Vierte Folge Der Ernährer hat ausgedient

In Deutschland werden traditionelle Familienbilder gehätschelt und Frauen noch immer diskriminiert. Wo aber keine Gleichberechtigung der Geschlechter herrscht, kommen auch weniger Kinder zur Welt

Deutschland ohne Kinder? Eine Serie in vier Folgen. Alle Analysen, Videoreportagen und -interviews sowie zahlreiche Infografiken finden Sie hier.

Auf diese Frau scheint Deutschland nur gewartet zu haben. Seit Ursula von der Leyen Familienministerin ist, vergeht kaum ein Monat, in dem sie nicht in den Schlagzeilen steht. Kein Wunder: Sie krempelt nicht nur Deutschlands Familienpolitik um, sie trifft damit den Nerv des Volkes. Die Menschen wünschen sich, dass die Geburtenrate in Deutschland endlich wieder steigt. Kürzlich setzte die Ministerin gegen den anfänglich heftigen Widerstand der Konservativen das neue Elterngeld durch, das erstmals auch zwei Monate Erziehungszeit exklusiv für die Väter vorsieht. Schon ist die Rede vom Paradigmenwechsel. Selbst die politische Altherrenriege ist auf einmal mit der modernen Maßnahme einverstanden. Eine Hoffnung vereint sie alle: Jetzt kommen sie endlich, die fehlenden Kinder.

Doch genau das könnte ein Trugschluss sein. »Man kann nicht die Geburtenrate ändern, indem man nur einen Parameter in der Politik ändert«, sagt Jan Hoem, Direktor am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. Das Elterngeld sei ein richtiger Anfang. Doch dass dies allein wirke, sei keinesfalls sicher. Als Norwegen 1978 ein Erziehungsgeld auf Einkommensniveau einführte, stieg dort zwar die Zahl der Zweit- und Drittgeburten, jedoch ohne die Gesamtzahl der Geburten merklich zu erhöhen. In Finnland und Dänemark hoben ähnliche Regelungen hingegen nachweisbar die Geburtenrate – in Dänemark sogar deutlich.

Dass Familienpolitik wirkt, wird in der Wissenschaft wenig bestritten, unklar ist nur, wie und unter welchen Rahmenbedingungen. Nötig scheint die richtige Kombination aus Politik, Staatsform und der günstigen Mentalität zu sein. Deutschland ist von seinem besten Mix offenbar noch weit entfernt. Doch dass es ihn gibt, zeigen die skandinavischen Länder. In Schweden, Dänemark, Norwegen oder Finnland liegen die endgültigen Geburtenraten um zwei Kinder pro Frau. Für Familienministerin von der Leyen genug, die Länder zu ihrem Vorbild zu erklären.

Die Lehre aus Skandinavien lautet: Lasst die Frauen arbeiten!

Doch nicht alles, was dort hilft, hilft auch hier. Das primäre Ziel der skandinavischen Wohlfahrtsstaaten war nicht, die Geburtenrate zu erhöhen. Das Ziel war eine Gesellschaft zu schaffen, die auf Gleichberechtigung basiert.

»Die Deutschen glauben vielleicht, dass sie familienfreundlich sind«, sagt der Demograf Jan Hoem, »doch in Wirklichkeit sind sie es nicht. Weil sie es jungen Frauen so schwer machen.« Denn deren Vorstellungen von einem glücklichen Leben mit Kind würden in Deutschland immer noch diskriminiert. Das Bild von der Rabenmutter sei noch lange nicht aus den Köpfen verschwunden. Hierzulande diskutiere man noch die völlig falsche Frage: nämlich, ob es Frauen neben ihren anderen Pflichten auch erlaubt sein sollte, arbeiten zu gehen. Wenn die Deutschen wirklich von Skandinavien lernen wollten, dann müssten sie als Erstes das Prinzip akzeptieren, dass arbeitende Frauen auch Kinder haben dürfen. »Die deutsche Politik ist geradezu darauf ausgerichtet, Frauen davon abzuhalten, arbeiten zu gehen«, sagt der MPI-Direktor und meint damit nicht nur den Mangel an Kinderbetreuung. Krippen, Kindergärten und Horte seien zwar unbedingt notwendig. Entscheidend sei aber, dass in Deutschland die Gleichberechtigung der Geschlechter bisher nicht viel mehr als eine Illusion sei. So herrsche immer noch das altbackene Familienleitbild vom männlichen Alleinernährer vor, nicht nur in der Bevölkerung, sondern vor allem in der Politik. »Hört endlich mit dieser offensichtlichen Diskriminierung der Frauen auf«, rät der Norweger.

Der Deutsche schluckt und ist erstaunt: Deutschland diskriminiert seine Frauen? Steigt die Zahl der arbeitenden Frauen nicht seit langem? Haben wir nicht jahrelang gestritten und unser Land erfolgreich zu einem der egalitärsten der Welt gemacht? Leider nein. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einer Frauenerwerbsquote von 64,6 Prozent nur im Mittelfeld. An der Spitze liegen Schweden (75,4 Prozent) und Dänemark (75,1 Prozent) – die Länder mit den höchsten Geburtenraten. Um die Frauenarbeit steht es in Deutschland sogar noch schlechter, als die Erwerbsquote erwarten lässt. Tatsächlich hat die Zahl der vollbeschäftigten Frauen seit 1991 um 1,6 Millionen abgenommen. Die Frauenquote ging nur hoch, weil gleichzeitig 1,8 Millionen Frauen mehr in Teilzeit arbeiteten.

Doch steigt mit der Frauenerwerbsquote zwangsläufig die Geburtenrate? Am Beispiel Schweden lässt sich zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für zweite und weitere Kinder umso größer ist, je mehr sich die Einkommen der Eltern gleichen. Und wenn der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt in der öffentlichen Debatte um die Familienpolitik polemisiert, es ginge um mehr Geburten und nicht »darum, wer spült«, dann lässt sich das sogar direkt widerlegen. So zeigte die US-amerikanische Soziologin Berna Miller Torr, dass amerikanische Frauen häufiger ein zweites Kind bekommen, wenn der Mann im Haushalt hilft. Erledigt die Frau die Hausarbeit überwiegend allein, liegt die Wahrscheinlichkeit für das zweite Kind bei 51 Prozent. Wenn auch der Mann kocht, putzt, bügelt, einkauft – und spült –, steigt sie auf 81 Prozent.

Im Umkehrschluss heißt das, wo die Gleichberechtigung der Geschlechter auf der Strecke bleibt, kann es auch mit dem Kindersegen nicht klappen. »Das bürgerliche Arrangement funktioniert nicht mehr«, sagt Johannes Huinink, Familiensoziologe an der Universität Bremen. Was passiere, wenn die liberalen Ansprüche moderner Frauen auf eine männerdominierte Rollenverteilung stoßen, sehe man gerade in Italien, wo die Frauen sich erst spät emanzipierten. Dort fiel in den letzten Jahren die Geburtenrate rasant. Doch deshalb die Emanzipation der Frau rückgängig machen zu wollen, in der Hoffnung, dass dann auch wieder die Kinder kämen, sei Unsinn, sagt Johannes Huinink. »Eine Retraditionalisierung der Familie und der Geschlechter ist ausgeschlossen. Jeder Ansatz, der das beschwört, muss scheitern.«

Der Schritt zum liberaleren Geschlechterverständnis fällt hierzulande schwer. Tief ist das traditionelle Familienbild im deutschen Rechts-, Steuer- und Sozialsystem verankert. Nicht umsonst klassifizieren Sozialwissenschaftler der so genannten vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung die Bundesrepublik als »konservativen Wohlfahrtsstaat« mit »starkem Ernährermodell«. Ein Prinzip, sagt Jan Hoem, das im deutschen Selbstverständnis fest verdrahtet sei: »Was man in anderen Ländern als altbackenes Ideal betrachtet, steht in Deutschland sogar im Grundgesetz: Der Schutz der ehelichen Familie.«

Nun blättern die jungen Deutschen natürlich nicht in der Verfassung, bevor sie sich gegen ein Kind entscheiden. Doch das Familienbild des Grundgesetzes schlägt sich nieder in einer Vielzahl ehezentrierter staatlicher Regelungen. Forscher aus der Disziplin des Gender Mainstreaming weisen seit langem darauf hin, dass allem voran das steuerliche Ehegattensplitting das männliche Ernährermodell begünstigt. Und die Summen, die der Staat in die Ehe steckt, sind gewaltig: 20 Milliarden Euro kostet ihn das Ehegattensplitting jährlich. Dazu kommen weitere Milliarden für Angestellte im öffentlichen Dienst, die monatlich Zuschüsse allein dafür bekommen, dass sie im Besitz eines Trauscheins sind. Zum Vergleich: Für Krippen, Kindergärten und Horte werden jährlich rund acht Milliarden Euro ausgegeben. Doch ist das Geld in die Ehe nicht vielleicht gut investiert? Laufen wir nicht Gefahr, dass mit dem traditionellen Familienbild auch die Familie selbst zerbricht?

Der »Verlust der Familie« führt nicht zu weniger Geburten

Das geschieht bereits. Die Normalfamilie ist ein Auslaufmodell. Seit 30 Jahren sinkt der Anteil der Ehe im Vergleich zu anderen Familienformen. Eine wachsende Zahl von Kindern wird inzwischen nichtehelich geboren: In den alten Bundesländern heute jedes fünfte Kind – in den Siebzigern war es gerade mal jedes zwanzigste. Im Osten sind nichteheliche Geburten mit über 50 Prozent inzwischen sogar der Normalfall. Gleichzeitig etablieren sich neue Familienformen. Im Jahr 2000 gab es in Deutschland 1,8 Millionen Alleinerziehende, um die Hälfte mehr als noch Mitte der Siebziger. Der Anteil der nichtehelichen Lebensgemeinschaften hat sich seitdem im Westen sogar verzwölffacht. Und auch die eheliche Familie ist nicht mehr das, was sie einmal war. Weil inzwischen fast jeder zweite Bund geschieden wird, viele aber erneut heiraten, nimmt die Zahl der Stieffamilien zu. Heute sind das bereits sieben Prozent aller Lebensgemeinschaften mit Kindern.

Dass ein solcher »Verlust der Familie« zu weniger Geburten führt, ist aber ein Mythos. Die sozialwissenschaftliche Analyse der demografischen Daten lässt eher auf das Gegenteil schließen. Dass die ostdeutsche Geburtenrate seit 1994 wieder ansteigt, ist einer Zunahme der nichtehelichen Geburten zu verdanken. Und Eltern in Stieffamilien bekommen wahrscheinlich sogar mehr Kinder als solche in ungeschiedenen Ehen, wie die amerikanische Soziologin Elizabeth Thomson herausfand. Für verschiedene europäische Länder wies sie nach: Geschiedene mit Kindern wollen mit ihrem neuen Partner noch weitere Kinder bekommen, auf die sie sonst verzichtet hätten. Offenbar, sagt die Soziologin, sei es ein Grundbedürfnis, auch mit dem neuen Partner wieder eine »richtige Familie« zu gründen. Es scheint fast so, als ob mehr Familienformen auch zu mehr Familien führen – und nicht zu weniger.

»Die Familie ist – nur, weil sie in ihrer traditionellen Form jetzt zu scheitern beginnt – ja nicht als solche gescheitert«, sagt Familienforscher Johannes Huinink. Für den Menschen sei sie nach wie vor die umfassendste Beziehung, die er erfahren könne. »Wir sind zwar heute nicht mehr triebhaft Nachwuchs generierend«, sagt der Soziologe, »aber es käme schon einem evolutionären Sprung gleich, wenn dieses menschliche Bedürfnis plötzlich nicht mehr existiert.« Von einer normierten Konstruktion des Zusammenlebens sei die Sehnsucht nach Familie nicht abhängig. Dass sie mit dem Verschwinden des traditionellen Leitbildes verloren ginge, hält der Familienforscher darum für völlig unplausibel.

Johannes Huinink hält ein anderes Szenario für realistischer: Auch nach der Familie kommt die Familie. Aber es ist eine andere Familie. Welche der vielen möglichen Formen sie haben wird, ist offen und jedem Paar selbst überlassen. Sicher scheint dem Soziologen allerdings zu sein: Eheliche Familien wird es immer weniger geben. Wenn die Politik endlich auch hierzulande faire Bedingungen für alle Gemeinschaften mit Kind schaffte, dann könnte es schließlich auch wieder mehr Geburten geben, glaubt Huinink – ausreichende Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft vorausgesetzt.

Dass Entwicklung Not tut, weiß auch Familienministerin Ursula von der Leyen: »Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten eine Mauer um die Familie gezogen. In der Hoffnung, wenn alles so bleibt wie in den fünfziger Jahren, dann bleibt vielleicht auch Familie. Das ist falsch. Wir müssen Familie, wenn wir sie erhalten wollen, unter modernen Bedingungen leben.« Eine Grundsatzdebatte über den Schutz der Ehe will sie zwar nicht führen – aber dass die Hegemonie des männlichen Ernährermodells bald vorbei sein muss, ist der CDU-Politikerin klar: »Wir sehen ja an anderen Ländern, wie die den Schritt in die Wissensgesellschaft geschafft haben: Es arbeiten dort mehr Väter und Mütter, und es werden dort mehr Kinder geboren.«

Es sieht so aus, als hätte die Familienministerin verstanden. Die entscheidende Frage lautet: Kann sie sich mit ihren Ideen durchsetzen? Das neue Elterngeld ist gegen den Widerstand der Traditionalisten so einigermaßen durchgekommen. Aber das Elterngeld ist auch vergleichsweise billig.

Deutschland ohne Kinder? Eine Serie in vier Folgen. Alle Analysen, Videoreportagen und -interviews sowie zahlreiche Infografiken finden Sie hier.

 
Leser-Kommentare
  1. 35,6% aller Frauen in Deutschland sind unterdrückt! Wahnsinn! Denn sie sind nicht erwerbstätig und bekommen deshalb keine Kinder. Oder bekommen die erwerbstätigen Frauen 64,4% keine?

    Fragen über Fragen!

  2. Vielleicht, das ist jetzt mal nur so ein Gedanke, ist es global gesehen viel sinnvoller, mal weniger Menschen auf die Welt zu lassen (immerhin hat sich die Weltbevölkerung seit den 60er Jahren verdoppelt).
    Oder hat hier irgendjemand den Eindruck, dass die globale Überbevölkerung dem Planeten gut tut?
    Dieses ewige im eigenen Bauchnabel Rumgerühre des "Oh, wir armen, armen Deutschen als grösste Nation Europas sterben aus!" nervt allerdings
    Allmälich bekomme ich den Eindruck, dass dieses Thema häufig (auch vom ersten Kommentator hier) als Ventil für eine Art "allgemeiner" Unzufriedenheit benutzt wird. Mal sind es die ach so egoistischen jungen Frauen, die nichts im Kopf haben als fit und schlank und schön zu bleiben (gehören nicht auch Männer zur Zeugung eines Kindes dazu?), dann sind es die emanzipierten Frauen, die nach der Ausbildung auch noch ihren Beruf ausüben wollen (komisch, dass das gerade die Herren nicht verstehen können), für manche ist es (auch sehr konkret) die "schlechte Politik" oder der "rückständige Staat".
    Wie wärs denn mal, wenn wir uns alle wieder ein bisshen entspannten, das Leben so nehmen wie es ist und uns etwas weniger verbissen dauernd irgendwelche Feinde suchen (erwähnte ich schon die schuldigen Alten, mit ihren bösen 68er Idealen, die die Pille erfanden und daher natürlich auch Schuld haben).
    Ist doch auch ganz schön, mal in zwanzig Jahren vielleicht nicht dauernd im Stau zu stehen oder in überfüllten U-Bahnen.
    Nicht alles hier ist Bierernst gemeint (nur, um das mal gesagt zu haben).
    Ein bisschen Distanz täte wohl einigen sorgegeplagten Geistern mal gut.

    • Viva2
    • 29.06.2006 um 15:08 Uhr

    dass Menschen Kinder in die Welt setzen, wenn sie an eine gute Zukunft glauben, wenn sie Perspektiven haben, wenn sie Arbeit haben, wenn sie eine gewisse Sicherheit fühlen, wenn sie keine Zukunftsängste haben und wenn sie glauben, dass es auch ihren Kindern gut gehen wird.
    Das alles ist in Deutschland seit Jahren nicht mehr der Fall. Unsicherheit, Angst, Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit, und das alles tagtäglich, DAS verhindert höhere Geburtenraten.

    • WIHE
    • 29.06.2006 um 15:42 Uhr

    Weil im Emsland nicht genug Frauen wohnen, denen ein gut bezahlter Arbeitsplatz weniger wichtig ist als ein paar gesunde fröhliche Kinder, darum benötigen wir die dritte Welt sozusagen als Reservat, aus dem dann z.B. unsere künftigen Altenpflegerinnen kommen. Man müßte diese Reservate eigentlich unter Schutz stellen.

    Denn wenn die dann dort in ihrem Reservat künftig auch mal so drauf sein werden wie wir hier fast überall in Deutschland, dann versiegt die Nachschubquelle.

    Vielleicht können wir uns dann mit künstlichen Gebärmuttern behelfen. Der Fortschritt steht nicht still, die Gleichberechtigung auch nicht.

  3. Ist Arbeit in einer arbeitsteiligen Welt, wo keiner wirklich das überblicken kann was er durch seine Tätigkeit bewirkt so erstrebenswert, dass eine Frau benachteiligt wäre wenn sie daran nicht teilnimmt. Haben wir diese tolle energiefressende Technologie geschaffen um immer mehr zu arbeiten. Wo bleibt dabei die Lebensqualität der Frau ? Die Gesellschaft übt Druck auf die Frauen aus Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung haben so und so auszusehen. Die Männer arbeiten doch auch nicht nur weil es ihnen Spass macht, sondern auch aus dem Pflichtgefühl Nistbau zu treiben für die Aufzucht des Nachwuchs. Ob nun für die verschiedenen Lebensentwürfe Pflichtgefühl oder Geltungssucht die Motivation ist, darüber müsste man sich Gedanken machen, und auch warum für eine Frau die diesem Gesellschaftlichen Druck und Modell nachfolgt jeder Lebensabschnitt der falsche ist für Nachwuchs. Wenn Beide Partner karrierre machen, dann ist es Gerecht wenn dann auch beide beruflich oder geschäftlich und beruflichden Anschluss verlieren, durch Erziehungszeiten ? Oder was ist mit den Frauen für die sich diesses Gesellschaftliche Modell als Lebenslüge entpuppt, die am Ende dann weder Partner, noch Kinder, noch Enkel haben wofür haben die dann gearbeitet, nur damit ihnen der Chef und die Kollegen aufn Arsch guggen konnten solange sie noch nicht verblüht waren ? Solange eine Frau in ihrer Blüte steht ist es für sie sehr einfach sich Geltung und Zuwendung zu verschaffen, aber soviel Gleichmacherei gibt es dann eben doch nicht dass die Natur überlistet werden könnte.

  4. Sie schreiben:

    "Aber genauso engstirnig glauben wir, es fehle der
    Nachwuchs bei uns.

    Wäre es nicht wenigstens eine offene Diskussion wert ?
    Oder hört die Vernunft auf, wenn das/die Deutsche Volke/Rasse auf dem Spiel steht."

    Nun ja, die Fertilitätsraten liegen bei uns unter 1,4, ein Trend nach oben ist nicht erkennbar. Und hätten wir nicht die unemanzipierten Türkinnen im Lande, lägen die Fertilitätsraten wohl bei 1,2.

    Ich kenne bislang kein Modell, welches zeigt, wie der Staat das verkraften kann, ohne vorher zusammenzubrechen, ohne schreckliches Elend auszulösen, ohne schwersten Altenhass, ohne Mord und Totschlag.

    Wenn Sie da neue Erkenntnisse haben, wie das funktionieren soll, bitte stellen Sie es vor. Aber irgendwann sollte man sich wohl mal auf die Modelle der Demographen verlassen, und nicht immer wieder die Grundsatzfrage stellen.

    Irgendjemand schrieb: Auch ein Deutschland mit 20 Millionen kann gut funktionieren, nur der Weg dahin sei wohl schlimm.

    Auch darauf weist ja gerade heute wieder Herr Birg in der FAZ hin: Der Prozess endet leider nicht irgendwann. Wenn Deutschland von 80 auf 20 Mio geschrumpft ist, dann schrumpft es von 20 auf 5 Mio weiter, und zwar solange, bis die Fertilitätsraten wieder in die Höhe gehen. Wenn sie so niedrig sind wie jetzt, und es gibt keine Anhaltspunkte, dass sich daran etwas in der Zukunft ändern wird, dann geht das alles so weiter und zwar unbegrenzt.

    Im Gegenteil: Es ist anzunehmen, dass die wenigen Menschen auf Grund der ungünstigen Altersstruktur in Zukunft massiv in der Produktion (oder bei Polizei, Medizin usw.) tätig sein müssen und noch weniger Zeit für Kinder haben.

    Die zentrale Frage ist, und darauf müssen wir eine Antwort finden und wenn wir nicht, weil es für uns bereits zu spät kommt, dann irgendwer in einem anderen entwickelten Land:

    Wie können in einem entwickelten Land mit individuellen Freiheiten, Selbstverwirklichung des Einzelnen, Gleichberechtigung der Frau, individuellen Karrieren usw. bestandserhaltende Geburtenraten erzielt werden?

    Diese Frage ist bislang unbeantwortet und zwar weltweit, von Schweden über Deutschland über Italien bis hin nach HongKong, Südkorea, Japan.

    LG Peter Mersch

    • elwu
    • 30.06.2006 um 7:48 Uhr

    fokussiert, wie traditionell jeder Text zu diesem Thema, einseitig auf die Situation der (potentiellen) Mütter. Und greift daher viel zu kurz. Es wird ignoriert, dass hierzulande -weltweit in 'modernen' Gesellschaften nahezu einzigartig- der Vater eines unehelichen Kindes per Gesetz daran gehindert wird, ohne Einwilligung dr Mutter die elterliche Sorge auszuüben (er kann sie nicht mal einklagen). Es wird ignoriert, dass der Vater eines ehelichen Kindes de facto per Order de Mutti zum reinen Zahlesel degradiert werden kann. Es wird ignoriert, dass sehr, sehr viele Frauen genau das suchen: einen Ernährer und Versorger.

    Gleichberechtigte Aufteilung der Familien-, Haus- und der Erwerbsarbeit zwischen den Eltern ist fraglos das anzustrebende Ziel. Wir Männer wollen das! Aber ohne (in den skandinavischen Ländern längst realisierte) 'Ermunterungsmaßnahmen' des Familienrechts, vorrangig die Abschaffung der lebenslangen Subventionierung der Mütter via 'Unterhalt' wird das nicht erreichbar sein. Übrigens wird derzeit von der großen Koalition das Unterhaltsrecht dahingehend verschlechtert, daß Mütter nichtehelicher Kinder nicht mehr maximal drei Jahre 'Betreuungsunterhalt' erhalten, sondern den Mütter ehelicher Kinder in der Versorgung gleichgestellt werden. Man muß kein Prophet sein um zu sehen, daß dadurch die Geburtenrate noch weiter in den Keller gedrückt wird, denn kein Mann bei Verstand wird unter diesen Umständen bewußt Vater werden wollen.

    Gruß,

    elwu

  5. "Habt Ihr Euch bereits gewundert, dass Frauen sich in diese Diskussion hier nicht einklinken? (Richtig - sie haben die bisherigen Diskussionen aufmerksam verfolgt und sind zu dem Schluss gekommen, dass dies gar nichts bringen wird) Habt Ihr Angst um Eure Rente, dass Euch in Zukunft niemand den Rollstuhl schieben wird? Was ist Eure Angst - der Niedergang des deutschen Volkes, Überfremdung? Oder habt Ihr Angst um Euren Arbeitsplatz? (Ihr wisst doch, dass Frauen im Durchschnitt 25% weniger für die gleiche Arbeit erhalten - die Angst wäre da also berechtigt!)"

    Das sind ungeheuer primitive Argumente, die seit 30 Jahren in ähnlicher Form immer wieder vorgebracht werden und in der Lage sind, unseren Staat zu ruinieren. Es gibt Menschen, denen es nicht darum geht, ob der eigene Rollstuhl in der Zukunft noch geschoben wird, sondern darum, ob das Leben der eigenen Kinder nur noch darin bestehen wird, Rollstühle zu schieben.

    "Fragt doch einfach mal die Frauen, die eine Ausbildung absolviert oder studiert haben, wie sie sich ihre EIGENE Lebenswirklichkeit vorstellen"

    Das geschieht seit 30 Jahren und das haben wir uns wortreich immer und immer wieder anhören dürfen. Ja und nochmals ja, wir wissen es, die Frauen wollen einen Beruf und keine Kinder. Dazu haben sie zum Teil wunderschöne und wortreiche Bücher wie Birgit Kofler: "Kinderlos, na und? Kein Baby an Bord" oder Shirley Seul: "Goodbye Baby - Glücklich ohne Kinder" geschrieben.

    "Ja, wie regelt IHR das? Wir verdienen ein Viertel weniger - und IHR habt kein Geld dafür übrig, auch am Arbeitsplatz Betreuungsmöglichkeiten zu bieten, habt kein Geld für variable Beschäftigungsmodelle? Ihr beschäftigt lieber den schlechter qualifizierten Mann, denn er ist ja der "Jäger"?"

    Wie kann man in der heutigen Zeit ernsthaft noch so einen Unsinn schreiben? Im Übrigen ist es überhaupt nicht die Aufgabe der Wirtschaft für variable Beschäftigungsmodelle zu sorgen. Klar bieten einige Großunternehmen das an, weil sie hoffen, damit qualifiziertes Personal anlocken zu können und das ist natürlich auch schön und wünschenswert. Wer aber einen kleinen Laden aufmacht mit festen Geschäftszeiten, der kann sich das alles nicht leisten, der erwartet, dass wenn der Kunde um 10:00 Uhr im Laden ist, dass der auch bedient wird. Viele dieser vorgetragenen Anliegen sind so fürchterlich theoretisch, dass man den Eindruck bekommt, da hat es noch nie jemand mit ernsthafter Arbeit versucht.

    "Liebe Männer - leben und leben lassen! Richtet Euch nach der Nachfrage, denn das Angebot, dass Ihr zu bieten habt, ist das Paradebeispiel eines Ladenhüters.
    Ihr wundert Euch, dass Frauen Euer Lebensmodell nicht noch durch Fortpflanzung weiter bestehen lassen möchten? Tja, irgendwo sind wir ja dann doch wählerisch! "

    Was soll dieser Unfug? Nach meiner Kenntnis stirbt nicht das Lebensmodell der Männer aus, sondern das der Frauen genauso. Wir sitzen alle in einem Boot. Vielleicht könnte frau statt polemischem Herumreden einfach mal die Zeit nutzen, sich Gedanken für einen sinnvollen Weg aus der Krise machen.

    "Und achtet vielleicht ein wenig auf Eure Sprachwahl - denn ab und an hat man doch den Eindruck, dass so manch ein Beitrag auch von einer äußerst national geprägten Site stammen könnte ..."

    Sind Sie auch eine von diesen Nationalneurotikern? Schwenken Sie zur Zeit auch die Deutschlandfahne wenn die deutsche Mannschaft mal wieder gewinnt, während Sie die Sorge um unser Land nicht zu bewegen scheint?

    Verstehen Sie es nicht? Es geht nicht darum, ob man in Zukunft noch Goethe liest. Es geht darum, dass Deutschland ein Staat ist mit einer Rechts- und Sozialordnung (um die uns viele ausländische Menschen beneiden, warum sie so gerne herkommen), die die nächsten Jahrzehnte nicht überstehen wird. Dieser Staat wird von Wohlstand in unsagbares Elend übergehen, darin sind sich die meisten Experten einig. Viele glauben sogar, dass wir wieder ein totalitäres Regime bekommen werden, damit die Ordnung halbwegs aufrecht erhalten werden kann. Sind das wichtige Themen? Oder ist das Ihnen alles egal. Sie haben das ganze Problem nicht einmal ansatzweise verstanden und machen daraus immer noch so ein kleines Männer/Frauen- oder Ausländer-Ja-Nein-Problem. Darum geht es doch überhaupt nicht.

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