Die Kurse der Europäischen Aktien haben sich in den letzten Tagen etwas erholt. Dennoch: Der Bär bleibt , prognostiziert unser Börsenkolumnist Conrad Mattern . ZEIT-Finanzkorrespondent Robert von Heusinger warnt allerdings vor übertriebenem Pessimismus. Eine Stagflation, ähnlich jener der Siebziger Jahre, drohe nicht. Fest steht: Die Finanzmärkte sind nervös. Manche Beobachter machen den US-Notenbankchef Ben Bernanke dafür verantwortlich . Seine geldpolitische Kompetenz ist unbestritten. Doch mit unbedachten Äußerungen über seine künftige Zinspolitik stürzte er die Märkte in Turbulenzen

Auch der US-Dollar verliert gegenüber dem Euro an Wert. Zuletzt wurde die Europäische Währung durch Äußerungen des EZB-Chefs Jean-Claude Trichet gestützt. Dieser hatte am Mittwoch erneut auf die Inflationsgefahr in Europa verwiesen, was als Hinweis auf einen weiter steigenden Leitzins gilt. Da steigende Zinsen in Euroland die Geldanlage hier rentabler machen, stützt Trichet mit solchen Aussagen die Währung. Die Türkische Lira hingegen hat in den vergangenen vier Wochen am stärksten an Wert gewonnen. Damit konnte sie allerdings nur einen Teil ihrer vorherigen Verluste wieder gutmachen. Die Währung hatte besonders unter den Turbulenzen an den Emerging Markets gelitten und war in ihrem Sog bis Anfang Juni um rund 20 Prozent eingebrochen.

Die Börse zittert vor den Zinserhöhungen - die Sparer merken davon bislang wenig. Allenfalls um wenige hundertstel Prozentpunkte sind die Zinssätze für langfristige Anlagen seit Ende April gestiegen. Hier der Vergleich.

Doch selbst wenn der Euro gegenüber dem Dollar zulegt: Ein Signal für eine stärkere Wirtschaft ist das nicht. In den USA ist das Wachstum höher, und die Arbeitslosenrate liegt niedriger als in Euroland. Skeptiker meinen, dass der Konjunktur schadet, was der Währung nützt, und warnen vor einer weiteren Zinserhöhung.