SchuleMisstraut allen Noten!

Jörg Laus Plädoyer für Zensuren in der Schule hat unter Pädagogen eine heftige Debatte ausgelöst. Eine Streitschrift von Hans Brügelmann

Nach Pisa zeigte sich die aufgeklärte Öffentlichkeit einig: Es ist ein Skandal, dass das deutsche Schulsystem ein Viertel seiner Schüler ohne zureichende Basiskompetenzen ins Leben entlässt. Betroffen sind vor allem Kinder aus den unteren sozialen Schichten und aus Migrantenfamilien. Mehr als ein Drittel aller 15-jährigen Schüler/-innen hat im Laufe ihrer Schulzeit die demütigende Erfahrung von Zurückstellung und Sitzenbleiben erlebt. Die Folgen belegt er-neut eine aktuelle Befragung der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uni Köln: Nach der Angst, ihre Eltern zu verlieren, rangiert unter Jugendlichen die Furcht, in der Schule schlechte Leistungen zu erbringen, an zweiter Stelle.

Kinder wollen wissen, wo sie stehen, schreibt Jörg Lau in der ZEIT Nr. 27/06 . So weit, so gut. Nur: Sagt eine 3 in Deutsch dem Schüler wirklich, wo er steht? Sie signalisiert ihm doch allenfalls, dass er etwa im Durchschnitt seiner Klasse liegt. Aber zeigt sie, dass er in geübten Diktaten nur wenige, in freien Texten dagegen viele Recht-schreibfehler hat, dass er flüssig vorlesen kann, aber Informationen aus Sachtexten nur ungenügend versteht? In der Note verdunstet die Vielfalt des individuellen Leistungsspektrums, der Rest kommt in eine Schublade.

Und selbst deren Etikett kann täuschen. Gerade lese ich in einer Fallstudie unseres Projekts »Lernbiografien im schulischen und außerschulischen Kontext«, dass die 13-jährige Billy in Mathematik zwischen 3 und 5 steht, nachdem sie bei ihrer letzten Lehrerin jahrelang eine 1 hatte. Weiß Billy dank der Noten tatsächlich, wo sie »wirklich steht«? Und was ist beim Klassenwechsel von Marc? Eben noch bekam er in seiner leistungsstarken Klasse eine 4, da steigt er nach dem Umzug der Familie auf eine 2. Weil er jetzt mehr kann?

In der Expertise Sind Noten nützlich – und nötig? für den Grundschulverband hat unsere Arbeitsgruppe an der Uni Siegen eine Vielzahl empirischer Studien ausgewertet. Sie zeigen, dass verschiedene Lehrer Leistungen nach ganz unterschiedlichen Kriterien und anhand unterschiedlicher Maßstäbe bewerten. Gibt man dieselben Arbeiten einer größeren Zahl von Lehrern und Lehrerinnen zur Bewertung, streuen die Noten über die ganze Skala von 1 bis 6. Und das nicht nur im Aufsatz, sondern auch in Rechtschreibung und in Mathematik. Für den einen ist der Lösungsweg wichtig, für den anderen zählt nur das richtige Ergebnis. Merkmale der Person wie soziale Herkunft und ethnische Zugehörigkeit, wie Geschlecht und Sprachgewandtheit führen sogar zu systematischen Verzerrungen.

Jörg Lau hat Recht: Verbale Beurteilungen sind nicht objektiver. Aber sie beanspruchen dies auch nicht – und sie machen die Subjektivität des Lehrerurteils durchsichtig und diskutierbar. Natürlich ist es nicht damit getan, Ziffern durch Wörter zu ersetzen. Die Chance von Berichten liegt aber darin, dass sie können, was mit Noten nicht gelingen kann: konkret beschreiben und damit erkennbar machen, wo genau die Stärken und Schwächen in einem Lernbereich liegen und vor allem, wie die Leistungen sich entwickeln, das heißt, was ein Schüler dazugelernt hat und was seine nächsten Lernaufgaben sind.

Wir haben in mehreren Untersuchungen festgestellt, dass Kinder mit Erfahrungs- und Kompetenzunterschieden von drei bis vier Entwicklungsjahren in die Grundschule kommen. Dieser Abstand bleibt über die Schulzeit hinweg erhalten. »Karawaneneffekt« haben wir diesen im Grunde erfreulichen Tatbestand genannt: Alle Kinder lernen erheblich dazu! Aber wer als Erster ins Rennen gegangen ist, kommt eben häufig auch als Erster im Ziel an. Und da soll man vergleichend bewerten? Leistung ist doch, was der Einzelne aus seinen Möglichkeiten gemacht hat. Der Zuwachs an Können und Wissen ist zu würdigen, wenn wir Leistung anerkennen wollen

Wohlgemerkt: Wir reden nicht über Sportler, die sich bei deutschen Meisterschaften oder bei Olympischen Spielen vergleichen, weil sie sich in ihren ganz besonderen Begabungen und Fähigkeiten aneinander messen wollen – und dies freiwillig. Wir reden auch nicht von der Ausbildung für einen Beruf, in der es darum geht, Dritte vor den Unzulänglichkeiten eines inkompetenten Handwerkers oder Arztes zu schützen. Wir sprechen über die allgemeinbildenden Schulen, in die die Kinder in einer besonders verletzlichen Phase ihrer Entwicklung gehen müssen.

Statt ein Viertel von ihnen als Versager ab-zustempeln, sollten wir sie für ihr zukünftiges Leben stark machen. Wie aber fühlt sich ein Schüler, der lernt und lernt, dadurch mehr und mehr kann, aber immer nur gesagt bekommt: Die anderen sind »besser« als du? Unsere Gesellschaft kann es sich einfach nicht leisten, alle diejenigen mit Fünfen und Sechsen abzumeiern, die wegen geringerer Begabung oder wegen misslicher Zufälle in ihrer Bildungsbiografie ihre Schullaufbahn mit dem Handicap eines mehrjährigen Rückstands starten.

Eltern und Kinder brauchen und wollen Noten? Warum kommen dann andere Länder, die bei Pisa, Timss und Iglu sogar erfolgreicher waren als Deutschland, über viele Schuljahre ohne Noten aus? Wollen Schüler und ihre Eltern dort etwa nicht wissen, »wie gut sie sind?« Meine Gegenthese: In Deutschland brauchen wir die Verrechenbarkeit von Ziffernnoten, weil wir Kinder ständig aussortieren: Zurückstellung am Schulanfang; Sitzenbleiben; Überweisung in die Sonderschule für »Lernbehinderte«; Aufteilung auf die Schularten der Sekundarstufe. Nur weil die Auslesefunktion der Schule so tief im Denken aller verankert ist, scheint es kaum jemanden zu interessieren, wie sicher Noten die Leistungen der Schüler und ihre voraussichtliche Entwicklung wirklich erfassen. Dabei zeigt nicht nur Pisa, dass sich die Leistungsverteilungen von Gymnasium-, Real- und Hauptschule breit überlappen. Auch Tests erlauben keine verlässlicheren Prognosen. Deshalb wurden zum Beispiel die Schulreifetests schon vor Jahren abgeschafft. Zwar war für Kinder, die als »nicht schulreif« diagnostiziert wurden, das Risiko größer, in der Grundschule Schwierigkeiten zu bekommen, als für »schulreife«. Aber die große Mehrheit von ihnen war erfolgreich, wenn sie trotz des negativen Testurteils eingeschult wurden.

Testwerte und Ziffernnoten täuschen eine diagnostische Scheinpräzision vor, die ihren Kredit weit überziehen. Vor allem bei der Entscheidung über Einzelfälle. Hinzu kommt: Kinder mit vergleichbaren Voraussetzungen entwickeln sich in der Regel besser, wenn sie nicht zurückgestellt, sondern eingeschult werden, wenn sie nicht wiederholen müssen, sondern versetzt werden, wenn sie in der Regelschule bleiben, statt auf die Sonderschule zu gehen, und wenn sie eine höhere Schulform in der Sekundarstufe besuchen dürfen. So werden Noten zur Selffulfilling Prophecy. Nicht nur wegen des Pygmalion-Effekts, also der Steigerung oder Dämpfung der Leistungszuversicht durch externe Rückmeldungen. Auch die äußeren Lernbedingungen haben einen großen Einfluss. Zukünftiger Schul- und Lebenserfolg ist eben nicht aus individuellen Voraussetzungen berechenbar.

Aber auch über die Wirkung der »harten Währung« Noten auf die Begabten und sozial Begünstigten sollte man nachdenken. Dazu gibt es ebenfalls empirische Studien. Ein Lernen aus Interesse an der Sache leidet nicht nur unter der Bestrafung durch schlechte Noten. Es lässt auch nach, wenn Schüler sich als abhängig erleben von externen Belohnungen.

Sicher: Menschen lernen auch, wenn jemand sie mit Zuckerbrot und Peitsche dazu antreibt. Aber solche Antreiber können nicht ein Leben lang neben ihnen stehen. Und sie sollen es auch nicht. Schule ist nicht nur der Ort, an dem Wissen und Können vermittelt werden, sie ist auch der Raum, in dem sich die individuelle Persönlichkeit und soziales Verhalten entwickeln. Nur wenn Selbstständigkeit gefordert und ermöglicht wird, können Kinder lernen, selbstständig zu werden.

Die hierarchische Schule der Kaiserzeit passt nicht mehr in eine demokratische Gesellschaft. Sie ist politisch überholt. Und sie lebte von Annahmen über »Begabung«, über »Leistung« und ihre Erfassung, die sich wissenschaftlich längst nicht mehr halten lassen. In der Fachwelt ist dies seit mehr als 40 Jahren bekannt – und zwischenzeitlich immer wieder bestätigt worden. Wir brauchen keine technisch perfektionierte Selektion, sondern diagnostisch fundierte Förderhilfen, wie sie der Grundschulverband unter dem Stichwort »Pädagogische Leistungskultur« entwickelt hat (ZEIT Nr. 50/05).

* Hans Brügelmann, 59, Autor des Buches »Schule verstehen und gestalten«, ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Siegen.

Diskutieren Sie weiter unter www.zeit.de/noten-debatte

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Leserkommentare
    • zorc
    • 18. Juli 2006 6:41 Uhr

    Schön gesagt, DetelfBarkmann -- auch wenn es nach neuen wie nach alten Regeln "die deutsche Rechtschreibung" heißen sollte und "Apologeten". Na ja, immer schön Mühe geben, dann lernt sich auch das.

  1. Sie natürlich Recht: Wenn man schon vor der Lektüre von einzelnen Studien weiß, dass empirische Sozial- und Bildungsfroschung generell nichts taugt, kann man sich den Aufwand einer differenzierten Analyse der Befunde und Methoden sparen.

  2. Alt68ziger abschaffen??? Das ist hier die Frage!

    Was die soziopsychologischen Aspekte betrifft, so gelten sie bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. All die mutmaßlich schlechten Einflüsse einer Notengebung auf die Seele der Schüler wirkt sich natürlich auch bei älteren Menschen aus, die ihre Schulzeit schon hinter sich haben. Keine Frage. Also, warum schaffen wir mit den Schulzeugnisen nicht auch die Gesellenbriefe, Facharbeiterbriefe und sonstige Ausbildungsabschlüsse, den Meisterbrief, das Universitätsdiplom, die Doktorarbeit, die Professur und weitere sichtbare Plakationen von Leistungserfolg ab. Anschließend halten sich dann alle Menschen für begabt und wissend, und niemand mehr für dumm und für einen Versager. Alle Menschen sind Gewinner und keiner ein Verlierer. Dann ist endlich das erste reale Paradies auf deutschen Boden ausgebrochen, und anschließend wir dann die ganze Welt an unserem Wesen genesen..............

    Auweiha......

    Alt68ziger, bittebitte....Macht einen seeeeehr kurzen Marsch in die Frühpension. Und zwar ein bisschen hophop. :o(((

    • lexxx
    • 17. Juli 2006 16:32 Uhr
    4. lexxx

    Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern. Der erste Schultag war
    so fürchterlich das ich dachte wie soll ich das 10 - 12 Jahre aushalten.
    Wie gerne hätte ich wahrhaftig gelernt, stattdessen gab es Zucht und Ordnung, und natürlich Zensuren – der maximale Machtreflex.
    Erst viel später habe ich bemerkt das es in erster Linie um soziale Anpassung
    ging. Das deutsche Schulsystem hat mich mit seinen schlechten Lehrkräften
    gelangweilt und frustriert. Keine Begeisterung, bloß keinen Spaß am Leben
    ermöglichen, und bitte keine individuelle Sicht auf das Talente des Kindes.
    Das sich seit 50 Jahren nichts änderte liegt natürlich auch an der Tatsache,
    dass Lehrer in der Regel nie ins wirkliche Berufs und Wirtschaftsleben eintauchen.
    Sie lernen und Leben in einem Vakuum Schule–Uni-Schule–Rente.
    Das Deutschland sich leisten kann sogar die Erkenntnisse Finnlands
    zu ignorieren, zeigt die ganze Dramatik dieser Vakuumpolitk.
    Deutschland braucht keine armen, dem Toleranzwahn verfallenen Menschen,
    sondern Menschen die selbstständig, und mit Selbstbewusstsein ihr Leben meistern.
    Um dies zu erreichen braucht man keine Zensuren sondern Mitgefühl.
    Fühlen statt Glauben – dies ist der wahre Wert des Lebens!
    Liebe Grüße an alle die es „Überlebt“ haben....

  3. die anmerkung mit den ideologischen grabenkämpfen finde ich in der tat ganz passend. das scheint mir ein riesiges und grundsätzliches problem der erziehungswissenschaft zu sein. ich habe nun extra das wort "erziehungswissenschaft" benutzt, weil darin "wissenschaft" steckt. denn in der deutschen schuldebatte wird fast durchgängig ignoriert, dass auch die schulpädagogik teil einer wissenschaftlichen disziplin ist.
    das war in der ganztagsschuldiskussion der siebziger jahre nicht anders als es in der hier statt findenden notendiskussion der fall ist.
    tatsache ist, dass her lau in seinem artikel von vor 2 wochen überhaupt nicht wissenschaftlich vorgegangen ist. das habe ich auch in meinem leserbrief unten (erster kommetar hier) kritisiert. er argumentiert mit der eigenen erfahrung, die ja im bereich schule nun mal jeder hat.
    herr brügelmann versucht in seinem heute erschienenen artikel durchaus, wissenschaftlich bzw. empirisch vorzugehen.
    das macht für mich seine ausführungen wesentlich aussagekräftiger.
    ich denke, jeder der sich an der diskussion beteiligt, sollte sich dieses grundproblems - der eigenen schulerfahrung und des dadurch "mitreden-könnens" sowie der notwendigkeit einer wissenschaftlichkeit - bewusst sein und seinen oft emotionalen standpunkt hierauf überprüfen.

    und noch eines stört mich: keine noten zu geben wird in vielen kommentaren gleichgesetzt mit kuschelecken-pädagogik, wie es roman herzog einmal genannt hat.
    das mag bisweilen so sein, dann halte ich das auch für kritikwürdig. aber es muss und sollte nicht miteinander zusammenhängen.
    man kann durchaus - und hier spreche ich aus der erfahrung als lehrer - keine ziffernzensuren geben, und trotzdem sehr genaue lernstandserhebungen etc. durchführen und lernerfolge, nächste lernziele sowie lernschwierigkeiten dokumentieren und zur weiteren arbeit verwenden.
    keine noten bedeutet nicht "kommunenkinder" hervorzubringen, wie es ein vorkommentar so schön sachlich-nüchtern schrieb!

  4. Arguentativ den Bach runter... nun, wenn Sie meinen. Leider haben Sie meine Argumente nicht einmal verstanden. Oder stellen Sie sich absichtlich dumm?

    Rechtschreibung ist für den Leser da. Ein häufiges Selektionskriterium (fragen Sie mal einen Personalchef) ist sie nur nebenbei, weil der Schreiberling kompexe Regeln beherrschen muß, was Bildung voraussetzt. Das ist nicht böse Absicht, sondern liegt in der Natur der Sache.

    Jede Vereinfachung der Rechtschreibregeln muß ZUERST daraufhin untersucht werden, ob sie das Lesen erleichtert oder jedenfalls nicht erschwert. Erst, wenn das feststeht, darf man fragen, ob die das Schreiben erleichtert. Wer das nicht kapiert, könnte genausogut die Rechenregeln abschaffen, weil deren mangelnde Beherrschung sich auch gut als Selektionskriterium eignet.

  5. 7. \N

    Lieber Hans Brügelmann,

    wenn die empirische Sozial- und Bildungsforschung nicht mal die Frage stellt, warum heute nicht mehr geht, was vor 40 Jahren noch funktionierte, braucht man diese sogenannten Studien tatsächlich nicht zu lesen.
    Und wenn die Ergebnisse der „empirischen Sozial- und Bildungsforschung“ genau zur Intention der Pressure-Groups passen, hat man schon den schlimmen Verdacht, dass hier wieder mal ordentlich gefälscht wurde.
    Oder wollen Sie wirklich behaupten, dass diese Ergebnisse der Sozialforschung keine Fälschungen sind?
    a)
    37% der deutschen Frauen sind das Opfer häuslicher Gewalt
    Quelle: http://www.gruene-bundest...
    b)
    Frauen erhalten gleicher Leistung 30...40% weniger Gehalt als Männer.
    (Mehr davon bei Hetzerin Heike Faller, http://www.zeit.de/2006/1...)
    c)
    95 Prozent aller jungen Frauen können sich keine Zukunft ohne Beruf vorstellen
    Quelle: http://www.faz.net/s/RubC...)
    d)
    je gleichberechtigter die Frauen sind, um so mehr Kinder werden geboren
    Quelle: http://www.zeit.de/2006/2..., (Klar, Herr Professor, am gleichberechtigsten sind als die Frauen in Afghanistan)
    e)
    In Deutschland werden Frauen diskriminiert (Das hat Oberfälscher Jan Hoem, Direktor des Max-Planck-Instituts, erforscht)
    f)
    Männer wollen keine Kinder haben, weil sie nur auf Sex ohne Verpflichtungen aus sind
    Das hat die Fälscherin, verzeihung, Forscherin, Prof. (?) Meike Dinklage ermittelt, nachzulesen hier: http://www.welt.de/data/2...
    g)
    Bei einer Ehescheidung büßt ein Mann 7% seines Einkommens ein, währen die geschiedene Frau 41% ihres Einkommens verliert
    Nachlesen bitte hier: http://eswf.uni-koeln.de/...

    Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:
    Unsere famosen, den Aspekt der Solidarität (welche Pervertierung dieses Wortes) betonenden Unterhaltsgesetze schreiben eindeutig vor, dass der geschiedene Mann für seine Ex-Frau 3/7 und für jedes Ex-Kind ca. 1/7 seines Einkommens zu zahlen hat; der vermutlich wesentlichste Grund, weshalb die meisten Scheidungsklagen von Frauen eingereicht werden.
    Für jeden Normalen ist sofort erkennbar, dass sich nach der Ehescheidung die meisten Männer an einkommensmäßig nahe der Pfändungsgrenze wiederfinden.
    Was Herrn Prof. (?) Andreß allerdings nicht daran hindert, total wissenschaftlich auf Basis von Sozio-ökonomischen Panels, Repräsentativbefragungen und Expertengesprächen mit Familienrichtern, Scheidungsanwälten und anderen Sachverständigen herauszufinden, dass ein Mann durch die Scheidung gerade mal 7% seines Einkommens einbüßt, während die Frau 41% verliert. Schlimmer geht´s nimmer.

    Jedenfalls alles total objektiv und wissenschaftlich belegt.
    Wirklich?
    Tatsächlich sind all diese Behauptungen so offensichtlich falsch, dass es für diesen Schund viel zu viel Ehre wäre, machte man sich die Mühe der Widerlegung auf Sachebene.

    Und wenn man dann noch so nebenbei (Die ZEIT berichtete nicht!) erfährt (nachlesen bitte hier: http://www.vafk.de/themen..., falls Link gelöscht Google-Suchworte „offener Brief“ „Jürgen Gemünden“), dass in Deutschland missbeliebige Forschungsarbeiten unterdrückt und die die Forderungen der Pressure-Groups nicht erfüllenden Forscher beruflich auf´s Abstellgleis geschoben werden, gibt es für den unbefangenen Leser keinen Grund, sich mit dem Studium der linken „Forschungs“arbeiten den Tag zu versauen.

    So wie Winston Churchill nicht ganz zu Unrecht feststellte:
    “Demokratie ist die schlechteste Regierungsform – außer all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind“
    können wir getrost davon ausgehen, dass Zensuren die schlechteste Methode zur Leistungsbewertung und Motivierung der Schüler sind – außer allen anderen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert werden; jedenfalls so lange, wie die linken Sozialwissenschaftler nicht mal bereit sind die richtigen Fragen zu stellen und die offensichtlichen Tatsachen zu würdigen und so lange, wie missbeliebige Forschungsarbeiten unterdrückt werden.

    Trotzdem:
    Herr Brügelmann, alle anderen verkriechen sich im Schutzraum ihrer Institute.
    Sie sind der einzige, der sich dem Gegenwind stellt!
    Das könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, äh, einer wirklich vorurteilsfreien Wissenschaft werden.

  6. Hallo,
    bei einem Kommentar taucht das Wort "Sozialromantik" auf. Das trifft den Nagel! Ich habe 4 Kinder, 2 in und 2 aus der Schule. Noten? Aber natürlich, was denn sonst?
    Vergesst Pisa. Niemand trauert dem Rohrstock nach, mit dem die Vorkriegsgeneration noch gefoltert wurde. Aber: bis Mitte der 40er Jahre des vorigen Jahrh. war dieses Land die führende technische Nation auf diesem Erdball. Hier wurde der Computer erfunden und entwickelt und nicht in Silicon-Valley! Hier wurde das Fernsehen (Braun!-sche Röhre) erfunden, hier wurde Radar und die Fliegerei zur technischen Perfektion entwickelt. (Zeppelin, Me-109 etc.pp.) Waren damals unsere Schüler schlecht?
    Nach dem Krieg, wir haben die Alliierten gezwungen, Ackerbau und Viehzucht (USA) zu beenden und weiterzumachen mit Ingenieuren und Facharbeitern. Autos und Schiffe, Flugzeuge und nicht zuletzt die Raumfahrt sind ohne den unsäglichen Krieg (der der Letzte seiner Art sein sollte) undenkbar. Und nach dem Krieg? Die Mercedes-Benz-Limousinen, die verstaubt im Libanon und im Iran in der Tagesschau zu sehen sind, wurden die vom Ayatolla, in Islamischen Kulturen entwickelt und gebaut? Nein.
    Sozialromantik. Wohlstands-Nörgelei.
    Die Kinder, die in Haushalten ohne Bücher aber mit Zigaretten und Alkohol aufwachsen, sollten uns leid tun. Natürlich haben sie Chancen und Förderung verdient. Aber die Kinder, die wohlerzogen, intelligent und mit großen Erwartungen in eine Schule kommen, in der sie sich nach spätenstens 6 Monaten so sehr langweilen, dass sie anfangen krank zu spielen und verheerende Noten nachhause bringen, diese Kinder müssen(!) angemessen unterrichtet werden. Nicht von Sozialromantiker/innen sondern von Lehrern die kompetent, durchsetzungsfähig, gebildet und mit Liebe zu den Schülern und Achtung vor deren Leistungen die Klasse betreten. Diese Menschen werden und waren immer diejenigen, an die jeder Schüler bis an sein bitteres Lebensende mit Wärme und Zuneigung zurückblickt.
    So - in mir steigen schon Würge-Gefühle auf. Mein Posting soll auch nicht endlos lang werden.
    Gruß an alle - jimifan

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