Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix, hieß es einst in der Werbung, als ein Schokoriegel zwecks besserer Vermarktbarkeit umgetauft wurde. Und in der Politik, ändert sich da am Ende trotz großer Mehrheiten auch nix? Doch: "Basta" (Schröder) heißt jetzt "scheißegal" (Merkel). Ansonsten wandelt die Kanzlerin in diesen Tagen auf den Spuren ihres Vorgängers Gerhard Schröder. Den nannte die SPD-Linke Andrea Nahles einmal die "Abrissbirne der deutschen Sozialdemokratie". Dahinter will eine Angela Merkel nicht zurückstehen und erklärte gleich das ganze Land zum "Sanierungsfall", was die SPD als Attacke auf ihre sieben Regierungsjahre verstand und mit dem Prädikat "nicht sehr schlau" (Olaf Scholz) versah.

Als dann auch noch Fraktionschef Peter Struck per Interview erklärte, was eine bare Selbstverständlichkeit ist "Gerhard Schröder als Sozialdemokrat wäre mir immer der liebere Kanzler" , konterte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, Struck störe mit seinen Äußerungen das Koalitionsklima. Worauf Struck nicht etwa "Heul doch!" sagte, sondern: "Das müsst ihr aushalten." So lustig hätte es ewig weitergehen können. Dann aber soll sich Merkel, frei nach dem Grundsatz ihres Lehrmeisters Kohl ("Entscheidend ist, was hinten rauskommt"), dazu entschlossen haben, den Schröder zu machen, und beendete die Debatte mit einem herzhaften "Das ist mir scheißegal".

Danach ging man daran, einen Kompromiss zu Föderalismus- und Gesundheitsreform zu vereinbaren.

Was lehrt uns das alles? Ein Vertrag macht noch kein glückliches Paar und garantiert noch lange keinen gelungenen Nachwuchs. Und in Zeiten der "Grökaz" (Größten Koalition aller Zeiten) müssen die grundsätzlichen Zweifel und der Ärger, den man inhaltlich hegt, der aber nicht rausdarf, sich in inhabituellen Nölereien à la "Muss der Münte immer die Merkel so anlächeln" Bahn brechen. Ein bisschen erinnert das, tja, an was noch mal? Sandkasten, Förmchen, da war doch was...