Treibstoff Ethanol Mit Biomasse an die New Yorker Börse

Ethanol, auch bekannt als Ethylalkohol, ist in Deutschland bislang kaum ins Umweltbewusstsein gedrungen. Bekannt ist der alternative Treibstoff bisher noch vor allem als Zusatzstoff, etwa um die Oktanzahl bei Superbenzin zu erhöhen. Seit Anfang des Jahres schreibt die EU vor, dass herkömmlichem Benzin oder Diesel ein Mindestanteil von zwei Prozent Biokraftstoff beigemengt werden muss. Bis 2010 soll der Anteil bei 5,75 Prozent liegen. In den USA soll Ethanol künftig den Zusatzstoff MBTE ersetzen, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Allein dadurch erlebt Ethanol einen enormen Nachfrageschub. Hinzu kommen Tests, denen zufolge mit Ethanol betriebene Fahrzeuge weit besser abschneiden als etwa Autos mit Brennstoffzellen.

Ethanol wird, ähnlich wie Bier, durch die Gärung von Biomasse gewonnen. Meist gewinnt man es aus Mais und Zuckerrohr. Aber auch aus Reisstroh, Forstabfällen oder Ernteresten lässt sich der Sprit destillieren. In Schweden werden so die Abfälle der Holzindustrie verarbeitet. Der Vorteil: Die Pflanzen, die zur Gewinnung von Ethanol eingesetzt werden, nehmen während ihres Wachstums Kohlendioxid aus der Umwelt auf. Damit gleichen sie in der Umweltbilanz einen Teil des durch die Verbrennung freigesetzten Kohlendioxids wieder aus. Bei Vergleichsstudien war der Ausstoß von Treibhausgasen bei Ethanol 35 bis 46 Prozent geringer als bei Benzin.

Eine neue Entdeckung ist der grüne Sprit nicht. Schon Autopionier Henry Ford wollte sein Model T damit laufen lassen und so die Maisproduktion der amerikanischen Farmer nutzen. Seine Vision war, »ein Fahrzeug zu bauen, das bezahlbar ist für Arbeiterfamilien und betrieben mit Treibstoff, der der ländlichen Wirtschaft Aufschwung gibt«. Doch daraus wurde nichts: Die Ölbarone unterboten mit billigem Benzin den heimischen Biosprit, und die rund 2000 Tankstellen im Mittleren Westen legten in den vierziger Jahren ihre Zapfsäulen still. Erst seit jetzt der Ölpreis in ungeahnte Höhen stieg, erwachte in den Vereinigten Staaten erneut das Interesse an Ethanol.

Auch an den Investoren ging diese Entwicklung nicht vorbei. Nicht nur Microsoft-Gründer Bill Gates engagierte sich in diesem Bereich, auch grüner Ideologie völlig unverdächtige Wall-Street-Häuser wollen jetzt damit hohe Renditen erzielen. Im Mai hat etwa Goldman Sachs angekündigt, rund 27 Millionen Dollar in die Ethanolindustrie zu investieren. Und Risikokapitalgeber nutzen den Rückenwind, um ihre Schützlinge an die Börse zu bringen.

Erst kürzlich sammelte VeraSun, der zweitgrößte Ethanolproduzent der USA, bei Anlegern 421 Millionen Dollar ein, beim Debüt an der New York Stock Exchange legte der Kurs der Aktie um mehr als 30 Prozent zu. Kurze Zeit später folgte Aventine Renewable Energy, und auch Rivale Hawkeye Holdings will dem vielversprechenden Beispiel nacheifern. (HBU)

 
Leser-Kommentare
    • gee81
    • 17.07.2006 um 23:17 Uhr

    Was der Autor dieses Berichts leider übersehen hat,ist das Henry Ford die Biosmasse für sein Auto nicht aus Mais sondern aus Hanf herstellen lies.

    Doch es kommt noch viel besser, das ganze Auto war zum Teil aus Hanf und anderen Naturfasern hergestellt. Denn aus Hanf lässt sich nicht nur Ethanol, sondern auch Plastik, Bekleidung, Papier,Nahrung, Medizin und tausende andere nützliche Sachen herstellen.

    [Link gelöscht, die Redaktion]

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    Es ist doch völlig belanglos, ob der Ethanol aus Mais, Hanf, Kartoffeln oder Zuckerrohr hergestellt wird.

    Daher verstehe ich ihren Einwand nicht.
    Noch weniger Verstehe ich, warum sie hier mit stolzgeschwällter Brust ihr Wissen rund um den Hanf preisgeben.

    Ich vermute jetzt einfach mal nur im Stillen wo dieses Wissen herkommen mag, wobei ihre Verschwörungstheorien da wenig Spielraum lassen.

    Es ist doch völlig belanglos, ob der Ethanol aus Mais, Hanf, Kartoffeln oder Zuckerrohr hergestellt wird.

    Daher verstehe ich ihren Einwand nicht.
    Noch weniger Verstehe ich, warum sie hier mit stolzgeschwällter Brust ihr Wissen rund um den Hanf preisgeben.

    Ich vermute jetzt einfach mal nur im Stillen wo dieses Wissen herkommen mag, wobei ihre Verschwörungstheorien da wenig Spielraum lassen.

  1. Es ist doch völlig belanglos, ob der Ethanol aus Mais, Hanf, Kartoffeln oder Zuckerrohr hergestellt wird.

    Daher verstehe ich ihren Einwand nicht.
    Noch weniger Verstehe ich, warum sie hier mit stolzgeschwällter Brust ihr Wissen rund um den Hanf preisgeben.

    Ich vermute jetzt einfach mal nur im Stillen wo dieses Wissen herkommen mag, wobei ihre Verschwörungstheorien da wenig Spielraum lassen.

    Antwort auf "Bioethanol"

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