Mensch und Fadenwurm ähneln sich stark, zumindest was das Immunsystem betrifft. Aus diesem Grund dient in der medizinischen Forschung der ein Millimeter lange Nematode Caenorhabditis elegans als Modellorganismus für Homo sapiens. Derzeit ist uns das Tier auf der Suche nach neuen Antibiotika eine große Hilfe. Amerikanische Wissenschaftler infizierten C. elegans mit dem Darmbakterium Enterococcus faecalis und testeten an ihm über 7000 synthetische und natürliche Stoffe auf ihre Wirksamkeit denn ohne Behandlung stirbt der Winzling an der Infektion. Im Versuch konnten die Forscher die Würmer sogar mit Substanzen heilen, die beim In-vitro-Test an reinen Bakterienkolonien nichts gegen die Keime hatten ausrichten können (PNAS online, 26. Juni 2006). Offenbar brachten diese Stoffe das Immunsystem des Fadenwurms auf Trab. Nun hoffen die Wissenschaftler auf neue antibiotische Medikamente, die nicht mehr nur darauf beruhen, Bakterien schlicht abzutöten. Die raffinierten Stoffe sollen die Immunabwehr des Wirts steigern oder die Infektionskraft der Bakterien schwächen.

Die See-Elefanten in der Antarktis lebten vor tausend bis zweitausend Jahren offensichtlich deutlich weiter südlich als ihre heutigen Artgenossen. Ein internationales Forscherteam untersuchte Haut- und Knochenfunde an den Gestaden des Rossmeers in einer Gegend, die heute von den Tieren nicht mehr besucht wird, weil sie zu stark vereist ist. Die Laboranalyse ergab, dass die Überreste von mehreren Individuen des See-Elefanten (Mirounga leonina) stammen. Sie hatten hier zur Römerzeit ihre Brutplätze unterhalten (PNAS, Vol. 103, S.

10213). Das bedeutet, dass die Temperaturen in der Region damals deutlich höher gewesen sein müssen. Anders lasse sich die starke Veränderung des See-Elefantenverhaltens nicht erklären, vermuten die Forscher.

Während der Fahrt zu telefonieren reduziert die Konzentrationsfähigkeit auf den Straßenverkehr etwa so stark wie ein Blutalkoholpegel von 0,8 Promille. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Fahrer eine Freisprecheinrichtung nutzen oder sich das Handy direkt ans Ohr halten (Human Factors, 29. Juni 2006). Wissenschaftler der University of Utah verglichen im Simulator 40 Fahrer. Mal tuckerten diese unbeeinträchtigt herum, mal telefonierten sie mit dem Handy am Ohr oder per Freisprecheinrichtung, mal hatten sie 0,8 Promille Alkohol im Blut. Die Zeichen für mangelnde Konzentration (langsames Fahren, verzögertes Bremsen) zeigten sich bei Telefonierern und Betrunkenen etwa gleich stark. Allerdings: Nur dreimal fuhren die Testpersonen auf ihren virtuellen Vordermann auf es waren ohne Ausnahme Telefonierer.