Eine dunkle Hautfarbe kann in den USA noch immer von Nachteil sein, das ist bekannt. Dass aber Schwarze mit besonders dunkler Haut oft noch schlimmer diskriminiert werden als jene mit etwas hellerer, haben nun Forscher an der Stanford University herausgefunden, zumindest für männliche Mörder. Afroamerikaner mit für Schwarze besonders typischen äußerlichen Merkmalen wurden demnach doppelt so häufig zum Tode verurteilt wie diejenigen, die nicht in dieses Schema passten. Dieser Zusammenhang gilt allerdings nur, wenn die Mordopfer Weiße waren. Denn sind Afroamerikaner die Opfer anderer Afroamerikaner, ist es den Geschworenen offenbar egal, wie dunkel die dunkle Haut der Täter eigentlich ist.

Hartnäckig hält sich das Klischee von den arbeitswütigen Japanern trotz der jahrelangen Wirtschaftsprobleme des Landes. Was die Rezession nicht geschafft hat, könnte nun ein neuer Trend bewirken.

Denn Mittagsschlaf wird in Japan gesellschaftsfähig. Salons in Tokyos Bürovierteln bieten müden Geschäftsleuten für wenige Yen eine Liege nach dem Mittagessen. Toyota fördert das Schläfchen direkt am Arbeitsplatz, sogar Schulen gönnen ihren Schülern nach dem Essen etwas Ruhe. Werden die Japaner nun bald als Genießer oder gar Faulpelze gelten? Zumindest in den USA hört man eine andere Interpretation: Die Japaner tankten Kraft, um ausgeschlafen zu sein für umso größere Anstrengungen im weltweiten Konkurrenzkampf. Nicht umsonst heißen Nickerchen bei amerikanischen Geschäftsleuten power naps.

Während Hierarchien vielerorts flacher werden, galt zumindest das Militär bislang als Hort von Befehl und Gehorsam. Diese Struktur sehen einige Traditionalisten nun in Gefahr, jedenfalls bei der britischen Armee. Dort gibt es erstmals einen Orden für Rekruten, den nicht mehr die Vorgesetzten vergeben, sondern die Soldaten selbst, in einem demokratischen Verfahren. Selbstbestimmungsrechte, welche die Soldaten sich erstritten haben? Mitnichten die Idee stammt von einem Offizier. Doch wer modernste Managementtheorie dahinter vermutet, der irrt. Vorbild sei die Rugbymannschaft seiner Kinder, sagte David Homer, Kommandeur der Grundausbildungseinheit der Armee. Am beliebtesten, so habe er gelernt, sei dort eine Ehrung, welche die Kleinen untereinander in einer Abstimmung vergeben. Für den vom Trainer verliehenen Preis dagegen interessiere sich kaum jemand.