WM Das Wechsel-Spiel

Michael Ballack sammelt Souvenirs, Christoph Metzelder träumt sich auf die Fan-Meile, und Jens Lehmann erkennt sein Land nicht wieder. Die wahre Weltmeisterschaft findet auf der Straße statt.

Wenn selbst diesem Ort ein Zauber innewohnt, muss wirklich was passiert sein. Eigentlich ist die Mixed Zone eines Stadions der sterilste Punkt der Fußballwelt, so ist das auch in München. Linoleumboden lässt die Sohlen quietschen, an der Decke knackt das Neonlicht, der ganze Stadionkeller strahlt eine gewollte Kälte aus, auch wenn es drückend schwül ist wie an diesem Tag. Die Mixed Zone ist eine Durchgangsstation, kein Aufenthaltsraum, eine Schleuse zwischen der Vertrautheit einer Mannschaft und dem Verlangen der Öffentlichkeit nach Intimitäten, hier treffen shampooduftende Spieler auf ihren letzten Metern zum Bus auf verschwitzte Reporter, und jeder fühlt sich vom jeweils anderen gedemütigt: die Spieler, weil sie durch vergatterte Gänge getrieben werden wie Vieh auf dem Weg zur Auktion, begafft und beurteilt. Die Reporter, weil sie an den Zäunen warten wie Bettler, die den Stars statt eines leeren Hutes ihre leeren Tonbänder entgegenrecken. Sie brauchen Zitate, die Währung dieser geschwätzigen Gesellschaft – und wissen doch, dass Wahrheit und Gefühle hier unten nicht zu haben sind, weil die Spieler ja »Profis« sind, und als Profis tragen sie ihr Informations- und Emotionsmonopol an allen vorbei in den Bus. So herrschen gewöhnlich Beklommenheit, Misstrauen und Scham auf beiden Seiten.

Das muss man wissen, um zu verstehen, was nach dem 2:0 gegen Schweden im Achtelfinale der Fußballweltmeisterschaft anders war, als die deutsche Delegation ins Medienspalier eintrat, durch eine Milchglastür, wie man sie von Flughäfen kennt: Oliver Bierhoff lächelte, als werde er nun endlich dieses Riesenbierglas vor dem Brandenburger Tor austrinken, Lukas Podolski grinste sich von Interview zu Interview, als sei er in die Reporter verliebt, Sebastian Kehl diktierte englischen Journalisten geduldig sein Lob der »German audience« in die Blöcke, Philipp Lahm erzählte leuchtend von seinen Erlebnissen auf dem Platz wie ein Schulbub von der Klassenfahrt, Jens Lehmann sprach vom »absoluten Höhepunkt« seiner Karriere – schade nur, dass er in seiner »kleinen Zelle in Berlin«, dem Mannschaftshotel, nicht viel mitbekomme von der WM an sich. Es gab Klapse hier und Klapse da, in die Fragen mancher Reporter hatte sich ein verschwörerisches »wir« geschlichen – und die Spieler wollten wissen, wie die Stimmung »draußen« sei.

Es geschieht nie, nie, nie, dass Fußballprofis Fragen stellen, sind sie doch der Mittelpunkt der Fußballwelt. Aber an diesem Juni-Tag schien sich etwas verschoben zu haben: Als 66000 Zuschauer in der Münchner Arena dem Spiel der Deutschen zusahen, hörte in Berlin die Polizei auf der Fan-Meile bei einer Million Menschen zu zählen auf. Als die Berliner Million nach dem Abpfiff zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule feierte, trat in München Michael Ballack aus der Kabine – mit einer kleinen Deutschland-Fahne in der Hand.

Er sah aus wie sein eigener Fan.

Die Deutschen sind gerade sehr ergriffen von ihrer Ergriffenheit

Die Flagge war ein Geschenk seiner Söhne. Sie waren nach dem Spiel in die Umkleide gekommen und hatten ihrem Vater diese Fahne überreicht, mit den Worten: »Für dich, Papa.« Normalerweise bringen Väter ihren Kindern Geschenke von Dienstreisen mit, um sie am Zauber der Ferne teilhaben zu lassen. Nun bekam der Vater das Mitbringsel, um ein wenig jener Magie zu erhaschen, die derzeit so viele bei der WM erspüren – oder erspüren wollen.

Die Sonne stand schon tief, als Ballack 90 Minuten nach dem Schlusspfiff mit seinem WM-Souvenir davonzog, als der Mannschaftsbus vom Stadion ablegte wie ein Schiff vom Festland und man nicht mehr genau wusste, was und wo sie nun ist, diese WM. Fuhr sie da gerade mit dem Bus weg? Oder blieb sie bei den Menschen, die noch rund um die Arena standen, weil es sich derzeit für viele wie ein Fehler anfühlt, nach Hause zu gehen?

Fast scheint es in diesen Tagen, als seien Ballack und seine Mitspieler nur noch Gäste auf der Party, zu der sie vor drei Wochen eingeladen haben.

Man kann die Verwunderung und Verwirrung darüber derzeit im ganzen Land erleben, denn das ganze Land tut seit Wochen nichts anderes mehr, als über sich selbst zu sprechen. In Berlin, auf der Terrasse einer Bierkneipe, sitzt ein Mann, der sich ebenfalls an einer Erklärung versucht. 21 Uhr, Anstoßzeit, auf einer großen Leinwand spielt Brasilien, strahlt und leuchtet gelb, das »R« des Kommentators rollt durch die Straßen, »Rrrrronaldo!«, »Rrrrrobinho!«, »Rrrrronaldinho!«, und an einem der Tische deutet Professor Wolfgang Kaschuba den Fußball – oder vielmehr das, was der Fußball über den Menschen erzählt. Kaschuba, 56, ist Direktor des Instituts für Europäische Ethnologie der Berliner Humboldt-Universität, er hat den deutschen Heimatfilm analysiert und die Architektursprache des Berliner Regierungsviertels, er hat ein Buch über die Inszenierungen des Nationalen herausgegeben, nebenbei quält ihn eine alte Liebe zum 1. FC Köln.

Bislang, sagt Kaschuba, habe er seinen Ethnologenblick beim Fußball auf den Rasen gerichtet, er spielt ja selber, in der Mannschaft der Akademie der Wissenschaften. Nun, bei dieser WM, sei das anders: »Ich gucke jetzt zu, wie die Leute zugucken.« Das ganze Land sei für ihn zum »Laboratorium« geworden, er sehe Menschen in einem »spielerischen Umgang in allen Abstufungen der Identifikation« – allem Treiben auf den Straßen liege »ein großes Streben nach Übereinstimmung, nach Gemeinschaft« zugrunde, das der Alltag nicht mehr befriedige. Anders als die WM 1974 ist die WM 2006 eine Freiluft- und keine Wohnzimmerveranstaltung. Familien lösen sich auf, Kirchengemeinden sterben, Gewissheiten zerlaufen – aber jetzt gibt es vier Wochen lang Public Viewing . Neue soziale Orte voller Menschen, die ihre Hymne singen, die sich in Tippgemeinschaften zusammentun, die sich in Flaggen hüllen, die ihre nackte Haut bemalen – und die sich gegenseitig bestätigen, wie schön es ist, seine Hymne zu singen, sich in Flaggen zu hüllen und seine nackte Haut zu bemalen. »Wir sind zwar einsamer geworden«, sagt Kaschuba ins theatralische Gebrüll des Fernsehkommentators hinein, »aber es ist nicht so, dass wir dadurch in unserer kulturellen Grundausstattung autonomer geworden wären: Unsere Kleidung, unsere Schönheit, unsere Klugheit, all das macht keinen Sinn, wenn wir es nicht kommunizieren können.« Jedes Bild von den Tribünen, von den Straßen und Plätzen erzähle ihm genau das.

Die WM als Sammelplatz einsamer Seelen also. Was nun daraus entstanden ist, ist sehr deutsch, weil es mal wieder sehr selbstreflexiv ist. Der Professor nennt es »Pathos auf der dritten Ebene. Wir merken: Oh, da bin ich aber gerade pathetisch gewesen. Deshalb breche ich es und sage mir, das sei nur ironisch – was mir wiederum erlaubt, Pathos zu fühlen.« Ist das Nationalismus? »Das sind weniger symbolische Feiern für irgendetwas, sondern Feiern des Symbolischen. Die Deutschen sind gerade sehr ergriffen von ihrer Ergriffenheit.«

Diese Selbstreflexion scheint sich inzwischen von den Tribünen wieder zurück aufs Spielfeld zu verlagern. Es geht hin und her. Es ist ein Wechselspiel geworden. Torsten Frings imitiert sich mit seinen Fernschüssen mittlerweile selbst, Miroslav Klose testet in seinen Dribblings, wie es sich wohl als Weltstar kickt, Michael Ballack spielt längst als »Michael Ballack« in seinem eigenen Film, Poldi und Schweini geben das Zirkusduo »Poldi & Schweini«, die Deutschen probieren mal, wie es ist, sich kollektiv zu freuen – und jeder schaut sich dabei selber zu.

Es ist erst einen Monat her, dass Torwart Jens Lehmann, der nun all seine aufgedrehten Mitspieler vor sich übers Feld laufen sieht, in einem Gespräch mit der ZEIT sagte, er wolle in diesem Sommer seine Kinder vorzeitig aus der Schule nehmen, damit sie die WM erlebten – »weil das ein Ereignis ist, das in Deutschland in den nächsten zehn, zwanzig Jahren einmalig bleibt«. Damals klang das kitschig. Heute sieht es so aus, als habe er die Lage unterschätzt. Lehmann hat Deutschland vor drei Jahren verlassen, da zog er nach London. Nun erzählt er im Stadionkeller von München, dass er während der Spiele, in der kurzen Zeit außerhalb seiner Hotelzelle, seine Heimat nicht wiedererkenne. Ausgerechnet Lehmann, der Mann aus der Fremde, ist derjenige deutsche Spieler, der als Erster zum Aufwärmen aufs Feld läuft; das ist Torwarttradition. Eine Stunde vor Anpfiff brüllt dann das Stadion auf, Lehmann steht allein auf dem Grün, ein Kristallisationspunkt der Gefühle. Lehmann führt dann die Arme über dem Kopf zusammen, klatscht und sieht dabei so unbeholfen aus wie früher Gerhard Schröder bei seiner Kanzler-Kraft-Geste. »Was hier passiert, kommt für mich total überraschend«, sagt er, die Kollegen aus der Bundesliga hätten ihm in all den Jahren nur berichtet, daheim sei »die Stimmung schlecht. Und in den Stadien dauernd die Gesänge: ›Wir woll’n euch kämpfen sehn‹.«

Oder Christoph Metzelder. Einmal, es war noch während der Vorrunde, war der Verteidiger zum Pressegespräch im ICC erschienen, dem Internationalen Congress-Centrum in Berlin. Hier hält der Bundestrainer vor einer gewaltigen Parteitagskulisse seine Konferenzen ab, und in klimatisierten Séparées dürfen einige seiner Spieler interviewt werden. Das ICC ist der öffentlichste Ort, an den Metzelder in diesen Tagen kommt. Er ist ein beredter Spieler, aber auf eine Frage wusste er an diesem Morgen lange keine Antwort: Wo ist das Zentrum der WM? Oder: Was ist das authentischste WM-Erlebnis? Metzelder starrte auf seine Hände, auf die weiße Tischplatte vor ihm, auf ein kleines Konferenz-Rondell von Cola-Fläschchen. Dann lachte er auf und sagte: »Auf die Fan-Meile würde ich gern mal gehen.« Am liebsten, wenn die Deutschen spielen. Am liebsten im eigenen Trikot. Als Fan Metzelder, der dem Spieler Metzelder zusieht. Es war ein Witz und doch die Wahrheit.

Es sieht jetzt manchmal so aus, als seien die Spieler Zuschauer der Zuschauer geworden.

Überall stürmisches Bemühen statt Hang zur Perfektion

Mag sein, dass die sportlichen Dramen des Turniers erst noch geschrieben werden – bislang hat sich die WM wegbewegt von ihrem Ursprung, dem Fußballplatz. Es ist, als sei ringsum eine große UN-Vollversammlung im Gange, auf der die Menschheit keine Kriege beschließt oder abzuwenden versucht, sondern sich selber feiert. Noch lauter als die Nationalhymnen wird in den Stadien der Popsong Three Lions gesungen, der Refrain »Football’s coming home« ist zur Weltfußballhymne geworden. In Frankfurt, in einer stickigen Straßenbahn auf ihrem Weg zum Spiel Niederlande gegen Argentinien, schwärmte ein Mann in Oranje vom »groot feest« , dem großen Fest, das ausgerechnet die Deutschen ausrichteten. Ein Argentinier kam hinzu und rief: »Das sind die Momente, in denen du das Leben liebst, weil du es im ganzen Körper spürst.« Nur Hang Yu, Berichterstatter des Internet-Dienstes China Sports, gab zu bedenken, dass die Deutschen zwar »veeeeeery warmhearted« seien, vom Taxifahrer bis zum Polizisten – aber das mit miserablem Englisch. Das habe ihn wirklich erstaunt.

Deutschland staunt ja selber über seine Fehlerhaftigkeit – und noch mehr darüber, dass es sie akzeptieren kann. Früher mochten (oder hassten) die Deutschen ihre Nationalelf wegen ihrer Präzision, ihrer Perfektion. Heute wird sie geliebt wegen ihres stürmischen Bemühens, ihrer bislang erfolgreichen Improvisation. Das Spiel auf dem Rasen wirkt wie der Versuch, aus beschränkten Mitteln das Beste machen. Im Prinzip ist das ganze Leben so.

Deutschland ist erstmals als Underdog in den globalen Fußballwettbewerb gegangen, an niemandem ist das besser zu erklären als an Jürgen Klopp. Klopp, 39, ist eigentlich Trainer des Erstligisten Mainz 05, in der vergangenen Saison ist er nur knapp dem Abstieg entgangen. Nun analysiert er im ZDF die Spiele dieser WM – und plötzlich sieht Günter Netzer in der ARD irgendwie alt aus.

Es ist einer dieser gewittrigen Spätnachmittage in Berlin, Sendepause zwischen zwei Spielen. Klopp sitzt in einem Besprechungszimmer am Potsdamer Platz, von wo aus das ZDF die Republik mit Fußball versorgt, und kaut Kekse. Er kommt ja sonst nicht zum Essen, »in der ersten WM-Woche bin ich noch nicht mal richtig zum Schlafen gekommen«, sagt er und lacht, »da bin ich zwar um ein Uhr ins Bett gegangen, aber die Spiele in meinem Kopf liefen trotzdem weiter«.

Was für ein Kontrast: Klopp quasselt wie die Fans am Brandenburger Tor, die WM raubt ihm den Schlaf, weil er auch nachts noch freudig staunt über das, was er da sieht. Bei Netzer ist das unvorstellbar. Netzer dünkelt. Seine Perspektive ist die des Altmeisters, jeder seiner Sätze verrät die Verlustängste der alten Bundesrepublik – immer wieder » Wir als Fußballnation« und »So einen Gegner müssen wir schlagen«. Klopp sagt das nicht. Klopp sagt, wenn die Regie auf sein Geheiß eine Spielszene einfriert: »Gucken wir uns das mal an, das ist nämlich superinteressant!« Er staunt wie ein Kind über die Kombinationen der Brasilianer. Er sagt über das Traumtor eines argentinischen Weltstars: »Genau so eins habe ich auch schon gemacht: 1993 gegen den SV Meppen.« Er gesteht vor laufender Kamera: »Das Spiel stellt mir heute noch so viele Fragen.« Und ganz nebenbei ist sein »Grafiktablett«, wie sie beim ZDF den Bildschirm nennen, auf dem Klopp Kringel über Spielsituationen malt, zur Tafel der deutschen Fußballvolkshochschule geworden. Es geht nicht mehr um nationale Schande, es geht um diesen oder jenen Fehlpass da im Mittelfeld. Während Netzer noch im Jammertal sitzt, befeuert Klopp den emotionalen turnaround . »Das, was ich hier mache, ist genau das, was ich bei Mainz 05 auch mache – nur vor mehr als 20 Jungs«, sagt Klopp. Er muss dann auch schon wieder weg, Fußball gucken.

Das Publikum feiert seinen Beitrag zur WM – fast schon eitel

Es ist, als sei Klopp, der Fastabsteiger, als Vertreter einer neuen deutschen Neugier für diesen Job gecastet worden. Denn so wie der Mainzer Trainer auf die Bundesliga blickt, schaut Deutschland auf den Weltfußball. So wie die jüngste deutsche Wirtschaftskrise uns alle zu kleinen Ökonomen ausgebildet hat, hat die letzte deutsche Fußballkrise kleine Taktik-Experten aus uns gemacht. Es erscheint zunächst paradox und dann doch folgerichtig, dass – bei aller gegenwärtigen Leidenschaft – der Blick auf den Fußball selber fachlicher geworden ist. Jürgen Klopp, der die Spiele der Nationalelf im Deutschland-Trikot analysiert und bei einem Fehler der Abwehrkette trotzdem nicht persönlich beleidigt wirkt, ist das Sinnbild dafür.

Die Frage ist bloß, wie lange all das anhält. Ob das Land schon entspannt genug ist, zu verlieren und sich dann mit anderen zu freuen. Es kann ja täglich so weit sein. Der Ethnologe Kaschuba hatte dazu in der Fußballkneipe gesagt, er habe Hoffnung: Die Medien als »Schalttafel des kollektiven Gedächtnisses« sorgten schon jetzt (auch mit diesem Artikel) dafür, dass der Sommer 2006 künftig immer dann erwähnt werde, »wenn wieder German angst um sich greift. Dann wird es heißen: ›Es gab mal diese vier Wochen voller Leichtigkeit.‹ Selbst wenn diese Leichtigkeit nicht bleibt, wird die Erinnerung daran bleiben. Das Wissen, dass wir das mal gekonnt haben.«

So wird in diesen Wochen der Hinweis »ausverkauft« auf den Stadiontafeln bejubelt wie ein Tor. Das Publikum feiert seinen Beitrag zur WM, es hält ihn für nicht unwesentlich, manchmal wirkt die ganze Angelegenheit schon etwas eitel. Es ist kein Zufall mehr, dass die Ikonen des Turniers bislang keine Spieler zeigen, sondern Zuschauer: Diego Maradona mit Trikot und Zigarre. Die entfesselt jubelnde Frau in Schwarz-Rot-Gold auf den Schultern eines Mannes, die es bis auf den Spiegel -Titel schaffte.

Die ausgestreckte Hand mit einer Digitalkamera darin ist zu einer der Gesten der WM geworden. Die Menschen fotografieren sich selbst, sie führen Tagebuch in Bildern. Ich war dabei, soll das heißen. In Frankfurt, es war schon dunkel, und die Partie der Argentinier gegen die Holländer ging in ihre letzten Minuten, war das Publikum am Ende auch nur noch mit sich selbst beschäftigt. Das Spiel war öde, die Welle kreiste, da entrollten fünf Männer im Unterring ein Transparent, das die ganze WM erklärt. Drei Worte nur und doch ein Existenzbeweis von planetarischer Größe: »Wir sind hier.«

 
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