Dossier : Franz, bring dich nicht um!

Er hat ein neues Stück geschrieben, es wird sein letztes sein. Ein Gespräch mit Franz Xaver Kroetz über alte Männer und junge Frauen, den Reiz der DDR und die Verzweiflung beim Schreiben

DIE ZEIT: Sie sind gerade 60 geworden, und Ihr Leben… Franz Xaver Kroetz ist einer der erfolgreichsten deutschen Dramatiker. Seine Stücke werden Weltweit gespielt BILD

Franz Xaver Kroetz: …ist völlig durcheinander. Ich lebe alleine in dem kleinen Häuschen meiner Eltern in München-Obermenzing, die haben sich das in den fünfziger Jahren mal gekauft. Ich mache alles selbst, ich bügle meine Hemden, ich putze. Vor unserer alten Putzfrau habe ich Angst, deshalb kommt sie nicht mehr. Also, dieses Interview könnten wir nicht bei mir zu Hause führen. Da sieht’s nicht nicht so schön aus. Gäste haben da keinen Zutritt.

ZEIT: Nach fast 20-jähriger Ehe hat Sie Ihre Frau, die Schauspielerin Marie Theres Relin, verlassen.

Kroetz: Neulich hat mich eine Hamburger Illustrierte interviewt. Es war ein gutes Gespräch, aber dann hat die Redaktion gesagt, das Interview erscheine nur, wenn Kroetz dabei gegen die Marie Theres durchlädt. So ist es eben nicht erschienen.

ZEIT: Sind Sie zornig auf Ihre Frau?

Kroetz: Nein. Ich verstehe sie gut. Sie hat es 20Jahre mit einem depressiven, ausgebrannten Schriftsteller ausgehalten. Das ist eine tolle Leistung. Und mit einem alten Mann. Ich bin 20 Jahre älter als sie. Man muss sich das doch vorstellen: Ich wache morgens neben einer 80-jährigen Frau auf. Wenn ich dann denke, nein, das will ich jetzt nicht den Rest meines Lebens haben, das kann man doch verstehen.

ZEIT: Sind Sie auf der Suche nach einer neuen Frau?

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