In der Diskussion um Peter Handkes Einschätzung des Kriegstreibers Miloevi rechnet Günter Grass auch Goethe zu den Bewunderern Napoleons. So ganz naiv und kritiklos war Goethe wohl nicht. In Eckermanns Gesprächen (10. Februar 1830) nennt er Napoleon einen Mann, "der das Leben und Glück von Millionen mit Füßen getreten hatte", und kommt zu dem Schluss: "Napoleon gibt uns ein Beispiel, wie gefährlich es ist, sich ins Absolute zu erheben und alles der Ausführung einer Idee zu opfern."

Bernd Biedermann, Hausen bei Würzburg

Günter Grass irrt, wenn er sagt: "Nach heutigen Gesichtspunkten könnte man auch Heine verurteilen". Heine war weder blind, noch hat sein Ruhm ihn abstumpfen lassen. Zu seiner Napoleonbegeisterung sagt Heine in Kapitel XXIX der Reise von München nach Genua: "Ich bitte dich, lieber Leser, halte mich nicht für einen Bonapartisten - meine Huldigung gilt nicht den Handlungen, sondern dem Genius des Mannes.

Unbedingt liebe ich ihn nur bis zum achtzehnten Brumaire da verriet er die Freiheit"

Dr. Peter Joh. Droste, Aachen