Die Deutschland-Tour von Robbie Williams, die gerade zu Ende gegangen ist, geriet zum PR-Desaster: Aus Protest gegen die strengen Auflagen für Fotografen boykottierten Nachrichtenagenturen die Konzerte, Lokalzeitungen solidarisierten sich, einige druckten Weißraum statt Fotos. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) verzichtete auch dann noch auf Berichterstattung, als Williams’ Manager David Enthoven die Verträge lockern ließ.

DIE ZEIT: Mr. Enthoven, fühlen Sie sich von den deutschen Medien schlecht behandelt?

David Enthoven: Nein, es standen ja gar nicht alle Medien geschlossen hinter dem Boykott – auch wenn dpa versucht hat, es so aussehen zu lassen. Nachdem wir neue Verträge vorgelegt hatten, kamen die Lokalzeitungen wieder zu unseren Shows, und der SWR 3 wird am Wochenende aus Wien ein Konzert übertragen.

ZEIT: Verstehen Sie die Aufregung?

Enthoven: Nein. Jahrelang war dpa mit unseren Verträgen zufrieden und hat sie unterschrieben. Aber auf einmal riefen sie öffentlich zum Boykott auf, ohne uns vorher mal angerufen zu haben.

ZEIT: Die ersten Verträge sahen vor, dass Fotografen nach fünf Wochen alle Rechte an ihren Bildern abtreten und Ihnen sogar die Negative aushändigen sollten.

Enthoven: Ja, aber das haben wir geändert. Von mir aus können sie die Bilder von Robbies Konzert in Hockenheim noch in zehn Jahren benutzen, solange es im Zusammenhang mit diesem Konzert geschieht. Obwohl wir auf sie zugekommen sind, hat dpa uns weiter boykottiert…