Zweiter Weltkrieg Am Leben blieb niemandSeite 5/5

Die deutschen Kriegsverbrechen in Polen sind ohne Ahndung geblieben. Die wenigen von der Wehrmachtjustiz verurteilten soldatischen Straftäter kamen bereits nach einer Generalamnestie am 4. Oktober 1939 wieder auf freien Fuß. Dadurch segnete die Wehrmachtführung die Übergriffe nachträglich ab und sandte ihren Soldaten ein klares Signal: Im Krieg gegen minderwertige Rassen war jedes Mittel erlaubt.

Das Buch des Autors ist unter dem Titel Auftakt zum Vernichtungskrieg die Wehrmacht in Polen 1939 im Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, erschienen (ft 16307 - 278 S., 12,95 ). Mehr zum Thema auch in der Ausstellung Größte Härte Verbrechen der Wehrmacht in Polen, die noch bis zum 8. Juli in der Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden zu sehen ist (George-Bähr-Str. 7 - Tel. 0351/46331990 - Katalog 24, , ISBN 3-938400-07-2)

 
Leser-Kommentare
  1. Danke, dass dies thematisiert wird. Wie Sie richtig schreiben: was jedes Kind in Polen weiss... Wir sind mit dieser Geschickte aufgewachsen und es vergeht kaum ein Tag, wo nicht an irgendein Massaker gedacht wird. Das erklärt die Verbitterung in Polen über viele Äußerungen und Taten der deutschen Politiker (Vertriebenendiskussion, Schröders Ostsee-Deal etc). Die Polen hatten nach dem Krieg kein Lobby (wie etwa die Juden) und es ging in Nachkriegsdeutschland (und Österreich) einfach unter, dass Deutsche und Österreicher in Polen 6 Millionen Zivilisten (3 Millionen Katholiken, 3 Millionen Juden) ermordet haben. Das war auch bequem, man musste sich mit einem grossen Teil des Verbrechens nicht auseinander setzen, man verfolgte die Täter kaum und kaum jemand regte sich darüber auf (s. die Karriere des Danziger Gerichtspräsidenten, der die poln. Westerplatte Soldaten erschiessen liess). Die ganze Debatte (wie etwa über den Holocaust) musste einfach nicht geführt werden. Auch nach der Wende wollte man davon nichts mehr hören und wenn man nun in Deutschland versucht, die Geschichte umzudrehen (Vertriebenenmuseum), wundert man sich über die heftigen Reaktionen aus Polen. Als ich Freunde aus Österreich durch Warschau führte, waren sie schockiert, als sie am jeden Strasseneck die Erinnerungstafeln an Hunderte Erschossene lasen, denn sie wussten einfach nichts davon. Gerade deshalb können sich deutsche Comedians unbestraft rasistische Polen-Witze erlauben, die sie sich bei Juden nie getraut hätten. Eine Aussöhnung wie mit Frankreich wird es nicht geben, wenn Polen in deutschen Medien, wie bisher bestenfalls im Wetterbericht vorkommt, oder alte Klischees vervielfältigt werden statt einer echten und offenen Diskussion. Ich möchte einige löbliche Ausnahmen herausnehmen, aber es geht mir um die Dimenssionen.
    Marcin Pietraszkiewicz, Wien

    • Auer
    • 05.04.2009 um 12:07 Uhr

    "Erstaunlich" wenig Kommentare dazu...

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    • Colón
    • 01.09.2009 um 10:30 Uhr

    da schreiben noch jene, die die Geschichte des Weltkrieges umdeuten wollen zu einer gewöhnlichen Krieg und Frieden- Story im gewalttätigen 20.Jahrhundert. Da gibt es tatsächlich wieder Leute, die glauben, die Kriege gegen Polen und gegen die Sowjetunion seien nicht aus weltanschaulichen Gründen geschehen und hätten keinen Vernichtungscharakter gehabt, sondern seien nur eine der damals üblichen Revisionen des Versailler Vertrages gewesen.

    Aber, das kann auch Marcin Pietraszkiewicz wissen, diese Minderheit mag lautstark und schreibfreudig sein, sie ist aber nicht repräsentativ für die Mehrheitsmeinung. Gerade weil die Mehrheit anders denkt, konnte ja so etwas wie die Wehrmachts-Geschichtsforschung, die den Nimbus der an Verbrechen unbeteiligten Soldaten auflöste, zur allgemeinen Lehre und zum allgemeinen Wissen werden.

    Auch in Polen gibt es lautstarke und schreibfreudige Minderheiten, die immer noch wenig zur Vertreibung der Deutschen wissen wollen und das dort an diesen geschehene Unrecht nicht anerkennen. Dass die Vertreibung eine Folge der deutschen Kriegshandlung und des deutschen Verhaltens im besetzten Polen war, das hat ja damit nichts zu tun, ob man in Gemeinsamkeit nun dazu die wahrhaftige und aufrichtige Geschichte schreibt. Mittlerweile dürfte sogar bei einem Großteil der Nachkommen und Überlebenden der Vertreibungen die Einsicht gewachsen sein, dass Hass, der Glaube an eine kulturelle oder gar eine biologische Überlegenheit, das Denken in Nationalitäten ein damals endemisches Grundübel unter Deutschen war und letztlich zu der Geschichte des zweiten Weltkrieges wesentlich beitrug, weil mit diesem "Gebräu" die Nazis ihre Gefolgschaft und dann das ganze Volk in den Weltanschauungskrieg trieben.

    Kein Schüler in Deutschland lernt noch, die Wehrmacht habe am 1.Septermber 1939 die Grenze zu Polen überschritten, weil es hauptsächlich um die Beseitigung der Übereinkünfte des Versailler Vertrages gegangen sei. - Diese Propaganda wird nicht mehr gelehrt und mehrheitlich schon lange nicht mehr geglaubt.

    In Polen dürfte sich ja auch einiges in den Geschichtsbüchern geändert haben und diese beiden Länder, EU- Mitglieder, sind heute füreinander vielleicht die wichtigsten Partner. Jedenfalls leuchtet mir ein, was Helmut Schmidt, ein Herausgeber der ZEIT dazu zu sagen weiß. In Europa geht es zum Wohle Aller vorran, wenn Deutschland mit Polen und Frankreich, seinen größten Nachbarn, eine gute und gegenseitig erfüllte Partnerschaft pflegt.

    Grüße

    Christoph Leusch

    • Colón
    • 01.09.2009 um 10:30 Uhr

    da schreiben noch jene, die die Geschichte des Weltkrieges umdeuten wollen zu einer gewöhnlichen Krieg und Frieden- Story im gewalttätigen 20.Jahrhundert. Da gibt es tatsächlich wieder Leute, die glauben, die Kriege gegen Polen und gegen die Sowjetunion seien nicht aus weltanschaulichen Gründen geschehen und hätten keinen Vernichtungscharakter gehabt, sondern seien nur eine der damals üblichen Revisionen des Versailler Vertrages gewesen.

    Aber, das kann auch Marcin Pietraszkiewicz wissen, diese Minderheit mag lautstark und schreibfreudig sein, sie ist aber nicht repräsentativ für die Mehrheitsmeinung. Gerade weil die Mehrheit anders denkt, konnte ja so etwas wie die Wehrmachts-Geschichtsforschung, die den Nimbus der an Verbrechen unbeteiligten Soldaten auflöste, zur allgemeinen Lehre und zum allgemeinen Wissen werden.

    Auch in Polen gibt es lautstarke und schreibfreudige Minderheiten, die immer noch wenig zur Vertreibung der Deutschen wissen wollen und das dort an diesen geschehene Unrecht nicht anerkennen. Dass die Vertreibung eine Folge der deutschen Kriegshandlung und des deutschen Verhaltens im besetzten Polen war, das hat ja damit nichts zu tun, ob man in Gemeinsamkeit nun dazu die wahrhaftige und aufrichtige Geschichte schreibt. Mittlerweile dürfte sogar bei einem Großteil der Nachkommen und Überlebenden der Vertreibungen die Einsicht gewachsen sein, dass Hass, der Glaube an eine kulturelle oder gar eine biologische Überlegenheit, das Denken in Nationalitäten ein damals endemisches Grundübel unter Deutschen war und letztlich zu der Geschichte des zweiten Weltkrieges wesentlich beitrug, weil mit diesem "Gebräu" die Nazis ihre Gefolgschaft und dann das ganze Volk in den Weltanschauungskrieg trieben.

    Kein Schüler in Deutschland lernt noch, die Wehrmacht habe am 1.Septermber 1939 die Grenze zu Polen überschritten, weil es hauptsächlich um die Beseitigung der Übereinkünfte des Versailler Vertrages gegangen sei. - Diese Propaganda wird nicht mehr gelehrt und mehrheitlich schon lange nicht mehr geglaubt.

    In Polen dürfte sich ja auch einiges in den Geschichtsbüchern geändert haben und diese beiden Länder, EU- Mitglieder, sind heute füreinander vielleicht die wichtigsten Partner. Jedenfalls leuchtet mir ein, was Helmut Schmidt, ein Herausgeber der ZEIT dazu zu sagen weiß. In Europa geht es zum Wohle Aller vorran, wenn Deutschland mit Polen und Frankreich, seinen größten Nachbarn, eine gute und gegenseitig erfüllte Partnerschaft pflegt.

    Grüße

    Christoph Leusch

    • Colón
    • 01.09.2009 um 10:30 Uhr

    da schreiben noch jene, die die Geschichte des Weltkrieges umdeuten wollen zu einer gewöhnlichen Krieg und Frieden- Story im gewalttätigen 20.Jahrhundert. Da gibt es tatsächlich wieder Leute, die glauben, die Kriege gegen Polen und gegen die Sowjetunion seien nicht aus weltanschaulichen Gründen geschehen und hätten keinen Vernichtungscharakter gehabt, sondern seien nur eine der damals üblichen Revisionen des Versailler Vertrages gewesen.

    Aber, das kann auch Marcin Pietraszkiewicz wissen, diese Minderheit mag lautstark und schreibfreudig sein, sie ist aber nicht repräsentativ für die Mehrheitsmeinung. Gerade weil die Mehrheit anders denkt, konnte ja so etwas wie die Wehrmachts-Geschichtsforschung, die den Nimbus der an Verbrechen unbeteiligten Soldaten auflöste, zur allgemeinen Lehre und zum allgemeinen Wissen werden.

    Auch in Polen gibt es lautstarke und schreibfreudige Minderheiten, die immer noch wenig zur Vertreibung der Deutschen wissen wollen und das dort an diesen geschehene Unrecht nicht anerkennen. Dass die Vertreibung eine Folge der deutschen Kriegshandlung und des deutschen Verhaltens im besetzten Polen war, das hat ja damit nichts zu tun, ob man in Gemeinsamkeit nun dazu die wahrhaftige und aufrichtige Geschichte schreibt. Mittlerweile dürfte sogar bei einem Großteil der Nachkommen und Überlebenden der Vertreibungen die Einsicht gewachsen sein, dass Hass, der Glaube an eine kulturelle oder gar eine biologische Überlegenheit, das Denken in Nationalitäten ein damals endemisches Grundübel unter Deutschen war und letztlich zu der Geschichte des zweiten Weltkrieges wesentlich beitrug, weil mit diesem "Gebräu" die Nazis ihre Gefolgschaft und dann das ganze Volk in den Weltanschauungskrieg trieben.

    Kein Schüler in Deutschland lernt noch, die Wehrmacht habe am 1.Septermber 1939 die Grenze zu Polen überschritten, weil es hauptsächlich um die Beseitigung der Übereinkünfte des Versailler Vertrages gegangen sei. - Diese Propaganda wird nicht mehr gelehrt und mehrheitlich schon lange nicht mehr geglaubt.

    In Polen dürfte sich ja auch einiges in den Geschichtsbüchern geändert haben und diese beiden Länder, EU- Mitglieder, sind heute füreinander vielleicht die wichtigsten Partner. Jedenfalls leuchtet mir ein, was Helmut Schmidt, ein Herausgeber der ZEIT dazu zu sagen weiß. In Europa geht es zum Wohle Aller vorran, wenn Deutschland mit Polen und Frankreich, seinen größten Nachbarn, eine gute und gegenseitig erfüllte Partnerschaft pflegt.

    Grüße

    Christoph Leusch

    Antwort auf ""Erstaunlich" wenig"

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