Demografie

Pokerspiele an der Wiege

Akademikerinnen sind im Gebärstreik? Nein. Die Statistik ist fehlerhaft. Und der Bundesrat verhindert exakte Erhebungen. Teil zwei unserer Demografie-Reihe

Deutschland ohne Kinder? Eine Serie in vier Folgen. Alle Analysen, Videoreportagen und -interviews sowie zahlreiche Infografiken finden Sie hier.

Die Demografiedebatte ist eine Schlacht mit Zahlen. Geburtenrate, Anteil der Kinderlosen, Bevölkerungsprognosen: Jeder neue Wert, den die Statistiker liefern, wird begierig absorbiert und zitiert. Je dramatischer, desto besser. Doch viele der Daten taugen weder für eine sachliche Diskussion noch für eine solide Politikberatung. Daran ist nicht nur die laienhafte Interpretation der Zahlen schuld. Schon die Daten selbst sind mit Vorsicht zu genießen.

Kaum eine Ziffer hat wohl so sehr nationale Empörung ausgelöst wie die Geburtenrate in den vergangenen Jahren. Die Durchschnittszahl der Kinder pro Frau, im Fachbegriff die »zusammengefasste Geburtenziffer«, lag in Deutschland im Jahr 2004 bei 1,36 (West: 1,37, Ost: 1,31). Im Westen pendelt die Rate seit 1975 um etwa 1,4. Seit in den neuen Bundesländern die Geburtenrate nach der Wiedervereinigung auf 0,77 im Jahr 1992 fiel, ist von einer »Geburtenkrise« im Osten die Rede. Für Michaela Kreyenfeld, Datenexpertin am Max-Planck-Institut (MPI) für demografische Forschung in Rostock, ist das Unsinn: »Im Osten gibt es kein Anzeichen für eine Krise. Bis heute hat dort jeder Frauenjahrgang sogar mehr Kinder bekommen als der entsprechende Jahrgang im Westen.«

Wie kann das sein? Die wahre Zahl der Kinder einer Frau kennt man erst, wenn sie ihre Geburtenphase beendet hat, für die Statistik ist das mit 45 Jahren der Fall. Diese endgültige Geburtenrate, die sich dann für jeden Frauengeburtsjahrgang berechnen lässt, ist eine weitaus verlässlichere Information als die »zusammengefasste Geburtenziffer«. Die aktuellsten Werte der endgültigen Rate gibt es für die Kinder des Mütterjahrgangs 1960. Sie liegen im Westen bei 1,6 und im Osten bei 1,8 Kindern pro Frau. Doch diese endgültigen Geburtenraten will keiner hören, denn für politisches oder gesellschaftliches Handeln kommen sie immer zu spät.

Um »neuere« Zahlen zu haben, wurde in den fünfziger Jahren die erwähnte »zusammengefasste Geburtenziffer« eingeführt, als aktueller Schätzwert der echten Geburtenrate. »Diese Zahl spielt zwar in der Politik eine große Rolle, ist aber irreführend«, sagt MPI-Demografin Kreyenfeld. Verschieben die Frauen ihre Geburten auf später, tendiert die Geburtenziffer dazu, zu niedrig auszufallen. Dieser so genannte Tempo-Effekt erklärt auch, warum im Osten mit der Mauer die Geburtenrate fiel: Bekamen die Frauen dort ihr erstes Kind vor der Wende noch mit schätzungsweise 22 Jahren, so wurden sie nur zwei Jahre später mit ebenso geschätzten 28 Jahren Mutter. Seit 30 Jahren steigt auch im Westen das Erstgebäralter der Frauen: von knapp über 24 Anfang der Siebziger bis auf heute 29 Jahre (geschätzte Werte). Wegen des Tempo-Effekts heißt das: Der tatsächliche Wert der Geburtenrate liegt wahrscheinlich höher als die geschätzten 1,4.

Zwar ließe sich der Tempo-Effekt aus der Geburtenrate herausrechnen, aber dafür fehlen hierzulande die Daten. So weiß man nicht, wann die Frauen ihr erstes, zweites oder weitere Kinder bekommen. Die Standesämter erfassen zwar für jede Frau die Reihenfolge ihrer Kinder, aber nur innerhalb ein und derselben Ehe. Eine absurde Zählweise: Heiratet eine einfache Mutter nach der Scheidung erneut und bekommt mit ihrem zweiten Mann ein Kind, so wird dieses wieder als erstes gezählt. Für außereheliche Kinder wird gar keine Reihenfolge erfasst. Was die Standesämter den Statistikern liefern, ist darum kaum zu gebrauchen.

Wie es scheint, halten sich seit 30 Jahren zwei gegenläufige Geburtentrends die Waage: Immer weniger Menschen bekommen in jüngeren Jahren Kinder, immer mehr indes entscheiden sich in späteren Jahren doch noch für Nachwuchs. Noch lässt diese Bewegung Schätzungen und endgültige Geburtenraten auseinanderklaffen. Erst wenn das durchschnittliche Gebäralter aus biologischen Gründen nicht mehr steigen kann, stimmen Wirklichkeit und Schätzungen besser überein und ein verlässlicher Trend wird sichtbar. Doch in welche Richtung geht er? Steigt die Geburtenrate, weil der mathematische Tempo-Effekt abflaut? Sinkt sie, weil die Frauen es schließlich nicht mehr schaffen, die aufgeschobenen Geburten nachzuholen? Oder gibt es zumindest bei den nichtehelich Gebärenden vielleicht bereits eine bisher unsichtbare Rückkehr zur früheren Erstgeburt? Es wäre nicht der erste Retrotrend, den unsere Gesellschaft erlebt.

Die Kinderlosigkeit in Deutschland lässt sich allenfalls grob schätzen

Deutschlands Familienpolitik befindet sich im Blindflug – ohne Instrumente. Dabei sollte sie eigentlich wissen, für wen sie ihre Politik macht. Welche Männer und Frauen zögern mit dem ersten Kind so lange? Wie alt sind sie, wenn sie sich dann doch dafür entscheiden? In welcher Lebensphase stecken sie dann? Welche Ängste und Sorgen haben sie zu dieser Zeit? Die Politiker können nicht mehr wissen als die Statistiker. Und die können ohne bessere Daten nur raten.

Allenfalls grob schätzen lässt sich in Deutschland auch die Kinderlosigkeit – und darin steckt vielleicht die größere Brisanz. Schreckensbotschaften wie die von 40 Prozent kinderlosen Akademikerinnen oder gar 50 Prozent bei Naturwissenschaftlerinnen sind mit einem dicken Fragezeichen zu versehen. Als einzige amtliche Quelle bleibt der so genannte Mikrozensus. Als jährliche Pflichtbefragung von einem Prozent aller deutschen Haushalte – das sind etwa 800000 Personen – liefert er eigentlich eine traumhafte statistische Basis zur Erhebung von Fertilitätsdaten. Zu dumm nur, dass es im Mikrozensus keine Frage nach den leiblichen Kindern einer Frau gibt. Nach einer sonderbaren Erfassungsregel gilt eine Frau als kinderlos, wenn in ihrem Haushalt keine ledigen Kinder wohnen.

Dem Mikrozensus gelten all jene Frauen als kinderlos, die zum Befragungszeitpunkt noch keine Kinder haben, aber später welche bekommen. Hinzu kommen alle Frauen, deren Kinder zwar noch im Haus leben, aber bereits 18 Jahre alt sind. Ebenso sämtliche Frauen, deren Kinder bereits alle ausgezogen sind. Das ist aber noch nicht alles. Auch solche Frauen gelten als kinderlos, deren Kinder zwar noch nicht volljährig sind, aber momentan nicht im mütterlichen Haushalt wohnen. »Die Kinderlosigkeit wird im Mikrozensus wegen dieser Befragungsmethode überschätzt«, sagt die Datenexpertin Michaela Kreyenfeld.

Um wenigstens einen Anhaltswert für die Kinderlosigkeit zu bekommen, bedienen sich die Statistiker einer wissenschaftlich wenig eleganten Methode: des intelligenten Ratens. Sie betrachten eine Altersgruppe von Frauen, die einerseits schon so alt sind, dass sie bereits sämtliche Kinder bekommen haben. Gleichzeitig sollten sie aber alle noch jung genug sein, dass die Kinder zu Hause leben. Lange Zeit maß man die Kinderlosigkeit einfach im Alter zwischen 35 und 39. So kommt man auch auf die viel zitierten 40 Prozent unter den Akademikerinnen. Doch diese Zahl ist so ungenau wie ihre Messmethode.

Deutlich wurde dieser Umstand erst durch zwei junge Forscher des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) gemacht: Weil Hochschulabsolventinnen ihre Kinder erst sehr spät bekommen, fielen sie bei der Befragung als Mütter durch und wurden fälschlich als dauerhaft kinderlos gewertet. Die BiB-Forscher zählten neu, diesmal inklusive der Frauen über 39 Jahre. Plötzlich gab es nur noch 30 Prozent kinderlose Akademikerinnen. Detailliert rechneten die Wissenschaftler des BiB ihren Kollegen in einer Fachveröffentlichung vor, wie sehr die gemessene Kinderlosigkeit bei den Akademikerinnen vom Befragungsalter abhängt. Ihr Ergebnis: Unter den Akademikerinnen betrachtet man »am besten« die 38- bis 43-Jährigen.

Nun ließe sich einwenden: Ob 30 oder 40 Prozent – beide Zahlen sind zu hoch. Die Max-Planck-Forscherin Michaela Kreyenfeld hingegen hält den Unterschied sehr wohl für entscheidend, vor allem wenn man den Abstand zur allgemeinen Kinderlosigkeit bedenke, die wahrscheinlich irgendwo zwischen 20 und 25 Prozent liege. »Die Kinderlosigkeit wird sehr ideologisch diskutiert«, sagt Kreyenfeld. Ohne tiefer gehende Analyse würden vor allem die Akademikerinnen an den Pranger gestellt, nur weil sie angeblich weniger Kinder bekämen.

Selbst mit den zweifelhaften Daten nehmen es die Kombattanten der Demografiedebatte nicht immer genau. In einem Bericht der Bosch-Stiftung mit dem Titel Unternehmen Familie haben die Autoren ihre Kinderlosenzahlen für Akademikerinnen aus der wissenschaftlichen Vorlage des BiB abgeschrieben. Nur leider aus der falschen Tabelle. So tauchen genau jene 40 Prozent wieder auf, die BiB-Forscher als Beispiel für die falsche Erhebungsmethode kritisieren. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen jedoch hob den Bosch-Bericht sofort nach Erscheinen als Bestätigung ihrer Politik hervor. Selbst das Statistische Bundesamt präsentiert in seiner neuesten Pressemitteilung zu hohe Werte. In einer Pressemitteilung, die nach der BiB-Aufklärung veröffentlicht wurde, gelten 43 Prozent der Akademikerinnen im Westen als kinderlos, gemessen in der zu jung angesetzten Altersgruppe der 37- bis 40-Jährigen.

Der Soziologe Hans Bertram, der als familienpolitischer Berater bei Ursula von der Leyen derzeit ein und aus geht, beteiligt sich ebenfalls am Verwirrspiel um das Gebärverhalten deutscher Akademikerinnen. So zeigt Bertram im Bosch-Bericht Starke Familie Daten, die das gängige Bild komplett auf den Kopf stellen: Dort kann man nachlesen, dass die Kinderlosigkeit der westdeutschen Akademikerinnen schon 1971 bei 40 Prozent lag, seitdem aber gefallen ist. Was ist hier richtig? Woran soll sich eine Familienpolitik orientieren, die gerade dabei ist, viel Energie und Geld zu investieren, um auch – oder vielleicht gerade – den höher Gebildeten die Erfüllung ihrer Kinderwünsche möglich zu machen? Am Institut des Soziologieprofessors Bertram an der Berliner Humboldt-Universität war man sich selbst nach dreimaliger Nachfrage nicht sicher, mit welcher Methode die Kinderlosenzahlen in der Studie eigentlich berechnet worden waren.

Kein Problem mit den Daten haben nur jene Forscher, die sich anderen Feldstudien zuwenden. So entstand etwa am Max-Planck-Institut in Rostock ein Reichtum an Erkenntnissen über die Ursachen der Fertilität – in Skandinavien. Die dortigen Amtsregister liefern für jeden Einwohner nicht nur Datum und Reihenfolge sämtlicher Geburten, sondern dazu auch seine Berufsbiografie, den Verdienst, den Bildungsverlauf und ob er staatliche Leistungen in Anspruch nimmt. Erst mit solchen Daten lässt sich beantworten, ob es wirklich wahr ist, dass Frauen weniger Kinder bekommen, weil sie nach einer höheren Bildung streben. Schwedische Analysen legen nahe, dass andere Faktoren wichtiger sind: die faktische Unvereinbarkeit von Arbeit und Familie in einem bestimmten Berufsfeld etwa oder die Wahl einer bestimmten Ausbildungsrichtung. In Deutschland wird man über solche Fragen weiter spekulieren müssen. Größere Umfragen sind für die Forschung zu teuer und Pflichterhebungen ohnehin Sache des Staates.

Der könnte die richtigen Zahlen zur Kinderlosigkeit ganz umsonst haben. Aber als die ehemalige Bundesregierung nach jahrelang erfolglosem Drängen der Wissenschaft endlich die eine, aber entscheidende Frage nach der Zahl der leiblichen Kinder in den Mikrozensus aufnehmen wollte, scheiterte sie am Bundesrat. Der ließ das Mikrozensusgesetz 2005, das den Fragenkatalog für die nächsten acht Jahre festschreibt, erst passieren, nachdem die Kinderfrage wieder gestrichen wurde.

Die Begründung der Länderkammer: Eine solche Frage sei peinlich und für viele Frauen unzumutbar, da sie eventuell Angaben zu Kindern machen müssten, über die sie nicht gern sprächen. Empiriker in der modernen Sozialforschung können darüber nur lachen: »Ich bin nicht die Einzige, die es völlig unverständlich findet, wieso man Leute nach ihrem Geld fragen kann, aber nicht nach ihren Kindern«, sagt Max-Planck-Forscherin Michaela Kreyenfeld. Sie fordert, das Mikrozensusgesetz zu ändern und die Frage nach der tatsächlichen Kinderzahl doch aufzunehmen. Auch Heike Wirth vom Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen in Mannheim will die umstrittene Kinderfrage möglichst bald im Mikrozensus sehen. Und zwar nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. »Sonst konzentriert sich auch weiterhin die gesamte Fertilitätsforschung nur auf die Frauen«, kritisiert Wirth.

Wieviele Singles und getrennt lebende Paare gibt es?

Tatsächlich ließe sich der Mikrozensus sofort ändern. Das neue Gesetz erlaubt es, Fragen auszutauschen, falls sich die Bedarfslage ändert. Neben einer entsprechenden Rechtsverordnung des Bundesinnenministers ist dazu allerdings wieder die Zustimmung des Bundesrates erforderlich. Der Gesetzgeber sollte auch die statistische Erfassung in den Standesämtern modernisieren. Würden nur ein paar Worte im Bevölkerungsstatistikgesetz geändert, dann dürfte sogar die Reihenfolge der nichtehelichen Geburten erfasst werden. Was fehlt, ist der politische Wille.

Dessen Schwäche wird augenfällig, wenn man genauer untersucht, welche weiteren Fragen der Bundesrat im neuen Mikrozensus verhindert hat. So wird von 2005 an nicht mehr der Bedarf an Kinderbetreuung erhoben. Auch die Frage nach Lebenspartnern außerhalb des Haushalts wurde gestrichen, ebenso die nach dem Eheschließungsjahr. So wird man in Deutschland weiterhin nicht wissen, wie viele Singles und wie viele getrennt lebende Paare es gibt. Auch die Dauer der bestehenden Ehen bleibt unbekannt.

Ist es bloß Zufall, dass alle gestrichenen Fragen in irgendeiner Weise mit der Auflösung des traditionellen ehelichen Familienbildes zu tun haben? Oder möchte man wirklich nicht wissen, wie modern diese Gesellschaft inzwischen geworden ist? Das wäre nicht nur fatal für die Sozialforschung, sondern auch für die Politik, die doch eigentlich die Gesellschaft kennen sollte, deren Wandel sie gestalten will.

Deutschland ohne Kinder? Eine Serie in vier Folgen. Alle Analysen, Videoreportagen und -interviews sowie zahlreiche Infografiken finden Sie hier.

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Leser-Kommentare

  1. Ob die Zahlen nun so oder so erfasst werden und wer sie nun besser rechnet, ist für Demografen von Interesse, nicht aber für die aktuelle Diskussion.

    Unverrückbar ist dagegen die Zahl der Geburten pro Jahr, die kann auch Herr Schwentker nicht wegdiskutieren. Und die wird jährlich vom Statistischen Bundesamt publiziert, nachzulesen z. B. hier:

    Link gelöscht, die Redaktion

    Diese Zahlen sehen erschreckend aus. Bedenkt man dabei, dass unter den jetzt noch geborenen Kindern ein erheblicher Teil einen Migrationshintergrund hat, in ärmsten und bildungsfernen Umgebungen aufwächst und frühzeitig unter allerlei gesundheitlichen Störungen leidet, dann sollte sich DIE ZEIT langsam mal Gedanken darüber machen, woher denn in Zukunft ihre Leserinnen und Leser kommen sollen. Kann man die auch zuwandern lassen?

    Ich frage mich, ob man mit anderen Themen mit Langzeiteffekten (zum Beispiel der globalen Erwärmung) auch so bedenkenlos umgehen würde. Wenn die globale Erwärmung zur Folge hätte, dass halb Bangladesh von der Landkarte verschwinden würde, dann wäre das für Herrn Schwentker vermutlich ein Thema von enormer Bedeutung, hätte es dagegen nur zur Folge, dass ausschließlich Deutschland bis zum Main unter dem Meeresspiegel liegen würde, dann wäre ein Hinweis darauf für Herrn Schwentker Ausdruck einer nationalkonservativen Einstellung.

    Ich würde raten die Serie wegen ihren Peinlichkeiten nun langsam mal zu Ende kommen zu lassen.

    LG Peter Mersch

  2. Dass die genannten Unterschiede in der Erfassung der Daten und damit auch die Unterschiede in den Ergebnissen für die aktuelle Diskussion irrelevant sind, kann nun wirklich nur jemand behaupten, der absolut keine Ahnung vom Thema hat.
    Die aktuelle Diskussion wird größtenteils deswegen so erbittert und polemisch geführt, weil es darum geht, welches Lebensmodell mit wieviel staatlichen Geldern gefördert werden soll.
    Soll man den klassischen Einverdiener-Hausfrauen-Ehen ein bisschen was wegnehmen und es stattdessen in öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen stecken, um die Berufstätigkeit von Frauen zu fördern? Und wenn ja, wieviel? Welches Lebensmodell soll in Zukunft begünstigt werden? Um diese Fragen "gerecht" entscheiden zu können, isst die Ursachenforschung bei Kinderlosigkeit, und auch die Erforschung der Interessenlage potentieller Eltern extrem wichtig - wenn man die Fakten denn wissen will und die notwendigen politischen Konsequenzen solcher Erkenntnisse zu ziehen bereit ist.

  3. "Soll man den klassischen Einverdiener-Hausfrauen-Ehen ein bisschen was wegnehmen und es stattdessen in öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen stecken, um die Berufstätigkeit von Frauen zu fördern? Und wenn ja, wieviel? Welches Lebensmodell soll in Zukunft begünstigt werden?"

    Leider ist die Problemstellung bereits falsch. Die Kinderlosigkeit ist nicht das Problem, sondern die Kinderarmut. Und die Kinderarmut behebt man in erster Linie nicht durch Reduzierung der Kinderlosigkeit, sondern durch eine Förderung von Großfamilien. Eine solche ist bislang unterblieben, weil man ständig die Berufstätigkeit von Frauen fördern möchte (wir haben 5 Mio Arbeitslosigkeit und zuwenig Kinder!), die aber nicht gegen Kinderarmut hilft, sondern diese letztendlich bewirkt. Eine weitere Folge davon: Die meisten Kinder von Großfamilien leben heute unterhalb der Armutsgrenze.

    Fast alle Autoren - von Kaufmann bis Schirrmacher - kommen zu dem Ergebnis, dass gerade aufgrund der in Zukunft sinkenden Zahl an gebärfähigen Frauen das (Gebären und) Aufziehen von Kindern immer mehr arbeitsteilig erfolgen muss, d. h. eine kleiner werdende Zahl an Frauen muss den Löwenanteil der Geburten und Erziehungsleistungen erbringen. Dafür muss man nicht Mathematik studiert haben, um das zu verstehen. Die Konsequenzen daraus sind aber bislang nur in meinem Buch "Land ohne Kinder" gezogen worden.

    LG Peter Mersch

    • 15.06.2006 um 15:59 Uhr
    • Rapp

    Warum muß man warten, bis alle Frauen alle ihre Kinder bekommen haben ? Eine Momentaufnahme reicht doch, sie wäre leicht zu machen und leicht zu wiederholen.

    Warum kommt keiner auf die Idee, der Frage "wer bekommt wann sein / ihr Kind" dort nachzugehen, wo die Geburten stattfinden: in den Geburtskliniken. Seit über zwei Jahrzehnten gibt es die Perinatalstatistik bundesweit. Natürlich ist die nicht eingerichtet worden, um politik-relevante soziologische Fragen zu beantworten, sondern zur Qualitätskontrolle und -sicherung der deutschen Geburtshilfe. Aber da werden genau die relevanten Parameter Aus-/Bildungsstand, Familienstand, Zahl der Schwangerschaften, Geburten und (lebenden wie verstorbenen) leiblichen Kinder erhoben.

    PR

  4. @peter46
    Ich habe fast erwartet, dass Sie gleich anfangen, von "erbkranken Nachwuchs" zu sprechen. Sie Nazi!

    Hier geht es überhaupt nicht um Verharmlosung, sondern darum, dass die Politik sich an Problemen abarbeitet, die zu einem Teil statistische Artefakte sind. Das heißt aber nicht, dass es keine demographischen Probleme gibt.

    Wenn man zum Beispiel nur die jährliche Geburtenrate bezogen auf die Bevölkerungs misst, kann das heißen, dass:
    - vor allem junge Leute auswandern (wie aus Ostdeutschland)
    - vor allem junge Frauen auswandern (dito)
    - alle ihren Kinderwunsch um ein Jahr nach hinten schieben
    und schließlich auch
    - viele Paare gar keine Kinder mehr bekommen

    Außerdem weiß man dadurch nicht, welche Bevölkerungsgruppen welche Gründe für eine verändertes Fortpflanzungsverhalten haben. Wenn die Politik hier regulieren will, wäre es aber nicht schlecht, wenn man das auch wüsste.

    Wobei ich Ihnen rechtgebe: es ist bestimmt der Gebärstreik. Und wenn nicht in Bezug auf die staatliche Kinderbetreuung hier nicht bald was ändert, dann wird der auch noch eine Weile weitergehen.

  5. Sie schreiben:
    "Ich habe fast erwartet, dass Sie gleich anfangen, von "erbkranken Nachwuchs" zu sprechen. Sie Nazi!"

    Abgesehen davon, dass es mich wundert, dass eine Zeitschrift wie DIE ZEIT so einen Kommentar, der ja strafrechtlich relevant ist, abdruckt.

    Aber ich habe mit keinem Wort von erbkrankem Nachwuchs gesprochen, lediglich auf das sich ausbreitende Gesundheitsproblem bei Kindern hingewiesen (Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Kopfschmerzen, Migräne, ADHS, Bulimie, ...), in großen Teilen durch eine viel zu zuckerreiche Ernährung verursacht und das hat wiederum seine Ursache in Erziehungsdefiziten. Wir haben folglich nicht nur zu wenige Kinder, sondern ein nennenswerter Anteil verfügt über unzureichende Bildung, ist verhaltensauffällig und krank. Aber das müssten Sie eigentlich wissen, wenn sie die einschlägige Literatur verfolgen würden. PISA hat das im Übrigen auch deutlich gemacht und das Buch von Brigitta vom Lehm "Kindeswohl, ade!" zeigt deutlich auf, dass die schlechten intellektuellen Leistungen zum Teil auch auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen sind.

    Ferner schreiben Sie:

    "Wobei ich Ihnen rechtgebe: es ist bestimmt der Gebärstreik. Und wenn nicht in Bezug auf die staatliche Kinderbetreuung hier nicht bald was ändert, dann wird der auch noch eine Weile weitergehen. "

    Das ist ein weitverbreiteter Irrtum, ein Dogma aus der Frauenbewegung, was aber falsch ist. Auch mit optimaler staatlicher Kinderbetreuung wollen viele Menschen kein Kind und wenn doch, dann nur wenige. Viele Menschen wollen aus ganz anderen Gründen keine Kinder. Oder wird jetzt schon diskutiert, dass auch Restaurants, Diskotheken und Kinos ihre eigenen Kindergärten einrichten?

    Es sind diese Einstellungen, die Deutschland gegen die Wand fahren lassen. Meist kommen diese Forderungen von Menschen, die selbst keine Kinder haben und auch keine in die Welt setzen wollen und dabei meinen: "Schafft endlich genug Kindergartenplätze an, damit andere die Kinder in die Welt setzen können, die mir später meine Rente finanzieren."

    Peter Mersch

    • 16.06.2006 um 5:39 Uhr
    • Nopp

    Hey ihr Konservativen,
    die den Status quo aufrecht erhalten wollen
    und meiner Generation (jünger als 35) vorwerft
    das es zu wenige Kinder unter den Akademikern
    (Bildungselite oder auch Neudeutsch: Wunscheltern)
    gibt, glaubt ja nicht das ich (27 Jahre, gerade Diplom abgeschlossen) für euch die Kastanien aus dem Feuer hole.

    Ihr wart es doch die uns erzählt haben man muß einen sicheren Lebenstatus erreichen, um dann die Traumfamilie zu gründen. Um das heute zu bewerkstelligen muß aber die ängstliche Generation "Praktikum" neben dem Studium arbeiten
    und neuerdings auch Studiengebühren zahlen.
    (wer hatte eigentlich das Studium frei zugänglich für alle gemacht, wart das nicht ihr, hattet ihr nicht dafür vor 30 oder 40 Jahre gekämpft, ihr seid alt geworden und habt es hinter euch und wird drüfen den Spaß nicht mehr habe: Vielen Dank für die Blumen, wie lieb von euch)

    Da überlegt man es sich schon zweimal, ob man Kinder
    in die Welt setzt und dafür nicht so schnell durch
    sein Studium kommt, weil eben der Prof keine Rücksicht darauf nimmt, außer man stößt diesen mit der Nase darauf.

    Warum sind wir so ängstlich naja wie haben gesehen
    wie es den so jetzt um 40 bis 50 Jährigen geht und diese haben das Fernsehprogramm bestimmt, das regelmäßig uns vor die Nase gesetzt wurde:

    Ach die hübsche Frau die mit dem Weißen Riesen
    jedes noch so dreckige Hemd auf der Wäscheleine an der blitzsaubern weißen Einfamilie-Landhauswand aufhängt und die Kinder glück zusehen, wie die pösen Fleckenzwerge verschwanden und genauso die Fünf in Mathe durch ne gute Tasse Kaffee Jacobs Krönung aus der Welt war. Papie kommt
    jeden Abend in seinem heißen Familien-großeraum-tieflage-Frachtschiff (Auto) nach Hause, während die Kinder mit Fruchtzwergen den Tag in der Schule versüßt bekammen und die Bravstar-folge nachmittags von der brutalen Ordnungsmacht in New Texas berichteten. Die Mädchen fand es überraschend, dass ihre idiotischen Freunde mit einem Zewa-wisch-und-weg komplett aus ihrem jetzt freieren Leben entfernt werden konnten. Außerdem war es dann für die Jungs klar das Doofheit sexy ist, weil der Trottel der nach den Jogurtkulturen im Kühlschrank fahndet und von seiner Freundin so süß belächelt wurde. Aber natürlich war das alles nicht ernst gemeint sondern nur Werbung den laut Coca cola ist ja eh alles das, was du daraus machst und für alles andere gibt es ja eh die Mastercard.

    Nun gut mit soviel Lebensweißheit ausgestattet merken
    die Kinder nun:
    Oh die Farbe in der Schule bleibt ja doch nicht so haften, wie die Wandfarbe von Henkel. Oh der Wrestler im Fernsehen steht ja auf, aber mein Freund der hat nach so einem Kick ne blutige Nase und muß in Krankenhaus, gut das es die Allianz gibt die Hilft immer, auch wenn der Mann zu blöde ist den Baum korrekt zurecht zusägen. Genauso hilft uns der ADAC, bei jeder Panne auch wenn Papa und ich mit 210 gegen nen Betonpfeiler rasen, nur damit ich mal das Gefühl hatte
    richtig in den Sitz gepresst zu werden und auch sehe wie die Airbags plopp machen.

    Mit Hilfe DER Zeit lernen dann die Junglichen langsam, dass all dieser Luxus Geld kostet sogar ganz viel. Nun bemerken sie, dass sie durch Erpressung auf dem Schulhof noch mehr davon bekommen können, das ist recht einfach und ein probates Mittel. Die krassen Gängster im Fernsehen mach dass
    ja auch so ....

    Naja wenn man dann anfängt mit 16 wirklich mal nachzudenken merkt man, wenn es nicht schon zu spät ist und auf der Hauptschule gelandet ist, dass ein Abi ja nun wirklich nötig ist. Naja es wird schon alles nicht so schwer den bei dem fliegenden Klassenzimmer fällt ja auch keiner durch und studieren ist ja auch ein Klacks laut GZSZ, die kleinen Probleme kann mann ja durch nette Tricks lösen. Ein bißchen beschiss hilft ja immer und Vitamin B erst, das ist wie
    ein Antibiotika gegen schlechte Noten, ach und da ich ja recht flott aussehe kann ich den Dozenten doch recht gut befumm.... . Und falls ich mal krank werde hilft mir Ratiopharm oder gar die kleinen Helfer von Actimel und wenn es Dick kommt hilft der Udo aus der Schwarzwaldklink
    oder die Sendung mit der Maus. Na gut, dass Abi ist geschafft weil man eben noch von Hessen nach NRW sich umgemeldet hat. Klappt ja alles prima mit Vitamin B ....

    Das erste Semester: Was ich soll Hausaufgaben machen, Übung allein zu hause, mir hilft keiner ?
    Das geht so nicht, ich wechsle das Fach ...
    Das ist ja alles echt schwer, nehmen wir Lehramt oder doch BWL ....
    Scheiße mein W- Partner will ausziehen wer bezahlt jetzt die Miete ? Arbeit muß her, das BAFÖG reicht nicht ...
    Shit wieder ein Semster mehr ...

    !!! UND WÄHREND DIESEM SCHLAMMASSEL KINDER ZEUGEN: BEI EUCH HACKST WOHL !!!

    Erst wurden große Träume aufgebaut durch den ganze Konsumdruck. Diese Träume konnten nicht realisiert werden, noch nicht mal ansatzweise und dann fordert ihr von uns Kinder, ihr habt mit Verlaub einen an der Waffel und werft uns versagen vor. Erst studieren wir nicht schnell genug, dann Konsumieren wir nicht genug, dann Arbeiten wir nicht genug (Nur mal ein Fakt: Westerwelle hat für ein popeliges BWL Studium 22 Semester benötigt und ihr Idioten werft uns vor wir währen langsam).

    Nur weil ihr jetzt zu wenige DEUTSCHE Kinder gezeugt habt
    müssen wir euch die Kastanien aus dem Feuer holen: Ne Leute die Suppe löffelt mal schön selbst aus. Ich helfe euch nicht: unsere Omas und Opas in Pflegeheime stecken und jetzt selbst Angst haben, da vergammeln zu müssen, das habt ihr
    euch eingebrockt. Ich habe bis jetzt kein bißchen aktiv an der Gesellschaftsstruktur mitgewirkt die euch diese Situation wie weniger Rente oder sozialen Statusverlust beschert, dass wart allein ihr. Ihr habt Blüm geglaubt, dass die Renten sicher steigen werden, ihr habt Kohl geglaubt, dass die Einheit Peanuts ist. Ihr habt die Fremdarbeiter angeschleppt und wundert euch, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist !? Ihr habt Angst vor Einwanderern, nicht ich! Ich werde mich nicht nach euren Wünschen richten.
    Ich werde meine Leben leben wie ich es will.Ich werde die Einwanderer aus Polen, Belgien, Bangladesch oder Chile willkommen heißen und eure Rentenkasse nicht füllen, wenn ihr nicht endlich andere Politik macht, wir können es nicht ändern dazu sind wir zu wenige. Das habt ihr nämlich geschickt eingefädelt, da die Gesellschaft ja völlig überaltert ist und natürlich eure lustige Rente mit dem scheiß Generationenvertrag viel wichtiger ist als unsere Bildung.

    Ihr habt das bescheiden gemacht ihr wart nicht wirklich gut.
    Danke für euer Sanostol, depressive Kinder brauchen Sanostol. Besser wascht mal eure Köpfe mit Calgon, dass soll ja laut Bürgi Kalklösen und die Maschine weiter in Gang halten.

    Ihr habt doch die Medienmacht, die politische Macht,
    seid die Konzernchefs, aber machen könnt ihr doch nichts
    eure Macht ist nichts wert, als 68er habt ihr danach gesucht und sie auch bekommen aber anstatt mal was klar zu machen, habt ihr nichts bessers zu tun als uns zu erklären was alles durch Geld zu kaufen ist und wie Geil der Geiz ist, oder wie geil Michel Friedman ist, weil er eben zuviele geile Tussen bei MTV gesehen hatte und hopp zum nächsten Bordell mußte, weil er frei nach Dr. Sommer doch blaue E... bekam.

    Naja wir stehen jetzt da und haben Angst, weil wir gelernt haben nur mit dem Konsum zu leben, wir kennen nichts anderes, woher auch, verblödete Lehrpläne, zynische Lehrer (zu meiner Zeit), blödes Kinderprogramm was erklärt
    warum die Partei Grün, Rot und Schwarz sind (Logo), aber nie erwähnt dass Werbung nicht wahr ist und das nicht wirklich
    alle ein Traumhaus bekommen können, sondern das die meisten Menschen in kleinen Wohnungen leben, und die Mutter nicht jeden Tag Fruchtzwerge auf den Tisch kaufen kann. Ihr habt uns den Neid anerzogen und nun sollen wir nicht neidisch auf eure scheinbare Scherheit von damals sein, die es nie gab. Erklärt uns wie man im Abstieg glücklich wird und die Zukunft mit Kinder regeln kann. Der Zenit ist laut Medien doch Überschritten, ob Zeit, Spiegel oder Bild die Zukunft ist furchtbar. Danke das ihr uns soviel Zuversicht gebt. Danke für die Depression, wir brauchen Sanostol, gebt uns mehr, wir werden nicht Satt, die Made im Speck will noch mehr, zufrieden ist sie nie.(Oh eine Bakterie, wir werden alle Sterben, mmm wieder so eine unbegründete Angst)

    Nachdem dann die 30 Jährigen es langsam geschafft haben zu verstehen, dass nur die wenigsten die Träume erfüllt bekommen und der Hedonismus einfach keine Sicherheit erzeugt, fangen diese an nun einen sehr konservativen
    Lebenstil zuführen, wo es schon heißt um 23 Uhr ins Bett zu gehen, um die Überstunden morgen auch geschafft zu bekommen, damit man auf der Karriereleiter aufsteigt um möglichst die Wohnung finanzieren zu können, um dann auch das eine Kind einigermaßen sicher großziehen zu können. Wenn das aber nicht reicht nimmt man halt Sozialhilfe und poppt drauf los
    und siehe da: oh ein große Wohnung wird gesponsort vom Staat voll möbliert, mit Taschengeld..... oi der Traum klappt ja doch ohne zu arbeiten.... Nach einer Zeit findet die Frau es langweilig und will arbeiten, sie findet doch tatsächlich einen Job nur plötzlich bekommt sie weniger Geld, mit Stütze war es mehr !?!?

    Und da nun so oder so die Lebensituation etwas sicherer ist werden Kinder halt erst mit 30 gezeugt, so einfach ist das!

    Und nur so: das mit der Pille hättet ihr wissen können, naja es waren ja nur die 68er die Hochgelobten ...

    Und eure Überstunden könnt ihr jetzt selbst machen,
    dann verdiene ich halte nicht soviel, nen Haus kann ich mir eh nicht mehr leisten. Ansparen lohnt sich auch nicht, denn einmal Arbeitslos ist mit Hartz IV doch eh alles wieder
    weg. Eine Frau brauche ich nicht da die meisten Frauen eh den völlig überdrehten Softhard-Typen aus der Werbung suchen der blöd die Joghurtkulturen im Kühlschrank vermutet. Nebenbei soll dieser aber Kinderlieb, Tierlieb, Autolieb, Geldlieb, nicht vorhanden (Zewa-wisch und weg), Soft, Hard,
    muskulös, sportlich, pickelfrei und Allianz-Versichert sein. Sie will dabei unendlich vielzeit zur Pflege ihrer Beine mit Venus-Rasierern haben und dabei die Gesichtsmaske von Uschi Glas benutzen. Dabei sind die Kinder natürlich bei der Pflegemutter untergebracht und stören nicht weiter die Einkaufs-Spritztour mit dem neuem Prosche Cabrio. Zur Entspannung geht es dann kurz in die Bibliothek, wo dann Kurz ein mondänes Werk von Grass oder Enzenberger gelesen werden muß um bei der Literaturelite mit von der Partie zu sein. Natürlich wird kurz noch die Amica oder die Cosmopolitan gelesen, um zu erfahren wer mit wem warum gerade so und nicht anders die Wimperntusche teilt. Derweilen macht Mann sich mit Spektrum der Wissenschaft gedanken ob das Universum nun ein Sattel ist oder 12 oder 15 Dimensionen hat. Natürlich wird Geo und National Geographic auch gelesen, wo harte Kerle im Dschungel den Baumsteigerfröschen sehr nahe kommen, während andere im unendliche Ozean eine Cubozoa beim Fischen Fotographieren. Wenn nur dieses Kindergeschrei jetzt nicht währe, wie störend ... Ach auch dass noch die Eltern haben sich angemeldet. Ne so geht das nicht. Trennung muß sein, denn die Träume wurden nicht erfüllt. Nicht sie ist Schuld sonder er oder doch umgekehrt. Naja nach sieben Jahren ist halt Schluss, der hippe Lebensabschnittspartner ist nicht mehr hipp sondern shit (wo ist jetzt Zewa wisch und weg, oder der Undo-Knopf?). Dann werde ich da hängen mit zwei Kindern, die versorgt werden sollen, während ich sie nach Gesetz praktisch nicht sehen kann, da die Mutter ja automatisch-feministisch die Kinder zugesprochen bekommt.
    Also ist es wohl ökonomisch sinnvoller laut Deutscher Bank in Aktien zu investieren oder gleich den Bausparvertrag
    der Sparkasse zu benutzen, ansatt in Kinder zu investieren, wer brauch Kinder, wir haben ja Einwanderer. Und außerdem bin ich so abgesichert falle niemanden zur lasst und gut ist, denn ich darf doch bloss nicht den Standort Deutschland gefährden.

    Ich habe schon Angst habe mich schon daran gewöhnt,
    nun habt ihr mal schön Angst um eure Renten.
    Eure Problem löse ich trotzdem nicht.
    Ich kann es nämlich nicht, wie soll ich eine andere Partei wählen ihr habt doch eh alles unter Kontrolle, kann nur warten das ihr aussterbt.

    Leider klappt das auch nicht, ihr werdet uns noch überleben, da ihr dann an Schläuchen hängt und bestens versichert seid und wir euch bedienen dürfen, aber wählen drürft ihr immer noch und natürlich wählt ihr so das der Status quo erhalten bleibt und so wird auch in 50 Jahren immer noch eure Politik gemacht und eure geliebte und dumme Innovation
    (Jung von Matt ist Deutschland: Dung und Matt ist Deuschland) bleibt aus, da Calgon leider nicht bei Menschen wirkt sondern nur bei Waschmaschinen die mich dann deswegen auch noch überleben werden.

    Innovation für alle:
    Der neue Panzer von Daimler-Chrysler:
    WIE SIE IHRE KINDER BESSER ÜBERFAHREN mit freiem Tempo auf DEUTSCHEN Autobahnen für DEUTSCHE
    falls noch Dreckspritzer oder Blutspritzer auf der Fensterschreibe belieben: kein Problem! Meister Proper löst echte Fettflecke (Mit patentierter Hirnlöserformel damit der Lack auch immer glänzt)
    Falls noch Weichteile im Motorraum sind: kein Problem mit dem neuen Reinigungsset von Kärcher spritzen sie mögliche Sehnen beiseite. Knochenreste und Schädel können im neuen Lordi-Häcksler von Bosch zu schonendem Tiermehl verarbeitet werden. Mit dem neuen ARW Vitamin C Plus (Anti-Rinderwahn) von Ratiopharm sind die Tiere geschütz auch bei eventuell
    auftretenden Hirnresten.

    Tempo 200 ist nun einmal Fahrgefühl was sogar die Amis an Deuschland lieben, neben bei sind wir stolz laut Langenscheidt auf Allianz, Daimler-Chrysler, Deutsche Bank ... alle die sind gute Deutsche genau es sind juristische Personen, die haben keine gebrechen auf die können wir wirklich Stolz sind, Allianz du bist Deutschland, wir brauchen euch.

    Danke Leute, Danke ihr habt es geschafft.
    Eure Bildungselite geht ab heute in die Klappse oder bleibt vor Ärger an der Uni.
    Mach ich halt meinen Doktor ...

    Von einem Doktorand hättet ihr jetzt mehr erwartet:
    Genau ich hätte auch mehr von euch erwartet, statt dessen dieses blöde Kinderwahn-Geschafel. Habt doch eure Rentenangst allein, wir bekommen eh keine mehr.

  6. 8. \N

    @Nopp: Hervoragender Kommentar. Vertrete die gleiche Meinung, auch wenn ich drei Jahre jünger bin, aber in der gleichen Situation.

    Letztendlich lässt sich sagen, dass die 68er genauso eine "Nach mir die Sinnflut"-Generation sind, wie dijenigen, gegen die sie rebelliert haben. Genauso diktatorisch veranlagt sind sie auch. Zumindest wurden die Menschen in der DDR in etwa genauso verwaltet, wie wir heute. Die Politiker dieser Generation treffen - absolut demokratiefeindliche - Entscheidungen, ohne das Volk nur einmal zu fragen. Gewisse Politiker wollen ja sogar vorschreiben, über was diskutiert werden darf (z.B. Münte). Demokratie ist das nicht. Es ist auch keine Demokratie, wenn die opportunistischen 68er-Politiker Ihre Gesetze nur noch im Interesse ihrer Ideologie oder der Lobbyverbände macht, die ihre Taschen füllen.
    Demokratie war mal in Deutschland...mein Tipp: Auswandern. Fast überall in Europa hat man mehr Demokratie und Generationengerechtigkeit (mit Ausnahme Frankreichs & Italiens). Das merkt man natürlich erst, wenn man schon weg ist.

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  • Von Björn Schwentker
  • Datum 9.6.2008 - 12:11 Uhr
  • Quelle DIE ZEIT, 14.06.2006
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