Was ist männlich? Ihr Verlierer!

Die Männer sind in Not: In der Schule, auf dem Arbeitsmarkt und im Familienleben. Eine Schadensbilanz

Schon ohne dass man die großen Worte »Krise« oder »Versagen« bemühen muss, können Männer einem auf die Nerven gehen: wenn sie die Frau am Nebentisch mit Stentorstimme über Banalitäten belehren; wenn sie im ICE irgendwelchen Business-Unfug in ihr Handy brüllen; wenn sie wieder einmal ihre Gattin wegen einer Jüngeren verlassen. Doch das sind mehr oder minder subjektive Ärgernisse. Den Anlass, tatsächlich von einer Krise der Männer zu sprechen, liefern harte, objektive Fakten: die massiven Erziehungs- und Bildungsprobleme des männlichen Nachwuchses; die zunehmende, praktisch ausschließlich männliche Gewaltkriminalität; die für Männer besonders ungünstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt; ihre Unfähigkeit, sich auf Familie und Vaterschaft einzulassen; schließlich der Mangel an kulturellen Vorbildern für einen zukunftsfähigen Mann neuen Typs.

Vor einer Sichtung dieser fünf Probleme ist allerdings eine Einschränkung angezeigt: Die deutschen Männer geraten auf hohem Niveau unter Druck. Sie stehen noch nicht unmittelbar vor dem Untergang. Sie sind nach wie vor gut vertreten in der Politik (auch wenn dort jetzt Angela Merkel ertragen werden muss) und in den Chefredaktionen, sie dominieren den Wissenschaftsbetrieb und die Vorstandsetagen der Wirtschaft und werden im Durchschnitt besser bezahlt als vergleichbar ausgebildete Frauen. Es geht also zum einen um die objektiven Krisenmerkmale, aber mindestens ebenso um ein Phänomen, das der Berliner Soziologe und Männerforscher Walter Hollstein »gefühlten Machtverlust« nennt. Wir sprechen über eine Frage des Trends . Es ist ein bisschen so wie bei den an sich absurden Vergleichen des Wirtschaftsriesen Deutschland mit Winzigländern wie Estland: Deren dynamische Wachstumsraten bedeuten wenig mehr, als dass dort noch alle Straßen zu pflastern, alle Außentoiletten nach innen zu verlegen und alle Kohlefeuerungen herauszureißen sind – und doch machen uns die Winzlinge in unserem Exportweltmeistertum Angst. Die Männer sind im Augenblick Deutschland, wenn man so will. Die Frauen sind Estland.

Erstes Alarmsignal: Der männliche Nachwuchs ist von der Rolle. Erwachsene sind zutiefst verunsichert darüber, ob man überhaupt Kinder haben und, wenn ja, wie man sie erziehen sollte. Diese Verwirrung trifft Jungen härter als Mädchen. Für Mädchen gibt es das traditionelle Rollenangebot mit einer gesellschaftlich akzeptierten Erweiterungsmöglichkeit um (fast) alle männlichen Optionen: Klein Sabine kann mit drei Jahren Mamas Lippenstift benutzen, mit 14 Ballettunterricht nehmen oder Fußball spielen und mit 18 Jahren Kindergärtnerin werden oder zur Bundeswehr gehen. Fußball und Bundeswehr würden von der Mehrzahl ihrer Freunde und Verwandten als Bereicherung ihres Lebens betrachtet werden. Für Klein Torsten hingegen stehen Lippenstift, Ballett und Arbeit im Kindergarten nicht wirklich auf der Zugewinnliste. Unterdessen gerät die originär männliche Identität immer mehr ins Wanken: Bewusst jedenfalls wollen nur die wenigsten Eltern einen fiesen Macho heranziehen. Während Mädchen also nahezu zwei komplette Rollenoptionen für sich vorfinden, steht Jungen allenfalls eine zur Verfügung.

Diese Problemlage spitzt sich noch einmal zu für die wachsende Zahl von Jungen, die ohne Väter, ja überhaupt ohne männliche Vorbilder aufwachsen. Im Kindergarten stoßen die vaterlosen Jungen auf 95 Prozent Erzieherinnen und fünf Prozent Erzieher. In der Grundschule ist nur jede vierte Lehrperson männlich. Die alte feministische Hoffnung, dass eine rein weibliche Erziehung sanftere, einfühlsamere Männer hervorbringen müsste, hat sich nicht erfüllt. Und es ist ja auch nicht so, dass alle Mütter, Erzieherinnen und Lehrerinnen sich eindeutig verhielten: Einerseits werden Jungen am Ausleben normaler, vollkommen unschädlicher Aggressionen in Ringkämpfen gehindert, weil weibliche Betreuungspersonen den harmonischeren Barbie-Spielstil der Mädchen zum Ordnungsmaßstab auf dem Schulhof erheben. Andererseits werden ihnen, auch, gerade von Frauen die Botschaften der »alten« Männlichkeit souffliert: Ein Indianer kennt keinen Schmerz! Ein Junge weint nicht! Es gibt unglaublich viel verantwortungslos-stolzes Mutti-Gerede über den »kleinen Mann«, der sich unter diesem ermutigenden Einfluss munter zum Familien-Tyrannen entwickelt. Bei vielen Eltern findet man zudem einen kruden Bequemlichkeits-Biologismus: Wenn der Knabe nicht lesen will, ist das gewiss genetisch bedingt; wenn er stundenlang am Computer ballert, drückt sich darin irgendwie sein natürliches Technikverständnis aus.

Jungen stottern viermal so häufig wie ihre Schwestern

Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen darauf, dass diese zwiespältige Erziehung und die geschlechtsspezifische Medien-Fehlnutzung dem männlichen Nachwuchs nicht gut tun: Jungen sind viel häufiger verhaltensauffällig als Mädchen, stottern viermal so oft wie ihre Schwestern und leiden, unterschiedlichen Schätzungen zufolge, drei- bis siebenmal so häufig wie die Mädchen am Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS). Das alles macht die Jungen zu schwierigen Kindergarten- und Schulkindern. Dementsprechend schlechter fallen auch ihre Leistungen aus.

Zweites Alarmsignal: Kriminalität ist männlich. Die Gewaltkriminalität, die Delikte wie gefährliche Körperverletzung, Mord und Totschlag, Geiselnahme und Vergewaltigung umfasst, hat sich seit Mitte der achtziger Jahre verdoppelt – und sie ist fest in männlicher Hand. Männer sind siebenmal so häufig des Mordes und zwölfmal so häufig des Raubmordes verdächtig wie Frauen, werden fünfmal öfter der Körperverletzung und achtmal öfter der Sachbeschädigung bezichtigt und begehen den Großteil aller Verkehrsdelikte.

Der kriminelle Trend ist auch beim Nachwuchs ungebrochen: Zwar ist die Jugendkriminalität insgesamt rückläufig, aber die (männlichen) Gewaltdelikte wie Körperverletzung haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Männerforscher Hollstein hat ausgerechnet, dass das Ausagieren »fehlgeleiteter Männlichkeit« pro Jahr Folgekosten von 15 Milliarden Euro verursacht – ein Drittel des Hartz-IV-Budgets und ein interessantes Einsparpotenzial. Die männliche Aggression richtet sich direkt oder indirekt vor allem gegen das eigene Geschlecht: Männer verletzen nicht nur andere Männer, sondern begehen auch dreimal so häufig Selbstmord wie Frauen, sie sind viel häufiger obdachlos, drogen- oder alkoholabhängig und sterben im Schnitt sechs Jahre früher – offenbar infolge einer Mischung aus Veranlagung und einem Hang zu ungesunder Lebensweise.

Drittes Alarmsignal: Die Veränderungen des Arbeitsmarktes bedrohen vor allem die Männer. Der Arbeitsmarkt ist für viele Menschen in Deutschland ein unerfreuliches Thema: für Berufsanfänger, die zu endlosen unbezahlten Praktika genötigt werden; für leistungsstarke 60-Jährige, die man aus dem Job verdrängt; für Eltern mit Kindern, die den Flexibilitätserwartungen ihrer Chefs nur schwer entsprechen können; für Geringqualifizierte. Vor allem aber sind die Strukturveränderungen des Arbeitsmarktes ein Problem für Männer. Der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft vernichtet vor allem einfache Arbeitsplätze und solche, für die man Körperkraft aufwenden muss.

Seit 1975 ist die Quote der weiblichen Erwerbsbeteiligung von 48Prozent auf über 65Prozent geklettert, während die männliche Erwerbstätigkeit auf unter 80 Prozent sank. Seit 1991 sind 1,9 Millionen Männerarbeitsplätze abgebaut worden, die Frauen hingegen gewannen 1,4 Millionen Jobs hinzu. Sie stellen inzwischen fast die Hälfte aller Erwerbstätigen in Deutschland. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass wiederum fast die Hälfte der Frauen in Teilzeit arbeitet und dadurch Nachteile beim Einkommen, bei der Karriere und der sozialen Sicherung hat. Trotzdem gehört die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt eindeutig den Frauen. Die Männer können einstweilen nur verlieren.

Viertes Alarmsignal: Der Mann weiß nicht, was er noch mit einer Familie soll. Über Jahrtausende gehörte die Rolle des Erzeugers, Vaters, Ernährers und Familienoberhaupts zum allgemein verbindlichen Männlichkeitsprogramm. Diese Rolle ist in Auflösung begriffen. Es gibt keine Gesellschaft mehr, die dem jungen Mann mit einem bestimmten Bild von »Erwachsenheit« oder »Bürgerlichkeit« gegenübertritt, zu dem notwendig Ehefrau und Kinder gehören. Der flexible Single-Mann gilt Personalchefs heute als genauso seriös wie 1960 der junge Familienvater. Aber er ist es nicht.

Menschen in Deutschland werden heute (wenn überhaupt) erst mit Anfang 30 Eltern. Und während wir es gewohnt waren, den Grund für dieses Hinausschieben bei den jungen Frauen zu suchen, die ihre Karrierevorstellungen ausleben wollen, kann man langsam wohl doch von verweigerter Vaterschaft sprechen: Es streiken Männer, die im Falle der Familiengründung keine außerfämiliären Prestigegewinne, sondern innerfamiliäre Hausarbeiten fürchten. Bei den männlichen Akademikern etwa nahm die Kinderlosigkeit viel stärker zu als bei ihren Kolleginnen: von 16Prozent im Jahr 1971 auf 36 Prozent heute (nur 33Prozent der Akademikerinnen bis 45 Jahre bleiben kinderlos). Auch von den 35- bis 40-jährigen Hauptschulabsolventen leben deutlich mehr Männer allein und ohne Nachwuchs (34 Prozent) als Frauen (19 Prozent).

Hermaphroditen? Keine Vorbilder für den Mann neuen Typs

Vielleicht spekulieren einige Männer darauf, in Fortpflanzungsfragen keiner biologischen Uhr unterworfen zu sein: Doch auch für Männer sinken die Chancen, überhaupt noch Vater zu werden, von Mitte 30 an signifikant.

Fünftes Alarmsignal: Es gibt kein Vorbild für einen Mann neuen Typs. Es sei nicht schwer, heutzutage gute Schauspieler zu finden, sagt Daniel Karasek, Generalintendant der Kieler Bühnen. »Aber einen Stierkämpfer, so einen richtigen Brocken, einen Marlon Brando kriegen Sie kaum noch.« Diese Art Nachwuchs komme an den Schauspielschulen so gut wie gar nicht mehr vor, die männlichen Darsteller seien sensibler, brauchten mehr Pflege.

Der pflegebedürftige Mann, egal, ob auf der Bühne, im Bett oder in der Küche, ist aber sicher nicht das, was die vielfach belastete Frau des 21. Jahrhunderts braucht. Sie will jemanden, der sich für Kinder und Haushalt verantwortlich fühlt – wie sie. Und seinen Beruf mag – wie sie. Der schlichte Rollentausch führt zu schwer mess-, aber allseits spürbarer Unzufriedenheit. Das Zauberwort lautet: Partnerschaft. Man muss zugeben, dass es für die Männer schwierig ist, Vorbilder für das moderne Partnerschaftsideal zu finden – sei es im Film, in der Literatur, in der Politik.

Selbst die Power-Clintons haben Partnerschaft eher gewollt und gepredigt als gelebt, aber immerhin. Romangestalten der letzten Jahre halfen der männlichen Identität auch nicht unbedingt auf: weder der Hermaphrodit aus Jeffrey Eugenides’ Middlesex noch die zutiefst depressiven Familienväter aus Jonathan Franzens Corrections. Schmerzlich fehlt Männern ein Feindbild – die Frauen unterdrücken sie schließlich nicht, sie verändern sich selbst nur unfair schnell. Und sie wissten natürlich, was zu tun ist. Aber es kommt nie besonders gut an, wenn Länderzwerge wie Estland dem deutschen Riesen Ratschläge erteilen.

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Leser-Kommentare
  1. Sie haben mir einen bemerkenswerten Hinweis geliefert. Weil ich gutmütig bin, wird auf mir herumgehackt! Weil ich aber auch Stärken habe, wird in mir ein Gegner gesehen, den es zu vertreiben oder zu vernichten gilt. Das Geschlecht spielt dabei in der Tat keine Rolle. Der zu vernichtende Gegner kann auch eine Frau sein. Weil ich aber gutmütig bin, weiß ich nicht, was der Quatsch überhaupt soll. Ich will doch nur Gutes und tu´ niemandem was. Aber mir wird alles Üble angedichtet, mein Leben wird systematisch ruiniert, und wenn ich mich bewerbe, werde ich abgelehnt. „Bauchgefühle“, ich kann das Wort schon nicht mehr hören. Scheint sowieso ein Modewort zu sein. Dagegen kann man auch nicht klagen. Niemand sagt, was wirklich Sache ist. Wenn ich aber nicht weiß, was Sache ist, kann ich auch nichts machen. Also beantrage ich demnächst Hartz IV. Die werden dann schon einen Grund finden, mich abzulehnen. Dann lande ich in der Gosse. Dann können alle sagen: „Wir haben es ja schon immer gewusst!“

  2. Frau Gaschke garniert in Ihrem Artikel allgemein bekannte Zahlen um längst überholt geglaubte, altfeministisch geprägte Interpretationen. Es scheint sich um den Versuch zu handeln, der Welt nochmal mitzuteilen, dass die feministische Bewegung noch lebt.

    OK, wir haben's vernommen. Allerdings in dem Wissen, dass es sich dabei um ein ebensolches Auslaufmodell handelt, wie der von ihr beschriebene Mann im ICE.

    Die aktuellen Schwierigkeiten der heranwachsenden Jungs resultieren in hohem Maße aus der vollständigen Konzentration des pädagogischen Betriebes auf die Förderung alles Weiblichen. Dass dies zwangsläufig auf eine Benachteiligung von Jungs hinauslaufen muss, sollte keine echte Überraschung darstellen. Die Konsequenzen dieser Umstände schildert Frau Gaschke trefflich! Wenn man mit dem Problem allerdings konstruktiv umginge, müsste man zu dem Schluss kommen, dass die Zeit reif ist, für eine aktive Förderung heranwachsender Jungs.

    In Punkto Entlohnung für identische berufliche Tätigkeiten vergleichen Sie Äpfel mit Birnen! Es hat auch in diesem Punkt in den letzten Generationen ein drastischer Wandel stattgefunden (den Altfeministinnen aber konsequent ignorieren).
    Die Generation der jetzt Vierzigjährigen lebt unter praktisch ausgeglichenen Verhältnissen. Je älter, desto schlechter sind Frauen gestellt. Das ist bedauerlich, aber vermutlich kaum noch zu ändern.
    Bei den Jüngeren wirkt sich die schlechte Bildungsbilanz der Jungs mehr und mehr aus und die Verhältnisse kehren sich zu ungunsten der Männer um (sehr zur Freude der Altfeministinnen).

    Am Rande sei erwähnt, dass der Vergleich von Gehältern sowieso hinkt. Denn berufliche Tätigkeit, bzw. beruflicher Erfolg kann kaum miteinander verglichen werden, weshalb die tatsächliche Einkommenshöhe letzendlich auch immer Verhandlungssache ist. Wer erfolgreich arbeitet, hat auch immer Argumente für eine positive Gehaltsentwicklung! Man muss halt mit seinem Chef reden und nicht mit der Gleichstellungsstelle!

    Auch in Bezug auf Kriminalität sei darauf hingewiesen, dass die (tatsächlich vorhandene) aggressive Energie von Männern
    lediglich im Kindesalter und in der Jugend durch aktive Förderung in positive Bahnen gelenkt werden müsste,
    dann könnte diese zu erheblichem kreativen Potenzial führen.

    Ebenso der vielgescholtene Tunnelblick. Er ermöglicht uns Männern die vollständige Konzentration auf einzelne Probleme, was uns zu perfekten Problemlösern macht. Und davon gibt es auf der Welt wahrlich genug!

    Ich für meinen Teil habe einen kleinen Sohn, den ich auf kurz oder lang unserem Schulsystem überlassen muss. Leider sehe ich diesem Tag mit sehr gemischten Gefühlen entgegen.... Meine Rolle als Vater habe ich aktiv und
    mit Stolz wahrgenommen, ich werde ihm Vorbild sein und mit Argusaugen darüber wachen, dass er im feministischen Deutschland nicht unter die Räder kommt. Wenn es gar nicht anders geht, auch durch Auswanderung. Eine Option mittlerweile für viele, hauptsächlich gut ausgebildete und emanzipierte (!!!) Männer. Was bleibt, sind Frauen und die von Frau Gaschke geschilderten Verlierer. Na dann, alles Gute Deutschland!

    Alles in allem resultiert die derzeitige Situation aus einer verselbständigten Frauenförderung. Glücklicherweise gibt es bereits heute wahrhaft emanzipierte Frauen, die derartige Parolen nicht brauchen und zu echter, gleichberechtigter Partnerschaft fähig sind - meine zum Beispiel :-).

    Ein großer Gewinn für alle Beteiligten!
    Gruß, H. Meier
    PS: Wehrt euch Männer!

  3. Es gibt sicher Frauen, die Männer ausbeuten. Das hat nie jemand bestritten. Die Frage ist warum.

    Wenn ein Mann beispielsweise eine gleichwertige Frau nimmt, explizit mit der Begründung, nicht seines Geldes wegen geheiratet werden zu wollen, die auch erwartungsgemäß die gleiche Rangstufe erreicht wie er selbst, genauso viel verdient und dazu noch mindestens ein Kind bekommt, dann macht dieser Typ hinterher doch nichts mehr im Haushalt, obwohl er gerade mit der Bereitschaft hierzu für sich geworben hatte, knirscht innerlich, aber dennoch deutlich vernehmbar mit den Zähnen, wenn die Sprache auf die Position seiner Frau kommt, besteht auf dem größeren Auto für sich und bringt die Gattin schließlich dazu, zur Teilzeitarbeit überzugehen, damit sie wenigstens auf diese Weise weniger verdient als er. Ich kenne solche Fälle. Das irritiert doch. Selbst Männer, die die gleichberechtigte, nichtausbeutende Frau wollen und bekommen, sind dann hinterher nicht zur echten Gleichberechtigung bereit.

    Das heißt also: Wenn sich eine Frau echt fair verhält, bekommt sie doch nicht im Gegenzug die gleichberechtigte Partnerschaft. Da wundert es nicht, dass dann manche Frauen lieber alleinstehend bleiben, während sich andere nur noch versorgen lassen.

  4. Bildung sollte, so wurde verheißen, sozialen Aufstieg bringen. Also nutzten und nutzen Mädchen und Frauen ihre intellektuellen Fähigkeiten, bilden sich, treten ins Berufsleben ein (so sie einen Arbeitsplatz finden),versuchen, Fuß zu fassen und hoffen, dadurch den sozial hochwertigen, passenden Partner für eine gleichberechtigte Partnerschaft mit fester Bindung und Kindern zu finden.

    Aber die Typen verweigern sich.

    Mädchen und Frauen sind keineswegs unaggressiv, sie drücken ihre Aggressivität nur (üblicherweise) nicht körperlich aus, und dieses Verhalten hat Schule gemacht. Es wird auch von Männern angewandt, und weil es nicht „zählt“, können sich Opfer psychischer Gewalt nicht wehren. Männer haben sich dieses traditionell weibliche Verhalten längst glänzend angeeignet. Die, die es nicht drauf haben, landen im Knast.

    Nicht nur die körperliche Gewalt wird bestraft, das traditionell männliche Verhalten überhaupt ist verpönt. Die nichtkörperliche Aggressivität beherrschen Frauen aber gut. Was machen Männer also, um sich gegen Frauen durchzusetzen? Sie leisten passiven Widerstand!

    Die Investition so mancher Frau in ihre Zukunft ist dann wertlos, weil sie im Beruf nicht Fuß fassen oder nicht wirklich aufsteigen kann und gleichzeitig auch keinen Partner für die Familiengründung findet.

    Die Männer ihrerseits mögen als Jungs Startschwierigkeiten haben, aber wenn sie erst gestartet sind, sorgt die männliche Solidarität schon dafür, dass sie auch weiterkommen. Und sie kommen weiter, auch ohne Frau.

    Ich denke, es wäre besser, die Jungs mehr toben zu lassen, als ihnen das Aggressionsverhalten von Mädchen andressieren zu wollen. Dieses ist schon bei weiblichen Wesen unangenehm, es muss nicht noch weiter verbreitet werden, als es sowieso schon ist.

    Man sollte aber auch von anderen Kulturen lernen. Ein Chinese hat mir mal erzählt, wenn in China ein Mann Hochschulabschluss habe, werde erwartet, dass seine Ehefrau einen ebensolchen vorweisen könne. Sonst sei der Mann blamiert. Ich kann nicht nachprüfen, ob das stimmt. Auf jeden Fall ist was dran an der Idee.

    Wäre die gleichqualifizierte, gleichberechtigte, gleichaltrige Frau ein Statussymbol, würden sich die Männer um diese Frauen reißen, die Frauen würden für ihre Mühen belohnt, und dann gäbe es auch mehr Kinder.

    • cruor
    • 14.06.2006 um 15:39 Uhr

    Heißt Polemik eigentlich, dass man sich nicht mehr an Tatsachen zu halten braucht.

    Zunächst zur Einleitung von Frau Gaschke: Nerven Frauen mit ihrem Geschnatter und Gekicher am Handy nicht ebenso? Aber das ist nun mal Ansichtssache und Polemik...!

    Der Untergang des Mannes will uns Frau Gaschke also verkünden und versucht dies mit Statistiken über Suizidraten, Lebenserwartung und Kriminalität zu belegen.

    Zu den Suizidraten: Was uns Frau Gaschke verschweigt, ist dass zwar das Suizidverhältnis von Männern zu Frauen heute rund 2,7 zu 1 beträgt, jedoch unterschlägt sie, dass sich seit dem Jahr 1900 die Suizidraten beider Geschlechter einander angenähert (von 4,0 zu 1 auf 2,7 zu 1) haben. Zudem werden doppelt so viele Suizidversuche von Frauen als von Männern verübt: Es bleibt zumeist beim Versuch, weil Frauen bevorzugt "weiche" Suizidmethoden verwenden, insbesondere Medikamentenüberdosen mit hoher Überlebensraten.

    Detailliert nachzulesen hier:

    [ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ]

    Kriminalität war schon immer ein überwiegend männliches Phänomen, wenn sich daraus der Niedergang des Mannes herleiten lässt, gehen wir schon seit 20.000 Jahren unter.

    Die Lebensertwartung war für Frauen im gesamten letzten Jahrhundert höher. Die Lebenserwartung beider Geschlechter nähert sich in den letzten 30 Jahren immer stärker einander an... (Quelle: Siehe Statistisches Bundesamt), der Abstand zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung nähert sich also einander an. Niedergang? Warten wir mal ab, wenn die kettenrauchenden, alkopoptrinkenden Mädels ins Rentenalter kommen... !

    Frau Gaschke hat zweifellos Recht, wenn sie den Männern mangelnde Veränderungsbereitschaft vorwirft... aber mal ehrlich, wieviele Frauen mögen Männer mit Lippenstift? Zudem bwefinden wir uns gesellschaftlich in einer schizophrenen Situation: Wir erzählen der einen Hälfte der Bevölkerung wie toll Karriere und Job ist um zugleich der anderen Hälfte genau dieses Lebensmodell schlechtzureden.

    Auch haben wir Dank kräftiger Frauenlobby mittlerweile in vielen Bereichen eine strukturelle Bevorzugung von Frauen gegenüber Männern: Sowohl im Familien- und Sorgerecht bis hin zur Verteilung von öffentlichkeitswirksamen Spitzenämtern.

    Ehrlich gesagt muss sich ein Mann schon verdammt sicher sein, die Frau seines Lebens vor sich zu haben, um das Risiko eines gemeinsamen Kindes einzugehen...

  5. Komische Frage. Darueber hat sich mein Mann nie Gedanken gemacht. Er wa's einfach immer.

    Dann diskutiert man schoen weiter. Vielleicht kommt ja am Ende die Erleuchtung.

    Gruss,

    Mary.

  6. bei solch geballter subtantiierter Kritick werden die Kerls eben einfach sauer, weils tierisch klemmt zwischen den Gehirnhälften.

    • pirtof
    • 18.06.2006 um 13:28 Uhr

    Ich habe eben mal in den pro- Mann- Artikel reingeschaut: Dort findet sich nur ein Kommentar, hier bald 60. Aber trotzdem tauchte nur dieser Artikel hier im ZEIT- Newsfeed auf.

    Daraus läßt sich schließen: Die Redaktion ist immer noch auf dem Stand von '68, die Leserschaft schon etwas weiter.

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