Schlechte Noten für die deutsche Automobilindustrie: Als einziges Fahrzeug eines hiesigen Herstellers schaffte es der VW Polo BlueMotion in die neue Top-Ten-Liste der umweltverträglichsten Autos. Sieben der zehn Ökomodelle stammen dagegen aus Japan. Platz eins belegt der Honda Civic Hybrid, Platz zwei der Toyota Prius Hybrid. Die Japaner lägen nach wie vor weit vorn, sagt Gerd Lottsiepen, Autoexperte beim Verkehrsclub Deutschland, dem Urheber der Umweltliste.

Der Polo BlueMotion ist zwar das sparsamste aller bewerteten Autos (Normverbrauch: 3,9 Liter), schneidet aber in puncto Lärm und Stickoxid-Emissionen schlechter ab als die japanische Konkurrenz.

Obendrein ist der Öko-Polo eine Ausnahme im Angebot der deutschen Hersteller. Fahrzeuge, die pro Kilometer weniger als 140 Gramm des für die Erderwärmung verantwortlichen Kohlendioxids (CO2) ausstoßen, sind nach wie vor eine Rarität - der Polo begnügt sich mit 102 Gramm.

Der europäische Automobilverband ACEA hat sich verpflichtet, den CO2-Ausstoß der Neufahrzeuge bis 2008 im Durchschnitt auf 140 Gramm pro Kilometer zu vermindern. Davon sind die hierzulande neu zugelassenen Fahrzeuge weit entfernt. Nach Erkenntnis des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung steigen die Emissionen der als besonders sparsam geltenden Dieselfahrzeuge seit 2001 sogar. Momentan liegen sie bei 171 Gramm pro Kilometer. Ein Grund dafür ist der Wunsch nach immer mehr PS. Ein Verlangen, das trotz steigender Spritpreise ungebrochen ist, wie Ferdinand Dudenhöffer, Geschäftsführer von B&amp -D Forecast, herausgefunden hat. Umweltminister Sigmar Gabriel sorgt sich, dass die Autohersteller ihre Zusage nicht einhalten. Dann müsste die Politik tätig werden und den Verbrauch per Gesetz regeln, kündigte Gabriel bereits an.