Besser spät als nie, und in diesem Fall sogar besonders gelungen: Warren Buffett überweist nicht bloß 32 Milliarden Dollar an die Stiftung von Bill Gates, des einzigen Landsmannes, der ihn an Reichtum übertrifft. Er sendet damit auch ein Signal. Erstens an steinreiche Amerikaner, denen er sein Beispiel bereits empfohlen hat. Zweitens über die Grenzen seines Landes hinaus bis hin zu deutschen Stiftern und Gönnern. Die Botschaft lautet: Tut nicht irgendwas Gutes mit eurem Geld, sondern das Bestmögliche!

Viele hiesige Stifter wollen sich mit einer eigenen Organisation ein Denkmal setzen und die Gesellschaft verbessern. Aber sie wissen nicht genau, wie sie mit ihrem Geld eine möglichst starke Wirkung erzielen.

Dann schiebt euer Ego beiseite und gebt das Kapital denen, die das können, ist Buffetts nun vorgelebter Rat. Ähnlich den privaten Unternehmen sollten auch Stifter ihre Mittel bündeln und dort einsetzen, wo der angestrebte Erfolg am größten ist.

In der Regel ist es weder die Erbschaftsteuer noch das Stiftungsrecht, das die Reichen zum Geben animiert. Es ist eine Frage ihres Willens und der gesellschaftlichen Stimmung. Stiften ist in. Damit das so bleibt, muss das Geld aber erfolgreich eingesetzt werden. Und das geht nur, wenn echte Sozialunternehmer ans Werk gehen, mit Konkurrenzvergleichen, Erfolgskontrollen und Wucht.