Männer Heimwerker des Trieblebens
Der moderne Liebhaber ist unausweichlich Dilettant. Doch das kann durchaus anrührend sein
Die größte Last, die der moderne Liebhaber zu tragen hat, ist die Last der Bilder. Der Liebesakt ist (neben dem Mord) der meistfotografierte, meistgefilmte Akt, den ein Mensch ausführen kann. Jedes Tun bedeutet Nachmachertum, Zitat, Heimwerkerelend. Der Mann beugt sich ironisch über seine Erektion, und er feiert ironisch jeden Höhepunkt. Er weiß zu viel über sich, als dass er sich noch gehen lassen könnte.
Der Mann von heute hat auch schon Pornos gesehen, natürlich. In den USA, in Bushs Bible-Belt, ist die Porno-Industrie die größte im so genannten Unterhaltungsbereich, und bei uns klicken Millionen Leute die Adult-Seiten im Internet an.
Was sieht der Mann, wenn er Porno sieht? Ein geschwollenes, aufgepumptes, an allen Gliedern aus der Haut platzendes Dunlopmännchen, einen Ejakulationshelden, der seltsam uninteressiert am Weib vorbei auf sein stetig ein- und ausfahrendes Geschlechtsteil blickt. Ehe der Held ejakuliert, zieht er aber sein Glied ans Licht, denn er will sich ganz sicher sein: Ah, jetzt! Die Saat sprudelt ans Licht, ein Eiweißbrünnlein, drei Sekunden lang sprudelt es nur, dann wirft sich die Partnerin drüber und leckt es trocken.
Dieser kindische, rührende Moment, für den offenbar der ganze Film produziert worden ist, ist der Cum-Shot. Jeder Porno braucht den Cum-Shot, sonst ist es nicht echt gewesen. Mit dem Cum-Shot zahlt der Film seinem Zuschauer das Eintrittsgeld in Naturalien zurück. Der Cum-Shot ist die vulgäre Verbildlichung des letzten Glaubens, den der aufgeklärte westliche Mann noch hat, des Glaubens an seine Potenz, an die todesverscheuchende Wirkung der eigenen Manneskraft.
Der norwegische Dichter Ingvar Moe hat gesagt: »Wir leben so kurz und sind so unendlich lange tot.« Die Einsicht brennt tief in uns. Langer Tod, kurzes Leben. Und so packen wir alle Glückserwartung in die kompakteste Zeitkapsel. Der Orgasmus ist in der zwischen Carpe Diem und Todesangst schwankenden Kapitalistenwelt so etwas wie das kostbarste Gut: die angehaltene Zeit, ein Ewigkeitsausriss. Ich errege mich, also bin ich. Ich komme zum Höhepunkt, also war ich da. Im Betrachten eines Pornos wird der Mann in diesem Glauben bestärkt. Es wird ihm aber auch bewusst, wie albern dieser Glaube ist. Er begehrt und sieht sich dabei zu. Das macht ihn zum Clown.
Im intimen, millionenfach gesehenen, zu Tode inszenierten Moment des Liebesspiels ist der Liebhaber ganz bei sich – und als Betrachter seiner selbst völlig außer sich, ein Glutpünktchen, von weit oben gesehen wie von Google Earth.
Hugo von Hofmannsthal hat gesagt, eine Komödie setze alle Menschen in ein Verhältnis mit allen (alle sind schlecht, alle sind Kindsköpfe, über alle muss man lachen) und deshalb in ein Verhältnis der Ironie. Das sei der Gegensatz zur Tragödie, die sich am Unbedingten, Unvergleichbaren abarbeite. Insofern ist die Erotik von heute ein tragikomisches Feld: Jeder weiß alles darüber, wir stehen durchsichtig da.
Welche Möglichkeiten hat ein Mann von heute, wenn er sexuell aktiv sein will?
Er kann das Don-Juan-Programm verfolgen, das in der rastlosen Suche besteht. Albert Camus hat es so formuliert: »Was Don Juan in Tätigkeit versetzt, ist eine Ethik der Quantität – im Gegensatz zum Heiligen, der zur Qualität neigt. An den tiefen Sinn der Dinge nicht glauben – das ist die Eigentümlichkeit des absurden Menschen. Er überprüft rasch diese warmen oder erstaunten Gesichter, bringt sie in die Scheuer und eilt ohne Aufenthalt weiter. Die Zeit geht mit ihm.«
Die andere Möglichkeit: Er geht nicht allein mit der Zeit, sondern lässt sich auf das mindestens ebenso verwegene Abenteuer ein, gemeinsam mit einem bestimmten Menschen das Vergehen der Zeit auszuhalten.
Der monogame Romantiker entdeckt denselben Menschen dauernd neu
Zwei Unmöglichkeiten stehen gegeneinander: Die eine äußert sich in dem Wahn, alle haben zu wollen. Die andere äußert sich in dem Wahn, eine festhalten zu wollen, die alle enthält.
Beides ist harte geistige Arbeit. Der ewige Sucher verhält sich wie Danton in Georg Büchners Stück Dantons Tod: Er geht von Kurtisane zu Kurtisane und »macht Mosaik«, das heißt, er baut sich in vielen Schäferstunden mit Hübschen im Geist eine irreale Schöne zusammen.
Der monogame Romantiker hingegen zelebriert die Geistesarbeit der dauernden Übermalung und Neuentdeckung desselben Menschen. Über ihn schreibt David Lodge in seinem Roman Therapie: »Sex in der Ehe ist die Wiederholung einer Handlung, und dabei hat die Wiederholung mehr Gewicht als etwaige Variationen… Um den wahren Wert der Ehe schätzen zu lernen, muss man die oberflächliche Vorstellung ablegen, Wiederholung sei etwas Langweiliges und Negatives, sondern sie als befreiend und positiv, nicht mehr und nicht weniger als das Geheimnis des Glücklichseins sehen.«
Natürlich sind diese beiden Figuren – der rastlose und der restlos treue Liebende – eher Typen, Hilfsvorstellungen als reale Wesen. Dem Durchschnittsmann sind wohl beide Wahnwelten nicht ganz fremd, und vermutlich hat er Zeiten, wo beide ihn schrecken.
Und so kommt eine dritte Möglichkeit ins Spiel, die der Distanz und Enthaltsamkeit.
Zwar heißt es von den Soziologen, Historikern und Sexualforschern, die Geschlechter hätten sich in den »aufgeklärten Industriestaaten« immer mehr aufeinander zubewegt, aus Fremden, Feinden, Ausgelieferten seien Freunde, Gleichberechtigte, sozusagen Kollegen geworden. Die jungen Leute von heute seien viel freier und lockerer als ihre Eltern, heißt es, sie verabredeten sich zum Sex, wie sie sich zum Schwimmen verabreden.
Gleichzeitig, so scheint es, entfernen sich die Geschlechter probehalber recht weit voneinander und ersetzen den Geschlechtsverkehr durch liebevolle Ersatzhandlungen und Umwegfeierlichkeiten. Der Eros der Gegenwart ist ein Abstandseros, ein Verhütungseros, und die Männer haben es so gewollt, sie haben das meiste ja erfunden. Den Telefonsex zum Beispiel. Alles Wissenswerte darüber zeigt Robert Altmans Episodenfilm Short Cuts. Man sieht eine junge Mutter, die ihren Haushalt in Ordnung bringt, und während sie ihrem Baby einen Löffel Brei in den Mund schiebt, erzählt sie ihrem Kunden am Telefon, sie habe sich soeben das Höschen ausgezogen und halte es nicht mehr aus.
Irgendwann wird der avancierte Fetischist nicht mehr Schlüpfer und hochhackige Schuhe erregend finden – also die Hüllen, aus denen das verehrte Subjekt geschlüpft ist –, sondern die Maschinen, in welchen der Eros verschwunden ist: Telefon, Computer, Fernseher. An diesen Pforten des erotischen Universums wird er dann herumlungern und nicht hineinkönnen. Ein Zurückgelassener, dem nichts bleibt als sein Trieb.
Die finstere Seite dieser Übersiedlung und Einweisung aller Vitalität ins Virtuelle ist das Elend des draußen gebliebenen Fleisches. Mit dem Fleisch fangen die Datenwelten nichts an. So werden ihre Displays und Öffnungen selbst zu heißen erogenen Zonen, zu Überkörperöffnungen. Der erotisierte Mann von heute ist ein Displayboy.
Und wenn er nicht im Netz surft, so surft er in Wirklichkeit. Früher bedeutete Sport die Vertuschung und Abfackelung sexueller Begierde, eine Ersatzform des Sex. Man betrieb Leibesübungen, wenn die Möglichkeit der körperlichen Liebe nicht bestand. Heute ist Sex eine Spielart des Sports. Man hat ihn restlos entzaubert. Der Liebesakt ist nicht mehr das Abenteuer der Verschmelzung mit einem anderen Menschen, sondern eine Übung, eine Prüfung am fremden Fleisch. Die Lust hat nichts mehr von einer blitzartig auftauchenden und alles verwandelnden Idee, sie ist nur noch Reflex. Und Sexualität ist nicht mehr die schönste Form des Gedankenlesens, sie ist eine Form der Wellness: Sie verjüngt den Teint, sie erhöht Abwehrkraft und Lebenserwartung.
Aus dem Liebhaber ist ein Motoriker der Verzweiflung geworden. Der Niedergang der Liebhaber-Figur lässt sich exemplarisch an den Rollen des Kinoweltstars Michael Douglas ablesen. Douglas, ein Mann mit Spatenkinn, hungrig-verwegenem Blick, breitem Kreuz, ist die ideale Besetzung für moderne gebrochene Liebhaber-Rollen. Jedoch, der Bruch reißt Douglas’ Figuren mittendurch. In Falling Down wird er irre vor Existenzangst, in War of the Roses zerquetschen ihn die unerreichbare Intelligenz, Würde und Tücke seiner eigenen Frau, in Fatal Attraction und Basic Instinct martert ihn die überlegene erotische Energie (und der unbeirrbare Wahnsinn) starker, blonder Damen.
Vor Jahren, tief im vergangenen Jahrhundert, prägte der kanadische Filmregisseur David Cronenberg den Satz: »Sex ist die Erfindung einer raffinierten Geschlechtskrankheit.« Es war die Frühzeit von Aids, der Eros wurde vom Misstrauen unterwandert, und die Liebesgeschichten, die aus Hollywood kamen, waren verkappte Horrorgeschichten. Heutzutage müsste Cronenbergs Satz variiert werden: »Sex ist die Erfindung eines eiskalten Komikers.« An Aids hat man sich sozusagen gewöhnt, aber das Misstrauen vor der Erotik ist geblieben; im Kino und im TV wird es zur Comedy verarbeitet, auf den Bühnen zur Farce.
Die Geschlechterdifferenz ist nicht mehr Motor von Dramatik, sondern bloß noch ein überlebter Witz, ein äffisches Relikt. Wenn Mann und Frau auf der Bühne einander berühren, endet das entweder blutig oder lächerlich. Ein Kampf zwischen ungleichen Gegnern. Es stoßen zusammen: das Geschlecht der Zukunft (die Frauen) und das Geschlecht der Vergangenheit (die Männer).
Der Mann, wie ihn beispielsweise das deutsche Theater zeigt, ist eine untergehende Gattung – sie besteht aus Idioten, Sadisten oder Lügnern (und der Aufschneider und Lebensflüchtling Peer Gynt ist die letzte wahre Männerrolle dieser Tage, ein Kerl wie eine Zwiebel, zähe Schale, kein Kern).
Vor zwei Jahren hat am Hamburger Thalia Theater der Regisseur Michael Thalheimer Frank Wedekinds groteske Tragödie Lulu inszeniert – eine exemplarische Aufführung. Gemeinhin wird Lulu als »Urgestalt des Weibes«, als »des Lasters Kindereinfalt«, als »unsre Schlange« inszeniert (mit diesen Begriffen stellt sie im Stück ein Tierbändiger vor). Gemeinhin ist Lulu eine »Teufelsschönheit« (so sagt im Stück Dr. Schön, der später von ihr erschossen wird), die ihrem Trieb folgt und ihn mit Nacktheit beglaubigen muss. Bei Thalheimer aber war Lulu die einzige Person, für die Nacktheit nie infrage gekommen wäre. Es waren die Männer, die vor ihr Form und Scham verloren. Grauen Anzugsherren rutschten die Beinkleider auf die Knöchel, traurige Hodensäcke bimmelten uns die Ballade von der sexuellen Hörigkeit. Maler Schwarz, Dr. Schön – unglückliche Entblößte, die in runtergelassenen Hosen wie in Betonsockeln standen. Buster Keatons der Selbsterniedrigung, Slapsticker des Geschlechtstriebs.
Frauen, die Männer liebten, hatten es oft mit verkappten Frauen zu tun
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Begriffe geprägt, die Stadien des Abschieds von einem alten Männerbild bezeichneten. Nicht mehr der harte, stumpfe, sture Mann, sondern der weiche, einfühlsame, mitfühlende Mann tauchte am Horizont auf.
Man nannte ihn whimpster, emo boy, Weichei. Während die Frauen im Kapitalismus angeblich immer mehr vermännlichten, wurden die Männer kindlicher beziehungsweise femininer: Frauen, die Männer liebten, hatten es also mit Söhnen oder verkappten Frauen zu tun.
Die Entwicklung kulminierte im Metrosexuellen, der 2003 den Weltmarkt eroberte. Der Metrosexuelle verwendet viel Zeit auf Körperpflege und die Entwicklung eines eigenen Stils, verachtet das traditionelle männliche Lebensfeld (Fußball & Bier) und tut alles, die Frauen durch Entgegenkommen und scheinbar absichtslose Nähe zu entwaffnen.
Nun stellt sich heraus, dass Frauen solche Männer nicht mögen; sie finden sie fad. Will man denn Mutter sein, ohne geboren zu haben? Die meisten Frauen, so behaupten die Trendforscher, lieben entschlossene, furchtlose, blendend aussehende Männer mit Humor, die über entspannte »M-ness« (Maskulinität) verfügten. Für diese Sorte Männer wurde in den USA der Begriff »Übersexuelle« geprägt. Im wirklichen Leben gibt es sie kaum.
Was passiert nun? Männer, die angeblich immer mehr verweiblichten, unternehmen verzweifelte Versuche, durch neu eingeübte M-Ness Frauen, die angeblich immer mehr vermännlichten, für sich zu gewinnen.
Und so sehen wir den modernen Liebhaber beim anrührenden Versuch, eine politisch korrekte, friedliche, frauenfreundliche, vollkommen spontane und selbstironische Erektion zu haben.
- Datum 20.07.2006 - 03:07 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20.07.2006
- Kommentare 13
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Lieber zeitfuchs13,
Sie schreiben in Ihrem Kommentar:
"Ich möchte mal wissen, was passieren würde, wenn man den Frauen Ihre roten Tage verbieten oder versuchen würde, diesen natürlichen Rhytmus zu unterdrücken. Darüber und über die Folgen hat sich noch keiner Gedanken gemacht."
Warum schreiben Sie "würde"? Es passiert doch schon die ganze Zeit, seit Jahrzehnten und bei den meisten Frauen in Deutschland. Oder was, glauben Sie, ist die Pille anderes als ein Mittel zur Unterdrückung des natürlichen Rhythmus' einer Frau?
Nimmt man sie nur lang genug, hört das bisschen "Abbruchblutung" (nicht zu verwechseln mit einer richtigen Monatsblutung) auch irgendwann auf.
Und bei Leistungssportlerinnen wird oft genug sogar die Abbruchblutung nicht zugelassen, um maximale Leistungsfähigkeit bei Wettkämpfen zu garantieren.
Geht alles. Und bei Frauen kräht normalerweise kein Hahn danach.
Ein Artikel, den die Welt nicht braucht. Schon toll, wie man aus dem Nichts Probleme konstruieren kann - die Saure-Gurken-Zeit schlägt zu! Richtig amüsant sind dann aber abstruse Kommentare wie der von zeitfuchs13, auch wenn ich zugeben muss; So richtig bin ich da nicht mitgekommen... Wie kam noch mal diese energetische Komponente, der "Kundalini-Energiepunkt" ins Spiel? Neben mäßiger Rechtschreibung (hach, das musste einfach sein) denkt der gute zeitfuchs13 denn auch darüber nach, was wäre, wenn den Frauen die "roten Tage" verboten oder ihr natürlicher Rhythmus unterdrückt würde. Science Fiction!, schreien die einen, die anderen erinnern sich: Eine mysteriöse, sogenannte "Antibabypille" gibt es seit fast 50 Jahren. Und weil ich ein kleiner Klugscheißer bin (fast so gut wie Sex), hier die nächste Belehrung: "Relax" (englisch) ist gleichbedeutend mit dem deutschen Wort "entspannen". Doppelt hält aber trotzdem besser, deswegen: Relaxt doch alle mal, da ist man gleich viel entspannter!
Langweiliger und ganz einfach nicht zutreffender Artikel. Ich als Mann der jungen Generation kann die Probleme des Autors nicht nachvollziehen. Keiner meiner Freunde macht sich ernsthaft über die im Artikel angesprochenen Punkte Gedanken. Sex ist was ganz normales, gehört zum Leben dazu und das wichtigste: jeder handhabt es so wie es ihm passt und gut ist. Ich verstehe nicht, warum gewisse Menschen immer wieder versuchen das Sexleben bzw. den "Wandel des Sexlebens" pauschal für die gesamte Männerwelt (oder auch Frauenwelt) zu definieren. Zurücklehnen und einfach mal locker durch die Hose atmen und die angesprochenen, konstruierten Probleme lösen sich in Wohlgefallen auf.
Vor vier Wochen erst hat uns Dummschwätz-Schwentker, basierend auf den Forschungen des Fälschers (angebl. Wissenschaftlers) Jan Hoem (Direktor des Max-Planck-Instituts) belehrt (http://www.zeit.de/2006/2...), dass der Ernährer ausgedient hätte.
Angesichts dessen erleben wir hier einen Fall von geradezu revolutionärer Ehrlichkeit, wenn der Autor zugibt, dass Frauen keine Weicher, sondern Männer wollen.
Geht doch.
Da war ich doch sehr überrascht, Peter Kümmels Artikel "Heimwerker des Trieblebens" zu lesen. Einerseits, da ich einen solchen Text von einer weiblichen Schreibfeder erwartet hatte, andererseits über die doch offene und klare Darstellung der Sachlage selbst.
Wenn jetzt hir der Eindruck erweckt werden sollte, das Männer grundsätzlich Triebtäter zu sein scheinen und Frauen auf Grund ihrer Orgasmusschwäche oder eifach der Tatsache wegen, das deren Reizzonen komplexer am Körper versteckt sind, so ist das hier offensichtlich, auch wenn es nicht beabsichtigt war, gelungen.
Der männliche Orgasmus selbst, hat neben seiner reinigenden Wirkung (den Überdruck loswerden) auch eine energetische Komponente mit der indischen Bezeichnung Kundalini-Energiepunkt. Es hier zu beschreiben kann sich jeder bei Google selber schlau machen, es wäre einfach zu langwierig.
Ich möchte mal wissen, was passieren würde, wenn man den Frauen Ihre roten Tage verbieten oder versuchen würde, diesen natürlichen Rhytmus zu unterdrücken. Darüber und über die Folgen hat sich noch keiner Gedanken gemacht.
Die Tatsache, das viele Menschen in den Medien Ihre intimsten Sexualpraktiken einmal vor einer laufenden Kamera offerieren und diese Filme und Bilder durch eine Werbe-und kopierindustrie bis ins unermessliche, natürlich für bares Geld in den Medien present sind, ist meines erachtens nicht gleichbedeutend mit einer unnatürlichen, abartigen, scheibar überbewerteten Handlungsweise der beteiligten Menschen selbst, sondern zeigt die Lust und oder die Notwendigkeit unserer Zeit, intimste Dinge des Lebens selbst vermarkten zu müssen und sei es nur um die Miete bezahlen zu können.
Bekannterweise entstehen solche Film + Fotoaufnahmen (Pornoindustrie)weitgehendst unter dem Druck der eigenen miserablen finanziellen Lage der Beteiligten oft noch in Kombination mit Beschaffungskriminalität. Den Machern selbst ist es ein rein finanzielles Anliegen - ein Milliardenmarkt. Einer Studie zufolge sind über 70% der Inhalte im Netz erotischer oder pornografischer Natur. Hätten sie das gedacht ?
Es soll hier keiner Glauben, das es Minderjährige wie Erwachsene auf diesen Filstreifen oder Fotos aus reiner Lust und Dollerei dazu bewogen hat, intimstes in allen Stellungen und Lebenslagen preiszugeben. Das selbe trifft auch für das proffessionelle Horizontalgewerbe zu. Von den paar Protagonisten, welche letztlich noch vermeintliche Lust vorspielen, bleiben am Schluss keine mehr übrig. Oder wer glaubt den hier, das die Professionellen aus dem Rotlichtmillieu nach dem 20. Freier pro Tag auch noch Lust auf echten statt gespielten Sex hätten ? Was den Orgasmus
bzw. die Ejakulation der Männer angeht, ist diese Fähigkeit
nach dem 20. mal am Tag bestimmt schon früher erschöpft.
Aus ihm selbst entwickelt sich der Fortbestand der Menschheit, wobei es was den hier beschriebenen "Handwerker angeht" durchaus nötig und gut ist, Überkapazitäten abzubauen, vorzugsweise im "Handbetrieb". Derlei Männer sind meines erachtens nicht nur relaxter im Umgang mit Ihren Mitmenschen, sie sind einfach auch entspannter. Ein Zustand also, welchen ich meinen Mitmenschen nur anraten kann.
Charly Schindel
Im Alten Testament steht schon geschrieben, das Gott nur deswegen den Maenner die Macht in der Gesellschaft zugeteilt hat, weil vorher die Schoepfung Gottes selbst, die Natur also, die Frauen schon sehr stark bevorzuegt hatte.
Es gibt schon zu denken, dass dieses Zitat, und die (sichtbare) Realitaet die es beschreibt, so weing Feingeister in der Geschichte auggefallen ist.
Weder die meisten Maenner noch die meiste Frauen moechten dieses eingestehen, und zwar vermutlich aus gegenueberliegende Gruende.
Das - in einem pornografisch Kontext verpackte - sexuelle Selbstbild der Maenner, so wie es im Artikel beschrieben ist, stimmt zwar im grossen Ganzen, aber es gibt einige Teile, die ich nicht ganz nachvollziehen kann.
Z.B. das Ejakulieren ist ja etwas, das uns moderne
Maenner ueberhaupt keinen Stolz, sondern gerade Besorgnis und Unsicherheit bringt.
Vorzeitig "ausspritzen" ist ja genau dasjenige, wass man NICHT tun moechte im Geslechtsverkehr, und Angst vor die Enttauschung und Irritation der Frau hierueber wenn's passiert, kann einem fast die Lust zum Sex nehmen.
Auch zum Erektion haben wir schon immer doppelte Botschaften hoeren muessen (und da stimme ich schon eher dem Artikel zu).
Am einen Seite wirden wir heimgesucht von Angst das "es" sich zu frueh manifestieren koennte, wenn es noch "nicht so weit" ist, und dan gilt man als ein "Schmutkerl" oder sogar als "pervers".
Aber weh, wenn's dann endlich mal "so weit" ist, und sie jetzt supergeil und hochgepannt ist, aber man selbtst auf ein Mal vor lauter Nervositaet nicht so leicht "hochkommen" kann.
Es gibt fast nichts, das weniger erniedrigend ist als diese Erfahrung machen zu muessen.
Im Indischen Kama Sutra (die eine gute Chance hat, die Bibel zu ersetzen als das meist gelesene Buch der Westlichen Welt) wird gezeigt, wie der Orgasmus der Frauen die dominanteste Teil der Geslechtsakt ist, wessen Befriedigung die heilige aber fast unmoegliche Aufgabe der Maenner ist. Deswegen werden dort so viele Stellungen und Techniken beschrieben, die mann nuetzen kann, damit man nicht zu schnell ejakuliert und gleichzeitig steif bleibt.
Auch ueber die Identitaet unserer Maenlichkeit sind wir falsch geleitet worden, weil die "Metrosexuelle" ein nasser Traum entweder der Schwule oder der Lesben ist (vielleicht sogar beides), nicht aber der heterosexuelle Frauen.
Und als "Softie", wie's sich schon versteht, wird man nur zum sgn. "besten Freund" degradiert, bei wem die Frauen ausweinen moechten, wenn ihrer Macho Freund, mit wem sie (gerne) schlaeft, ihr mal wieder schlecht behandelt hat.
Wir muessen wissen, dass Frauen sich bewusst zwar eine Sache wuenschen von einem Mann (weich, sensibel und einfuehlsam), aber sogar sich selbst nicht eingestehen moechten, eigentlich immer noch den Alfa Hahn zu begehren. Sensibilitaet wird wichtig gefunden als eine gute Eigenschaft "nebenbei", aber zum Ersatz von Maennlichkeit taugt es (in die Augen der Frauen) nichts.
Es wird von den Frauen immer noch harte Maennichkeit von uns abverlangt, aber gleichzetig muessen wir jemanden sein, der ihr im Bett sehr gut befriedigen kann, wenn auch immer sie es braucht, und dazu auch noch nebenbei modern und emanzipiert ist, spuelt, staubsaugt, sauber macht, die Kinder waescht, anzieht, erzieht, und in die Schule faehrt, und ihr auch zum realisieren eines eigenstaendigen Berufsleben Hilft. Und dazu soll er auch noch selbst einen gut bezahlten Topjob haben und alle Geld am Familie spendieren (aber gleichzeitich oft zu Hause sein), weil sie das geld das die selbst verdient "natuerlich auch" fuer sich selbst "braucht", und natuerlich dazu auch immer noch herkommliche "Maenner-arbeiten", wie Reparatur des Auto's und des Komputer's, machen koennen. Dazu sollte er huebsch sein, gross, dunkelhaarig, braunaugig, breitschultrig, keine Glatze haben und sportlich sein.
Und klagen darf man daruebetr schon gar nicht, weil man dann ein "Chauvinist" oder, noch viel schlimmer, zu "schwach" ist.
Mit diesem Fazit der Zeigeist, ist es nicht so merkwuerdig, das es uns nicht immer so gut geht...
Chapeau! Mit Mut und Qualität, auch unterhaltsam geschrieben. Nicht unbedingt erschöpfend oder vollständig, aber warum auch. Selbst ein reflexiver, intelligenter und gut beobachtender Mensch (ja selbst ein Schriftsteller) wird niemals sehr weit über seinen eigenen Horizont hinaus blicken können. Umsoweniger, als es sich bei dem vorliegenden Thema um eines der zentralsten und bedeutsamsten Themen des Menschen (Mannes) handelt und jede Einstellung automatisch stark subjektiv gefärbt ist. So übermittelt der Artikel, wie auch die dazugehörigen Kommentare, doch eigentlich die Sicht des jeweiligen Autors. Nicht mehr, nicht weniger. Man (ich) findet sich mehr (Serienmonogamie) oder weniger (Fetischverweis) darin repräsentiert. Eine Wertung ist nicht notwendig, Toleranz ist es.
irgendwie scheint der zweite teil meines kommentars, auf dem weg nach zeit.de falsch abgebogen zu sein (richtung daten-nirvana). aber ich schreib das jetz nich nochmal. denkt euch den rest.
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