Zu Bruno Bär. R.I.P., schon alles gesagt? Noch nicht. Wir haben über den Kampf der Kulturen geschrieben. Hier die Rechte, die dem Südtiroler illegale Einwanderung, schäfliche Verbrechen und das Fehlen eines festen Wohnsitzes angekreidet hat Mehrfachverstöße gegen unsere Leitkultur. Dort die Linke, die Toleranz gegenüber dem Kulturfremden und staatliche Zuwendungen für die Therapierung des "Problembären" einforderte. Wir haben auch über das Duell "Mensch gegen Natur" räsoniert. Was ist schon ein sklavisches Schaf gegen den majestätischen Freiheitsdrang des Ursus arctos? Archaische Konflikte brachen auf: Stadt gegen Land, Jäger gegen Bauer, Bär gegen Biene. Sie riefen wochenlang unsere besten Denker auf den Plan, von Bild bis Beck (Ulrich).

Wenn wir nun dennoch zur Feder greifen, dann, um den wahren Schuldigen zu geißeln: Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf, der den DDR-mäßigen Schießbefehl gab. Der Mann gehört in den Bärengraben zu Bern verbannt, weil er sich gegen die medialen Gesetze deutscher Politik versündigt hat. Wie sein Parteichef Stoiber während der Oderflut 2002 hat er seine Chance nicht genutzt. Gerhard Schröder hätte sich ins grüne Wams gehüllt und Führung demonstriert. Er hätte ein Lagezentrum im Buka-Amt eingerichtet, täglich im Fernsehen die Angriffsachsen des JJ1 nachgezeichnet, gleichzeitig aber betont, dass es sich nicht um einen amerikanischen, sondern um einen guten, wiewohl sozial benachteiligten europäischen Bären handelte. Den Bauern hätte er Sterbegeld fürs Vieh gewährt, der Nation Zuversicht eingeflößt, dem Bruno Zeit zur nachgeholten Sozialisierung verschafft.

Dem Schnappauf aber ist nur der Schießbefehl eingefallen. Statt sich die Stoiber-Nachfolge zu sichern, geht er als Bärenhenker in die Geschichte ein. Bruno hätte Schnappaufs und Stoibers Oderbruch sein können der Weg zum Ruhm, von der Staatskanzlei ins Kanzleramt. Bruno aber wird gleich neben Winnie im Pantheon der Petze sitzen.