Was ist männlich? »Ich wollte nie wie andere Männer sein«
Ein Gespräch mit dem Schauspieler Til Schweiger über seine letzte Prügelei, seine Vaterrolle und sein Image als Sexsymbol
DIE ZEIT: Herr Schweiger, mit Ihrer Rolle im Bewegten Mann und der berühmten Nacktszene – Sie in der Hocke auf einem Tisch – wurden Sie Mitte der neunziger Jahre zum männlichen Sexsymbol Deutschlands. Laut einer Umfrage wollten 54 Prozent der deutschen Frauen mit Ihnen ins Bett.
Til Schweiger: Sie können sich vorstellen, wie es mir damit ging.
ZEIT: Sie haben sich gefreut?
Schweiger: Im Gegenteil. Ich wollte als Schauspieler ernst genommen werden und habe mich wahnsinnig geärgert. Prompt hieß es: »Der kann nicht spielen.« Oder: »Der kann nur drei Gesichtsausdrücke.« Es hat Jahre gedauert, bis ich mir gesagt habe: Na und, immerhin einer mehr, als Steve McQueen hatte.
ZEIT: Später haben Sie sich über Ihr Image lustig gemacht. In Bully Herbigs Komödie Traumschiff Surprise sagen Sie: »Mein Name ist Til Schweiger, und damit verdiene ich mein Geld. Es ist nicht viel, aber es reicht für zwei Wochen Cluburlaub.«
Schweiger: Ja, aber das Beste kommt danach, es ist leider nicht aus meiner Feder. Der Kollege Christoph Maria Herbst sagt: »Dieser Mann lügt. Dieser Mann ist nie und nimmer Schauspieler!«
ZEIT: Manche Artikel aus der Zeit des Bewegten Manns, meist geschrieben von Autorinnen, bestehen zur Hälfte aus Beschreibungen Ihres Körperbaus, »Knackarsch« heißt es etwa öfter mal.
Schweiger: Ich dachte: Leute, es geht doch nicht um meinen Arsch! Oder »der Typ mit den Dackelfalten auf der Stirn«. Ich wusste vorher gar nicht, was Dackelfalten sind. Damals habe ich geschworen, dass ich mich in den nächsten Jahren nicht mehr vor der Kamera ausziehe. Ich habe mich daran gehalten.
ZEIT: Mittlerweile sehen Sie das offenbar lockerer: Sie machen Werbung für Unterwäsche.
Schweiger: Man wird entspannter, je älter man wird.
ZEIT: Wann haben Sie eigentlich gemerkt: »Ich bin kein Junge mehr, ich bin ein Mann«?
Schweiger: Oh, auf den Moment warte ich noch.
ZEIT: Ach so?
Schweiger: Ich fühle mich immer noch wie ein Junge. Ich glaube an die Theorie, dass jeder mit einem bestimmten Alter auf die Welt kommt und dieses Alter behält. Ich fühle mich wie Ende zwanzig.
ZEIT: Eine Kollegin, der ich von diesem Interview erzählt habe, sagte: Der Schweiger sieht besser aus, seitdem er auch ein paar Falten hat.
Schweiger: Falten? Ich? Wo denn?
ZEIT: Da ist dieses Til-Schweiger-Grinsen.
Schweiger: Ich weiß noch, als ich 19, 20 war, haben ältere Frauen zu mir öfter gesagt: Til, du wirst erst mit 45 richtig gut aussehen.
ZEIT: Sie haben also noch drei Jahre.
Schweiger: Man sagt ja so leicht, Männer sehen im Alter reifer und besser aus. Ich glaube, das ist nicht unbedingt der Fall.
ZEIT: Werden Sie sich liften lassen?
Schweiger: Ich lehne es auf keinen Fall kategorisch ab. Wer weiß, wie ich später aussehe. Mit dem Schönheitswahn der Frauen können wir Männer mittlerweile locker mithalten. Manche Männer lassen sich schon »Sixpacks« operieren, um einen angeblich durchtrainierten Bauch vorzuzeigen. Die bekommen in der Werbung und im Fernsehen all diese perfekten Männerschönheiten gezeigt und denken: Das will ich auch.
ZEIT: Stimmt, Sie sehen all die durchtrainierten Til Schweigers.
Schweiger: Ich bin nicht immer durchtrainiert, ich habe Phasen, da lasse ich mich hängen. Und by the way: die männlichen Models machen vor dem Fototermin vier Wochen lang knallharte Diät. Eine Woche vorher schlucken sie Entwässerungspillen, damit jedes Wasser aus dem Körper abgezogen wird und sie richtig hart, oder wie man im Fachjargon sagt, trocken aussehen. Wenn ich durchtrainiert bin, fühle ich mich jedenfalls sicherer. Der Körper ist dann wie ein Panzer, der mich schützt.
ZEIT: Haben Sie einen kleinen Trost für alle anderen Männer, die weniger durchtrainiert sind? Stört Sie etwas an Ihrem Aussehen?
Schweiger: Ganz ehrlich?
ZEIT: Bitte.
Schweiger: Nichts.
ZEIT: Und was ist mit Ihrer Stimme?
Schweiger: Auf der Schauspielschule habe ich unglaublich viel Druck von meinen Lehrern bekommen, die mir gesagt haben: Mit einer so hohen Stimme kann ein Mann wie du nicht sprechen. Ich habe lieber auf meine Sprecherzieherin gehört, die immer widersprochen hat: Lass dir nichts einreden, du wirst noch verdammt viel Spaß haben mit deiner Stimme. Sie macht dich unverwechselbar.
ZEIT: Sie sagen, Sie fühlen sich wie Ende 20. Der Soziologe Lord Ralf Dahrendorf hat einmal geschrieben, er fühle sich seit Jahrzehnten wie 28. Als er kürzlich darauf angesprochen wurde, meinte er, erst seit zwei, drei Jahren verändere sich das ein wenig. Der Mann ist Jahrgang 1929.
Schweiger: Sehen Sie!
ZEIT: Dahrendorf meint auch, dass darin ein gewisse Anmaßung liege. Mit einem gefühlten Alter von 28 wolle man sagen: Das Beste liegt noch vor mir.
Schweiger: Lieber so, als mit 42 zu denken: Besser kann es nicht mehr werden. Ich habe nie das Gefühl gehabt, ich müsste dringend erwachsen werden. Ich habe immer herumgeblödelt, auch in der Schule. Ich werde nie vergessen, wie mir in der 13. Klasse mein Kunstlehrer gesagt hat: »Til, wenn du diese Art nicht änderst, dieses Mir-gehört-die-Welt, dieses Komme-ich-heute-nicht-komme-ich-morgen, dann wirst du im Leben ganz massive Probleme bekommen.« Das hat gesessen, weil ich wusste, dass er mich mochte.
ZEIT: Haben Sie auf ihn gehört?
Schweiger: Nein. Er hatte auch nicht Recht. Ich glaube, dass mir meine Art oft weitergeholfen hat.
ZEIT: Sie wurden vor zweieinhalb Jahren 40. Haben Sie den Geburtstag gefeiert?
Schweiger: Das Motto war eher: Augen zu und durch. Ich feiere meine Geburtstage nie, nur zu meinem 29. habe ich ein Fest gegeben. Diesen Geburtstag wollte ich mir ins Gedächtnis brennen.
ZEIT: Warum ausgerechnet der 29.?
Schweiger: Das ist mein Alter!
ZEIT: Und der 40.? Haben Sie Bilanz gezogen?
Schweiger: Ich habe gerade von einem Freund eine Einladung zu seinem 40. bekommen, auf der Karte stand »Halbzeit«. Das trifft es.
ZEIT: Wie steht’s bei Ihnen zur Halbzeit?
Schweiger: Ich kann mich nicht beschweren. Unterm Strich: Es lief ziemlich gut. Trotzdem würde ich gerne noch mal von vorne anfangen.
ZEIT: Was würden Sie anders machen?
Schweiger: Ich würde gleich hinter die Kamera wechseln und gar nicht erst Schauspieler werden. Das ist der bessere Job. Du kannst machen, was dir Spaß macht – und bist nicht so eine öffentliche Person. Egal, wie erfolgreich ein Regisseur ist, ihm bleibt ein Rest Privatsphäre, die ich nicht mehr habe.
ZEIT: Können Sie dafür ein Beispiel geben?
Schweiger: Wenn ich zum Beispiel in Berlin den Kurfürstendamm herunterlaufe, ist ordentlich was los, da sind ja viele Touristen. In Berlin-Prenzlauer Berg lassen mich die Leute in Ruhe. Für die bin ich nicht cool genug. Die gucken kurz und denken: Oh Gott, Til Schweiger, dieser Kommerz-Depp.
ZEIT: Was ist männlich für Sie?
Schweiger: Ein Wissenschaftler hat mal gesagt, männlich ist die richtige Balance zwischen männlichen und weiblichen Genen. Das stimmt vielleicht, aber das gilt dann auch für Frauen.Ich mag Frauen, die man in Amerika tomboy nennt: Frauen, die neben ihrer Weiblichkeit männliche Attribute besitzen, Angelina Jolie zum Beispiel oder Cameron Diaz. Solche Frauen sagen nie: Wo ist mein Beschützer? Die beschützen sich lieber selbst. Ich mag starke Frauen. Ich möchte nicht mit einer Frau zusammen sein, die sagt: Til, sei mein Beschützer.
ZEIT: Und wie spricht Til Schweiger Frauen an?
Schweiger: In meiner Jugend bin ich ja ständig abgeblitzt, ich war unheimlich schüchtern. Erst später dämmerte es mir: Wenn dich eine Frau gut findet, darfst du Quatsch erzählen, wenn auch nur am Anfang. Früher habe ich mich davor gefürchtet, eine Frau anzusprechen, weil ich dachte: Die denkt bestimmt, was für ein plumper Versuch. Ich hatte Angst, sie denkt: Der ist so wie die anderen. Und ich wollte nie sein wie die anderen Männer.
ZEIT: Und wie sind die anderen Männer?
Schweiger: Es gibt unter Männern schon jede Menge Dumpfbacken, die sich über ihre Uhr, ihr Auto, ihr Haus definieren.
ZEIT: Ist Prügeln typisch männlich?
Schweiger: Nee, Prügeln ist nur ein Zeichen für Schwäche. Es sei denn, du wirst angegriffen und musst dich verteidigen. Dann ist es legitim.
ZEIT: Und wann haben Sie sich zuletzt geprügelt?
Schweiger: In der Schule öfter, wenn ein paar Jungs das Lehrersöhnchen Schweiger provozieren wollten. Später nur ein Mal, vor fünf oder sechs Jahren. Ich war mit Moritz Bleibtreu in einem Restaurant in Berlin, aus einer Laune heraus hatte Moritz einem Blumenverkäufer den ganzen Strauß dunkelrote Rosen abgekauft und mir geschenkt. Den ganzen Abend kam immer ein Typ zu uns und machte abfällige Bemerkungen. Der war auf Ärger aus. Ich habe ihm bestimmt fünf Mal gesagt: Lass mich in Ruhe. Plötzlich greift der Idiot in den Strauß und reißt alle Rosenköpfe ab. Dann ging’s los.
ZEIT: Das ist schon ein männliches Klischee.
Schweiger: Mag sein, aber es gibt Menschen, bei denen jeder Versuch, sich vernünftig mit ihnen auseinander zu setzen, scheitert. Leider sind das in der Regel Männer.
ZEIT: Welche Bilanz ziehen Sie für Ihre Männer-Generation?
Schweiger: Trotz allem: Wir sind auf einem gutem Weg. Heute ist es normal, dass Männer bei der Geburt der Kinder dabei sind. Heute gibt es Väter, die Vaterschaftsurlaub beantragen.
ZEIT: Es sind immer noch sehr wenige.
Schweiger: Aber früher gab es das gar nicht! Und viele Väter, die eine Trennung hinter sich haben, wollen ihre Kinder weiterhin so oft wie möglich sehen.
ZEIT: Sie haben sich vor einigen Monaten von Ihrer Frau Dana getrennt, mit der Sie vier Kinder haben. Sie haben in der Öffentlichkeit lange Jahre den perfekten Mann gegeben: liebevoll als Vater, erfolgreich im Job – und natürlich auch noch irre sexy.
Schweiger: Ich habe gar nichts gegeben. Dana und ich wurden früher oft gefragt: Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihrer Ehe? Es gibt kein Geheimnis, haben wir geantwortet, es gibt nämlich keine Traumfamilie. Nur wenn es keine Konkurrenz gibt in der Ehe, können beide nach einer Weile Freunde werden. Aber wem gelingt das schon? Solche Antworten wurden eher selten gedruckt. Natürlich haben die Boulevardmedien gewusst, dass es die ewig glückliche Traumfamilie gar nicht gibt. Die haben nur darauf gewartet, dass die Ehe scheitert, um dann scheinheilig auf der Titelseite zu fragen: Was haben uns die Schweigers jahrelang vorgelogen?
ZEIT: Nach der Trennung machte es den Eindruck, Sie hätten sich mit der Boulevardpresse arrangiert.
Schweiger: Wir haben mit der Bild- Zeitung einen Deal gemacht, richtig. Anspruchsvollere Zeitungen können das gerne kritisieren, mit den Vorwürfen kann ich leben. Bild bekam das Exklusiv-Interview mit Dana und mir und hat uns danach mit den üblichen Geschichten verschont. Das nennt man Vorwärtsverteidigung, einmal etwas dazu gesagt, seitdem nichts mehr. So schlimm diese Zeit auch war, ich sehe das alles als einen Neuanfang. In den Jahren vorher habe ich zu viel von mir und meiner Familie preisgegeben.
ZEIT: Wie definieren Sie den perfekten Mann?
Schweiger: Wenn wir über den perfekten Mann reden, müssen wir auch über die perfekte Frau reden. Die meisten Frauen wollen heute berufstätig sein. Sie wollen gleichzeitig die perfekte Mutter sein und erfolgreich im Beruf. Das ist ein zutiefst legitimer Anspruch, aber er schafft ein Dilemma, das es früher nicht gab. Früher waren die Rollen klar getrennt. Waren alle dabei glücklich? Natürlich nicht. Die Rollenbilder verschieben sich, und im Resultat erleben wir zurzeit eine Verunsicherung bei den Männern.
ZEIT: Sind Sie verunsichert?
Schweiger: Ich? Nicht so wirklich, glaube ich.
ZEIT: Sie fordern trotzdem Mitleid.
Schweiger: Nein, nein! Warten Sie mal. Bei Frauen hat sich die Lage doch dramatisch verbessert.
ZEIT: Alice Schwarzer beobachtet das Gegenteil, ein Roll-back in Richtung Küche und Herd.
Schweiger: Alice Schwarzer hat ganz große Verdienste in der Frauensache! Eine Frau muss heute nicht mehr mit einem Mann zusammen sein, den sie nicht liebt. Vor allem wenn sie einen eigenen Beruf hat, kann sie den Mann verlassen und sich alleine um ihre Kinder kümmern. Sie braucht allerdings einen Platz in der Kita oder eine Tagesmutter…
ZEIT: …die sich viele Mütter nicht leisten können.
Schweiger: Das ist richtig, aber selbst wenn die Frau sich eine Tagesmutter leisten kann, hat sie ein schlechtes Gewissen. Sie hat das Gefühl, ihre Kinder allein zu lassen. So, und jetzt kommen wir zum Dilemma des modernen Manns, der so gerne perfekt wäre. Damit kenne ich mich persönlich gut aus. Ich will meine Kinder sooft wie möglich sehen. Auf der anderen Seite muss ich das Geld verdienen für die Familie. Ich bin ständig hin- und hergerissen: Arbeite ich, oder habe ich Zeit für die Kinder. Wenn ich lange zu Hause war, schaue ich irgendwann auf den Kontostand und merke, du musst wieder arbeiten.
ZEIT: Man muss sich um Ihre finanzielle Situation keine Sorgen machen, nehme ich an.
Schweiger: Nächste Frage, bitte.
ZEIT: Sie könnten heute aufhören, zu arbeiten.
Schweiger: Nee, aufhören könnte ich nicht. Ich habe viel Geld verdient, aber auch viel Geld ausgegeben.
ZEIT: Sie haben 51 Prozent Ihrer ersten Produktionsfirma an den Filmproduzenten Hanno Huth verkauft. Das entscheidende Gespräch, haben Sie einmal erzählt, führten Sie mit ihm unter vier Augen. Dann wussten Sie: Er ist der richtige Partner. Klingt nach Cowboy-Romantik, Männer unter sich.
Schweiger: Cowboymäßig war es mit Sicherheit nicht, wir saßen nicht auf Pferden, hatten auch keinen Hut auf, sondern wir saßen im Restaurant Borchardt in Berlin. Ich würde das nicht noch mal machen. Ich würde meine Firma zwar verkaufen, aber mit Sicherheit nicht an Hanno Huth. Ich habe mit dem Deal viel Geld verdient, aber auch sehr gelitten. Huth war der falsche Partner, wir konnten uns nie einigen. Es war richtig Scheiße.
ZEIT: Ihr Freund Bernd Eichinger sagte nach dem Verkauf: Wieso bist du nicht zu mir gekommen?
Schweiger: Das habe ich mich später auch gefragt. Alle wollten meine Firma kaufen, alle! Aber die Firma bestand gerade einmal aus meinen zwei Filmen, aus Knockin on Heaven’s Door und Eisbär. Damals, und wir reden hier von den Jahren des Börsenbooms, des großen Betrugs, ging es nur darum, eine Börsenmeldung zu produzieren: Wir haben Til Schweiger! Zack, ging der Kurs hoch. Es ging nie darum, gute Filme zu machen, leider.
ZEIT: Gibt es im Kino so etwas wie einen männlichen und einen weiblichen Blick?
Schweiger: Ja, klar. Bei meinem Film Knockin’ on Heaven’s Door haben viele Experten gesagt: Das kann nicht funktionieren, in der Geschichte gibt es keine starke Frauenrolle. Ich habe geantwortet: Der Film wird funktionieren, weil Frauen genau das sehen wollen. Zwei Typen, wie sie nicht unterschiedlicher sein können, gehen auf eine Reise und helfen sich gegenseitig. Das ist ein Liebesfilm von zwei nichtschwulen Männern! Wenn das Frauen nicht sehen wollen, habe ich in dem Beruf nichts verloren.
ZEIT: Sie wissen, was Frauen im Kino gerne wollen?
Schweiger: Ich glaube ja, vielleicht habe ich genug weibliche Gene abbekommen.
ZEIT: Herr Schweiger, Männer gelten als Verdränger. Können Sie das für sich bestätigen?
Schweiger: Ja. Ich verdränge alles, was mir nicht passt. Ich hasse zum Beispiel Beerdigungen. Ich gehe dem Tod aus dem Weg. Zum letzten Mal war ich mit 16 auf einer Beerdigung, ein Freund aus meiner Fußballmannschaft war gestorben. Da stand ich am Grab, mir wurde so schwindlig, dass ich fast reingefallen wäre. Seitdem habe ich keine mehr besucht.
ZEIT: Haben Sie schon über Ihren eigenen Tod nachgedacht?
Schweiger:
Ja, aber da ich ein guter Verdränger bin… Ich habe mich bei dem Gedanken ertappt: Vielleicht geht es nach dem Tod doch weiter?
ZEIT:
Sie sind nicht gläubig.
Schweiger: Stimmt, ich bin vor Jahren aus der Kirche ausgetreten. Aber wer weiß, was noch kommt. Ich glaube fest daran, dass das Leben vorbestimmt ist. Ich weiß nur noch nicht, von wem.
Das Gespräch führte
Christoph Amend
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- Datum 13.06.2006 - 13:42 Uhr
- Quelle DIE ZEIT 14.06.2006 Nr. 25
- Kommentare 2
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_Du_ bist natürlich viel interessanter. Ich glaubs aber nicht.
Til Schweigers Körperbau mag einigermaßen glücklich sein, aber der Rest von ihm ist einfach nur unglaublich uninteressant.
Soll er doch weiterhin auf seinem Endzwanziger-Niveau vor sich hindümpeln und sein vermeintliches Schauspieltalent auf Unterwäschewerbung ausleben.
Wenn das männliche Vorbilder sind, kaufe ich mir demnächst eine Gummipuppe...
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