Letzte Woche berichtete ich bereits von Irina Levitina, die sowohl im Schach als auch im Bridge den Großmeistertitel errang, im Bridge sogar Weltmeister wurde, während sie im Schach das WM-Match (der Frauen) 1984 verlor. Lebendig und gesellig, liebte sie es, Blitzschach zu spielen und dabei pausenlos mit den Umstehenden zu reden. Sie barst vor Energie und Talent. Gleichzeitig war sie blind für die Erfordernisse des Alltagslebens, was schon einmal bedenklich anmuten konnte. BILD

Als 15-Jährige spielte sie bei der Meisterschaft Leningrads gegen die 50 Jahre ältere frühere Weltmeisterin Ludmila Rudenko und erhielt einen starken Angriff. In diesem Augenblick begann sich Rudenko unwohl zu fühlen, ihr Gesicht verfärbte sich aschfahl. Die Schachuhr wurde angehalten. Doch Irina rief: »Was zum Teufel ist los, wann spielen wir die Partie zu Ende?« Ärzte kamen und brachten Ludmila Rudenko ins Krankenhaus. »Schau dir die Stellung an, sagte Irina zu Gennadi Sosonko, dem Trainer des Clubs, »Schwarz hat einen Riesenangriff auf den schwarzen Feldern.« – »Aber Ira, wie kannst du so reden«, sagte der – und berichtete später in New in Chess darüber, »Ludmila kann vielleicht sogar sterben, wer kümmert sich da um schwarze Felder?!« Doch Ira insistierte: »Es droht f3 – wie verteidigst du das?«

Wie gewann Irina Levitina als Schwarze am Zug 1991 in Subotica ganz schnell gegen die hier weißfeldrig geschwächte Rumänin Cristina Foisor, wobei das Unheil allerdings auf deren schwarzen Feldern über diese hereinbrach?

Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 23:
Wie nutzte Weiß am Zug die rückständige schwarze Entwicklung? Weiß ignorierte die Bedrohung der Dame und setzte Schwarz mit 1.Te8! (und der Drohung 2.Txf8 matt) die Pistole auf die Brust. Schwarz versuchte noch 1…c5 , musste sich aber nach 2.De7! mit schnellem Matt geschlagen geben BILD