Seit Volkswagen Anfang Juni sein Abfindungsangebot für freiwillige Abgänger in den westdeutschen Standorten kräftig aufgestockt hat (bis zu 250000 Euro), herrscht Hochbetrieb in der Personalabteilung: Bis zum vergangenen Freitag hatten bereits 1000 Werker einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Damit kommt Personalvorstand Horst Neumann seinem Ziel von 20000 reduzierten Stellen zusehends näher, zumal rund 14000 Jobs über ein Altersteilzeitprogramm abgebaut werden sollen. Und auch das wird gut angenommen, wie Betriebsratschef Bernd Osterloh vor kurzem bestätigte (ZEIT Nr. 26/06).

Allerdings: Mit der Reduzierung von 100000 auf rund 80000 Beschäftigte in den westdeutschen Werken erhöht VW zwar die Produktivität, die relativ hohen Stundenlöhne bleiben jedoch erhalten. Dafür sollen laut Vorstand die Arbeitszeiten zum Nulltarif erhöht werden. Entspannung brächte nur mehr Wachstum. Deshalb wollen die Betriebsräte jetzt Vorschläge einbringen, wie man mehr Aufträge für die westdeutschen Komponentenwerke hereinholen könnte. Nicht ausgeschlossen, dass Betriebsräte, IG Metall und Vorstand noch vor der nächsten Aufsichtsratssitzung am 19. Juli in der Sache deutlich weiter sind.

Schließlich hat auch Konzernchef Bernd Pischetsrieder soeben aus dem fernen Wien verlautbaren lassen, dass er sich möglichst noch im Juli eine Einigung erhofft.