Der will doch was, denke ich. Das sehe ich von hier aus. Es ist Samstagmorgen, ich schiebe den Einkaufswagen aus dem Supermarkt auf den Parkplatz, schaue – und sehe: Steht da schon wieder einer an meiner Fahrertür rum! Ich beschleunige meine Schritte, sorgenvoll, eifersüchtig auch, doch der Mann in der Jogginghose lächelt nur und sagt: "Schönet Ding hamse da. Der jeht bestimmt ab wie ’ne Rakete, wa?"

Seit ich testweise das BMW Z4 Coupé durch Berlin fahre, passiert mir das ständig. Andauernd bleiben Männer stehen, befühlen den Lack, streicheln die Kotflügel oder starren einfach. An sich wäre dagegen nichts zu sagen, schließlich fährt man so ein Auto auch, um aufzufallen. Aber – das mag jetzt etwas schnöselig klingen – das Problem mit dem Z4 ist: Er fällt irgendwie den falschen Leuten auf. Spoilerpublikum gewissermaßen. Mir kann das egal sein. BMW vielleicht aber nicht. Man könnte auch sagen: Zielgruppe verfehlt, liebe Marketingstrategen.

Vergangene Woche zum Beispiel, ich komme mit meiner Freundin von einem Ausflug ins Berliner Umland zurück. Von 0 bis Wittenberg in 35 Minuten, exakt dazu will das Z4 Coupé ja verleiten. Mit meinem Renault würde ich für die Strecke mindestens eine Stunde brauchen, doch der Z4 – was geschieht nur mit mir? – will von der linken Spur nicht mehr runter, und die Tachonadel gleitet ohne Zögern hoch zur 250. Meine Freundin sagt nichts mehr. Das ist der Moment, in dem ich beschließe: Diese Geschwindigkeit ist nichts für uns. Ende des Ausflugs. Wir fahren also zurück nach Berlin, zu ihr, in den Stadtteil Wedding. Im Wedding riecht es immer noch nach Kohleöfen, und man findet immer einen Parkplatz vorm Haus.

Wir stehen also mit dem Z4 auf einer Straße mitten im Wedding, und ich verspüre überhaupt keine Lust, mein Auto alleine zu lassen. Da, die ersten Männer bleiben bereits stehen und gucken. Und dort drüben, der Typ im Unterhemd. Zerrt seinen Hund vom Baum weg, näher heran an mein Auto.

"Lass uns nicht aussteigen. Lass uns lieber ein bisschen hier sitzen bleiben", sage ich zu meiner Freundin, verriegele die Türen und schäme mich sofort dafür: Seltsam, was dieses Auto mit den Menschen macht – mit denen, die drin sitzen, und jenen, die drum herumstehen.