Stralsund Westbesuch
Am 14. Juli kommt George W. Bush nach Stralsund. Die Schriftstellerin Ariane Grundies ist dort aufgewachsen. Sie ahnt, was den US-Präsidenten erwartet: Maulfaules Volk, das »Bier der Gerechten« und ein nervöser Bürgermeister
Unmöglich ist in Stralsund eigentlich nur der Bürgermeister. Ansonsten ist in der Hansestadt am Sund beinahe alles möglich, sogar George W. Bush. Am 14.Juli will die Bundeskanzlerin dem Präsidenten hier zeigen, was auf der anderen Seite der Mauer geschafft wurde . In Stralsund hat man es unter anderem geschafft, viele Häuser farbig zu streichen (gerne in Rosa), Handball zeitweise in der 1. Bundesliga zu spielen, die Volkswerft in die Klemme zu bringen, die historische Altstadt dem Unesco-Welterbe unterzujubeln, die Stralsunder Heringe nach original Bismarckrezept von Gerhard Schröder per Brief loben zu lassen, die Arbeitslosenquote auf rund 22 Prozent aufzustocken, die Touristen durch eine neue aufwändige Ortsumgehung ausreichend zu verwirren – endlos ließe sich die Liste fortsetzen. Soll er nur kommen und gucken und staunen.
Ach was, sagen die Stralsunder, der soll bleiben, wo der Pfeffer wächst.
Aber ich kenne die Stralsunder, die sagen das nur so, die ollen Fischköppe. Eigentlich sind sie ganz heiß auf den Besuch. Stolz wie Oskar sind sie, dass ihr hiesiges Katzenkopfsteinpflaster und das hübsche Rathaus darauf bei Uli Wickert im Fernsehen zu sehen sein werden. Stralsund im Fokus der Weltpresse, ganz ohne Vogelgrippe und das ganze Tamtam. Wenigstens Till Backhaus, Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister, müsste das erleichtern. Das Reden vor Fernsehkameras ist nicht so sehr sein Ding.
Warum dieser amerikanische Präsident nicht, wie alle anderen auch, nach Berlin, sondern ausgerechnet nach Stralsund eingeladen wurde, dafür gibt es mindestens vier gute Gründe. Stralsund ist gnadenlos übersichtlich: In der Bürgerschaft gibt es so viele NPD-Sitze wie Einwohner arabischer Herkunft (2), so viele Linkspartei-Sitze wie offenkundige Bush-Anhänger (10). Stralsund ist kritisch: Die PDS möchte bitte schön mal wissen, woher die CDU das Geld nehmen will, um den Besuch zu finanzieren. Stralsund hat Nerven wie Drahtseile. Die Lokalpresse fragt vier Wochen vor dem Großereignis: Wächst Ananas bald in Deutschland? In Stralsund weiß man, worauf man sich verlassen kann: Bei angekündigten Großveranstaltungen – und Demos – kommen erfahrungsgemäß mindestens, aber auch nicht mehr als zwei Dutzend Leute zusammen.
Wie Bush sich die Einladung erklärt, verriet er Sabine Christiansen: It was very kind of Chancellor Merkel – who I call Angela, by the way – to invite me to her residence. (…) I’ll get to know her better and she’ll know me better.
Merkels Residenz ist eine lütte Butze über einer Douglas-Filiale
Ob Bush weiß, dass Angelas Stralsunder Residenz nur eine lütte Anderthalbzimmerbutze über einer Douglas-Filiale ist, wo ihr ständig das Klingelschild gestohlen wird? Aber wie wir wissen, ist die Lage entscheidend, nicht die Größe. Ein paar Tage im Jahr verbringt die Kanzlerin in ihrem Büro in der Ossenreyerstraße, der Stralsunder Flaniermeile, provinzgerecht fest in der Hand von Optikern, Schuhläden und Friseuren. Dank »Bild« wird Bush nun womöglich dort übernachten müssen. Geplant war das Kempinski Grand Hotel in Heiligendamm, aber gewohnt investigativ hat das Boulevardblatt den streng geheimen Ablaufplan verraten.
Allem Anschein nach freut sich Bush trotzdem auf den Besuch. Er hofft, in Stralsund mehr Menschen wie Merkel kennen zu lernen. Zu diesem Zweck will er ein Bad in der Menge nehmen. Ha! Hatte es 2005 in Mainz nicht gegeben! Da wurden für Bush Menschen, Mülltonnen und Briefkästen beseitigt, der Verkehr inklusive Flughafen wurde lahm gelegt, 1300 Gullys zugeschweißt. So war das damals mit Schröder. Mit Merkel ist alles anders. Ihr vertraut Bush. Er weiß, in Stralsund ist das Unmögliche möglich, hier bei Angela ist er Mensch, hier darf er’s sein. In Stralsund gibt es tatsächlich mehr Menschen wie Merkel, Menschen, die zweifelsohne das Zeug zur Bundeskanzlerin haben und eine Aversion, über Frisuren oder andere Äußerlichkeiten zu sprechen. Die Sprechunlust geht bei manchen Hansestädtern allerdings so weit, dass gar nichts mehr kommt außer: Lod de annern snakken. Ik heff nix hüürt. Plötzlich schnappen sie sich eine Angel, bleiben stumm wie ein Fisch und loben sich ihre fast vollständig erhaltene Stadtmauer, die sie vor schnellem Fortschritt und Fremden beschützt.
Angela ist seit 1990 keine Fremde mehr. Sie macht sich die Stralsunder Mentalität zunutze: Wir machen das nun mal immer so!, und holt damit regelmäßig über 40 Prozent der Stimmen in ihrem Wahlkreis.
Mit 17 erschienen mir Stralsunds Möglichkeiten noch reichlich begrenzt, inzwischen weiß ich, hier gibt’s nichts, was es nicht gibt.
Der »Spiegel« braucht gar nicht so schnippisch zu fragen, wo Bush überhaupt landen soll. Natürlich gibt es einen Landeplatz für ihn. Wenn Königin Silvia hier heile runterkam, dann kann George Bush das auch gelingen. Im Stadion der Freundschaft , wo mich Heuschnupfen vor allerhand 60-Meter-Sprints bewahrte und die Wende vor dem Granatenweitwurf, soll ein Helikopter den Präsidenten absetzen. Von der wesentlich interessanteren Frage in diesem Zusammenhang weiß der »Spiegel« nichts: Wie kommt George W. Bush vom Stadion der Freundschaft zum Rathaus? Ab 21 Uhr wird so ein Vorhaben in Stralsund nämlich zu einem logistischen Problem. Da fahren keine Busse mehr, und jemand müsste ihn 60 Minuten vor der Landung für ein Anrufsammeltaxi (AST) anmelden, das ihn für 3,50 Euro von der Bushaltestelle abholt und zum Alten Markt bringt. Etwas aufwändig, aber nicht unmöglich. Unmöglich blieb bisher eigentlich nur der Versuch des Bürgermeisters Harald Lastovka, die Stralsunder Sparkasse zu privatisieren. Im Alleingang hätte der Bürgermeister zu gern die deutsche Bankenlandschaft reformiert, wurde aber nichts draus.
Auf dem Alten Markt angekommen, ist die Bush-Reise auch schon geschafft. Auf diesen Ort soll sich der Aufenthalt beschränken. Während die ehemaligen Feinde ganz in der Nähe mit dem Bau der Ostseepipeline begonnen haben, wird der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika durchs Stralsunder Rathaus stolzieren. So wie ich vor zwanzig Jahren als Blumenmädchen, in eine blau-weiß karierte Tischdecke gehüllt, von der alle anderen behaupten, es wäre ein Kleid gewesen. Anschließend wird sich Bush im Blitzlichtgewitter einmal um die eigene Achse drehen. Harald Lastovka wird das Medieninteresse genießen und sich vorstellen, es gelte ihm. Die Leiterin der Tourismuszentrale Birgit Wachs erklärte bereits im Vorfeld, in diesem Augenblick werde Stralsund auf einen Schlag weltbekannt. Sie wird den Weltpräsidenten darauf hinweisen, dass es doch wahnsinnig lustig sei, dass Stralsund 1234 – 1-2-3-4 – das Stadtrecht bekam. Bush wird fragen: Oh really?, Wachs antworten: Absolutely!, und Lastovka wird – nervös wegen der schwindenden Aufmerksamkeit – zum letzten Mal (endlich) das sagen, was vorher schon ausnahmslos jeder Reporter von ihm zu hören bekam: 1628 wurde Stralsund schon einmal belagert, und zwar von Wallenstein und seinen Truppen. Damals sind wir siegreich aus der Belagerung hervorgegangen! Dann wird er bedeutungsschwanger in die Journalisten- und Secret-Service-Runde gucken und grinsen. Der andere Harald, Ministerpräsident Ringstorff, wird nicht grinsen, sondern verstohlen zu seinen drei PDS-Kabinettskollegen rüberlinsen, die ihre Drohung wahr gemacht haben und in der ersten Reihe der Anti-Bush-Proteste stehen.
Hinter den Protestierenden drücken sich die Cafébetreiber rund um den Markt die Nasen an ihren Schaufenstern platt und halten den Bescheid in den Händen, der ihnen aus Sicherheitsgründen die Freisitze untersagt hat, natürlich unter dem Vorwand, die paranoiden Amis würden darauf bestehen. Tatsächlich will man sie nur vor sich selbst beschützen. Stralsund könnte wirklich auf einen Schlag weltbekannt werden, wenn es Bush mit seinem Milchkaffee so ähnlich ginge wie mir neulich. Ich sagte: Entschuldigung, der Kaffee schmeckt wirklich seltsam. Die Bedienung wusste zumindest sofort, wovon ich rede: Ja, die Milch ist auch schon so lange offen, aber ich hab bestimmt eine halbe Minute daran gerochen. In anderen Touristenstädten unmöglich, in Stralsund kann man offen darüber reden. Bush wird statt eines Kaffees also das lokale Störtebeker probieren müssen – das Bier der Gerechten, so der Werbeslogan – und dann mit loser Zunge Bundeskanzlerin Merkel aus Versehen »My Girl« nennen.
Hanni Höppner wird derweil in ihrer ältesten Hafenkneipe Europas allein mit dem berüchtigten Fährwasser sitzen, weil am Ende die ganze Stadt nämlich doch abgesperrt ist, das Bad in der Menge ins Wasser fällt und Bush gar nicht über Douglas ins Bett plumpst, sondern sich schleunigst wieder aus dem Staub macht. Traurig bleibt die Empfangsdame des Baltic-Hotels zurück, die noch bis zum Schluss fest damit gerechnet hatte, dass der hohe Besuch in einem ihrer Exklusivzimmer übernachtet – für 152 Euro, zwei Waschbecken, Bodylotion und Badeschlappen inklusive.
Das Problem sind nicht die Betten, sondern die Schaulustigen
Am Abend werde ich die »Tagesschau« einschalten. Während Bush für den Bruchteil einer Sekunde vor meinem Rathaus zu sehen sein wird, werde ich hektisch die Schaulustigen nach einem bekannten Gesicht absuchen. Wenn es gut läuft, erwischt die Kamera einen ehemaligen Lehrer oder besser noch die ehemalige Fleischerfrau aus dem Konsum, die ich schon 18 Jahre nicht mehr gesehen habe. Merkel gibt den gleichen Kommentar wie zur WM-Eröffnungsfeier ab: Das war schon ’ne bewegende Minute.
Parallel läuft auf Vox die fünfte Wiederholung der »Spiegel-TV-Reportage«, in der eine Hand voll schwitzender StralsunderInnen an der ersten Deutschen Saunameisterschaft teilnimmt. Die zweite findet übrigens nur wenige Wochen nach dem Bush-Besuch in Stralsund statt.
Apropos Schaulustige. Von wegen, die Betten in der Hansestadt wären am 14. Juli komplett belegt. Ein Appartement in Hafennähe bietet 3 Nächte (13. bis 15. Juli) für 850 Euro, inklusive Endreinigung, mit folgendem Zusatz: Da Frau Merkels bevorzugte Stralsunder Sightseeing-Tour durch das Johanniskloster direkt zu Mien Hüsing führt, ist damit zu rechnen, dass der Zugang stundenweise nicht möglich ist.
Das ist Stralsund: clever, gastfreundlich, informativ – Unmögliches wird möglich. Dabei sind die Betten nicht das Problem. Eher die Schaulustigen. Als kürzlich der schwedische Ministerpräsident zu Gast war, schrieb die »Ostseezeitung«: Vor dem Rathaus bittet der Oberbürgermeister Lastovka (CDU) die wenigen Schaulustigen, nicht wegzulaufen.
Dr. Angela Merkel, die Frau aus dem Osten, will den Menschen hier etwas von dem Vertrauen zurückgeben, das man ihr entgegenbringt. Natürlich durfte sie damals im Jakobi die zwei Bockwürste vom Büfett für die Rückfahrt einpacken, als sie darum bat. Im Gegenzug für dieses Vertrauen (das Jakobi ist inzwischen pleite) schleppt sie neuerdings einen Staatsgast nach dem anderen nach Vorpommern. Die Polizisten, Handwerker, Lokalreporter, sie alle bekommen ihren Großeinsatz: Vorfahrt für Arbeit! Sie tut wenigstens was. Diesmal aber machen die Stralsunder keine gute Miene zum bösen Spiel. Nur Fidel Castro, Valentina Tereschkowa und German Titow haben wir mit ungeteilter Freude begrüßt. Wir werden gehörig auf den Bush klopfen, drohen die kühlen Norddeutschen.
Ach, wahrscheinlich wird das ganze Spektakel wieder so enttäuschend wie Silvester, sagt meine Oma. Wie viele andere hatte sie mit Spannung die groß angekündigte Lasershow im Hafen erwartet. Und als es so weit war, war da nichts weiter als
zwei Lichtstrahlen ohne Sinn und Verstand.
*
Ariane Grundies wurde 1979 in Stralsund geboren. Vor zwei Jahren erschien ihr Erzählband »Schön sind immer die anderen«, im Herbst veröffentlicht sie ihren ersten Roman. Die kursiv gesetzten Zitate sind der Stralsunder Lokalpresse und dem dortigen Volksmund entnommen
- Datum 28.06.2006 - 08:31 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 29.06.2006 Nr. 27
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Selten habe ich mich so königlich amüsiert, wie bei diesem Artikel. Ich muss dazu sagen, ich bin seit Geburt an ein Stralsunder, habe weder davor noch danach dran gedacht, von Stralsund wegzugehen und verfolge das Werden und Wachsen meiner Heimatstadt schon immer und gerade jetzt, wo alles besser werden wird.
Unmöglich ist in Stralsund eigentlich nur der Bürgermeister ... Im ersten Moment habe ich da sofort an eine bestimmte Auto-Werbung gedacht: Nichts ist unmöglich ... Im zweiten Moment habe ich gedacht, besser kann man ihn gar nicht beschreiben. Doch je länger ich nachdenke, komme ich zu dem Schluss, ist nicht ganz richtig, was da steht. Ariane (ich darf doch so unter Stralsunnern sagen) hat ganz einfach sien Fru vergessen. Und ... der Apfel fällt nicht weit vom Pferd, drum ist auch ... ! Ja, da werden wir noch viel Freude in Stralsund haben.
Nun kann ich mich ja noch ganz schwach daran erinnern, wie das so war, als Olaf Palme Stralsund besuchte. Da wurden die Häuser und Straßen an der Protokollstrecke hergerichtet, ins Rathaus zu vier Augen-Gespräche eingeladen, das Stadtarchiv besichtigt und die Innenstadt gesichert. Ausgewählte Persönlichkeiten durften ihm die Hand schütteln. Das hatten damals die Bösen organisiert.
Jetzt wurden die Häuser und Straßen an der Protokollstrecke hergerichtet, ins Rathaus zu vier Augen-Gesprächen eingeladen, das Stadtarchiv besichtigt und die Innenstadt gesichert. Ausgewählte Persönlichkeiten durften ihm die Hand schütteln. Das haben jetzt die Guten organisiert. Da fällt mir doch glatt der Spruch unter einer Karikatur ein, den man sinngemäß abgewandelt so nennen könnte: Die schärfsten Kritiker der Elche sind ... (heute) ... selber welche.
Sicherlich, wir Norddeutschen sind ein maulfaules Volk und haben früher auch kein Schauspielunterricht in der Schule gehabt. Wir setzen uns still in die Ecke, kucken uns erst einmal die Leute an und bilden uns ne Meinung. Das haben wir ja nun schon mit Mr.Präsident gemacht. You are not welcome kam dabei überwiegend raus. Aber wen störte das schon.
Nun muss man das ja auch nicht immer ganz so pessimistisch sehn. Gerade heute hat es in Stralsund nach langer Trockenheit mächtig geschüttet. Mein erster Gedanke war gleich: Hoffentlich sind die Gullydeckel noch zugeschweißt. Am Rande der Stadt hoben die sich nämlich gewaltig und es sprudelte nur so hervor. Und die mit ner schönen lila Banderole versiegelten kleinere Öffnungen in den Laternenpfählen etc., alle handschriftlich vom versiegelnden Beamten der Landespolizei MeckPom unterzeichnet, sind doch ein schönes Souvenir, bringt bei ebay bestimmt was.
Also ich habe mich so richtig sicher gefühlt, wenn da nicht die greenpaecer wären. Diese Schlawiner ! Da stimmte etwas nicht mit der deutschen Gründlichkeit.
So, nun will ich hier keinen Gegen- bzw. Parallelartikel schreiben. Double U hat nicht nur in Trin Schwein gehabt. Er als oberster Vertreter eines Landes, welches im letzten Jahrhundert andauernd seine Interessen verletzt sah und deshalb selbst und/oder über Dritte diese leider mit Waffengewalt verteidigen musste, hat sich hier scheinbar pudelwohl gefühlt.
Fast alles ist so bzw. war so, wie Ariane Grundis es in ihrem Artikel beschrieben bzw. vorausgesagt hat. Sorry, jetzt habe ich doch den Namen von Frl. Grundis falsch geschrieben, schlecht recherchiert.
Nicht das Sie denken, Fr. Grundies, ich hab ne Leiche im Keller. Ich fand und finde Ihren Artikel sehr treffend. Vielleicht sollte man ganz frisch noch einmal aufgreifen, Was hat es uns gebracht außer ... ? Aber vielleicht sollte man noch ein bissel warten, IKEA hat sich ja auch nicht gleich nach Olaf Palmes Besuch in Stralsund angesiedelt. Dauert ja nicht mehr lange, dann haben wir Stralsunder ja auch einen ganz dicht bei in Rostock.
Das wird schon. Der Bush-Besuch war bestimmt das, was noch gefehlt hat an den blühenden Landschaften.
De Stralsunner
Der Besuch von George Bush ist genauso überflüssig wie dieser Artikel.
Ich kann nur hoffen, dass durch die Medienpräsenz ein paar Leute neugierig auf "uns Vörpommern" werden.
Stralsund ist klein, provinziell, die NPD hat Fuß gefasst, Arbeitslose gibt es viele: ...längst nicht über die Folgen der DDR hinweg. Es ist stumpf, sich darüber zu belustigen. Es gibt 2 Regionen in M-V mit Zukunft: Rostock und Stralsund-Greifswald-Rügen. Reden wir lieber über die Perspektiven und lassen die Stralsunder mit Bush in Ruhe. Die politische Weltbühne ist in dieser Stadt genauso fehl am Platz wie in Paderborn oder Meppen. Und über diese Städte ließen sich auch ganz wunderbare Artikel schreiben. Braucht aber keiner.
Sicher ist Provinz grausam. Sicher ist aber auch, dass man als Autorin die Wahl hat ob man die eigene Heimat lächerlich macht mit dem Bedienen der vorhandenen Stereotype, oder aber sich der Kraft der Sprache erinnert und sie nutzt eine neue Einsicht zu ebnen ins Leben und Denken der Vorpommern und ihrer »verordneten« Angeordneten.
Sicher ist, dass man von etwas leben muss. Aber die Zeiten wo es der rücksichtslosen Ausbeutung der Heimat bedurfte um über den Winter zu kommen, dachte ich, wären vorbei.
In meinem Kommentar habe ich den Namen von Tourismuschefin Birgit Wacks richtig mit "ck" geschrieben, in Parenthese jedoch "ch" und "ck" leider verdreht. Sorry dafür!
Die DDR-Oberen hätten an dieser Show seine Freude gehabt! schön getünchte Häuser und verdeckte Baustellen und Ruinen, ausgesperrte Bevölkerung, handverlesene Jubelstatisten - das ist alles nur noch lächerlich.
Wem wird da eigentlich in die Tasche gelogen, wenn Grund der Einladung die Absicht ist, Herrn Bush den Wahlkreis der Kanzlerin zu zeigen?
In der Provinz bin ich der Märchenprinz!
Menschenskinder Frau Grundies! Was ist denn Ihnen über die Leber gelaufen? Was hat Sie so verbittert?
Trotz vieler Sorgen - unser schönes Stralsund versprüht den Optimismus einer Großbaustelle, schön wenn Sie etwas davon abbekämen; mit oder ohne Cowboyspieleinlage.
Thomas Nitz
Stralsund
Hallo Ariane,
du wirst dich kaum an mich erinnern. Konnte eine sehr schöne Lesung in Oldenburg geniessen. wir haben danach kurz gesprochen, egal...
Zum Thema.
Vielen Dank für diese wunderbar erhellenden Worte. Wenn sie nicht dort geschrieben stünden, ich würde sie im gleichen Sinn darniederschreiben.
Schön zu sehen, dass unsere Generation die gleiche Sichtweise auf die Geschehnisse in der Hansestadt hat. Schön zu lesen, dass die heiß geliebt Fährwasserquelle beschrieben wurde. Ein "must have" für jeden Stralsundbesucher, um es mal international, und das sind wir ja nun wohl, auszudrücken. In diesem Sinne wünsche ich weiterhin frohes Schaffen in der "Fremde"
Viele Grüße
Stefan aus Oldenburg
10. Juli 2006
Gnaedige Frau Grundies!
Wir versuchen es nochmal. Hoffentlich mit besserem Erfolg und weniger Widerstand:
Leider: Hierzulande denkt man oft an Penemuende, wenn man "Stralsund" hoert. Was waere geworden, haetten die Beherrscher des Kaiser-Wilhelm-Institut und Heisenberg in Goettingen nicht deren Kollegen nach Amerika vertrieben?
Frau Merkel hat leider unseren Praesidenten dorthin eingeladen, obwohl ausser persoenlicher Freundschaft, es unklar ist, was er dort will oder soll. So denken wir, diejenigen die sich von Deutschland endlich (wenn auch 50 Jahre zu spaet) trennen wollen. Als ihre besseren Vertreter, Kiesinger, Brandt und Schroeder gefielen uns Frau Merkel's Vorgaenger besser, weil Sie es uns leichter machten als "Freunde" hoeflich zu verschwinden.
Trotzdem (abgeseehen von NPD Stimmen) denken wir, dass Stralsund ihm [George Bush] ein besseres Bild als z.B. Berlin vorstellen wird. Obwohl Kleine-Brockhoff anderer Meinung ist, auch "upstate New York" vertritt das/unser "Land" besser als Washington, DC, dass ihm immer in das Ohr fluestert. Waere es anders, haette die Wiederwahl weder ihn, Berlin oder Stralsund so ueberrascht vor bald zwei Jahren........
Leider auch: Erich Kaestner sind Sie nicht.
Wir denken, es ist mehr uebertrieben als lustig, dass:
1. Stralsund uebersichtlich/uebersichtbar ist.
2. Stralsund soviele NPD Sitze wie Einwohner arabischer Herkunft hat [2].
3. Stralsund 10 Linksparteisitze und 9 Bush Anhaenger hat [10 minus 1, denjenigen/diejenige den/die Sie ueberzeugen konnten abzufallen.
4. Bush eine Grossveranstaltung von 2 Dutzend Leuten erleben wird.
Diese Begriffe zu verdauen ist doch eine unordentlichung Widmung der Zeit. Ihrer Zeit, Bush' Zeit. Das Ihrer Leser. Nein?
Sie erzaehlen uns, dass der Spiegel wissen will, wo Bush landen soll. Gibt es nicht mehr ein paar der sovietischen Fluglandebahnen in der Naehe? Obwohl ich natuerlich beistimmen muss: Dort gibt es wenige AST (Anrufsammeltaxi).
So dass Sie nicht falsch verstehen: Wir bedauern nicht nur, dass wir mehr getrennt von Deutschland und Europa leben, sonder auch dass wir als Mitglied uns mit den "8" unterhalten, als ob sie die Welt sind. Die Welt besteht aus China, India, Europa (ein Europe, "endlich wieder" gefuehrt von Deutschland, wenn Sie es so wollen) und Amerika. [Sie fragen: Wo sind Russland und Japan? Wir vertreten die japanischen Interessen gut. Russland wird sich bald entscheiden, ob es zu Berlin oder Beijing gehoert.]
Frau Grundies, waere es nicht besser, wir wuerden auf die UN, NATO und sogar die "8" (als Aushaengeschild der Globalisierung) verzichten? Und mit Ihrer Hilfe (Wortgewendigkeit usw usw) sie alle loswerden. Deutschland und Europa die Wahl lassen, ob es Ruesselheim behalten will, auch wenn Autos dann zweimal soviel kosten als jetzt? Wie auch die meisten Nahrungsmittel oder noch mehr. Was mit sich bringen wuerde: Nicht nur Zoll, sondern auch versicherte Arbeitsplaetze.
Warum nicht anfangen mit VAT? Wenn Sie (Deutschland) etwas hier verkaufen, verlangt Ihr Staat von uns/mir kein VAT. [Was schon gesammelt war, zahlt er den "GmbHs" zurueck.] Nicht so an Sie. Bei Ihnen bleibt der VAT wie die Kosten in dem Preis, den Sie bezahlen.
Ihre Landsleute fragen mich immer wieder: "Warum tun wir das fuer Sie?" Wenn ich es Ihnen erklaeren will, dass es ein schlechtes, unerwuenschtes Geschenk ist, staunen sie. Wirklich!
Waere es nicht schoen fuer alle, wenn wir hier in Amerika (wie auch anderswo) diese "vergebenen" VAT sammeln wuerden (von den Kaeufern hier in den US), entweder fuer uns selbst, oder wenn Sie es wollen, fuer Sie (nach abgezogenen Kosten)? Wuerde das nicht viel helfen, HARTZ zu verdauen/ertragen/noetig zu haben?
Mit besten Gruessen und guten Wuenschen,
Dorothy und John
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