Bislang war Poker nur bekannt aus Wildwestfilmen. Neuerdings aber laufen nachts auf dem Sportkanal DSF Übertragungen von Pokerturnieren aus Las Vegas. Ein Moderator erläutert den Spielverlauf, und der Reiz für die Zuschauer liegt darin, mittels einer versteckten Kamera zu erfahren, wer die besseren Karten hat, wer blufft, wer nicht. Und weil die Quoten stimmen, plant auch ProSieben am 6. Juli ein Pokerturnier.

Stefan Raab lädt die Schauspielerin Heike Makatsch und den Komiker Michael Bully Herbig zum gemeinsamen Spiel: "TV total EuroPoker.net Nacht" nennt sich die Sendung.

Poker lebt vom Nervenkitzel. Es suggeriert Kontrolle, wo keine ist.

Wer schlechte Karten hat, setzt ein Pokerface auf und versucht, über die Runden zu kommen.

Wenn jedes Spiel Konfliktsimulation ist, bewältigen Pokerspieler ihre Angst vor dem Kontrollverlust, vor dem Verlieren im wahren Leben.

Vielleicht passt das zu Deutschland jenseits der WM-Euphorie.

Vielleicht wird Poker angesichts des zunehmend globalisierten Wettbewerbs bald ganz wichtig. Denn wenn wir wirtschaftlich absteigen sollten, dann wenigstens mit einem Pokerface.