht hat: ja Herr Handke wenn überhaupt jemand dann er war/ist der absolut siegender Oedipus der - ehemal jetzt - vaterlosen Gesellschaft, der sich da in Der Wiederholung seinen mütterlichen Großvater, den slowenischer Sivec, als Vater einverleibt - das ist große psychische Leistung, und ohne der möglichen Hilfe eines gekonnten Analytikers geleistet: und endlich Slowenisch gelernt, aus dem Slovenischen übersetzt,eigenes Slowenisches Wörterbuch angefertigt, tja mit den Slowenen, deren einer geworden war, hat er's ja auch verpatzt, der Herdermensch, der den Babel der Sprachen befürwortet, der Idee eines Föderalismus wegen; einer gegen-Föderation zur Europäischen [eine Idee die ich gern befürworte] nur eins, nämlich ist Handke unter all den schönen Sachen, besonders Dem Spiel zum Stück über den Krieg vorzuwerfen, ein wirklich grosser Fehler ist ihm in seinem vom Grossvater informierten Idee des Foederalsmus unterlaufen: er hat den Drang dieser Stämme endlich alleinstehend zu sein, nach all dem nicht miteinander auskommen in der fascitoiden, sozialistischen, Monarchstichen, Föderation, den hat er unterschaetz.Sein Urteil über das beinahe perfekte Verbrechen, irgendwie fehlt dem Alleingeher da plötzlich die Ader.Nur angedeuted hat er diese Wuensche in dem Stueck zum Film ueber den Krieg.Was Herrn Handke noch bevorsteht ist dieses neue, jetz schon seit zwanzig Jahren einverleibte Grossvater Model, der Kritik, zum Beispiel des Grossvater Zorns, des Grossvaters Ideale, vielleicht auch des Grossvaters Geilheit zu unterziehen. Mit der Liebe zur Einfachheit, dem Bauernessen, dem Handwerkhaften, der Landwirtschaflichen Tao, dem
Landespriesterhaften, der Kultur der Armheit,daran habe ich jedenfalls nichts auszusetzen.
im Moment beschäftigt mich die Frage, ob man/frau wirklich noch Schreiben können, wenn sie Politik machen.
Dieser Nero, hat er nicht Verse deklamiert auf das brennende Rom?
Habe in diesen Caesar-Film mit dem gutaussehenden Schauspieler geschaut. Caesar hätte vielleicht auch nur für eines sich entscheiden sollen?
Meine Position im Krieg gegen Serbien war rein politisch und dabei werde ich in Zukunft auch bleiben, bin in gewissem Sinne dafür ausgebildet worden.
Es mußß!!!!!!!! auch Frauen in der Politik geben.
tschau
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