Was ist männlich? Väter in Zahlen
Wie viele Väter in Deutschland leben, ist statistisch nicht genau erfasst. Nach Angaben des Mikrozensus für 2005 gibt es 6,7 Millionen Ehepaare – und damit Väter – mit Kindern unter 18 Jahren. Dazu kommen 684.000 nichteheliche Lebensgemeinschaften und 154000 alleinerziehende Väter mit minderjährigen Kindern. Jeder zweite Mann zwischen 35 und 40 Jahren lebt mit mindestens einem Kind im Haushalt zusammen. Der Anteil der »sozialen«, also nicht leiblichen Väter wird auf 7 Prozent geschätzt.
Der weitaus größte Teil der Väter in Deutschland ist vollzeit erwerbstätig. Von den 6,7 Millionen Ehemännern mit Kindern unter 18 Jahren bestreiten 88 Prozent ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Erwerbs- oder Berufstätigkeit, 7 Prozent erhalten Arbeitslosengeld. Von den betreffenden Ehefrauen verdienten dagegen nur knapp 50 Prozent ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Erwerbs- oder Berufstätigkeit.
Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Männer und ihrer Familiensituation. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind 38 Prozent der Männer über 34 Jahre mit einem Einkommen bis 1500 Euro kinderlos, aber nur 11 Prozent, die über mehr als 2500 Euro verfügen.
Die Berliner Wissenschaftler Peter Döge und Rainer Volz haben in einer aufwändigen Untersuchung ermittelt,
womit Männer ihre Zeit verbringen
. Ein Ergebnis: Mit jedem Kind wächst der Zeitaufwand für die Erwerbsarbeit, aber auch der für die Haus- und Familienarbeit. So engagieren sich Väter mit Kindern unter drei Jahren im Durchschnitt täglich 238 Minuten, also fast vier Stunden zu Hause, davon mehr als anderthalb Stunden für
Kinderbetreuung.
Allerdings, räumen Döge und Volz ein, setzen Männer bei der Hausarbeit recht traditionelle Schwerpunkte:
Kochen
und
Einkaufen
steht deutlich höher im Kurs als Waschen und Putzen. Außerdem findet ein Großteil des Engagements
am Wochenende
statt.
Was ist männlich? - Eine ZEIT-Serie über den Widerspruch, ein Mann zu sein
»
- Datum 06.07.2006 - 14:29 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 06.07.2006 Nr. 28
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