Ausbildung
Viel Hoffnung, wenig Zukunft
Weil es zu wenige Lehrstellen gibt, wird eine halbe Million Jugendliche in Förderkursen geparkt. Ihre Chancen auf eine Ausbildung verbessert das nicht
Gemächlich räumen Selim und Dennis die Werkstatt auf, in der sie in den vergangenen Monaten gearbeitet haben. Ihr Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) plätschert aus, in drei Tagen gibt es Zeugnisse. »Da steht drin, was wir getischlert haben und ob wir uns gut benommen haben«, sagt Dennis. »Damit bekommen wir bessere Chancen.« Die übrigen Teilnehmer haben den Kurs bereits abgeschrieben. Sie sind gar nicht mehr erschienen. Eine Berufsausbildung ist für keinen von ihnen in Sicht.
Seit gut zehn Jahren eskaliert der Kampf um die Ausbildungsplätze. So ist die Zahl der Schulabgänger seit 1992 um rund 180.000 gestiegen, die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge drängen auf den Lehrstellenmarkt. Gleichzeitig sank die Zahl der Ausbildungsplätze um rund 160.000. Daran haben keine Initiative der Regierung und auch der Ausbildungspakt mit der Wirtschaft nichts geändert. Besserung ist erst zu Beginn des nächsten Jahrzehnts in Sicht, wenn die Schulabgängerzahlen sinken.
Das Problem wird damit nicht gelöst sein. Denn Hunderttausende hängen bereits in der Warteschleife. Und wenn jetzt jedes Jahr auch nur 100.000 junge Leute keine Lehre beginnen können, summiert sich deren Zahl binnen zehn Jahren auf über eine Million. »In Deutschland ist ein Ausbildungszertifikat extrem wichtig. Und sie haben nicht viel Zeit, eine Lehrstelle zu finden«, sagt Hans Dietrich, der den Forschungsbereich Bildung und Beschäftigung beim Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) leitet. Wer mit 20 keinen Ausbildungsplatz hat, wird dafür langsam zu alt. Schon heute muss die Gesellschaft also ein Heer von chancenlosen jungen Erwachsenen verkraften. Und künftig werden es noch viel mehr sein.
Annähernd eine halbe Million Schulabgänger wurde im vergangenen Jahr im so genannten Übergangssystem geparkt und hat, wie Dennis und Selim, einfach nur Kurse besucht. Das waren fast genauso viele, wie es Lehrstellen gab: Einen Ausbildungsplatz ergatterten 535.000 junge Leute. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt von rund 30.000 fehlenden Lehrstellen spricht, schönt sie also die Lage. Die Zahl bezieht sich auf die Bewerber, die bis Oktober keinen Platz finden werden und tatsächlich auf der Straße stehen. »Aber die allermeisten werden einfach nur irgendwo untergebracht«, sagt Reinhold Weiß, Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). In die Statistik der Ausbildungssuchenden gehen sie dann nicht mehr ein – obwohl sie nur in der Warteschleife auf einen Ausbildungsplatz kursieren.
Auch Dennis und Selim hätten lieber gleich nach der Schule eine Lehre begonnen. Die Chance dazu gab es nicht. Die beiden haben keinen Schulabschluss. Obendrein besuchte Dennis nur die Förderschule. Und Selims zusätzliches Stigma lautet: Türke. Das schmälert seine Aussichten weiter. »Heute drängen die Abiturienten in die Berufe, die früher Realschüler gelernt haben, und die Realschüler weichen auf Lehrstellen aus, die den Hauptschülern vorbehalten waren«, sagt Andrea Dietrich. Sie leitet die Berufsbildenden Schulen im niedersächsischen Winsen an der Luhe, an denen Dennis und Selim erste Erfahrungen mit Bauberufen sammelten.
Die Verlierer im Kampf um eine Zukunftschance sind die Hauptschüler, von denen nur noch 40 Prozent einen Ausbildungsplatz ergattern – und erst recht diejenigen, denen gar kein Schulabschluss gelang. »Hier bei uns landen die verlorenen Seelen, die anderswo keine Chance haben«, sagt Thomas Marwede, der Lehrer von Selim und Dennis. Und sein Kollege Eckard Rohde meint: »Immerhin werden sie unter unserer Aufsicht ein Jahr älter. Wenn sie ganz auf sich gestellt wären, würde es auf jeden Fall mit ihnen schief gehen.«
Die Mehrzahl der Teilnehmer am Berufsvorbereitungsjahr ist von solcher Realität entmutigt. Sie sehen im BVJ eine Beschäftigungstherapie, die nicht in eine berufliche Zukunft mündet. Dennis und sein Kumpel Selim aber haben das BVJ ernst genommen. Sie sind regelmäßig erschienen und haben sich bemüht. »Früher hatte ich keinen Bock auf Lernen, jetzt bereue ich das«, sagt Selim. »Jetzt will ich lernen, lernen, lernen bis zum Gehtnichtmehr, damit ich einen Ausbildungsplatz bekomme.«
Vermutlich ist es schon zu spät für den 16-Jährigen und seinen gleichaltrigen Freund.
Etwa neun Prozent der Jugendlichen beenden ihre Schulzeit ohne Hauptschulabschluss, das sind immerhin rund 85.000 pro Jahr. Eine Lehrstelle suchen? Hoffnungslos, diagnostizierte die Berufsberaterin von der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr bei Dennis und Selim. Sie empfahl, erst mal das BVJ zu absolvieren. Denn 2005 gingen sogar knapp 150.000 Realschüler leer aus und rund 200.000 Mitbewerber, die den Hauptschulabschluss haben. Sie alle landeten in der Warteschleife. Und absolvierten eins der Programme, in denen die Jugendlichen keinen Berufsabschluss erhalten.
Und wie stehen die Chancen für Selim und Dennis in diesem Jahr? Da sieht es für den jungen Türken und seinen deutschen Mitstreiter trotz BVJ nicht besser aus. Gut ein Drittel der 950.000 Schulabgänger dieses Jahres wird studieren, der große Rest sucht einen Ausbildungsplatz. Dennis und Selim müssen also mit 600.000 neuen Absolventen konkurrieren, hinzu kommen die aus der Warteschleife. Die Berufsberaterin von der Arbeitsagentur hat sie deshalb erneut als chancenlos eingeschätzt und sie gar nicht erst in die Kartei der Lehrstellenbewerber aufgenommen. Stattdessen sollen sie noch einen Berufsvorbereitungskurs absolvieren.
»Die Arbeitsagentur erkennt nicht jeden Jugendlichen als Lehrstellenbewerber an. Wenn die Vermittler zu der Einschätzung kommen, dass er nicht an einen Betrieb vermittelt werden kann, dann wird er nur als Ratsuchender behandelt und taucht auch in der Bewerberstatistik nicht auf«, sagt der IAB-Wissenschaftler Dietrich. »Denn wenn sie ungeeignete Bewerber schickt, wird die Arbeitsagentur von den Unternehmen als Vermittlungsinstanz nicht ernst genommen.« Aus Sorge um ihren Ruf treffen die Arbeitsvermittler also eine Vorauswahl. Denn schon heute werden die meisten Ausbildungsplätze ohne Unterstützung der Arbeitsagentur vergeben.
Über 2000 Bewerbungen hat die Drogeriekette Budnikowsky für dieses Jahr erhalten, in Norddeutschland betreibt sie an die hundert Filialen. 41 junge Leute fangen die Lehre am 1. August an. Darunter sind immerhin elf Hauptschüler, die das Unternehmen bewusst fördern will. »Wir machen das aus sozialer Verpflichtung heraus«, sagt Personalleiterin Gabriele Möller. Zwar gebe es manchmal Reinfälle. Aber: »Oft wissen gerade Hauptschüler es besonders zu schätzen, dass sie hier bei uns sind, und geben zurück, was wir in sie investieren.«
Längst stellen in Großstädten wie Hamburg oder Berlin die Kinder ausländischer Eltern das Gros der Hauptschüler. »Dort gibt es Abschlussklassen, aus denen nicht ein einziger eine Lehrstelle findet«, sagt der Berufsbildungsforscher Weiß. So gelang es 1993 immerhin noch 126.000 jungen Migranten, einen Ausbildungsplatz zu finden, 2004 waren es nur noch 72.000. »Vor allem türkische Jugendliche haben oft schon aufgegeben und bewerben sich gar nicht mehr«, sagt Weiß. »Sie schätzen ihre Chancen manchmal realistisch, manchmal auch allzu resignativ als viel zu schlecht ein.« Fast jeder vierte Türke zwischen 20 und 25 ist in Deutschland arbeitslos, über ein Drittel der jungen Türkinnen in dieser Altersstufe ist bereits Hausfrau und Mutter. Denn es gibt kaum noch Arbeit für ungelernte Kräfte.
»Die Bedingungen am Arbeitsmarkt haben sich deutlich verändert«, sagt IAB-Wissenschaftler Dietrich. »Durch die Globalisierung geraten einfache Tätigkeiten unter Druck.« In den fünfziger Jahren hätte noch rund ein Drittel der Menschen in Deutschland keine abgeschlossene Berufsausbildung gehabt, heute seien es unter 15 Prozent. Und selbst für die gibt es nicht mehr genug Ungelerntenjobs.
Selim war im BVJ der beste Schüler. Sein Lehrer Marwede, der Betonbauer gelernt hat und früher Polier war, sagt: »Ich hätte es mit ihm als Lehrling durchaus versucht.« Doch bei dem knappen Angebot an Stellen hätte der junge Türke wohl allenfalls über persönliche Beziehungen eine Chance. Und die hat er nicht: Er kennt niemanden, der eine Ausbildung absolviert hat, und schon gar keine Unternehmer. Auch sein älterer Bruder, der immerhin den Hauptschulabschluss hat, fand keine Lehrstelle. Netzwerke seien bei der Stellenfindung von Migranten entscheidend, stellte jüngst eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) fest. Aber auch die alleinerziehende Mutter von Dennis, die Frührentnerin ist, kann ihrem Sohn nicht bei der Suche helfen.
Lehrer Marwede sieht die Zukunft seiner Schüler deshalb skeptisch. »Eine richtige Lebensperspektive haben sie nicht«, sagt er. Hier mal einen Job, dort mal eine Aushilfe, dazwischen immer wieder arbeitslos. »Dass sie die 50 Jahre bis zur Rente arbeiten können – das wird nicht stattfinden.« Budnikowsky-Geschäftsführer Cord Wöhlke, der gezielt Hauptschüler und Migranten fördert, befürchtet Dynamit für die Gesellschaft. »Wer keinen Realschulabschluss hat, ist fast ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt«, sagt er. »Wir müssen aufpassen, dass da nicht ein Potenzial heranwächst wie in Frankreich mit seinen Jugendkrawallen.«
- Datum 19.7.2006 - 05:08 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.07.2006
- Kommentare 11
- Empfehlen E-Mail verschicken | Bookmarks
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Neulich las ich in einem Handelsblatt dass viele Industrie-Zweige probleme haben gewisse Lehrstellen zu besetzen.Es wurde behauptet dass man keine faehigen Lehrlings-Kandidaten finden konnte.Nun lese ich hier dass es keine Lehrstellen gibt...
... dürfte in etwa dasselbe sein wie jenes des vorgegebenen Fachkräfte Mangels. Es ist nicht etwa so, dass sich niemand fände, der die Arbeit oder die Ausbildung verrichten würde, sondern das Angebot wird schlicht nicht für gut genug befunden ; sei es, weil die Anforderungen stets sehr speziell gehalten werden und keine Bereitschaft besteht, einzuarbeiten oder weil die Gehaltsvorstellungen eben doch sehr auseinandergehen oder eben in diesem Fall wohl die Tatsache, dass der Aufwand, einen Lehrling ohne Schulabschluss auszubilden eben ein wenig höher ist als im anderen Fall.
Es herrscht also kein tatsächlicher Mangel, sondern "lediglich" ein stark divergierende Erwartungshaltung.
Angeblich haben wir in Deutschland zuwenige Kinder? Dann haben wir, wenns um Lehrstellen geht wieder zuviele Kinder? Das an der Rechnung was nicht stimmen kann, dürfte selbst den Mathematikschwachen klar sein. Nachdem nun der Staat mit Hartz IV die Verantwortung der finanziellen Unterstützung der bis zu 25jährigen auf deren Eltern abgewälzt und die Langzeitarbeitslosen an die kurze Leine genommen hat, kann man es mit dem Umbau des Sozialstaats zugunsten der ewig Gierigen weitertreiben. So langsam sollte in des Volkes Kopf Verständnis einziehen, worum es hier geht. Sicherlich nicht darum, Vollbeschäftigung und soziale Gerechtigkeit zu verwirklichen. Wehren wir uns langsam oder brauchts in ein paar Jahren wieder einen, der uns das Blaue vom Himmel runter lügt und uns in die Extreme der menschlichen Abgründe führt?
Das mit den Dönerbuden ist ja sehr plakativ, aber ich denke, es müßte auch so genug türkische Geschäfte oder Unternehmen geben, die türkische Jugendliche ausbilden würden. Ich vermute aber, daß es da niemanden gibt, der die dazu nötige Ausbilderprüfung hat.
Vielleicht sollte man da ansetzen, daß die türkischen Kleinunternehmer Lehrlinge ausbilden dürfen. Vielleicht könnte da auch die deutsche Bürokratie über ihren Schatten springen und eine Ausbildung in Betrieben ohne Ausbilder zulassen: Drei Tage in der Woche Döner verkaufen, zwei Tage Schule. Oder zum Ausgleich für den fehlenden Ausbilder noch einen Extratag Schule mehr, einen Ausbilderersatztag.
die Namen derjenigen Unternehmen und/oder Entscheidungsträger die heute keine Lehrlinge ausbilden. Denn es werden dieselben sein die in 5 Jahren über einen Mangel an ausgebildetem Personal klagen werden!
Zumindest kann man es als ausgleichende Gerechtigkeit ansehen, daß die Menschen die heute kein Alten-, Kranken- und Pflegepersonal ausbilden, in wenigen Jahren selbst alt, krank und pflegebedürftig sind - und mangels Ausbildung kein Alten-, Kranken- und Pflegepersonal genießen können.
Vielleicht werden Merkel, Münte und wie sie alle heißen dann auf Langzeitarbeitslose und Ungeschulte zurückgreifen. Und unsere angebliche Elite im Land dann via angeblicher Pflege in Jenseits zu befördern dürfte vielen dann ein Anliegen sein.
Das Aufpolieren der Statistiken zur Kaschierung der tristen Wirklichkeit ist keine Neuigkeit. Ebensowenig die Erkenntnisse der sogenannten IAB-Wissenschaftler. Was muß man eigentlich tun, um einen akademischen IAB-Bürostuhl in Besitz nehmen zu dürfen? Die forschen Aussagen der "Wissenschaftler" bestätigen lediglich die jahrelangen Erfahrungen des aufmerksamen Staatsbürgers.
Neu ist die Tatsache (noch lange nicht die Erkenntnis), daß wir uns das Frisieren der Statistiken nach DDR-Manier nicht mehr leisten können.
Deshalb vielen Dank an die Zeit-Redaktion für die Würdigung einer altbekannten und immer stärker pervertierenden Lüge der Arbeitsmarktpolitik. Doch wer auf die Selbstreinigungskräfte unserer Republik hofft, hofft wahrscheinlich vergebens. 40 Jahre verfiel die DDR, während der letzten 20 Jahre wurde der Widerspruch zwischen öffentlichen Außerungen und der alltäglichen Tristesse immer offensichtlicher. Die entscheidende Wende kam schließlich aus Polen, Tschechien und Ungarn. Wenn die Damen und Herren heute auf die Folgen der Globalisierung verweisen, haben sie schlicht mehr als zehn Jahre des Weltgeschehens verschlafen.
Statt ständig auf die schon immer vorhandenen Integrationsproblemen von Ausländern zu verweisen, sollten wir den Ausländeranteil im Bundestag und den Landtagen erhöhen. Vielleicht merkt die "deutsche" Politelite dann, wie weltfremd ihre Standortpolitik wirklich ist.
korfstroem
Wie immer ist das Problem mehrdimensional: Es gibt Lehrstellen in unattraktiven/wenig aussichtsreichen Berufen, die nicht besetzt werden, Lehrstellen sind nicht immer da, wo die Auszubildenen sind (nicht jeder kann in eine andere Stadt gehen), in der Tat bringen ein Teil der Schüler nicht ausreichende Voraussetzungen mit (für die beliebten Ausbildung des Kfz-Mechanikers werden oft lieber Realschüler eingestellt, wegen der Mathe- und Physikkenntnisse, die die Berufsschule verlangt werden).
Es gibt aber auch Möglichkeiten, von denen viele nicht wissen: Z.B. Ausbildungsverbünde, bei denen kleine Betriebe bei der Betreuung der Auszubildenen unterstützt werden bzw. sich zwei Betriebe zusammenschließen. Und die Berufsvorbereung ist nicht immer für die Katz, weil da schon nachgebessert werden kann bzw. gezielt gesucht wird - es ist abe stark vom Konzept abhängig und der individuellen (auch sozialpädagogischen) Betreuung, die hilft, nicht ausbildungsbezogenen Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder einfach das macht, was die Eltern nicht leisten können oder wollen. Es sollten nur nicht Maßnahme an Maßnahme gehängt werden.
Auch diesme Bericht kann man entnehmen, das das Problem schon weit früher, nämlich in der Schulausbildung begonnen hat.
Auch die genannten Beispiele verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung und mutmaßlich über keinerlei ausreichende Qualifikation, um eine Lehrstelle überhaupt besetzen zu können.
Der eigentliche Skandal ist dabei nicht diese Situation, so tragisch und bestürzend das ist, sondern die jahrzenhtelangen Statistikfälschungen der Regierungen, um nicht handeln oder erklären zu müssen, warum ein immer größerer Teil der Jugendlichen offensichtlich unausgebildet die Schulen zu verlassen. Bzw. waru nes für Unternehmen immer unattraktiver geworden ist, junge Menschen oder überhaupt Menschen einzustellen!
Den Unternehmen das Ganze anzulasten ist billig, aber wenig zielführend. Unternehmen sind gewinnmaximierende Einrichtungen und sollen es auch sein, weil sie sonst ineffizient werden.
Wer allerdings wegen Sozialromantik Märkte ignoriert, sie sogar aushebelt und verbiegt, darf sich nicht wundern, wenn der Markt keine sozialen Effekte mehr hat.
Wer den Anspruch der Abhängigen über den Anspruch der Tüchtigen stellt, braucht sich nicht zu wundern, wenn nur noch clevere Hyänen auf der anderen Seite stehen, denn alle Anderen verdienen ihr Geld lieber im Ausland, wo man willkommen ist und keine rechtlichen Klimmzüge machen muss, um der Gier und Verlogenheit des Staates zu entkommen.
Wer nicht flüchten kann oder will (weil er z.B. seine Heimat nicht aufgzugeben gewillt ist), sieht zu, dass seine Strukturen möglichst wenig Berührungspunkte mit staatlichen Vorschriften und der Verwaltung haben.
Das bedeutet vor allem Personalabbau oder die Vermeidung von versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und der Verzicht von Kapitalbindungen im Innland.
Wer dagegen verstößt wird gnadenlos vom Staat ausgeraubt.
B. Grabe
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren