Grass-Memoiren : "Ich habe mich verführen lassen"

Grass gibt Rechenschaft, bohrend, brennend mit dem rotglühenden Eisen namens Erinnerung; rechtfertigen tut er nichts, urteilt Fritz J. Raddatz nach der Lektüre der Memoiren.

SS-Mann Günter Grass. Die Feder sträubt sich, so einen Satz aufs Papier zu bringen. Nun tobt eine Debatte – vom Nobelpreisträger selber Wochen vor Erscheinen seines Buches losgetreten – über die Frage »Warum das Eingeständnis so spät?«; darf man das als Lebenslüge denunzieren? Zwar neige auch ich zur Antwort »Reichlich spät« – halte gleichwohl den impliziten Vorwurf für pharisäisch. Es ist eine außerliterarische Kategorie, geeignet für den Leitartikel, nicht für die Literaturkritik. Es geht um ein Werk, um bohrende Unruhe, die ihm zugrunde liegt. Also um Irrtum und Versagen als literarisches Material, nicht um Datierung. Das nämlich ist der Impetus der Grass-Memoiren: das Leben eine Werkstatt. Was hier vorliegt, ist ein gar seltsames, hochgemut trauriges Buch, Legende vom Erfolg durch Versagen, widerborstig-garstig, schockierend und (dadurch) zutiefst berührend. Keine Besonnte Vergangenheit, keine Jugenderinnerungen eines alten Mannes. Ein Kontobuch – um die frühe buchhalterische Erfahrung des Kleinbürgersohnes aus dem Kolonialwarenladen und die von Grass gerne noch heute betonte Rechenhaftigkeit zur Metapher zu dehnen; unter dem Strich steht mit schwarzer Tinte die Summe: »Ich war als Hitlerjunge ein Jungnazi. Gläubig bis zum Schluß.« Da trug der Panzerkanonier – der sich zuvor vergebens freiwillig zur U-Boot-Waffe gemeldet hatte – jene Runen am Uniformkragen, von denen ihn bei Kriegsende (»Sonst kriegst du gleich einen Genickschuß«) ein Kamerad vorsorglich befreite, indem er ihm eine andere Jacke »organisierte«.

Mit einer Rigorosität, wie ich sie sonst nur von Jorge Semprúns schonungslosem Abrechnungsbuch über seinen Irrweg zum fanatischen Kommunisten kenne, gibt sich hier einer kein Pardon – wie man uns sonst so häufig in selbstmitleidigem Schluchzton die Ohren zuzuschmieren suchte. Die trotzige Ungebärdigkeit, die wir aus Büchern und Reden von Grass kennen – letzthin in seiner furiosen Ansprache auf dem PEN-Kongress –, erspart er dem nicht, den er »jenen Jungen« nennt, »der anscheinend ich war«, und den er – »keine Zweifel haben meine Kinderjahre getrübt« – als »leicht zu gewinnen« schildert. Dieser »Junge meines Namens« hat nie gefragt (etwa nach Verschwundenen), hat immer wieder »das Wort ›Warum‹ verschluckt, nicht ausgesprochen… wenngleich der Name Stutthof abschreckend in aller Munde war«. Der Name Hitlers war ihm »heilig«, an ihn wurde geglaubt, bis alles in Scherben fiel (und noch ein Weilchen, im Kriegsgefangenenlager, danach).

Grass gibt Rechenschaft, bohrend, brennend mit dem rotglühenden Eisen namens Erinnerung; rechtfertigen tut er nichts: »Um den Jungen und also mich zu entlasten, kann nicht einmal gesagt werden: Man hat uns verführt! Nein, wir haben uns, ich habe mich verführen lassen.« Grass schrubbt und schrubbt – aber keine Reinwaschung will ihm handhabbar sein; nur deutlicher wird sein Schandmal, das er uns vorzeigt – »mein Schweigen dröhnt mir, beim Häuten der Zwiebel, in den Ohren«. Die Schmach, der er sich ohne die kleinste Persilschein-Schummelei stellt, wird eines Tages zur schöpferischen Energie. Geheimnisvolle Dialektik der Kunst. Das ist die zweite Ebene dieses Buches, das man getrost radikal nennen darf. Davon wird noch zu berichten sein.

Zuvor aber eine Bedenklichkeit, von der ich selber nicht weiß: Ist sie besserwisserisch-banausisch oder notwendig? Geht sie nicht gar an der Pflicht eines Kritikers vorbei, über eine Grenze hinweg? Sei’s drum. Ich muss einbekennen: Ganz verstehe ich diese Dummheit nicht; auch wenn Grass sie ohne Beschönigungsschnörkel einbekennt. »Blind für alltäglich werdendes Unrecht im nahen Umfeld der Stadt« – wie ging denn das, bei einem 1940 immerhin 14-Jährigen, kein Baby also, mehr Jüngling schon denn Junge? Ich bin vier Jahre jünger, war also 1939 – als »seit 5.45 Uhr zurückgeschossen« wurde – wirklich ein achtjähriges dämliches Gör, in dessen mulschigem Gehirn sich der Krieg ausmalte als Aufmarsch hübsch farbig gekleideter Soldaten (Bleisoldaten?) auf dem Tempelhofer Feld; und doch habe ich den Aufschrei des gartensprengenden Vaters nicht überhört: »Das Ende beginnt!« Verstanden habe ich nichts, noch nicht; doch als meine ältere Schwester – gleichaltrig mit Grass – mir zu baff-kuhmäuligem Erstaunen erklärte, andere Staaten, man nenne sie Demokratien, hätten keinen Führer, hakelte doch etwas in meinem Kopf. Auch in meiner Familie hörte man nicht unentwegt BBC, gar Thomas Manns Reden An die deutsche Nation (ich hätte gar nicht gewusst, wer Thomas Mann ist), und mein Herr Offiziersvater war wahrlich Lichtjahre entfernt von auch nur kritischer Einrede (vor uns), geschweige denn auch nur dem Hauch eines Gedankens namens Widerstand. Unredliche Geschichtsschummelei wäre das. Aber in jeder Familie gab es doch irgendeine Tante, Cousine, einen Onkel, irgendeinen Bahnbeamten im Bekanntenkreis, der/die dem Grass-Prinzip »Habe ich wieder mal keine Fragen gestellt« nicht folgte? Es gab gar Kinder-Abzählreime »…dann kommst du ins KZ«; es gab kleine Blinzel-Witze »Mama, wer klingelt da jetzt abends? – Ess, ess, mein Kind, und mach dir keine Sorgen.« Das und vieles andere habe ich, der vier Jahre Jüngere, gehört, geschmeckt, gerochen, nicht begriffen, aber wahrgenommen.

Auch ich habe die Sondermeldungen gehört; auch ich habe die Wochenschauen mit den siegreichen Panzern gesehen; auch ich habe all die Ufa-Filme (oft heimlich, weil zu jung) angeschaut, von denen Grass berichtet – und war begeistert von Willy Birgel in Reitet für Deutschland, weniger von Stukas mit Carl Raddatz, weil ich den entfernten Verwandten nicht mochte –, aber in diesem gläubigen Applaus-Rausch war ich nie eingehüllt, niemand, den ich kannte: kein Schulkamerad, keine erste Knutsch-Anette, kein gefürchteter Vater. Endsieg erhoffen? Wie funktionierte denn das angesichts der in rauchenden Trümmern versinkenden Städte (Grass hat sowohl Dresden als auch Berlin in Schutt und Asche gesehen, er beschreibt es eindrucksvoll); angesichts der sehr bald eintretenden Kunsthonig- und Wurstersatz-Kümmerlichkeit; der allenthalben mit einem Bein, mit leerem Jackenärmel, mit der Blindenbrille in Straßenbahnen und Omnibussen Humpelnden; der viele Zeitungsseiten füllenden Anzeigen »Für Führer Volk und Vaterland auf dem Felde der Ehre gefallen. In stolzer Trauer…«. Ich erinnere mich an die schallende Ohrfeige des Vaters, als ich »Quatsch« gesagt hatte, »wie kann man denn stolz sein, wenn einer tot ist« – da war ein Schlittschuhlauf-Freund in Kurland gefallen, und ich war lange Abende bei der fassungslos weinenden Mutter gesessen.

Nun war Grass ja seit seinem fünfzehnten Lebensjahr fast immer kaserniert, nix Ku’damm-Cocktails neben eben noch brennenden Häusern, nix Wannsee-Bad »Für Juden verboten«; vielleicht hat er, eingesperrt in die dumpfe Kameraderie und eingesetzt schließlich in (erschütternd erzähltem) grausigem Fronteinsatz, nie einen Menschen mit Judenstern am Mantel gesehen – es muss eine Miefretorte gewesen sein. Aber kam nicht mal ein Kamerad vom Urlaub zurück und berichtete von der Not in Hannover, München oder Cottbus? Eine Remarque-hafte Szene, wie er einem eben noch hilfreichen Gefreiten, nun die Beine zerschossen, in die blutig zerfetzte Hose greifen muss, ob er »noch ein Mann« sei. Den Pimmel eines Gemetzelten in der Hand – und an Führer und Endsieg glauben, mit nunmehr 17 oder 18 Jahren?

Grass ist von geradezu wütender Ehrlichkeit; aber seine bis über des feigen Massenmörders schmähliches Ende, das er noch hinnahm als »im Kampf um die Reichshauptstadt gefallen«, bis über das Kriegsende hinausreichende Gläubigkeit ist schwer zu verstehen. Ohne einen Tupfer von Schminke gesteht er ein, dass es so war, er so war; aber wie und warum?

Grass misstraut der Erinnerung – aber die Bilder bedrängen ihn doch

Nun geschieht aber etwas Wundersames, das Beim Häuten der Zwiebel zu einem wichtigen, einem glücklich gelungenen Buch macht. Ihm, dem meisterlichen Erzähler, gelingt, was man – wenn ich nicht irre – in der Naturwissenschaft eine »Doppelhelix« nennt: In immer neuen Kurven, Ausbuchtungen, Schleifen führt er vor die schwärende Wunde, Schande. Er gibt preis, wie tief eingekerbt, stets bewahrt, stets sich dessen bewusst, diese verbogene Jugend sein Werk geprägt hat. Wie er die falsche Währung »Gläubigkeit« umgemünzt hat ins Wort, ob Gedicht oder Prosa: »Ich bereits angejahrt, er unverschämt jung; er liest sich Zukunft an, mich holt Vergangenheit ein; meine Kümmernisse sind nicht seine; was ihm nicht schädlich sein will, ihn also nicht als Schande drückt, muß ich, der ihm mehr als verwandt ist, nun abarbeiten. Zwischen beiden liegt Blatt auf Blatt verbrauchte Zeit.«

So gelassen wie minutiös gibt er uns Auskunft, welcher Bildfetzen vom am Oxhöft-Kai liegenden ehemaligen KdF-Schiff Wilhelm Gustloff eines Tages seine Novelle Im Krebsgang gebären wird; welch und wessen schief schepperndes Ritterkreuz die berühmte Szene in Katz und Maus nähren soll; welche ausgeleierten Redewendungen eines Unteroffiziers sich in den Materniaden der Hundejahre wiederfinden; wie die fetten Ratten in den Unterständen der Acht-Komma-acht-Geschütze ihm »auf Länge eines Romans gesprächig« wurden; wie, zum »Störtebeker« umgetauft, in der Blechtrommel der Anführer einer Bande Jugendlicher auftaucht, von der nur das Gerücht zu ihm gedrungen war: »Vom Hauptbahnhof, auf der Mottlaubrücke und Speicherinsel, im Vorfeld der Schichauwerft und längs der Hindenburgallee kontrollierten die Feldgendarmerie und die Streifen-HJ zivile Personen, Fronturlauber und immer mehr streunende Mädchen, die für gewöhnliche Landser und höhere Dienstgrade mehr als ansprechbar waren. Vor Deserteuren wurde gewarnt, von einer Bande Jugendlicher Abenteuerliches gemunkelt: Einbruch im Ernährungsamt, Brandstiftung im Hafengebiet, Geheimtreffen in einer katholischen Kirche… All das, Unglaubliches sagte man jener ›Stäuberbande‹ nach, die mir späterhin, als ich endlich Wörter auf Abruf genug hatte, einige Kapitel lang wichtig werden sollte.«

Zwar misstraut Grass der Erinnerung, von der er skeptisch sagt, sie horte mit Vorliebe Schrott; aber Töne, Bilder, Geruch, gar kleine Szenen der kostümierten Liliputaner einer im Bunker Schutz suchenden Artistentruppe zwischen verängstigten Kindern und Verwundeten auf Tragen – das hat sich fest eingedrückt in die Wachsplatte namens Gedächtnis: »Geführt wurde die Gruppe, die als Fronttheater unterwegs war, von einem kleinwüchsigen Greis, der als Clown auftrat. Aus leeren bis gefüllten Gläsern, die gereiht standen, zauberten seine den Gläserrand streichelnden Finger Musik: jammervoll süß. Er lächelte geschminkt. Ein Bild, das blieb.«

Das Private ist Rohmaterial. Eines Tages wird es geformt werden. Der junge Grass war kein reflektierender Mensch, selbst dem Satz »Und dann sah ich die ersten Toten« folgt die Feststellung: »Keine Gedanken, nur Bilder bleiben… Der Bildersammler sieht mehr, als er fassen kann.« So ist das Buch, dem Grass eine Genrebezeichnung verweigert, auch ein Tagebuch. Präzise und authentisch. Es gibt ohne Scham, aber voller Bedenken die Laufbahn eines Taugenichts wieder – und das Entstehen eines Künstlers; Zwiebelhaut für Zwiebelhaut. Oft weiß er nicht, ob Wiedergegebenes gar Nachgeliefertes ist, versteht er das eigene Wegsehen, Schweigen, Fragenunterdrücken nicht; aber die Technik der Retrospektive – es erzählt uns ja der gleich 80-Jährige vom 18-Jährigen – gestattet, auf ingeniöse Weise, das eigene Werk zu skelettieren (nicht etwa, Gott behüte, zu interpretieren). Dem begeisterten Koch – großartig die Szene, wie den hungernden Kriegsgefangenen papierene Genüsse von einem ehemaligen Wiener Chefkoch vorgegaukelt werden: »Heut, bittscheen, nehmen wir Schwain durch« –, dem Butt- Autor und Aalgenießer darf man wohl sagen: Er gibt uns die Gräte seines Œuvre; selbst die erwähnte Sequenz blieb ihm ja abrufbar, wir finden sie im Roman Örtlich betäubt, in dem statt des wienerischen »No, das gibt Krustchen kestlich« ein Studienrat namens Starusch dilettiert.

Ich zögere nicht zu sagen: Das Buch hat etwas Ergreifendes; es greift nach uns. Selbst da, wo es sich einem Abschnitt nähert, den unsereins als Zeitzeuge miterlebt hat, bleibt es ohne Aha-Effekt, bringt es im Leser etwas zum Schwingen; etwa in der zart-zurückhaltenden, dadurch besonders intensiven Erzählung von der großen Liebe zu Anna, der dann bald ersten Frau von Grass. Dieses Kapitel, in seiner diskreten und berührenden Innigkeit, erinnert an das noble Marilyn-Monroe-Kapitel in Arthur Millers Memoiren Zeitkurven. Chapeau.

Grass hat sich mit diesem Buch selber herausgefordert, sich gehäutet

Aber auch, wenn dieser Schriftsteller sich rückbesinnt auf die Schwierigkeit der Verwandlung von gelebtem Leben im Rohzustand in einen Text, wenn er sich des eigenen schlenkernden Leichtsinns erinnert nach dem ersten großen Erfolg – »Ach, wie leicht sind mir zu Beginn der sechziger Jahre die Wörter von der Hand gegangen, als ich bedenkenlos genug war, die Fakten Lügen zu strafen und mir auf alles, was widersinnig sein wollte, einen Reim zu machen. Schleusentore standen offen. In Kaskaden stürzte seitenlang gebändigter Wortfluß« –: Da vibriert es; das ist, was man den Grass-Magnetismus nennen möchte. Da kann man bocken (wenn er den Streit zwischen Sartre und Camus falsch etikettiert; es ging nicht um Sisyphos, es ging um den Gulag, den Sartre leugnete); da kann man stutzen (wenn er einbekennt, anfangs in der Bundesrepublik nicht gewählt zu haben, noch in der frühen Pariser Zeit an Politik nicht interessiert); da kann man den Poeten bewundern (wenn er vom verwundeten Soldaten erzählt, der, im Nichtraucherabteil rauchend, nach schnippischer Ermahnung einer rheinischen Dame sich sein Taschenmesser ins Holzbein hieb); da kann man Schüttelfrost bekommen (wenn angedeutet wird, die Mutter habe sich den vergewaltigenden Rotarmisten zum Schutz der Tochter angeboten) – eines kann man bei Günter Grass nicht: gleichgültig bleiben. Er ist eine Herausforderung. Mit diesem Buch hat er sich selber herausgefordert, sich gehäutet. Und wenn seine Summe ist, er habe von Seite zu Seite und zwischen Buch und Buch gelebt, so klingt das etwas zu literarisch. Nein, er hat mit seiner Selbstverletzung gelebt, mit einem existenziellen Riss, von dem dieses Buch, von dem seine Bücher Zeugnis geben: »Es verging Zeit, bis ich in Schüben begriff und mir zögerlich eingestand, daß ich unwissend oder, genauer, nicht wissen wollend Anteil an einem Verbrechen hatte, das mit den Jahren nicht kleiner wurde, das nicht verjähren will, an dem ich immer noch kranke.«

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

32 Kommentare Seite 1 von 8
Der Kommentarbereich dieses Artikels ist geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Selbstauslegung in den Zeiten der p.c.

Der "Literat" Grass, er sagte das ja immer von sich, mit Gedächtnis an Alfred Döblin und Heinrich Mann, wollte vom ersten Tag seines "öffentlichen Geständnisses", an seinem ersten autobiografischen Werk gemessen werden. Sie, Herr Raddatz, lasen, bevor sie gute Worte fanden. - Chapeau.

Kein Firlefanz - Raddatz lässt begreifen

Fritz J. Raddatz hat Grass Memoiren gelesen und dann(!) geschrieben. Wie Colon schreibt, kann man vor dem nur den Hut ziehen. Wer tat das bei Walsers Buch "Tod eines Kritikers"? Nur wenige. Die meisten blieben in einem Netz von Behauptungen und Unterstellungen hängen. Gelesen wären viele Kommentare gar nicht mehr möglich gewesen. So sieht es auch bei Günter Grass "Beim Häuten der Zwiebel" einer Zwiebel aus. Nur gelesen kann über dieses Werkt geschrieben werden. Fritz J. Raddatz betrachtet Grass "Beim Häuten der Zwiebel" ebenso differenziert wie seine anderen Werke und blickt auf ein literarisches Genie, dass ein "Geständnis" abgelegt haben will. Fritz J. Raddatz an-erkennt das Genie Günter Grass und durchschaut die eloqente Beschreibung eines Tuns oder eben Nicht-Tuns. Fritz J. Raddatz predigt und moralisiert nicht. Er stellt nüchtern anhand von Gelesenem fest. Er hat Günter Grass Werke gründlich gelesen - und nicht erst in den letzten Tagen oder Wochen. Vielleicht kann Wienhof erklären, womit er Herrn Raddatz unterstellt, am Thema vorbeizuschreiben. Fritz J. Raddatz nimmt Stellung zu einen aktuellen Thema, dem er sich gründlich - und ich würde sogar sagen: beinahe emotionslos - angenommen hat. Das ist selbst Günter Grass und der FAZ, die ja diese Diksussion - und man kann jetzt nicht behaupten: unbewusst - ausgelöst haben, weniger gelungen, sahen sie doch sogleich eine Diffamierung in den Texten und Kommentaren, obschon diese kaum einmal seinen Einsatz, mehr habe dieses Geständnis, das eben doch keines wahr, hinterfragten. Dazu noch ein paar Fragen an einen Mann zu richten, der sich selbst zu einer der moralisten Instanzen Deutschlands erhob, der dazu noch einer der letzten Überlebenden der damaligen Zeit ist, bedeutet ja auch eine unglaublich Möglichkeit, Geschichte und Psychologie von "verführten Massen" (...) zu verstehen.
Und wer Fritz J. Raddatz "Ich sah dich anders" gelesen hat, der wird den Hut vor ihm vielleicht gleich nochmals heben.

Schade

ad Was für ein Geschwafel. mucbkksfo
Wer sein Leben lang liest, der hat solcherart Kommentar zu Grass,
Raddatz und vielen anderen Autoren, schon zur Ermüdung wahrgenommen. - Zu ändern ist an Krakeel, Geholze und bolleriger Rüpelhaftigkeit sowieso nichts. Schade.

Der Kommentarbereich dieses Artikels ist geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.