Selbstverständlich gehört Deutsch als Landessprache ins Grundgesetz, wie es der Präsident des Bundestages fordert - man kann die Schutzwälle gegen den fremden Sound (Klang) gar nicht früh genug hochziehen. Aber gegen wen? Die Türken, die unsere Kinder "krrrass" lehren? Die Araber, die früh die deutsche Sprache mit "Algebra" und "Alkohol" überwältigt haben? Die Italiener, denen wir das "ciao" (tschüs) geklaut haben? Die Juden, die uns "Schmiere stehen" beigebracht haben (von schmiera, Wache)? Die Franzosen, die uns "Bluse" und "Filet", die Griechen und Römer, die uns die halbe Sprache geschenkt haben?

Der mächtigste Invasor (Eindringling) ist heute das Englische.

Heimtückisch bedient sich der Feind des "Deulischen", wie in "downloaden" oder "rippen". Die Kids "chillen" beim Burger. "2006" ist zu "in 2006" verkommen, was ebenso Englisch ist wie "einmal mehr" (once more) statt "abermals". Doch zahlen wir es den Anglos längst heim, indem wir ihre Sprache vergewaltigen. Wir benutzen das Kunstwort "Handy", wo die Amis von cell phone reden. Wir morden ihre Syntax in Werbesprüchen wie "Impossible Is Nothing". Wir sagen "Trainer", wo es im Original coach heißt, und "Smoking" statt black tie. Zum Schluss ver(w)irren wir uns selber, wie in jener Parfümerie, die uns auffordert: "Come in and find out." Wie sollen wir da wieder herausfinden?

Der Schutz gebührt in Wahrheit den Anglophonen vor all den frechen Eingeborenen, die sich ihrer Sprache bemächtigen, indem sie sie benutzen. Das ist der Preis des Erfolgs: Wer eine Weltsprache spricht, besitzt sie nicht allein - alle reden mit und reichern an. Sorry, liebe Anglos, bleibt cool.